Mittwoch, 30. September 2009

Wie betet ein Traditionalist den Rosenkranz?

Auf Latein natürlich. Dabei fiel mir auf, daß die übliche deutsche Übersetzung ungenau ist. Siebenmal erscheint in ihr in den Geheimnissen die Anrede «o Jungfrau», im Lateinischen aber «Virgo» nur zweimal, im freudenreichen Rosenkranz: «quem virgo concepisti» und «quem virgo genuisti».
Warum hier, und warum nur hier?
Der Sinn gibt die Antwort: «Virgo» ist hier keine Anrede, sondern Praedicativum: «Den Du (als) Jungfrau empfangen, geboren hast».

Also auf Latein. Außerdem habe ich festgestellt, daß die Anrufung «Sancta Maria ...» am Ende des Ave Maria jünger ist als der Rosenkranz, also zum Rosenkranz nicht dazugehört. Und läßt man sie aus, so steht das Gloria Patri an angemessener Stelle, da es ja Schrifttexte abzuschließen pflegt, keine Anrufungen.
Und in dieser kürzeren Form wird der Rosenkranz viel eher zu jenem meditativen Text, als der er so gern bezeichnet wird.

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