Samstag, 15. Dezember 2012

Abbau des Rechtsstaats

Nicht etwa die Kommission, ausgerechnet das EU-Parlament ist es, das gegen elementare rechtsstaatliche Grundsätze ein «Recht» zugunsten von Patenten auf Lebewesen beschließt. Lest mehr beim Chronisten von Orietur Occidens.

Montag, 26. November 2012

Linke Umverteilungspolitik

«Linke Umverteilungspolitik» nennt es der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, wirft sie den Grünen vor; er ist dagegen.
Tempora mutantur: Früher nannte die CDU so etwas «Soziale Marktwirtschaft» und war dafür.

Mittwoch, 21. November 2012

Luther und die Deutschen

Ich lese gerade "Die Verfeinerung der Deutschen" von Erwin Seitz. Da geht es um Urbanität, Küche, Umgangsformen u. ä..

28 Seiten sind der Gestalt Martin Luthers gewidmet. Und da rappelt's mächtig im Karton. Als ecclesiastical-correctness-Gehemmter zuckt man Zeile für Zeile zusammen, so mächtig haut der Autor dem Reformator die Mütze voll, was seine katastrophale kulturelle Wirkung für Deutschland angeht.

Leseprobe:


Eigentlich ging es Deutschland, der „elenden Nation“, wie Luther posaunte, gar nicht so schlecht. Erst er stülpte dem Land mit seiner rigorosen Moral etwas unsäglich Trostloses über: nahezu kulturellen Masochismus, klösterliche Enge und Strenge, ganz so, als sollten die Deutschen laisierte Mönche und Nonnen werden, autoritätseifrig und entsagungsfreudig.
Die Rede von der Freiheit eines Christenmenschen gegenüber dem Papst entpuppte sich als Einleitung für die Lehre von der Knechtschaft der Bürger gegenüber den Fürsten. Die Utopie der Freiheit wurde zum Schlaflied, denn für das „gemeine Volk“ bedeutete die Reformation kaum einen zählbaren Gewinn, weder materiell noch politisch, im Gegenteil, mehr den je sollte es ein Oben und ein Unten, sollte es Herren und Knechte, Gebieterinnen und Mägde geben. Der Reformator bog es so hin, daß das „gemeine Volk“ stolz darauf war, anspruchslos zu sein.

Aus: Erwin Seitz, Die Verfeinerung der Deutschen. Eine andere Kulturgeschichte. Berlin 2011; S. 70

Das ist natürlich ganz böse und darf man so nicht schreiben. Aber es ist doch bemerkenswert und erfreulich, daß so etwas im Jahr 2011 in Deutschland gedruckt werden darf. Vive la liberté!

Sachsen ist vorbildlich

Das heutige Fest, das Fest der Einführung der Heiligen Jungfrau in den Tempel, an dem also gefeiert wird, daß sie sich dem Herrn geweiht hat, ist in den Kirchen des byzantinischen Ritus eines der zwölf hohen Feste des Jahres, im Westen aber eher wenig beachtet, nach dem Novus Ordo nur noch «gebotener Gedenktag».
Da ist Sachsen vorbildlich: dieses Jahr ist dies hier ein staatlicher Feiertag.

Samstag, 10. November 2012

Nachruf auf «Mutti»

Solch guten Kommentar zu diesem Thema hätte ich der tageszeitung gar nicht zugetraut.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Gerechtigkeit in Zeiten des Liberalismus

Unrecht in drei Akten hinter rechtsstaatlicher Fassade gegen durch neoliberale Sparmaßnahmen verarmte Menschen findet der Chronist in einer Reportage dargestellt. Berichtet wurde aus Spanien; in Deutschland könnte so etwas zur Zeit wohl nicht geschehen. Aber das das mit uns nichts zu tun habe, bezweifelt er.
Lest mehr in der Chronik von Orietur Occidens.

Samstag, 20. Oktober 2012

.. über Leichen – die Leichen von Kindern und Afrikanern

Bisher war bekannt, daß der US-Präsident, ganz politisch korrekt, das Leben der Kinder, ungeborener Kinder, mißachtet, sein republikanischer Herausforderer aber, ganz wirtschaftsliberal, das der Armen.
Doch nun zeigt sich, daß nicht nur der eine von beiden den Armen feind ist. Es ist der regierende Präsident, Sohn eines Afrikaners, der afrikanische Kleinbauern ihres eigenen Saatguts enteignen und sie so von westlichen Konzernen abhängig machen will. Der Chronist von Orietur Occidens analysiert.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Nach drei Tragödien folgt ein Satyrspiel

Freiherr von und zu Guttenberg, Frau Koch-Mehrin und Wer-war-da-noch?
Nun ist Frau Schavan an der Reihe. Es scheint mit ihr zu Ende zu gehen – die Bundeskanzlerin hat ihr schon ihr „volles Vertrauen“ ausgesprochen.
Worum geht es? Ich lese: «Der gravierendste Fund findet sich seiner [(des anonymen Plagiatsjägers)] Meinung nach auf Seite 312. Dort referiert Schavan die Theorie der Gewissensbildung bei Sigmund Freud und zitiert ausgiebig aus dessen Oeuvre. Auffällig ist die Ähnlichkeit zu einem Werk der Sekundärliteratur, so dass der Verdacht naheliegt, dass die jetzige Bildungsministerin sich nicht selbst durch die Werke des Psychoanalytikers gelesen hatte.»
Mein Doktorvater sagte einmal, er lese keine wissenschaftlichen Bücher, er arbeite mit ihnen. Wenn ich aus Sekundärliteratur eine eigenständige Bewertung oder Formulierung übernehme, dann muß ich das betreffende Werk zitieren; wenn ich ihr aber nur Zitate entnehme, so sollte das Sekundärwerk auch genannt werden, aber wenn das nicht geschieht, so liegt damit noch kein Plagiat vor. Wenn wissenschaftliche Aufsätze mit an die tausend Literaturangaben erscheinen (wie es in der Psychologie geschieht), wird niemand annehmen können, daß der Verfasser die alle allzu ernsthaft studiert habe. Nicht einmal jeder Psychologe, der Freud zitiert, hat deshalb das ganze Corpus Freudianum durchgearbeitet, um diese Zitate zu entdecken. Und Frau Schavan ist Theologin.
Zur ihr als Katholikin habe ich keinerlei Vertrauen; aber aufgrund dieser Funde sie als Plagiatorin anzuprangern, ist ein Satyrspiel.

Montag, 15. Oktober 2012

Unheilige Allianz von Rechts und Links

Neue Arbeitsplätze verheißt eine „Minijobstudie“ der „BertelsmannStiftung“ durch „Reform“ – das heißt Abbau – des Ehegattensplittings zu erreichen (allerdings nur in Verbindung mit dem Abbau von „Minijobs“).
Letztlich ist das nur eine neue Auflage des seit vielen Jahren anhaltenden Kampfs gegen das Ehegattensplitting. Bemerkenswert ist, daß dieser Abbau des Splittings von „links“ und von „rechts“ gleichermaßen gefordert wird. Die Motive dieses Kampfs und die eventuellen Folgen des angestrebten Abbaus untersucht der Chronist von Orietur Occidens.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Ein Kardinal zwischen Soziallehre und Ideologie

Der Erzbischof von München und Freising nimmt Partei für die Soziale Marktwirtschaft – gegen Staatseingriffe, skeptisch gegen Reichensteuer und Mindestlohn. Mindestlöhne seien «eine Kapitulation unserer Sozialen Marktwirtschaft». Ja, nur: ist das denn schlimm? fragt der Chronist von Orietur Occidens.

Hörerpost an den Deutschlandfunk - Antwort

Auf meine Hörerpost hat der Redakteur geantwortet:

Danke für Ihre Zuschrift mit der Kritik an meinem Beitrag "Herbstvollversammlung der katholischen Kirche". Ich bin für Anmerkungen, auch kritische, immer dankbar.

Ich gebe Ihnen recht, dass "[aus der Kirche ausgetretene] Katholiken [schon] bisher exkommuniziert waren (was den Ausschluß von den Sakramenten einschließt), sie künftig nicht automatisch exkommuniziert sind, wohl aber die genannten Rechte verlieren." So habe ich das auch verstanden. Aber ich habe in meinem Beitrag ja eine Verknüpfung mit der Frage nach der Zahlung der Kirchensteuer hergestellt. Diese Verknüpfung hat die katholische Kirche selber forciert, um eine öffentliche Debatte auszulösen und klarzumachen: wer keine Kirchensteuer zahlt, der muss mit Konsequenzen rechnen.

Den Begriff "Großinquisitor" benutzt die katholische Kirche tatsächlich nicht mehr. Allerdings ist es meine Aufgabe als Journalist, aus stilistischen Gründen nicht immer ein- und denselben Begriff zu verwenden, sondern Synonyme zu finden, die gleiches in anderen Worten sagen. Großinquisitor ist meines Wissens der alte, aber immer noch zutreffende Begriff für die Tätigkeit des Präfektes der Glaubenskongregation, der Nachfolgeorganisation der Römischen Inquisition.

Die Label-Begriffe "konservativ" und "reformorientiert" sind zugegebenermaßen grobe Positionierungen. Ganz ohne gewisse Kategorisierungen komme ich als Journalist leider nicht aus. Zumal auch die katholische Nachrichten-Agentur KNA solche Label benutzt. Das Selberdenken erspart gerade ein Programm wie Deutschlandradio seinen Hörern nicht. Deutschlandradio-Hörer empfinden das Selberdenken auch nicht als lästig. Das werden Sie als Deutschlandradio-Hörer sicher bestätigen.

Ich hoffe, Sie bleiben uns als Hörer gewogen.

Mit freundlichen Grüßen,



Meine Antwort darauf:

herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Gerade weil ich die Absicht habe, ein Ihnen gewogener Hörer zu bleiben, erlaube ich mir, Ihnen meine Einschätzung dazu zu schreiben.

Bei Meldungen über die katholische Kirche (nicht nur) in Ihrem Sender herrscht meist ein nicht nur (erwünschter) kritischer sondern (unsachlich) ablehnender Grundton. Gerade das ist es, was mich als überzeugter Gebührenzahler stört.

Wenn Sie in Ihrer Antwort den Begriff "Großinquisitor" als aus stilistischen Gründen verwendetes Synonym bezeichnen, ist das ein Beleg für meine These: Dieses Wort konnotiert jeder mit Folter und Scheiterhaufen - und hier unterstelle ich Absicht. Sie würden es z. B. gewiß nicht wagen, die Bundeskanzlerin aus stilistischen Gründen als "Regimechefin" zu bezeichnen, viel weniger noch als "Führerin" - beide Begriffe wären sachlich richtig, aber dennoch unangemessen.

Bei der Etikettierung "konservativ" - "reformorientiert" habe ich als Hörer den Eindruck: Hier wird die "gewünschte Wertung" präsentiert, der ich mich anzuschließen habe. Das schafft Unmut. Und den wollen Sie gewiß nicht erzeugen. Darum habe ich Ihnen geschrieben.

So wünsche ich mir gerade vom Deutschlandfunk, aber auch von allen anderen gebührenfinanzierten Sendern, gelassene Sachlichkeit. Die Agitation können ja die Privaten übernehmen...

Mit den besten Wünschen grüße ich Sie freundlich


Samstag, 6. Oktober 2012

Eine zu erwartende Begnadigung

Ein Kommentar im Radio: Man nimmt an, daß der Papst seinen extensiver Unterschlagungen schuldigen Kammerdiener nach dessen Verurteilung wohl begnadigen werde. Auch ich rechne damit – erstens: die christliche Bereitschaft zu verzeihen; zweitens: kann sich der Vatikan es angesichts der zu erwartenden Medienresonanz überhaupt leisten, den Mann angemessene Zeit hinter Gitter zu bringen?
Ich rechne mit der Begnadigung; und doch werde ich sie bedauern: der Vatikan ist ein Staat; und ich wünschte, daß er auch die nötige staatliche Autorität aufbringen könnte, einen nicht reuigen Schuldigen angemessen zu bestrafen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Die Sorgen des Präfekten der Glaubenskongregation

„Der neue Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, sieht keine Grundlage für neue Verhandlungen mit den Piusbrüdern“, lese ich bei kath.net. „«Wir können den katholischen Glauben nicht den Verhandlungen preisgeben. Da gibt es keine Kompromisse», fügte Müller laut NDR hinzu.“
Und man fragt sich: hat Monsignore noch nichts von der österreichischen „Pfarrerinitiative“ mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“, nichts von ihrer frischerstandenen Schweizer Schwester, nichts von „Passauer Priestern im Dialog“ gehört, nichts vom Theologieprofessoren-Memorandum, nichts von Reformforderungen des ZdK? Hat er wirklich keine anderen Sorgen als die Bedenkenträgerei der Piusbruderschaft?

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Externer Zugriff auf Kinder

Armut vererbt sich, lese ich in einem Zeitungsartikel, der freilich keine sonderlichen Überraschungen bietet; Arme erreichen weniger Bildung – was nicht überrascht; das hatte ich auch selber schon erklärt.
So lese ich den Artikel nur oberflächlich; erst eine Leserbriefschreiberin, Frau Claudia Wolff, weist einige Tage später auf die Menschenverachtung des AWO-Vorsitzenden hin, die der Artikel gegen Ende referiert: «Das von der CSU angestrebte Betreuungsgeld hält er angesichts der Ergebnisse für wenig förderlich, weil es den externen Zugriff auf benachteiligte Kinder erschwert.» – «externen Zugriff» auf die Kinder der Armen wünscht er.

Donnerstag, 27. September 2012

Wer war Jeremiah Clarke?

Beim Aufräumen von Urlaubsrelikten fällt mir wieder die Ankündigung eines Konzerts „Mit Pauken & Trompeten“ in die Hände, das wir am 1. September gehört hatten. Neben ganz bekannten Namen tauchte unter den Komponisten ein mir unbekannter „Jeremiah Clarke“ auf mit einer „Suite of Ayres fort he Theatre“. Mittlerweile habe ich gesucht und ihn nicht einmal in Riemanns Musiklexikon gefunden.
Was mir in die Ohren springt, ist der zweite Satz, ein Adagio: ich höre, instrumental freilich, Händels drittes Coronation anthem: „My heart is inditing“ – nicht etwa nur etwas ähnliches, sondern wirklich Händels Melos.
Wer von wem? – die Frage ist leicht zu beantworten: Clarkes Lebensdaten sind angegeben mit „?-1707“.

Montag, 24. September 2012

Hörerpost an den Deutschlandfunk

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute morgen haben Sie im Bericht über die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz den Präfekten der Römischen Glaubenskongregation als "Großinquisitor" bezeichnet. Ist Rom wirklich zum historischen Titel dieses Amtes zurückgekehrt? Das sollten Sie ausführlicher beleuchteten, meine ich.

Außerdem wurde berichtet, daß Katholiken, die aus der Kirche austreten, "künftig" von den Sakramenten ausgeschlossen seien und ihnen ein kirchliches Begräbnis verwehrt werden könne. Meine Information ist, daß sie bisher exkommuniziert waren (was den Ausschluß von den Sakramenten einschließt), sie künftig nicht automatisch exkommuniziert sind, wohl aber die genannten Rechte verlieren. Das wäre ja doch etwas grundsätzlich anderes. Bin ich falsch informiert?

Im Übrigen danke ich für die praktische Verwendung der Begriffe "konservativ" (= böse, nicht hinhören - Müller) und "reformorientiert" (= gut, blind folgen - Zollitsch) in dem Beitrag. Das erspart uns gestreßten Menschen der Gegenwart das lästige Selber-Denken.

Mit freundlichen Grüßen

Dienstag, 18. September 2012

Staaten und Kirche – kann man das vergleichen?

Eigentlich sind die Sparpolitik der Staaten und Fusionen von Pfarreien etwas völlig verschiedenes.
Doch der Chronist von Orietur Occidens stellt fest, daß beide aus dem gleichen Grund zum gleichen Mißerfolg führen.

Samstag, 15. September 2012

Beschneidungsverbot – immer noch

An einem Tag:
„Kinderschutz-Organisationen“, die von niemandem gebeten worden sind, hier für seinen Schutz zu sorgen, fordern, nicht so schnell die Religionsfreiheit wieder in Kraft zu setzen.
Ein jüdischer Polizist war bei einer Demonstration für das Grundgesetz, nämlich für die Religionsfreiheit, eingesetzt. Dabei trug er eine Kippa und einen entsprechenden Bouton. Die Folge:
Er muß möglicherweise mit disziplinarrechtlichen Maßnahmen rechnen. Im Gespräch mit der Polizeiführung habe er sich einsichtig gezeigt. Nun soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. (epd)
Ein Geruch von Antisemitismus?

Montag, 10. September 2012

Republikanergerechte Uminterpretation der katholischen Soziallehre

Wenn Katholiken in den USA sich einen anderen Präsidenten wünschen: es ist gut zu verstehen. Wenn das zum Anlaß genommen wird, die unchristliche Haltung eines „katholischen“ Gegenkandidaten (im zweiten Glied) zu rechtfertigen, gar die Lehre der Kirche umzuinterpretieren: das ist nicht zu billigen. Die gleiche Sache wie zuvor, neue Argumente – wie dabei die christliche Moral verfälscht wird, zeigt der Chronist von Orietur Occidens.