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Samstag, 16. Januar 2021

Warum wir der alten deutschen Rechtschreibung folgen

– hier ist es begründet, unter dem Thema des Triumphzugs der Dummheit durch unsere Kulturlandschaft, auf einer Seite, auf der auch dargestellt ist, was eigentlich abendländisch ist.

Und: ex Oriente lux – damit auch das Morgendland gebührende Erwähnung findet:
Das Wort „téktōn“ wird ins Deutsche üblicherweise mit „Zimmermann“ übersetzt. Und so sieht man auf deutschen Bildern der Heiligen Familie oft eine Werkstatt mit Säge und Hobel. Aber Joseph war kein Schreiner, er war Tekton. Was aber war die Arbeit eines Tekton im alten Galiläa? Da unmittelbare Zeugen nicht mehr befragt werden können, habe ich versucht, einer Antwort näherzukommen, indem ich Aramäer aus einer benachbarten Landschaft gefragt habe.

Dienstag, 14. Juli 2020

Welch ein Fest!

Heute vor 231 Jahren wurde in Paris ein befestigtes Gefängnis belagert. Der Kommandant erklärte sich schließlich bereit, den Belagerern das Gefängnis zu übergeben gegen die Zusicherung freien Geleits für ihn und die Wachmannschaften; das wurde ihnen gewährt, aber trotzdem wurden dann er und andere Angehörige des Gefängnispersonals massakriert. Dafür aber wurden einige Eierdiebe befreit.
Diese Ereignisse feiert seither die Grande nation alljährlich mit ganz großem Trara. Meine Glückwünsche!

Dienstag, 26. November 2019

Donnerstag, 25. Juli 2019

Nach deutscher Ernährungslehre

ernähren sich die Spanier sehr ungesund. Und die Folgen?
Eine Zeitungskolumne von Heiko Werning schildert sie eindrücklich.
Dazu noch eine WHO-Studie.

Samstag, 6. Oktober 2018

FYROM bleibt FYROM

Das Plebiszit in der früheren jugoslawischen Republik „Makedonien“ blieb mangels Beteiligung ergebnislos, kann also nicht eine Umbenennung des Landes in „Nord-Makedonien“ legitimieren; FYROM bleibt FYROM.
Der griechische Furor in dieser Sache erscheint Mitteleuropäern kurios; in der Sache allerdings haben die Griechen Recht.
Das alte Makedonien lag im Gebiet der heutigen griechischen Region dieses Namens. Die Sprache der Makedonen war, soweit die spärliche Überlieferung es erkennen läßt, eng mit dem Griechischen verwandt. Das Makedonisch der heutigen Republik dagegen ist eine eng mit dem Bulgarischen verwandte slawische Sprache.
Nur einige Streifen im Süden der heutigen Republik – südöstlich von Bitola, südlich des Axios-/Vardar-Knies – waren von Makedonen besiedelt, gehörten aber bis ins IV. Jahrhundert nicht zum Argeaden-Reich. Erst durch Philipp II. kamen sie um die Mitte dieses Jahrhunderts zum Reich, ebenso wie das südliche (wohl illyrische) Pelagonien. Etwa dreißig Jahre später reichte dann das Argeaden-Reich von der Donau bis nach Ägypten und Pakistan, um sogleich nach dem Tod Alexanders wieder zu zerfallen. Päonien, in dessen Gebiet Scopia/Skopje, die Hauptstadt der heutigen Republik liegt, kam im III. Jahrhundert doch noch zu Rest-Makedonien; aber in römischer Zeit gehörte Nord-Päonien mit Scopia nicht zur Provinz Macedonia, sondern zu Moesia Superior, seit Diokletian zu Dardania.
Im XIX. Jahrhundert wurde der Name „Makedonien“ als Landschaftsname wiederbelebt, nun in sehr weiter Bedeutung. 1944 wurde unter diesem Namen die heutige Republik als Teilrepublik von Jugoslawien gegründet.
Natürlich sind griechische Sorgen, diese kleine Republik könnte das eigentliche Makedonien annektieren wollen, überzogen. Aber Griechenland hat im Mittelalter lange Zeit unter bulgarischen und serbischen Raubzügen gelitten, war über Jahrhunderte der osmanischen Herrschaft unterworfen, der Knabenlese ausgeliefert, das eigentliche Makedonien war bis 1913 türkisch – das ist in Griechenland schwerlich vergessen. Und daß die gerade unabhängig gewordene Republik „Makedonien“ den Stern von Vergina, der als Symbol der Argeaden gilt, in seine Flagge setzte – er wurde bald durch eine andere Sonnendarstellung (inspiriert durch die japanische Kriegsflagge) ersetzt –, konnte die griechischen Sorgen nicht lindern.

Ein historisch eher treffender Name für die Republik (vergleichbar mit „Belgien“ und „Confoederatio Helvetica“) wäre „Päonien“.

Dienstag, 28. November 2017

Calvinistische Sparsamkeit – oder?

Die calvinistischen Länder, in denen der Kapitalismus entstanden sei, weil in ihnen Reichtum als Zeichen der Erwählung gilt, üppiger Lebenswandel aber verpönt sei: seit Max Weber ein Gemeinplatz.
Nun aber sagt es ein Historiker etwas anders (Jan Pfaff, Interview mit Frank Trentmann: „Wir sind von Dingen umzingelt“. taz vom 25. 11. 2017):
«Schon im 15. Jahrhundert beginnt der Konsum, Gesellschaften stark zu prägen. Hier kann man drei Regionen unterscheiden, die unterschiedlich damit umgehen: das Italien der Renaissance, China sowie zusammengefasst die Vereinigten Niederlande und England. Die Niederlande und England ziehen konsumtechnisch dann bald davon.»
Das katholische Italien:
«Im Italien der Renaissance ist Privatkonsum sehr suspekt, Konsum soll dort nach außen gerichtet sein als etwas, das dem Gemeinwohl dient. Ein reicher Mann kann eine schöne Kapelle bauen lassen oder die ganze Stadt zum Essen einladen. Aber die Vorstellung, dass er sich in sein Eigenheim zurückzieht und dort schön lebt, ist gesellschaftlich nicht akzeptiert.»
Und die calvinistischen Länder, die Niederlande und England:
«[Prägend für unseren Konsum bis heute wird die Entwicklung in den Niederlanden und England.] Diese Länder unterscheidet, dass privater Konsum hier positiv gesehen wird. Und es gibt einen Kult um Neues, den wir bis heute kennen.»
Bis heute!

Nachtrag: «Und was ist jetzt mit China?»
«Dort gelten im 15. Jahrhundert vor allem antike Sachen als wertvoll. Der Konsum wächst auch in dieser Gesellschaft, aber der Schwerpunkt liegt auf alten Gegenständen aus der eigenen Geschichte. Das ist für die europäischen Händler ein großes Problem. Sie wollen gern chinesisches Porzellan importieren und versuchen, dafür europäische Produkte anzubieten, die ganz neu sind – was im europäi­schen Kontext ja positiv ist. Die chinesischen Händler antworten: „Was, das ist ganz neu? Das hat ja gar keinen Wert.“»

Samstag, 17. Oktober 2015

Zwischen Ararat und Kaukasus

«Wie war’s?», «wie hat es dir in ... gefallen?», «hast du dich gut erholt?» wird man gefragt, wenn man aus dem Urlaub in fernem Lande zurückkommt. Die eigentlich wichtigste Frage jedoch wird kaum je gestellt: «Wie geht es der heiligen Kirche in ... ?»
Wenn auch nur ganz oberflächlich, so versucht der Chronist von Orietur Occidens doch, ein wenig auf diese Frage zu antworten.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Aramäer in Deutschland

Die tageszeitung (!) berichtet von einer chaldäisch-katholischen Pfarrei in Essen. Leider hat sie Anlaß, den Pfarrer zu zitieren mit:
«Die Iraker hätten die Deutschen eingeladen, an der Messe teilzunehmen. Aber niemand sei aufgetaucht, nur einmal der ehemalige Pfarrer. „Sie haben uns aufgenommen. Aber sie haben uns nicht angenommen.”»

Essener, wo bleibt Ihr?

Dienstag, 28. Juli 2009

Was vermißt man?

fragt Phileirenos und nimmt Abschied von einer ungenannten, aber leicht erkennbaren hanseatischen Metropole.

Im neuen Berliner Hauptbahnhof

Bekanntlich nennt sich Hauptbahnhof heute der alte Lehrter Bahnhof, während zuvor der frühere Schlesische Bahnhof, der jetzt als Ostbahnhof bezeichnet wird, Hauptbahnhof genannt wurde.
Vom neuen Hauptbahnhof bin ich schon einiges gewohnt. Als ich dort vor etlichen Monaten einmal etwas länger Aufenthalt hatte und das Gepäck deponieren wollte, sah ich Schilder für den Weg zu den Schließfächern. Als ich eine Zeitlang den zahlreichen Schildern gefolgt war und immer noch kein Schließfach sah, fragte ich einen Bahnbeamten danach. Nein, Schließfächer gebe es noch nicht, erfuhr ich, nur die Schilder waren schon da.

Umsteigen! Da die Berliner S-Bahn zur Zeit weitgehend ausfällt und der Regionalzug Verspätung hat, gilt es schnell in dem übergroßen Bahnhof den richtigen Zug zu finden. Ein Fahrplan ist nicht zu finden. Die Anzeigetafel ist so winzig, daß der Zug, der kaum zehn Minuten später abfährt, noch nicht darauf steht. Ich gehe zum Reisezentrum. Dort liegen Pläne unter anderem für die Fahrt nach Dresden aus. Das ist meine Richtung. Ich nehme also mir einen Plan; der Zug steht darauf, leider keine Gleisangabe. Ich stürze zu einer Dame am «Service Point»*). Sie telephoniert gerade, aber ich habe keine Zeit, Rücksicht zu nehmen, und spreche sie an. Sie antwortet auch freundlich: «Den Zug gibt es nicht.» Ich zeige ihr meinen eben gefundenen Plan, sie sieht, daß es den Zug doch gibt, telephoniert kurz mit jemand kundigem und antwortet nun: «Auf Gleis 1.»
Und nachdem ich dann dem Schild zum Gleis 1 gefolgt bin, dann, als die Beschilderung aufhört, mit einem Blick ins nächstuntere Stockwerk doch wieder ein Schild zu diesem Gleis entdeckt habe, erreiche ich wirklich meinen Zug.

*): « Bahn spricht Deutsch»
behauptet die tageszeitung. In Wirklichkeit spricht die Bahn Englisch. Es ist nicht nur der Service Point, am Counter kauft man Tickets. Im ICE findet sich auf Deckeln, die Abfallbehälter vor Gebrauch schützen, die einsprachige Aufschrift «Push». Meine Mutter beispielsweise wüßte da nicht weiter.
Ständig folgt auf Bahnsteigen, in Zügen vom Schnellzug bis zur S-Bahn stereotyp auf die deutsche Durchsage eine englische. Fährt der Zug in die Niederlande: die Durchsage kommt auf Deutsch und Englisch. Fährt der Zug nach Italien: die Durchsage kommt auf Deutsch und Englisch. Fährt der Zug nach Polen: die Durchsage kommt auf Deutsch und Englisch. Die Bahn scheint nicht zu wissen, welche Sprachen in diesen Ländern gesprochen werden (geschweige denn, daß die traditionelle internationale Bahnsprache Französisch ist) – eine besondere Art von Ausländerfeindlichkeit.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Neues aus obersächsischen Kirchen und Vierteln

Der Chronist scheint sich in seiner neuen obersächsischen Heimat wohlzufühlen: er nörgelt weiter herzhaft über dortige Liturgie.
Und ein neuer Blog aus Obersachsen ist aufgetaucht.

Samstag, 23. Mai 2009

Nachrichten aus einem fernen Land

Wieder einmal habe ich eine e-Oase erreicht und nutze die Gelegenheit, bevor ich wieder durch die e-Wüste pilgern muß, auf einen Erlebnisbericht aus Obersachsen hinzuweisen.

Freitag, 29. August 2008

Nachrichten aus Eriwan

Unter diesem Titel ist in einem Blog ein Reisebericht aus Armenien zu finden, den ich empfehlen kann.