Dienstag, 10. Mai 2022

Geburtsstationen schließen

Hebammen müssen haften, oft mit einem maßlos hohen Betrag, wenn sie Fehler machen und ein Kind dann geschädigt ist. Wenn aber infolge der Schließung von Geburtsstationen überlange Wege zu Schäden für Mutter oder Kind führen: was, so sei einmal gefragt, ist dann mit den verantwortlichen Kliniken und Politikern?

Samstag, 7. Mai 2022

Schutz von Ehe und Familie

Die Frage, wie der Staat mit Zuwanderern umzugehen hat, ist komplex; eine einfache erschöpfende Antwort kann die christliche Moral nicht geben. Doch einige Vorgaben gehen aus Naturrecht und christlicher Moral hervor; und gegen diese Vorgaben wird in Deutschland ständig von Behörden verstoßen: aus dem Islam konvertierte Christen werden in den Iran abgeschoben; Familien werden für lange Zeit oder gar auf Dauer getrennt.

Samstag, 23. April 2022

Христос воскрес! unter Artilleriebeschuß und Bomben

Heute beginnt das Osterfest der orthodoxen Kirchen sowie katholischer und vorchalzedonensischer Kirchen. Gemeinsam feiern es die russische Kirche und die Kirchen der Ukraine, zweier Länder, die einst mehr als siebzig Jahre gemeinsam unter der Unterdrückung durch das Sowjet-Regime und durch Tscheka und KGB litten.
Und nun müssen die Völker dieser Länder erleben, wie durch einen alten KGB-Führer die russische Armee in die Rolle Kains gedrängt wird (wie ein russisch-orthodoxer Bischof es ausdrückte, wie russisch-orthodoxe Priester und Diakone es wiederholten), wie ukrainische Zivilisten und Soldaten von ihr niedergemacht werden, Städte pulverisiert werden.
Mögen die Russen trotz aller Meinungsdiktatur (und trotz dem Beifall eines anderen ehemaligen KGB-Offiziers, der zum Patriarchen von Moskau umgerubelt worden ist) vor Augen haben, daß sie von einem gemeinsamen Feind in diesen Krieg geschickt werden; mögen die Ukrainer vor Augen haben, daß es nicht das russische Volk ist, das ihr Land verwüstet, sondern die es sind, die ihre in Sowjet-Zeiten wurzelnde Macht nutzen, eine Armee in die Rolle Kains zu treiben, ein ganzes Volk in die Abels zu zwingen.
Христос воскрес – Christus ist erstanden! Mögen beide Völker dessen eingedenk sein und die verabscheuen, die Haß sähen.
Möge der auferstandene Herr selber Seinen Frieden geben.

Dienstag, 19. April 2022

Arvo Pärt an das Volk der Ukraine

Arvo Pärt, den man als den bedeutendsten lebenden Komponisten ansehen darf, der sich in Musik und Leben als Christ zeigt, der sich seit fünfzig Jahren ungebrochen zur russisch-orthodoxen Kirche bekennt, hat vor einigen Wochen öffentlich erklärt:
«Liebe ukrainische Freunde, liebe Kollegen, alle die, die jetzt um den Preis ihres Lebens um ihre Heimat kämpfen!
Wir verneigen uns vor Eurem Mut, dessen Preis ungeheuerliches Leid ist.
Wir werden so sehr mit Euch sein, so sehr wir es können werden. Alles, was uns bleibt, das sind ein Klumpen im Hals, Tränen und Gebet. Die Worte haben ihre Bedeutung verloren.
Vergebt uns!
Vergebt uns, daß wir nicht vermocht haben, Euch vor einer Katastrophe zu schützen, die in unserer Zeit undenkbar war.
Ehre der Ukraine! Слава Україні!

Dienstag, 5. April 2022

Wie anders war die Zeit des Auftretens des Herrn als die unsere

Am Passionssonntag wurde nach neuer Leseordnung die Perikope von der Ehebrecherin (Joh. 8, 2-11) gelesen.
«Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster auf sie einen Stein!» Und die Schriftgelehrten und Pharisäer besannen sich und, angefangen von den Ältesten, nahmen Abstand davon, das Urteil zu vollziehen, und machten sich still und leise davon.
Wie anders wäre es in unserer Zeit. Selbst für Christen ist die Gewissenserforschung längs nicht mehr selbstverständlich; und damit, daß säkulare Menschen sich als Sünder erkennen könnten, rechnet wohl niemand mehr. Da reicht das Spektrum von den Politisch-Korrekten, bei denen es keine Vergebung gibt, bis zu den säkularen Rechten, die keine Gnade kennen.

Samstag, 2. April 2022

Ein heißer und ein vergessener Krieg

Die russischen Bodentruppen machen keine Geländegewinne mehr, können aber auch nicht wirklich geschlagen werden – der Bodenkrieg gegen die Ukraine stagniert. Doch mit ihren Fernwaffen fährt die russische Armee damit fort, ukrainische Städte zu pulverisieren.
Waffenlieferungen an die Ukraine? Moralisch ist es zu rechtfertigen, einem Staat, der von einem anderen überfallen worden ist, mit einem Krieg, der sich auch exzessiv gegen dessen Zivilbevölkerung gerichtet, Waffen zur Verteidigung zu liefern. Ob es aber sinnvoll ist, bei dieser Frage verheddern sich moralische Überlegungen. Helfen solche Lieferungen der Ukraine, Frieden zu finden? Oder verlängern sie nur das Leiden der Menschen in den ukrainischen Städten? Und wenn die Ukraine sich allen russischen Forderungen unterwürfe, würde das die russische Regierung zu weiteren Angriffskriegen ermuntern? Müßten auch Ukrainer in Gebieten, die dann unter russischer Gewalt blieben, damit rechnen, für solche russischen Angriffskriege zwangsrekrutiert zu werden?
Ein wenig scheint man sich allmählich an diesen Krieg zu gewöhnen – natürlich nur, wenn man weit davon entfernt ist –; andere Kriege jedoch geraten dabei ganz in Vergessenheit.
Offenkundig sinnvoll gewesen aber wären Waffenlieferungen vor anderthalb Jahren an Armenien und Karabach, ganz besonders Waffen gegen türkische und chinesische Drohnen in azerbaidschanischer Hand, die damals Karabach terrorisierten.
In Karabach war es die russische Regierung, die im letzten Augenblick einschritt, ist es die russische Armee, die, freilich für fünf Jahre befristet, den brüchigen Frieden sichert. Nun aber, da sich Rußland in ein anderes militärisches Abenteuer eingelassen hat, beginnen wieder aserbaidschanische Angriffe, Beschuß, militärische Einfälle, Terror; die Bevölkerung flieht. Was droht, was von aserbaidschanischer Seite angestrebt wird, ist ethnische Säuberung, ist die Vertreibung der alteingesessenen Bevölkerung des Landes.
Und es droht auch der Abzug russischer Truppen aus Armenien, um sie an die ukrainische Front zu werfen, so daß auch die Republik Armenien selbst in Gefahr gerät. Daß Armenien Russen aufnimmt, die vor dem Krieg gegen die Ukraine, vor Kriegseinsatz und Meinungsdiktatur fliehen, könnte zusätzlich Rußland dazu bringen, den (keineswegs altruistischen) Beistand für Armenien aufzugeben.
Das älteste christliche Land, Armenien zusammen mit Karabach, ist in Gefahr, nicht erst jetzt, aber durch den russischen Überfalls auf die Ukraine mehr den zuvor.

Samstag, 12. März 2022

Braucht Christentum Priester?

Martin Ebner, Priester und emeritierter Professor für Neutestamentliche Exegese verneint das; und katholisch.de gibt ihm dazu ausgiebig Raum.
Dreierlei springt bei seiner Argumentation ins Auge:
I. «Ein "starkes Zeichen" gegen die Lehre, dass das Priestertum direkt auf dem Willen Christi gründe, sei die Tatsache, dass der Clemensbrief aus dem Jahr 90, der dieses Konzept nennt, nicht in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen worden sei.» Im nächsten Absatz: «Das christliche Priestertum, wie es heute bestehe, sei Anfang des dritten Jahrhunderts entstanden, erklärte Ebner weiter.» Also: dieses «Konzept», das im Jahre 90 im Clemensbrief «genannt» wird, ist dann Anfang des dritten Jahrhunderts entstanden.
II. Eine abenteuerliche Vorstellung steht hinter Prof. Ebners Argument: was im Clemensbrief steht, müsse falsch sein, denn sonst wäre der Brief doch ins Neue Testament aufgenommen worden. Dieser Brief, wenn er auch laut Prof. Ebner «aus dem Jahr 90» datiert (eine andere These ist, daß er Ende der sechziger Jahre, vor der Zerstörung des Tempels, geschrieben wurde, was angesichts von Clem. 40 wahrscheinlicher ist), führt sich nicht auf einen Apostel zurück: darum wurde er nicht ins Neue Testament aufgenommen.
III. Prof. Ebner setzt mit seiner Argumentation voraus, daß in der katholischen Kirche das «sola scriptura»-Prinzip gelte, welches bisher als protestantisch gegolten hat.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche und der Krieg

Als der Patriarch von Konstantinopel 2018 in kanonisch zumindest fragwürdiger Weise eine vom Moskauer Patriarchat getrennte Ukrainisch-Orthodoxe Kirche mit einem Patriarchen von Kiew begründet hatte, blieb ein Großteil der orthodoxen Hierarchie und des orthodoxen Volkes in der Ukraine der Russisch-Orthodoxen Kirche und damit dem Moskauer Patriarchen treu.

Noch am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Großangriffs auf die Ukraine, appelierte Metropolit Onufrij, der Primas der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Ukraine, an Putin, «unverzüglich den Bruderkrieg zu beenden», «der Krieg zwischen diesen Völkern sei eine Wiederholung von Kains Sünde, welcher aus Neid seinen eigenen Bruder tötete» (engl.).
Am 3. März wurde von den Russisch-Orthodoxen Bischöfen in Deutschland, zweien der Auslandskirche, die sich mittlerweile mit dem Moskauer Patriarchat vereinigt hatte, und einem, der dem Patriarchat direkt untersteht, ein „Appell der Hierarchen an die Pfarrer und Gemeindemitglieder der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland zur Hilfeleistung für Flüchtlinge aus der Ukraine“ veröffentlicht; darin heißt es: «Der Schmerz, den das ukrainische Volk derzeit erleidet, wird von den Kindern der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland geteilt.»
Am 5. März wurde ein „Appell der Priester und Diakone der Russisch-Orthodoxen Kirche mit einem Aufruf zur Versöhnung und Beendigung des Krieges“ veröffentlicht; er wiederholt den Vergleich mit Kains Bluttat und endet mit: «Beendet den Krieg.»

Was aber sagt der Russisch-Orthodoxe Patriarch?
Patriarch Kirill fragt in einer Predigt am Vergebungssonntag, dem 6. März: «Wer greift die Ukraine heute an? Acht Jahre Unterdrückung und Vernichtung von Menschen im Donbaß, acht Jahre Leiden, und die ganze Welt schweigt – was bedeutet das?» Es hat in der Tat in der ukrainischen Politik nationalistische Tendenzen gegeben, die dem russischsprachigen Teil der Bevölkerung Anstoß gaben; aber «Unterdrückung» ist dafür wohl ein zu großes Wort und «Vernichtung» eine Unwahrheit – der Patriarch betreibt hier offenkundig Geschichtsklitterei.
Am 9. März legt er nach: «Andere Staaten hätten die Ukraine bewaffnet, damit sie gegen ihre russischen Brüder kämpften.» Daß es nicht nur Krieg im Donbaß gibt, sondern die russische Armee einen Krieg gegen die ganze Ukraine begonnen hat – ein Krieg, der durch keine Vorwürfe an die ukrainische Politik, seien sie berechtigt oder nicht, zu entschuldigen ist –, daß daraus bald ein Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung ukrainischer Städte geworden ist: davon spricht er nicht.
Die Sowjetzeit hat die Russisch-Orthodoxe Kirche nur überstanden, indem Patriarch und Hierarchen sich gegenüber dem Regime handzahm verhalten haben und zum Teil sich auch dessen Lügen angeschlossen haben. Was aber soll solch eine Liebedienerei Putin gegenüber? Hofft der Patriarch, ihn dadurch zur Mäßigung wenn schon nicht den Menschen, so doch den Kirchen in der Ukraine gegenüber bewegen zu können? In Kiew liegen zwei der bedeutendsten Heiligtümer der russischen Kirche, die Sophienkathedrale und das Höhlenkloster, erstere mitten in der Stadt.
Ich kann nur hoffen, daß diese (schwache) Entschuldigung nicht an den Haaren herbeigezogen ist.

Donnerstag, 3. März 2022

Russische Bomben auf Kiew

In Kiew fand 28. Juli 988 am Dnepr die Taufe der Rus’ statt, derer in Rußland und der Ukraine mit einem besonderen Festtag gedacht wird. Kiew war das kulturelle Zentrum Rußlands, der Ukraine und Weißrußlands in der Zeit vorm Mongolensturm. Die Sophienkirche in Kiew ist ein großartiges Denkmal dieser Kultur – den künstlerischen und geistlichen Eindruck, den sie auf mich machte, habe ich in lebendiger Erinnerung.
Russische Bomben auf Kiew – ein unerträglicher Gedanke der unschuldigen Menschen in der Stadt wegen, aber auch wegen der Vernichtung von Grundfesten russischer – keineswegs nur ukrainischer Kultur.

Samstag, 26. Februar 2022

Erhörtes Gebet

Heute kann die Priesterbruderschaft St. Petrus nach einer langen Zeit der Verwirrung die niederen Weihen spenden.

Freitag, 25. Februar 2022

Sexueller Mißbrauch:
Richtige Einsichten und verdrehte Folgerungen

«Der emeritierte Regensburger Dogmatiker Wolfgang Beinert sieht in der nachkonziliaren Berufungspraxis von Bischöfen durch die Päpste Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. eine systemische Ursache für Missbrauch in der Kirche», so war jüngst bei katholisch.de zu lesen (Beinert: Pontifikat Johannes Pauls II. hat Missbrauch begünstigt).
Ein hartes Wort; aber:
«Seit den 1970ern dringt kaum etwas nach außen», setzt die Süddeutsche als Untertitel in einen durchaus nicht kirchenfreundlichen Artikel (Nicolas Richter und Ronen Steinke: Missbrauch in der katholischen Kirche: Warum nur wenige Täter bestraft werden. 22. Mai 2019). In diesem Artikel steht: «Wenn man die Akten aus den 1950er- und 1960er-Jahren durchblättert, fällt auf, dass damals mehr Opfer bereit waren zu reden, Jugendliche traten als Zeugen auf, Kirchenleute wurden zu Haftstrafen verurteilt. Später ließ die Anzeigebereitschaft nach, von den 1970er-Jahren an drang kaum mehr etwas nach außen, es sei „offenbar so ein Deckel draufgegangen“, sagt [Oberstaatsanwältin] Ines Karl.»
Gratias Felicitati
An jenem Vorwurf kann demnach etwas dran sein: zumindest für die Ernennungen unter Paul VI. scheint er durchaus begründet*:
Die Gründe benannte schon Kardinal Ratzinger: «Dans les premières années après Vatican II le candidat à l’épiscopat semblait être un prêtre qui devait avant tout être ‘ouvert au monde’ : dans tous les cas, ce prérequis était mis à la première place – In den ersten Jahren nach dem II. Vatikanischen Konzil schien der Kandidat für das Bischofsamt ein Priester zu sein, der vor allem ‚weltoffen‘ sein musste: diese Voraussetzung wurde an die erste Stelle gesetzt» (Joseph Ratzinger: Entretiens sur la foi, Paris 2005; zitiert von Abbé François-Marie Chautard (Paul VI et l’auto-démolition de la Tradition), der darin auch das Motiv für Pauls VI. Rücktrittsforderung an Bischöfe von 75 Jahren sieht).
Später bestätigte der ehemalige Papst diese Sicht noch einmal: «Da nach dem II. Vaticanum auch die Kriterien für Auswahl und Ernennung der Bischöfe geändert worden waren, war auch das Verhältnis der Bischöfe zu ihren Seminaren sehr unterschiedlich. Als Kriterium für die Ernennung neuer Bischöfe wurde nun vor allen Dingen ihre „Konziliarität“ angesehen, worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden konnte. In der Tat wurde konziliare Gesinnung in vielen Teilen der Kirche als eine der bisherigen Tradition gegenüber kritische oder negative Haltung verstanden, die nun durch ein neues, radikal offenes Verhältnis zur Welt ersetzt werden sollte. ... Es gab – nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika – einzelne Bischöfe, die die katholische Tradition insgesamt ablehnten und in ihren Bistümern eine Art von neuer moderner „Katholizität“ auszubilden trachteten.» (Die Kirche und der Skandal des sexuellen Mißbrauchs. II. Erste kirchliche Reaktionen, 1.)
Doch dann verkehrt der anfangs zitierte Dogmatiker diese Einsicht in ihr Gegenteil: «Mit dem von dieser Bischofsgeneration geforderten unbedingten Papstgehorsam „wandte sich die Kirche neuerlich jenem rückschrittlichen Antimodernismus zu, der sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt hatte“», der den Mißbrauch begünstigt hätte – als seien nicht „Konziliarität“, „Weltoffenheit“ die neuen Kriterien gewesen, sondern Antimodernismus. Der Trick des Dogmatikers: er setzt «selbstbewusstes Agieren» mit Modernismus in eins.

Dieser verdrehte Gedankengang hat Anklang gefunden auch bei einem hochrangigen deutschen Kirchenmann: Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz hatte an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz einen kritischen Brief zum Synodalen Weg geschrieben; diesen Brief nun kritisiert seinerseits der Essener Generalvikar Pfeffer auf Facebook; katholisch.de hat dieses Post veröffentlicht (Pfeffer über Brief polnischer Bischöfe: Hochklerikaler Antimodernismus).
Was einen deutschen Generalvikar sich berechtigt fühlen läßt, den Brief des Vorsitzenden der Bischofskonferenz eines anderen Landes derart herunterzumachen, ist einfach zu erraten: es ist der tiefverankerte deutsche Antipolonismus. Dankenswerterweise bekommt er Widerspruch von einem deutschen Bischof: Bischof Wolfgang Ipolt von Görlitz (Ipolt: Sollten beim Synodalen Weg auf Stimme aus der Weltkirche hören), leider ein wenig halbherzig: «Dass wir [die deutsche und die polnische Kirche] ganz sicher in mancher Hinsicht verschiedene Zugänge zum Glauben und zur Kirche haben, das darf unseren guten Beziehungen keinen Abbruch tun» – daß der Synodale Weg (s.u.) den deutschen Zugang ein wenig zugeschüttet hat, bleibt hinzuzufügen.

*: Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben sich wohl bemüht; doch nicht selten mangelte es an geeigneten Kandidaten, und auch die Menschenkenntnis dieser beiden Päpsten steht nicht außer Frage.

Donnerstag, 17. Februar 2022

Prüfsteine für die Beschlüsse des „Synodalen Wegs“

Zu Einzelheiten der Beschlüsse des „Synodalen Wegs“ hat es bereits viele Stellungnahmen gegeben; was darüber hinaus sinnvollerweise zu tun bleibt, ist, die grundsätzlichen Kriterien anzugeben, an denen diese Beschlüsse zu messen sind.

I. Einige der Beschlüsse beziehen sich auf die Lehre der Kirche. Nach welchen Kriterien der Lehre der Kirche etwas hinzugefügt werden kann, zeigt am klarsten das Commonitorium des heiligen Vinzenz von Lérins, das das katholische (und orthodoxe) Verständnis von der Lehre der Kirche in einer durch alle Zeiten gültigen Weise darlegt (und das auch schon vom Papst Franziskus I. angeführt wurde).
Diesem Werk entstammt die berühmte Definition des Begriffs „katholisch“ (Cap. II./ 3): «In ipsa item catholica ecclesia magnopere curandum est ut id teneamus quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum est; hoc est etenim vere proprieque catholicum – In der katholischen Kirche selbst ist große Sorge dafür zu tragen, daß wir das festhalten, was überall, was immer, was von allen geglaubt worden ist; das ist nämlich wahrhaft und eigentlich katholisch.»
Dort ist aus einem Brief des heiligen Papstes Stephanus I. zitiert, den er an die Kirche in Afrika geschickt hat: «Nihil novandum, nisi quod traditum est – nichts Neues ist einzuführen außer dem, was überliefert ist.» Der heilige Vinzenz selbst erläutert das: «.. nosque religionem non qua vellemus ducere, sed potius qua illa duceret sequi oportere – (und) daß es nötig ist, daß wir die Religion nicht den Weg führen, den wir wollen, sondern vielmehr wir dem Weg folgen, den sie uns führt.» (Cap. VI./ 9)
An anderer Stelle (Cap. XXIII./ 28) fragt der heilige Vinzenz, ob es dann in der Kirche keinen Fortschritt der Religion geben werde: «Nullusne ergo in ecclesia Christi profectus habebitur religionis?» Daß es solchen Fortschritt geben werde, bejaht er entschieden, «sed ita tamen, ut vere profectus sit ille fidei, non permutatio, siquidem ad profectum pertinet ut in semetipsum unaquaeque res amplificetur, ad permutationem vero ut aliquid ex alio in aliud transvertatur – aber doch so, daß jener wahrhaft ein Fortschritt des Glaubens sei, keine Veränderung, da ja zum Fortschritt gehört, daß jedwede Sache in sich selbst ausgeweitet wird, zur Veränderung aber, daß etwas aus einem in anderes umgewandelt wird.»
Einige Abschnitte weiter (32) schreibt er: «Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit ... non amittit sua, non usurpat aliena; sed omni industria hoc unum studet, ut vetera fideliter sapienterque tractando si qua illa sunt antiquitus informata et incohata, accuret et poliat, si qua jam expressa et enucleata, consolidet et firmet, si qua jam confirmata et definita, custodiat – Christi Kirche aber, als eifrige und sorgsame Wächterin der ihr anvertrauten Lehren, verändert an ihnen nie etwas, vermindert nichts, fügt nichts hinzu ... sie verliert nicht das Ihre, eignet sich nichts Fremdes an, sondern bemüht sich mit allem Fleiß um dieses eine derart, daß sie, indem sie das Alte treu und weise behandelt, wenn etwas von alters her vorgebildet und begonnen ist, es genauer faßt und glättet, wenn etwas schon formuliert und erläutert ist, es festigt und bekräftigt, wenn etwas schon festgelegt und definiert ist, es hütet.»
Dies sind die Regeln, an denen alle Forderungen nach Neuem in der Lehre der Kirche zu messen sind.

II. Anderer Beschlüsse betreffen das liturgische Leben der Kirche, ihre Sakramentalien (wo es um Sakramente geht, gilt dieser Artikel II. und mehr noch der Artikel I.).
Sinn allen kirchlichen Handelns, aller Liturgie, aller Segnungen ist es, den Herrn zu verehren und Menschen zum Heil zu führen. Darum ist jede Forderung dieser Art, bei der es nicht um die Verehrung des Herrn geht, daran zu messen, ob es ihr Sinn, ihr Ziel ist, die Menschen, denen hier das liturgische Handeln der Kirche gewidmet ist, von weltlichen Verstrickungen befreit zum Heil zu führen.

Alle Beschlüsse, die diesen Ansprüchen genügen, dürfen der Kirche anvertraut werden. Solche aber, die mehr weltlichen Normen oder den Ansprüchen der Gesellschaft entspringen, können nicht vor der Kirche Christi bestehen.
Eigentlich ist all dies für jeden Katholiken selbstverständlich; doch wenn ich Beschlüsse des „Synodalen Wegs“ lese, sehe ich dennoch Grund, darauf hinzuweisen.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Nachbemerkungen zur Münchener Mißbrauchsstudie

Einige Monate nach der französischen Studie nun die Studie über sexuelle Übergriffe durch Priester in der Erzdiözese München. Mittlerweile ist die Sicht etwas klarer: es hat schlimmste Übergriffe in beträchtlicher Zahl gegeben.
Daß diese Studie einen deutlich antikirchlichen Einschlag hat, wie im Blog Invenimus Messiam aufgezeigt wurde, ändert nichts an der Richtigkeit dieser Falldarstellungen.
Was nun ist der Kirche vorzuwerfen?
Der Kirche – das heißt natürlich nicht: der göttlichen Institution; wohl aber: deren Amtsträgern, insbesondere den Ordinariaten und den Bischöfen. Was man der Kirche nicht vorwerfen kann, ist, daß es in ihr Priester gegeben hat, die pädophile Neigungen hatten und diese in verbrecherischer Weise ausgelebt haben – wo sich Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen anbietet, da sammeln sich Pädophile, sei es in Internaten, in Sportvereinen, in Freizeiteinrichtungen oder eben in der Kirche. Was ihnen vorzuwerfen ist, das ist, wie zögerlich gegen sie eingeschritten wurde.
Im Blog Nolite Timere werden die Fälle ausgewertet, die in der Studie dargestellt wurden.
Was man zumindest den Erzbischöfen Kardinal Faulhaber und Kardinal Wendel und ebenso Kardinal Ratzinger nicht vorwerfen kann, ist, daß sie diese Übergriffe toleriert oder gar gedeckt hätte. Wohl aber steht der Vorwurf gegen alle Münchener Erzbischöfe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, daß sie mit den Tätern zu viel Geduld hatten, zu viel Vertrauen in deren Bereitschaft und Fähigkeit gesetzt haben, von ihrem Treiben abzulassen. Wie verwerflich solche Taten sind, scheint dabei etwas aus dem Blick geraten gewesen zu sein. Die Morallehre der Kirche hat es immer ausgeschlossen, solche Taten zu verharmlosen. In der Kirche der Väterzeit hätte solch ein Täter eine mehrjährige Kirchenbuße auf sich nehmen müssen – mit solch einer Regelung wäre auch heute die Kirche besser gefahren.
Dahinter zeigen sich zwei Probleme in der Kirche dieser Zeit.
Das eine ist ein verzerrtes Verständnis der kirchlichen Sexualmoral. Diese Sexualmoral ist eigentlich sehr streng; aber eben deshalb hat man sich wohl ein wenig daran gewöhnt, daß gegen sie sowieso verstoßen wird. Dabei scheint der eine, eigentlich der sekundäre Aspekt der Sexualmoral, der der continentia, der Selbstbeherrschung, gegenüber dem des Schutzes, ein wenig in den Hintergrund getreten zu sein. In ihrem Kern aber ist diese Sexualmoral Schutz: sie schützt den anderen, auf den sich sexuelles Begehren richtet, seine körperliche und seelische Gesundheit, seine Würde; sie schützt darüber hinaus seine eigene Familie und schließlich seine eigene Würde. Wenn aber das Hauptaugenmerk sich nur auf die Selbstbeherrschung richtet, so wird nur die Sünde gesehen, weniger aber das Opfer des Begehrens. Sünden aber vergibt die Kirche einfach, wenn der Schuldige Reue zeigt.
Das andere ist, daß man begonnen hat, in Pädophilie eine psychische Störung zu erkennen – an sich völlig zu Recht; aber dabei hat man auch begonnen, die persönliche Verantwortung aus dem Blick zu verlieren. Pädophilie ist zwar eine psychische Störung, aber pädophiles Handeln ist Handeln, für das der Täter nichtsdestoweniger Verantwortung trägt (freilich: je mehr es sich eingeschliffen hat, desto schwieriger wird die bewußte Steuerung). Dazu trat eine Therapiegläubigkeit, so, als sei Therapie ein Sakrament, das ex opere operato wirke. Doch eine Therapie ist natürlich nur wirksam, wenn der Betroffene sich ganz darauf einläßt – was nicht nur eine Frage des guten Willens ist –; und selbst dann ist der Erfolg nicht selbstverständlich. Und Psychotherapeuten wurde es auch damals schon bekannt, daß sexuelle Devianzen von ähnlicher Art sind wie Süchte, daß sie für Therapie besonders sperrig sind, nicht restlos zu verschwinden pflegen.
Der Bruch im Umgang mit sexuellen Übergriffen
Seit den sechziger Jahren aber scheint verantwortungslose Sorglosigkeit zugenommen zu haben. «Seit den 1970ern dringt kaum etwas nach außen», setzt die Süddeutsche als Untertitel in einen durchaus nicht kirchenfreundlichen Artikel (Nicolas Richter und Ronen Steinke: Missbrauch in der katholischen Kirche: Warum nur wenige Täter bestraft werden. 22. Mai 2019). In diesem Artikel steht: «Wenn man die Akten aus den 1950er- und 1960er-Jahren durchblättert, fällt auf, dass damals mehr Opfer bereit waren zu reden, Jugendliche traten als Zeugen auf, Kirchenleute wurden zu Haftstrafen verurteilt. Später ließ die Anzeigebereitschaft nach, von den 1970er-Jahren an drang kaum mehr etwas nach außen, es sei „offenbar so ein Deckel draufgegangen“, sagt [Oberstaatsanwältin] Ines Karl.»
Gratias Felicitati
Sexuelle Übergriffe und kirchliche Sexualmoral
Was der Kirche zugute zu halten ist, daß sie in der Lehre keine Konzessionen gegenüber der Pädosexualität gemacht hat, obwohl es in den siebziger und achtziger Jahren Druck in dieser Richtung gegeben hat (eine Studie, die die Partei der Grünen zur Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit in Auftrag gegeben hat, zeigt es auf). Doch Kardinal Wetter gibt zu, daß er «mit den Tätern nicht mit der gebotenen Strenge umgegangen» ist (dpa). Der Grund: daß «dies damals bei vielen in der Gesellschaft, nicht nur in der Kirche, so war», er sei eben ein «Kind meiner Zeit». Und man erinnert sich an einen Satz von Gilbert Keith Chesterton: «Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die den Menschen vor der erniedrigenden Sklaverei bewahrt, ein Kind seiner Zeit zu sein.»
Letztlich also eine moderne Geringschätzung der katholischen Sexualmoral. Zu fürchten ist aber auch, daß mehr und mehr des Priestermangels wegen Ordinariate darauf verzichtet haben, schuldige Priester in die Wüste zu schicken, um sie nicht für die Seelsorge zu verlieren – so daß sie dadurch der Seelsorge um so schweren Schaden zugefügt haben.
Die französische Studie hatte ergeben, daß, je mehr die religiöse Praxis abgenommen hatte, desto mehr Ordinariate bereit waren, schuldige Priester durchzuschleppen (§0270). Das wichtigste, was die Kirche gegen sexuelle Übergriffe durch Priester und Ordensleute tun kann, ist also, die religiöse Praxis zu stärken; und das kann nur auf der Grundlage der Stärkung des klaren, nicht irgendwie abgeschwächten Glaubens geschehen.
Nun aber bietet der durch die Menge der offengelegten verbrecherischen Verstöße gegen die Sexualmoral der Kirche ausgelöste Eklat paradoxerweise die Gelegenheit, nun wieder eine Abkehr von der kirchlichen Lehre, eine Abschwächung ebendieser Sexualmoral zu fordern. Eine Initiative kirchlicher Mitarbeiter strebt eine feindliche Übernahme der Kirche an. Sonderbar: welchen Sinn sollte eine Kirche haben, die sich von den Geboten des Herrn entfernt? Selbstverständlich hat deren jeder das Recht, sein Heil anderswo zu suchen (die Unitarier sind da zu empfehlen: sie versorgen ihre Mitglieder mit den gewünschten Amtshandlungen, ohne irgend etwas an Glauben einzufordern); nur daß dort das Heil zu finden sei, das kann die Kirche freilich nicht versprechen.
All das wäre weniger beunruhigend, wenn Verlaß darauf wäre, daß zumindest Bischöfe und Priester fest zur Lehre der Kirche stehen. Doch was von Bischöfen in den Nachrichten zu lesen ist und was ich von Priestern vor Ort höre, bereitet große Sorge.
Kirchenaustritte
Viele Kirchenmitglieder treten nun einfach aus der Kirche aus. Dies ist nicht nur für die Finanzen der Kirche ein beträchtlicher Schade; es bedeutet auch, daß deren Kinder kaum noch für Kommunion- und Firmunterricht erreichbar sein werden (was freilich nicht bei jedem Kommunion-, bei jedem Firmunterricht ein Schaden ist). Doch daß die meisten von ihnen offenbar einfach die Kirche verlassen, sich nicht etwa der Piusbruderschaft oder einer Ostkirche anschließen, zeigt, daß für sie die Kirche nur noch ein Verein war, sie sich vom Glauben der Kirche, vom Glauben an den Herrn, der in dieser Kirche ungeachtet allen Versagens dieser Hierarchen lebendig ist (und der selber von einem seiner Apostel verraten wurde), schon längst entfernt haben.
Was heute nicht mehr zu erkennen ist,
ist, wie viel Mühe man sich mit seelsorgerischen Gesprächen mit den Tätern gegeben haben mag, wie sie ihre Verfehlungen bekannt (oder auch geleugnet) haben, gebeichtet haben mögen. Was man den Bischöfen und den anderen Verantwortlichen der älteren Zeit vorzuwerfen hat, ist im Kern falsches Vertrauen, das von ihnen den Tätern zuteil wurde. Bereitschaft zu vergeben, vertrauen: eigentlich gut christliche Haltungen, die aber pädophilen Mitbrüdern gegenüber sich verheerend auswirkten, ganz besonders für die Opfer, aber auch für die Täter, die so, entgegen allen Regeln der Pastoral (die nächste Gelegenheit zur Sünde meiden ...), wieder in Versuchung geführt wurden, der sie dann oft nicht widerstanden haben. Vom Suchtcharakter sexuell devianten Verhaltens ahnten die Verantwortlichen noch nichts.
Vergebungsbereitschaft ohne Ansehen der Schwere der Schuld und falsches Vertrauen: das ist das, was den Kardinälen Faulhaber, Wendel und Ratzinger vorgeworfen werden kann. Bemerkenswert dabei ist, daß Kardinal Ratzinger vor allem etwas vorgeworfen wird, was in der Sache keinen Vorwurf rechtfertigt: der „Fall H.“. Hier war dem Täter von der Erzdiözese München offenbar nur erlaubt worden, in der Erzdiözese sich einer Therapie zu unterziehen – in der Seelsorge dort eingesetzt wurde er erst viel später, als Kardinal Ratzinger längst in Rom war. Der Fehler, den Mons. Ratzinger nun aber gemacht hat, ist, daß er sagte, an einer Sitzung, an die er sich natürlich nach so langer Zeit nicht mehr erinnern konnte, nicht teilgenommen zu haben, was er dann widerlegt fand.
Doch derselbe Kardinal Ratzinger war es, der dann als einer der ersten verstanden hat, was not tut, der als Präfekt der Glaubenskongregation energische und wirksame Maßnahmen gegen sexuelle Übergriffe eingeführt hat: Joseph Ratzinger: Der Wegbereiter im Anti-Missbrauchskampf – zu einer Zeit, da jener Studie zufolge man sich von Seiten wie Pro Familia und Humanistischer Union noch sehr für Toleranz solchem Verhalten gegenüber stark machte.
Was zudem verhängnisvoll für die Kirche ist,
ist, daß dies in einer Zeit zu bewältigen ist, in der die, von denen man am ehesten erwarten kann, daß sie sich in ihren Reihen energisch sexuellen Übergriffen entgegenstellen, die Gemeinschaften, die den überlieferten Ordo ausüben, selber von Rom unter starken Druck gesetzt sind.
Was für die Kirche ansteht,
ist, die Institute zu stärken, denen nichts vorzuwerfen ist. Und der Seligsprechungsprozeß für Kardinal Ottaviani verdient es, in Gang gebracht zu werden.

Donnerstag, 20. Januar 2022

Was bedeutet die Abschaffung des Paragraphen 219 a?

Praktisch zunächst wenig. Zwar kann nun ein Arzt in seine Praxisdarstellung schreiben: «Bei mir können sie ihr Kind killen lassen» – freilich wird er das professioneller ausdrücken. Doch werden nur wenige Frauen nur dadurch einen abtreibungsbereiten Arzt finden.
Das Problem liegt tiefer: sie trägt dazu bei, daß Abtreibung mehr und mehr als normale ärztliche Leistung erscheint, so wie impfen, Medikamente verschreiben oder den Blinddarm entfernen. Das aber hat zufolge, daß die ethische Bedenken immer mehr verschwinden.

Sicherlich ist das Verbot der Abtreibung im staatlichen Recht christlichem Einfluß geschuldet; in vorchristlicher Zeit klang es sehr anders: «Denn gegen diejenigen, die schlechthin zu unserer Person gehören, kann man kein Unrecht verüben; der Sklave aber und das Kind, solange bis es das Alter erreicht hat, um selbständig zu werden, ist wie ein Teil des Hausherrn; niemand aber hat den Vorsatz, sich selbst zu schädigen. Darum also kann man diesen kein Unrecht zufügen» (Aristoteles, Nikomachische Ethik Buch 5). Allerdings, auch wenn man die Sklaven ausnimmt und dieses Recht des Vaters durch das der Eltern oder der Mutter ersetzt (was auch nicht ganz ohne christlichen Einfluß in Betracht gekommen wäre (Gal. 3, 28)): wer will das heute wirklich?
Und auch in der Antike fand niemand es unterstützenswert, wenn Eltern dieses Recht voll in Anspruch nehmen wollten – der Eid des Hippokrates jedenfalls verpflichtete Ärzte, sich nicht auf einer Abtreibung einzulassen. Und vor der Ausbreitung des Christentums wäre kein Mensch auf den Gedanken gekommen, Abtreibung mit staatlichen Mitteln zu fördern.

Allerdings kann sich der Kampf gegen die Abtreibung nicht allein aufs Strafrecht stützen. Wichtig ist es, Wertschätzung von Kindern in der Öffentlichkeit zu fördern, wichtig ist es, Eltern und alleinerziehende Mütter zu unterstützen, durch eine gute Sozialpolitik, durch Maßnahmen wie den Mietendeckel.
• Nota bene: Abtreibung •

Samstag, 15. Januar 2022

Traditionis Custodes und Responsa

Der Papst, der die Verehrung der Götzenfigur der Pachamama (Mutter Erde, Demeter) auf vatikanischem Boden zugelassen hat, will nun den überlieferten Ordo beseitigen.
Als Traditionis Custodes erlassen wurde, hatten wir schon Stellung genommen; nun aber, da dieses Motu proprio durch die Responsa ad dubia noch verschärft wurde, schien eine gründlichere Auseinandersetzung vonnöten. Es bedeutete etlichen Aufwand, die nötigen Materialien zu finden; nun endlich ist es gelungen und sei hiermit vorgelegt:
Traditionis Custodes und Responsa

Donnerstag, 6. Januar 2022

Warum brachten die Magier Gaben dar?

«Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar», so wird im Matthäus-Evangelium (2, 11 nach EÜ) von den Magiern («Sterndeutern») berichtet. Warum es diese drei Gaben sind, wird oft erklärt; wieso überhaupt Gaben, davon ist seltener die Rede.
Ich denke da an die Thora: «Man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen» (Exod. 23, 15; ähnlich 34, 20; Deut. 16, 16 nach EÜ).

Was ist daraus zu schließen, wenn in GL-Liedern die Strophen allzu unterschiedlicher Qualität sind?

Zu Neujahr – wann auch sonst? – wird «Lobpreiset all zu dieser Zeit» gesungen, kein Werk von großer Dichtkunst, dennoch ein sinnvoll zu singendes Lied. Doch mir fällt auf, daß die 3. Strophe von viel geringerer Qualität ist. Wie mag das kommen?
Nach dem Gesang lese ich die Unterzeile. Natürlich: «T: nach Heinrich Bone 1851, 3. Str.: EGB [1971] 1975, M: ...»

Veröffentlichung der Ostertermine

Wie schon seit fünfzehn Jahren, so veröffentlichen wir in diesem Jahr wieder zu Epiphanie die verschiedenen Ostertermine.
Während der jüdische Kalender in diesem Jahr mit unserem übereinstimmt – Pesach wird am Abend unseres Karfreitags gefeiert–, ist die Ostergrenze der byzantinischen Epakte zufolge der 7. April des julianischen Kalenders, der 20. April also des gregorianischen. Darum können die Kirchen des byzantinischen Ritus erst eine Woche nach denen des römischen Ritus Ostern feiern.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Der Kommerz weiß es noch, konnten wir vor einigen Jahren feststellen: die Weihnachtszeit dauert bis Mariæ Lichtmeß.
Das wurde wohl niemals offiziell festgeschrieben, man wußte es einfach – und es hat Spuren hinterlassen: Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Etwas zu lesen

zu Weihnachten: Unser 26. E&Ewald-Heft ist nun im Netz zu finden. Darin einige Anmerkungen zur Familie des Herrn, über Fragen wie «Was sind eigentlich „Brüder Jesu“?» – interessant für den, der dem noch nicht nachgegangen ist. Ein (sehr anspruchsvoller) Artikel über physikalische Axiome zeigt etwas über wissenschaftliches Denken, wie es für Physiker selbstverständlich ist und wie es Theologen gerne versagt wird. Und Pontius Pilatus erscheint in ganz neuem Licht.
In unserer Anthologie „Liturgisches von einem evangelischen Theologen“ zitierte Wilhelm Stählin den Topos, politische Gegner wollten „die Zeit aufhalten“ oder „zurückdrehen“. Nun haben wir zum besseren Verständnis eine Illustration und einige Sätze hinzugefügt.
Allen Lesern ein segensvolles Fest!

Samstag, 18. Dezember 2021

Die Psalmtexte der Vulgata und die der Lutherbibel

Oft wird, und nicht nur von Protestanten, die Lutherübersetzung der Bibel und ganz besonders der Psalmen gerühmt. Doch der evangelisch-lutherische Theologe Wilhelm Stählin vertrat eine etwas andere Sicht.

Freitag, 10. Dezember 2021

Wovor mag, wer „Priesterinnen“ ablehnt, „Angst“ haben?

In einer Diskussion wurde Claudia Sperlich gefragt, so berichtet sie, wovor sie «„Angst habe“, wenn» sie «Priesterinnen ablehne.» Sie sagt dazu, ganz zu Recht: «Kategorien wie Angst und Mut haben da gar nichts zu suchen.» Doch die Frage, was Angst machen könnte, wenn eine „Priesterinnenweihe“ eingeführt würde, ist berechtigt.
Ich kann nichts dazu, mich hat der Herr nicht gefragt, doch durch authentische Dokumente des LehramtsInter insigniores, De sacerdotali ordinatione – muß ich mir sagen lassen, daß eine Frau, an der ein Weiheritus durchgeführt würde, dadurch nicht zur „Priesterin“ oder gar „Bischöfin“ würde. Es könnte dann geschehen, daß ein Katholik, der an der Messe teilnehmen will, in eine Veranstaltung geriete, in der das Kreuzesopfer des Herrn nicht gegenwärtig würde, in der die Hostien nicht zum Leib des Herrn, der Wein nicht zu Seinem Blut würde.
Doch solch eine Veranstaltung könnte er, geistlich freilich ungesättigt, einfach verlassen. Was aber schlimmer ist: wenn es an einer Kirche solch eine Frau gäbe, wüßte er nicht, ob eine Hostie, die aus dem Tabernakel kommt, Leib des Herrn ist oder etwa aus solch einer Veranstaltung ins Tabernakel gelangt ist.
Nach wenigen Jahrzehnten aber könnte es dann sein, daß auch ein männlicher Zelebrant kein Priester ist, wenn nämlich an ihm ein Weiheritus von einer Frau vollzogen worden wäre, an der zuvor der Ritus einer Bischofsweihe vollzogen worden wäre.

Doch man kann darauf vertrauen, daß die Hirten der Kirche keine solch unmögliche Entscheidung fällen. Auf eine wirkliche Gefahr aber weist Kardinal Sarah hin (Vision de l'avenir de l'Eglise en Europe, Conférence in Draguignan, 18. September 2021):
Nach elf Jahren Ehe entschließt sich eine Frau, sich zum Mann erklären zu lassen. Als Mann tritt sie in ein Priesterseminar ein, an ihr wird der Ritus einer Diakonenweihe durchgeführt. Der Bischof, dem das unterlaufen ist, geht in den Ruhestand, sein Nachfolger erkennt, drei Monate vor der geplanten Priesterweihe, was da vor sich gegangen ist. Er wendet sich an Kardinal Sarah, der klarstellt, daß diese Diakonenweihe für nichtig zu erklären ist.

Freitag, 3. Dezember 2021

Das Wesen der Liturgie

Der lutherische Theologe Wilhelm Stählin zeigt ein Verständnis für das Wesen der Liturgie, das zu bedenken für Priester, die heutzutage katholische Pfarrmessen zelebrieren, und für Laien, die an ihnen mitwirken, sehr bereichernd sein kann.

Samstag, 27. November 2021

Die sieben Weihen

Die sieben Weihen: gleichsam der Advent des Priesteramts. Daher rechtzeitig zum Advent ein Abschnitt zu diesem Thema aus Wilhelm Stählins „Via vitæ“.

Freitag, 26. November 2021

Liturgisches von einem evangelischen Theologen

„Via vitæ“ – unter diesem Titel hat Wilhelm Stählin seine „Lebenserinnerungen“ veröffentlicht. Er war evangelischer Pastor und Theologieprofessor, Mitbegründer der Michaelsbruderschaft, einer achtenswerten evangelischen Vereinigung, die noch heute besteht. Der nationalsozialistischen Bewegung stand er von Anfang an scharf ablehnend gegenüber; doch trat er dem Regime nicht mit offenen Widerstand, sondern diplomatisch entgegen.
Sein Lebenswerk war vor allem der geistlichen und besonders auch der liturgischen Erneuerung im evangelischen Raum gewidmet. Wenn er auch sei
n Leben lang ein wenig jugendbewegt blieb und wenn er auch sich nachdrücklich dagegen verwahrte, katholisch, gar „römisch katholisch“ oder auch nur hochkirchlich zu sein, so bestand sein Erneuerungswerk doch zu einem großen Teil im Rückgriff auf katholische Traditionen.
In seinen Lebenserinnerungen steht vieles, was zitierenswert ist und ganz häufig sich auf die Liturgie bezieht. Daraus wollen wir einige Stellen wiedergeben; hier nun als erste zwei Erlebnisse aus der NS-Zeit: (Evangelische) „Kirche und Volk“ und „Rompilger“.

Samstag, 20. November 2021

Applaudieren im Gottesdienst

Umbau auf Orietur Occidens. Bisher haben wir eine Chronik geführt von kleinen Erlebnissen bei verschiedensten Gottesdiensten. Dabei hat sicher einiges Interessante gestanden; aber schließlich hat sich alles wiederholt. Darum wollen wir künftig eine Seite über liturgische Themata vorlegen, in der auf jene Chronik nur noch verwiesen wird, wo diese etwas zur Darstellung beiträgt.
Begonnen hatten wir gerade mit „Priesteramt und Berufung von Frauen“; nun geht es weiter mit „Applaudieren im Gottesdienst“.

Donnerstag, 18. November 2021

«Berufung zur Diakonin und Priesterin»?

»Weil Gott es so will« – unter diesem Titel hat eine Benediktinerin, Sr. Philippa Rath, ein Buch herausgegeben, in dem 150 Frauen von ihrer vorgeblichen «Berufung zur Diakonin und Priesterin» erzählen (Freiburg 2021), in dem sogar das Zeugnis dreier Heiliger angeführt wird, ein Buch, das, wie ich hören mußte, selbst in einer katholischen Sonntagsmesse in der Predigt kritiklos angeführt wurde.
Anlaß genug für uns, Stellung zu nehmen.

Samstag, 6. November 2021

Die zwölf Stämme Israels in der Lesung von Allerheiligen

Überlieferter und neuer Ordo – die Lesung von Allerheiligen im neuen zeigt einen Zug von Antijudaïsmus; doch was den markantesten Unterschied zwischen den beiden Ordines ausmacht, ist etwas anderes.

Adsumus, Sancte Spiritus

Ein Gebet zur „Synode zur Synodalität“, das ganz anders klingt als das Treiben des „Synodalen Wegs“ – ein Hoffnungsschimmer?

Sonntag, 31. Oktober 2021

Der ganze Talmud und auch in deutscher Übersetzung


 

Ja den gibt´s im Netz (In der klassischen Übersetzung von Lazarus Goldschmidt);

wenn auch ein bischen verschachtelt.

Zunächst diesen Link klicken:   Talmud

 Dann Kapitel auswählen 

und dann unter "Versions" auswählen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Auch in der Kirche in Frankreich: Sexueller Mißbrauch

Eine furchtbare Zahl: von 1950 bis 2020 wurden zwischen 165.000 und 270.000 Kinder in Frankreich sexuell mißbraucht von Priestern oder Ordensleuten (Les violences sexuelles dans l’Église catholique / France 1950-2020. Rapport de la Commission indépendante sur les abus sexuels dans l’Église. Octobre 2021, § 0575, p. 222).
Daß Priester und Ordensleute überhaupt dergleichen begehen, ist furchtbar, aber irgendwie hat man sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, davon zu hören; und daß 2,5-2,8 % der französischen Priester und Ordensleute sich in dieser Weise schuldig gemacht haben (§ 0070, p. 40), übertrifft die Erwartungen nicht. Und die geringeren Zahlen bei Schulen, Sport und Ferienlagern (ibid.) mögen davon beeinflußt sein, daß dort bisher weniger nachgeforscht wurde.
Was aber entsetzt, ist, daß die Hochphase dieser Taten die Jahre 1950-1970 umfaßt, also schon vor den Wirren der sechziger Jahre begonnen hat (§ 0267, p. 125 – freilich sank danach nicht nur die Zahl der Übergriffe, sondern auch die der Priester und Ordensleute, die sie begehen konnten). Was entsetzt, ist weniger, daß den Kindern nicht sogleich geglaubt wurde – daß man zunächst einmal Vertrauen zu Priestern und Ordensleuten hatte, war verhängnisvoll, aber dahinter steht ein Dilemma: «Jeder Obere, jeder Vorgesetzte muß Vertrauen haben zu denen, die ihm anvertraut sind» –, als vielmehr, daß, wenn es dann klar wurde, nicht die Normen des kanonischen Rechts strikt angewandt wurden (§ 0269, p. 125), sondern die Täter nur versetzt wurden oder auch in Spezialkliniken gewiesen und dann wieder im priesterlichen Dienst eingesetzt wurden (§ 0270, p. 126), als hätte Therapie eine gleichsam sakramentale Wirkung. «Namentlich in Diözesen mit schwacher religiöser Praxis» sei es nur zu Versetzungen gekommen (§0270) – so führte der geistliche Niedergang in den Diözesen zu geistlichem Versagen der Ordinariate, das wiederum diesen Niedergang verschärfen mußte. Und schlimm ist, daß Opfer zu einem Eid des Schweigens gedrängt wurden (§ 0269).

Anderswo wurde berichtet, eine amerikanische Ordensfrau sei «von einem Freund gefragt worden, warum Katholiken nach all den Skandalen nicht austreten sollten, und nach einem langen Schweigen habe sie geantwortet: „Wir bleiben wegen Jesus Christus.“»
Dieser Antwort kann man nur beipflichten. Aber wenn von ebendieser Ordensfrau geschrieben wird, es falle ihr «in letzter Zeit sehr schwer, die Worte des Glaubensbekenntnisses zu rezitieren: „Eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“», so darf man sich daran erinnern, daß die Kirche nicht die Kirche all dieser Mietlinge, des Kardinals …, die der Bischöfe … und … und wie sie alle heißen (ich verzichte darauf, Namen anzuführen, die mir vor Augen sind) ist, sondern Kirche Jesu Christi, des Herrn, des Kyrios (Kyriakè Ekklesía), ist. Und es ist die Kirche der Apostel und Heiligen – und daß unter den Aposteln Christi auch Judas Iskariot war, hat damals niemanden vom Glauben an seine Kirche abgebracht.
Jedem Bischof, jedem Priester bleibt das Recht unbenommen, sich ganz privat nach seiner Façon auf den Weg in die Hölle zu machen. Wenn er allerdings dieses Recht mit seinem Auftreten in seinem Amt verbindet, so ist das schlimm – aber auch Judas Iskariot hat das schon getan.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Ein Bischof vor einem Ministerthron

«Das Beichtgeheimnis hat für uns als Verpflichtung Vorrang vor den Gesetzen der Republik.» So ist es, und so sagte es klar Moulins-Beaufort, Erzbischof von Reims und Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz.
Dann aber bekam er Gegenwind von der Politik; und nun nannte er das «eine ungeschickte Formulierung».
Unsere Propsteikirche hat das Patrozinium des heiligen Johannes Nepomuk; dieser hätte diese Formulierung nicht ungeschickt gefunden.

Was ist der Priester in der Messe?

Ein Artikel, ein „Editorial“ von Abbé Louis-Marie Berthe, dem ich insgesamt durchaus nicht beipflichte (weshalb ich ihn auch nicht einlinke). Aber ein Absatz daraus ist zitierenswert:
«Je mehr ein Priester die traditionelle Messe feiert, desto mehr entdeckt er, daß er nicht so sehr der Vorsitzende einer Versammlung ist, sondern der Diener Jesu Christi, der sich am Kreuz opfert. Ist es nur ein Zufall, wenn die Zahl der Diözesanpriester sinkt, während dort, wo die traditionelle Messe gefeiert wird, dort viel mehr – verhältnismäßig gesprochen – Priesterberufungen entstehen?»

Sonntag, 3. Oktober 2021

25 Jahre Ewald & Ewald

Heute vor 25 Jahren haben wir zum ersten mal das Fest der heiligen Märtyrer Ewald & Ewald mit unserem Heft zu ihren Ehren gefeiert. Seither ist zu ihren Ehren alljährlich ein Heft erschienen. Und zur Feier dieses Halbjubiläums haben wir das Heft 25 im Netz der Öffentlichkeit übergeben.
Dort wird von kundiger Seite die vergebene Chance dargelegt, die die Corona-Epidemie für den Gesang in der Kirche eigentlich geboten hat, die aber unbeachtet blieb; es wird besprochen, was es mit dem Aussatz in der Bibel eigentlich auf sich hat und des weiteren, warum manche Apostel dort unter zwei verschiedenen Namen erscheinen; der 700. Todestags Dantes wird da gefeiert; und es wird erklärt, wie die Christologie der Zeugen J”s vom rechten Weg abgekommen ist, wieweit sie sich von der Lehre des Evangeliums entfernt hat.
Der Artikel über Thomas von Aquin allerdings durfte nur auf Papier erscheinen; wer ihn lesen will, muß das Heft bestellen oder sich mit einem Ligamen auf eine gesprochene etwas kürzere Version begnügen.
Die Geheimnisse der Arithmetik allerdings führen dazu, daß am 25. Jahrestag das 26. Heft erscheinen mußte. Das wurde am Vorabend nach der Vesper feierlich entkorkt; es kann nun auf Papier bestellt werden.

Dienstag, 31. August 2021

Ein Bischof auf den Spuren der Sowjetunion

Es gab eine Zeit, da in der Sowjetunion Dissidenten in psychiatrische Anstalten zwangseingewiesen wurden.
Diesem großen Vorbild eifert nun der Bischof von Alajuela in Costa Rica, Mons. Bartolomé Buigues Oller, nach: Pfarrer Sixto Eduardo Varela Santamaría hatte bisher nach dem außerordentlichen Usus zelebriert. Seit dem Erscheinen des Motu proprio Traditionis Custodes zelebrierte er nach dem Novus Ordo, auf Latein, zum Herrn gewandt. Daraufhin hat ihn der Bischof von allen Ämtern suspendiert und in eine Klinik zu «psychologischer Behandlung» geschickt.
(Priester suspendiert, weil er neue Messe auf Latein feierteLe motu proprio qui rend fou)