Freitag, 10. Juli 2020

Verkehrte Welt

Für „die Welt“ ist der jetzige US-Präsident der Böse, sein Vorgänger der Gute; manche Christen aber sehen es umgekehrt. Und die Wahrheit? Sie ist einfach: den „Guten“ gibt es da nicht. Doch eine üble Maßnahme des früheren hat dem jetzigen Gelegenheit gegeben, christliche Sympathien abzuschöpfen.
Unser Chronist stellt es dar.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Der Marsch für das Leben 2020 findet statt

am 19.IX.2020; aber es wird eine Anmeldung erbeten.

Das Elend der Diskretion

(Gemeint ist hier Diskretion im modernen Sinn, nicht die „discretio“ des heiligen Vaters Benedikt.)
Unter den jüngst veröffentlichten Akten des Vatikans hat Alexandra v. Teuffenbach Belege dafür gefunden, das P. Kentenich Marienschwestern seiner Schönstattfamilie mißbraucht hat und darum auf Anordnung des Heiligen Offiziums von Schönstatt und von seiner Gründung verwiesen wurde. Frau v. Teuffenbach hat über ihre Funde Sandro Magister und dann auch der Tagespost (die Schönstatt durchaus gewogen erscheint) berichtet; wenn auch Schönstatt stante pede eine scharf ablehnende Stellungnahme veröffentlichte, so erscheint ihre Darstellung doch klar und gut belebt zu sein.
Dabei geht es nicht eindeutig um körperlichen sexuellen Missbrauch, zumindest aber um Demütigungen mit sexueller Färbung. Visitatoren und Heiliges Offizium seien sehr angemessen vorgegangen, schreibt Alexandra v. Teuffenbach; es endete damit, daß, von Papst Pius XII. bestätigt, P. Kentenich seiner Gründung verwiesen wurde und ihm jeglicher weiterer Kontakt mit deren Schwestern verboten wurde. Doch das Heilige Offizium ging sehr diskret damit um – es wollte nicht das Werk schädigen, sondern nur den Schwestern helfen: P. Kentenich wurde ins Exil geschickt, aber die Gründe, die peinlichen Tatsachen wurden nicht veröffentlicht – „der Mantel der christlichen Nächstenliebe“, wie man gern sagt, wurde darüber ausgebreitet. Doch Diskretion ist manchmal etwas anderes als Nächstenliebe.

Diskretion an falscher Stelle: Nun wurde verbreitet, daß P. Kentenich verbannt worden sei, weil die «pädagogischen Methoden seiner Spiritualität» der Kirche nicht traditionell genug gewesen seien. Sandro Magister weist auf die italienische Wikipedia hin, die unter Josef Kentenich seine Biograpie im «Stil einer Hagiographie» darbietet und im Abschnitt Contrasti con la Chiesa aus dieser Sicht ein neues Kapitel der Leggenda nera gegen die Kirche ausarbeitet (während in die deutsche Wikipedia die Entdeckungen Alexandras v. Teuffenbach schnellstens eingearbeitet wurden, ist jener Text in der italienischen bis heute unverändert).

Diskretion an falscher Stelle: So konnte P. Kentenich das Kontaktverbot übertreten; ihm hörige Schwestern ließen sich das gefallen. Und nach vierzehn Jahren ließ ein anderer Papst, Paul VI., ihn, als sei er rehabilitiert, nach Schönstatt zurückkehren.

Diskretion an falscher Stelle: Sie leistet Verdächtigungen und übler Nachrede Vorschub. Durch solches Vorgehen in der Vergangenheit kann Verdacht in gegenwärtigen Fällen neu belebt werden. Ich denke an die Maßnahmen gegen den Gründer der Franziskaner und derFranziskanerinnen der Immaculata, P. Stefano Manelli. Auch er wurde als Generaloberer seines Amtes enthoben, freilich von der Ordenskongregation, die in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung einen sehr viel weniger guten Ruf genießt als das Heilige Offizium. Eine Schmutzkampagne gegen ihn schloß sich an, mit dem Ergebnis, das alles unklar erscheint. P. Kentenich war, vor den Übergriffen noch, vorzuwerfen, daß er gegen das Kirchenrecht als Mann als Oberer einer Frauengemeinschaft fungierte; aber auch P. Manelli muß sich entgegenhalten lassen, daß er offenbar etliche Zeit in trauter Gemeinschaft beim weiblichen Zweig seines Instituts verbrachte. Aber es gibt übelste Vorwürfe gegen ihn darüber hinaus, von denen einige gerichtlich widerlegt sind, andere aber nicht zu klären scheinen. So kann der Gedanke auftauchen, daß das scheinbar unbegründete Vorgehen gegen ihn Gründe haben könne, die die Kongregation aus Diskretion für sich behalte. Das heißt, der Grundsatz der Diskretion mit dem Motiv christlicher Nächstenliebe verkehrt seine Wirkung, indem er zu Spekulationen über etwaige üble Verfehlungen einlädt angesichts eines Sumpfs von ungeklärten Vorwürfen.

Sonntag, 28. Juni 2020

Heilige gegen den Geist unserer Zeit

Es gibt Heilige, die zu bewundern uns leicht fällt, Heilige der Nächstenliebe wie Pater Damian de Veuster, der Leprakranke pflegte, bis er selber an Lepra erkrankte und schließlich starb, wie Pater Maximilian Kolbe, der – zum zweiten Mal – ins KZ kam, weil er in seiner Missionsstadt Niepokalanów über 2000 Juden vor dem NS-Regime versteckt hatte und im Hungerbunker umkam, weil er sich um eines Familienvaters willen – «Ich will an der Stelle dieses Gefangenen sterben» – selber dazu angeboten hatte.
Doch würde man diesen Heiligen nicht gerecht, wollte man sie darauf reduzieren, Heilige der Nächstenliebe zu sein: beide waren zunächst geistliche Männer und Missionare.

Heute abend aber beginnt nach gregorianischem Kalender das Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus.
Ihrem Rang im Neuen Testament gemäß ist ihre Heiligkeit in der Kirche unumstritten. Jenem Zeitgeist allerdings entsprechen Petrus und die Apostel nicht – sie erklärten, als einige Witwen in der Kirche zu kurz kamen (Act. 6, 2-4): «Es ist nicht angemessen, daß wir das Wort Gottes beiseite lassen und bei den Tischen dienen. ... wir aber werden dem Gebet und dem Dienst des Wortes gewidmet bleiben.»
Doch – und der fromme Zeitgeist jedenfalls schätzt auch das hoch – sie engagierten sich ganz inmitten der Gemeinde.
Ein Lied zu Ehren des heiligen Petrus

Nach julianischem Kalender aber beginnt heute abend das Fest der Translation des heiligen Feofan Zatwornik, Theophanes’ des Klausners.
Feofan, 1815 geboren, wurde Mönch, wurde Priester, wurde mit 44 Jahren Bischof. Sieben Jahre später bat er um die Erlaubnis, seiner Diözese zu entsagen und sich in ein Kloster zurückzuziehen. Das wurde ihm gewährt; er wurde zum Oberen des Klosters ernannt, aber, wiederum auf seine Bitte hin, schon nach drei Monaten auch von dieser Aufgabe befreit. In den ersten Jahren nahm er noch ein wenig am Klosterleben teil, er überlegte zwischendurch auch, ins Bischofsamt zurückzukehren – 1872 wurde ihm sogar die Diözese Moskau angetragen –, doch ein Jahr später entschloß er sich, sich völlig in seine Klause zurückzuziehen. Fortan weihte er sich ganz dem Herrn, der Gemeinschaft mit ihm; er entzog sich völlig jeder menschlichen Gemeinschaft. In seiner Zelle errichtete er eine kleine Kapelle, die er mit dem Titel der Theophanie weihte; dort zelebrierte er zunächst sonn- und feiertags, bald dann täglich alleine die Göttliche Liturgie. Dort starb er schließlich, längst krank und ganz alleine, mit 88 Jahren am Fest der Theophanie.
Ein Heiliger, der sich jeder menschlichen Gemeinschaft entzog, der immer allein blieb, nur für sich allein die Messe zelebrierte.
Manchem modernen Menschen mag da der Vorwurf in den Sinn kommen, er habe sich nur von anderen versorgen lassen – natürlich erhielt er sein Essen von außen –, ohne selber etwas für die Gemeinschaft zu tun. Kein Vorwurf könnte abwegiger sein – er tat sehr viel für andere: er betete und er schrieb. Er schrieb geistliche Bücher, übersetzte aus dem Griechischen, so etwa die Philokalie, und verfaßte eigene Werke; einen bedeutenden Satz daraus haben wir anderswo zitiert. Auch wurde er Mitglied eines Wohltätigkeitsvereins, der Bruderschaft des heiligen Fürsten Wladimir, gegründet, um «notleidenden russischen Staatsbürgern jeder christlichen Konfession und orthodoxen Christen jeder Nationalität zu helfen». Nur für sich selbst verzichtete er auf alle menschliche Gemeinschaft.
Feofan Zatwornik wurde von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Ganz privat aber darf wohl auch ein Katholik beten: «Sancte Theophanes recluse, ora pro nobis!»
Théophane le Reclus
Феофан Затворник

Dienstag, 23. Juni 2020

Klare Worte von der Kanzel

Dreimal haben wir in den letzten Wochen auf katholische Theologen hingewiesen (1.2.3.), die unverblümt gefordert haben, die Lehre der Kirche zu verändern – und beim weiteren Durchstreifen von katholisch.de («das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland») stößt man noch auf weiteres dergleichen, ohne daß («Katholisch.de versteht sich als Nachrichten- und Erklärportal») sich die Redaktion bemüßigt fühlte, zu erklären, wie solche Ansichten sich zum katholischen Glauben verhalten. Nun hat in seiner Sonntagspredigt unser polnischer Kaplan klare Worte gesagt zur Glaubenswahrheit und zur Notwendigkeit, sich zu ihr zu bekennen, und auch darauf hingewiesen, daß anderenfalls es auch postletale Folgen haben könnte. Danke!

Freitag, 19. Juni 2020

Dogmenenthobenheit einer Dogmatikerin

Johanna Rahner, die eine „Einführung in die Katholische Dogmatik“ veröffentlicht hat und deren Aussagen katholisch.de wiedergibt mit: «Wer von „ewigen Wahrheiten“ schwadroniere, gleite in eine Ideologie der „Geschichtsenthobenheit“ ab» (mich wundert immer wieder, daß Leute, die solch eine Ansicht vertreten, niemals die „Geschichtsenthobenheit“ von Mathematikern anprangern, die die uralte Behauptung, daß zweimal zwei vier sei, wie eine ewige Wahrheit behandeln), hat sich dafür ausgesprochen, die Exkommunikation Martin Luthers durch Papst Leo X. aufzuheben: «Die formelle Rücknahme der Exkommunikation Luthers wäre ein wichtiges „ökumenisches Zeichen“, sagte die Tübinger Dogmatikerin gegenüber katholisch.de am Montag. „Dadurch könnte die katholische Kirche ihre heutige Wertschätzung der Protestanten ausdrücken.“» Sie übersieht dabei das Wesentliche: Exkommunikation ist bei Häresie eine Tatstrafe; sie bleibt, unabhängig von jedweder Bulle, an sich bestehen, solange der Schuldige nicht umdenkt (μετανοεῖ) – und das kann Martin Luther ja nicht mehr.
Was heute an sehr vielen Protestanten in der Tat wertzuschätzen ist, ist ihre Abkehr von manchen Lehren Luthers wie besonders von seinem «sola fide», wenn es leider auch rein formelhaft oft noch von ihnen im Mund geführt wird.

Samstag, 6. Juni 2020

Was von uns von Le Barroux bleibt

Das ist das gesungene Stundengebet.
Darauf weisen wir gerne hin – und dabei sei auch auf eine schöne liturgische Besonderheit aufmerksam gemacht (um 17.30 beginnt die Vesper mit dem Responsorium prolixum Benedictus).

Freitag, 5. Juni 2020

Gute und schlechte Lehren aus der Zeit der Verbote

In der Zeit der Verbote wurden sehr unterschiedliche Gottesdienste im Netz übertragen; aber auch Vorschläge zur Gestaltung solcher Gottesdienste wurden veröffentlicht.
Nun ist es Zeit, diese Erfahrungen auszuwerten.

Samstag, 23. Mai 2020

Kirche und katholische Universitätstheologie (II.)

Ein Professor für katholische Theologie, Thomas Hieke, hat ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Bibel, falsch verstanden“; darauf wurde er vom Deutschlandfunk interviewt, und Kernsätze dieses Interviews sind auch, ganz unkritisch, auf katholisch.de wiedergegeben.
Bemerkenswerte Meinungen äußert der Professor im Interview: «Auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen, die da diese Stellen deuten, sagen, dass der Katechismus geändert werden kann. Das ist keine große Sache. Das hat Papst Franziskus vor kurzem auch gemacht, als er den Passus über die Todesstrafe geändert hat ... Aber das geht.
Schlechte Traditionen zu beenden und eine andere Lehre zu bringen, das gibt es in der katholischen Kirche durchaus. Wir sehen das an der Einstellung gegenüber dem Judentum. Und so kann man in gleicher Weise auch die Einstellungen und Lehren der katholischen Kirche über ... ändern.»

Es ist eine Verwirrung von Begriffen: Freilich kann man den Katechismus ändern, der nur eine Zusammenfassung wichtig erscheinender Lehren ist (und kein unfehlbares Lehrdokument); aber die Lehre der Kirche kann (wohl schärfer gefaßt, wohl weiter ausgeführt, aber) nicht geändert werden.
«Schlechte Traditionen zu beenden und eine andere Lehre zu bringen»: es kann schlechte Traditionen in der Kirche geben, es können falsche oder unsichere Lehren auf Kanzeln der Kirche verkündet werden; aber die Tradition der Kirche im eigentlichen Sinn ist Kern des christlichen Glaubens, ist niemals schlecht. Er bringt die «Einstellung gegenüber dem Judentum» als Beispiel: in der Tat gibt es üble Worte von Kirchenvätern über die Juden, es gab auch üble Konzilsvorschriften ihnen gegenüber; aber waren Ausfälle, eine häßliche Scharte in der Tradition, aber keineswegs die Tradition – die umfaßt klare Aussagen für die Religionsfreiheit der Juden.
Da aber nun der Professor «eine andere Lehre» einführen will, wird ihm natürlich die Frage gestellt: «Und wer ist die Instanz, die entscheidet, was richtig ist?» Seine Antwort:
«Da könnten Sie jetzt auf das Lehramt hinauskommen. Aber gerade diese Instanz möchte ich nicht ins Spiel bringen. Vielmehr sehe ich zwei große Säulen, wie man Bibel richtig interpretieren kann. Das eine ist der Kontext ... Die andere Säule ist die Auslegungsgemeinschaft. Davon gibt es ganz viele. Das ist jetzt nicht nur die römisch-katholische Kirche, das ist eigentlich jede Pfarrgemeinde, jeder Bibelkreis oder, wenn ich mit meinen Studierenden im Seminar sitze, sind wir auch eine Auslegungsgemeinschaft. Und dann muss jeder seine Bibel-Lektüre, seine Bibelauslegung in diese Auslegungsgemeinschaft hineingeben. Und im Gespräch wird sich dann herauskristallisieren, ob diese Auslegung trägt oder ob sie vielleicht einseitig, abseitig ist, ob man sie vielleicht mit anderen Bibeltexten noch einmal relativieren muss.»
Das erste, der Kontext: klar. Das zweite aber hat es in sich: eine freie «Auslegungsgemeinschaft», an der die Hierarchie der Kirche keinen maßgeblichen Anteil hat, Bindung an den Glauben der Kirche nicht vorausgesetzt ist. Und es ist eine rein zeitgenössische Runde, die da die Vollmacht haben soll, «eine andere Lehre» einzuführen: die Tradition der Kirche wird nicht mehr erwähnt – es klingt deutlich nach sola scriptura –; aber der Professor, «wenn ich mit meinen Studierenden im Seminar sitze», gehört natürlich dazu. Ohne Tradition, ohne Lehramt hat diese «Auslegungsgemeinschaft» völlig freie Hand. Er «habe so einen kleinen Universalschlüssel für die Auslegung der Bibel, und er steht in Levitikus 18,5 ziemlich versteckt. Da heißt es: Der Mensch, der danach handelt, nämlich nach der Weisung Gottes nach der Thora, wird leben. Das heißt, ein gelingendes Leben ist das Ziel. Wenn aber eine Auslegung der Bibel zum Leben nicht mehr befähigt, sondern vor dem Leben Angst macht, dann ist, glaube ich, die Auslegung falsch.» In der Tat ist ein gelingendes Leben das Ziel, ein Leben, das zum Heil führt. Doch wenn jemandem etwas «vor dem Leben Angst macht», so kann das auch statt in der Auslegung in der Person liegen: der reiche Jüngling des Evangeliums wurde traurig durch die recht verstandenen Worte des Herrn (Matth. 19, 16-22).
Was solche Neuschöpfungen von Lehren vor Willkür, vor Unterwerfung gegenüber dem Zeitgeist und aktueller Befindlichkeit schützen könnte, sehe ich nicht.
Und bei Änderungen der Lehre geht es ihm nicht um Feinheiten, sondern «auch zum Beispiel über Fragen der Frauenordination». Das Wesentliche jeder Sakramentsspendung ist das Wirken des Herrn, das der Kirche zugesagt ist, wenn sie Sakramente nach Seiner Ordnung spendet. Könnte etwa seine «Auslegungsgemeinschaft» darüber sicher bestimmen?
Vor etwa fünfhundert Jahren gab es das schon einmal, daß eine freie «Auslegungsgemeinschaft», Theologie-Professoren an der Spitze, die andere Lehren einführten ohne Bindung an die Hierarchie, ohne Bindung an die Tradition der Kirche.

P.S.
1.

Welcher theologischer Sorgfalt es bedarf, eine global formulierte Lehre der Kirche schärfer, differenzierter zu fassen, zeigt etwa der Brief des Heiligen Offiziums an den Erzbischof von Boston vom 8. Aug. 1949, der die Lehren der Feeneyisten zurückweist (Denzinger – Schönmetzer (Ed. XXXII) nr. 3866-3873).
2.
Auf die Frage «Die katholische Kirche hat lange gebraucht, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass dort [im Schöpfungsbericht] keine naturwissenschaftliche Aussage getroffen wird ... Warum hat das so lange gedauert?» antwortet der Professor: «Das ist ein Geheimnis der Kirchengeschichte. Es hat tatsächlich bis Anfang der 1990er-Jahre gedauert, als der spätere heiliggesprochene Papst Johannes Paul II. den Fall Galilei für die Kirche gelöst hat ...» Doch schon Pius XII. hat mit den Enzykliken Divino Afflante Spiritu von 1943 und Humani Generis von 1950 die katholische Theologie vom überspannten Biblizismus der Bibelkommission Pius’ X. gelöst.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Warum ich mich nicht gegen die aktuellen Einschränkungen von Gottesdiensten wende

Ein Appell an die gläubigen Katholiken und an die Menschen guten Willens wurde vor einigen Tagen veröffentlicht, von wirklichen Großen der Kirche unterzeichnet, die Einschränkungen der grundlegenden Freiheiten der Bürger und zuerst der Freiheit des Gottesdienstes Covid-19s wegen wieder aufzuheben.
Wirklich: die Einschränkungen und die zeitweiligen Verbote der Gottesdienste tun weh. Und natürlich habe ich alle Möglichkeiten genutzt, zu einer Sonntagsmesse zu gelangen, auch einmal etwas im Schatten.
Aber diesen Appell werde ich nicht unterschreiben.
Vor gut hundert Jahren bestand in den Zeiten der Spanischen Grippe der Bischof von Zamora gegen den Willen der staatlichen Behörden darauf, der Seuche Bittgottesdiensten und Prozessionen entgegenzusetzen. Daraufhin hatte Zamora einen größeren Anteil an Todesopfern zu verzeichnen als jede andere spanische Stadt, darunter zwei der drei Seherkinder von Fátima.
In Schweden waren die Einschränkungen wegen Covid-19 viel geringer als in anderen europäischen Ländern; für Gottesdienste gab es lange Zeit keine wirklichen Beschränkungen. Die Folge: die syrisch-orthodoxe Kirche in Schweden zählt weit über hundert Todesopfer.
Auch ich hätte etwas andere Schutzmaßnahmen für besser gehalten, mehr vorgeschriebenen Mundschutz, mehr Produktion von Schutzmasken, weniger Kontaktbeschränkungen. Aber das sind Détailfragen.
Wer auf Gottes Schutz zählen will, darf nicht deshalb die Schutzmaßnahmen beiseite lassen, die Seine Schöpfung bietet.

P.S.
Das CIVITAS-Institut hat es anders gesehen als ich (in Frankreich ist freilich das Confinement viel strenger als hierzulande) – und Erfolg vorm Staatgerichtshof gehabt:
« Communiqué du Conseil d’Etat
« Le juge des référés du Conseil d’État ordonne au Gouvernement de lever l’interdiction générale et absolue de réunion dans les lieux de culte et d’édicter à sa place des mesures strictement proportionnées aux risques sanitaires et appropriées en ce début de « déconfinement ».
« Saisi par plusieurs associations et requérants individuels, le juge des référés du Conseil d’État rappelle que la liberté de culte, qui est une liberté fondamentale, comporte également parmi ses composantes essentielles le droit de participer collectivement à des cérémonies, en particulier dans les lieux de culte. Elle doit, cependant, être conciliée avec l’objectif de valeur constitutionnelle de protection de la santé.
« Dans l’ordonnance rendue ce jour, le juge des référés relève que des mesures d’encadrement moins strictes que l’interdiction de tout rassemblement dans les lieux de culte prévue par le décret du 11 mai 2020 sont possibles, notamment compte tenu de la tolérance des rassemblements de moins de 10 personnes dans d’autres lieux ouverts au public dans le même décret.
« Il juge donc que l’interdiction générale et absolue présente un caractère disproportionné au regard de l’objectif de préservation de la santé publique et constitue ainsi, eu égard au caractère essentiel de cette composante de la liberté de culte, une atteinte grave et manifestement illégale à cette dernière.
« En conséquence, il enjoint au Premier ministre de modifier, dans un délai de huit jours, le décret du 11 mai 2020 en prenant les mesures strictement proportionnées aux risques sanitaires encourus et appropriées aux circonstances de temps et de lieu applicables en ce début de « déconfinement », pour encadrer les rassemblements et réunions dans les établissements de culte. »

Samstag, 9. Mai 2020

Kirche und katholische Universitätstheologie

Die Kirche:
«Dieselbe heilige Mutter Kirche hält fest und lehrt, daß Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, durch das natürliche Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen mit Gewissheit erkannt werden kann. „Denn was von Ihm unsichtbar ist, seit Erschaffung der Welt, ist durch die Werke zu begreifen und wird so geschaut“ (Röm. 1,20)
(Conc. Vat. I, Const. Dogm. „Dei Filius“, Cap. 2. De revelatione)

Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie
an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau:
«Diese [die Gesellschaften] sind schon deshalb notwendig säkular, das heißt, sie können schon deshalb nicht auf Religion basieren, weil ihnen nicht nur faktisch, sondern auch aus intellektuellen Redlichkeitsgründen die Gewissheit Gottes abhandengekommen ist.»
(Striet kritisiert Benedikt: Gesellschaften nicht religionsfeindlich)

Ich verlange von niemandem, daß er den katholischen Glauben teilt – der Herr allein ist Richter –; aber daß ein katholischer Theologieprofessor dem früheren Papst Benedikt, vorwirft, daß er an diesem Glaube festhält, ist geschmacklos.

Im selben Artikel schreibt Professor Striet: «Man stelle sich einmal vor, ... habe es nie gegeben. ... Kann es sie in der Zukunft nicht dennoch geben? Man stelle sich vor, nie habe es in der Kirchengeschichte ... gegeben ... Kann eine solche Anerkennung in Zukunft nicht doch erfolgen?»
«Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die den Menschen vor der erniedrigenden Sklaverei bewahrt, ein Kind seiner Zeit zu sein», befand Gilbert Keith Chesterton (gratias Laurentio Rhenanio). Könnte denn eine Kirche mit der Haltung, die Professor Striet da entworfen hat, dieser Sklaverei noch entrinnen?

Mittwoch, 6. Mai 2020

Schulen in Zeiten von Corona

Die ersten Schulen haben wieder geöffnet. Bundesbildungsministerin und Lehrerverband fordern Niqabpflicht; Kopftuchverbote bleiben davon unberührt.

«Aber vermissen die Kinder die Kita überhaupt?»

– so fragt eine Journalistin, Eiken Bruhn, in einer Zeitung, die sonst gerne auch politisch korrekte Meinungen verbreitet. Der Artikel ist lesenswert.
Ein Auszug: «In Deutschland hält sich hartnäckig das Gerücht, es sei der Entwicklung dienlich, am besten ab dem Alter von einem Jahr den halben bis Dreivierteltag in lärmigen Masseneinrichtungen ohne Rückzugsmöglichkeiten eingesperrt zu sein.
Zwar werden immer wieder Studien publiziert, nach denen eine qualitativ schlechte Betreuung vor allem Kleinkindern schaden kann. Aber darüber wollen nur die sprechen, die finden, dass Frauen an den Herd gehören. Bekannt ist auch, dass Kinder erst mit durchschnittlich drei Jahren vom Zusammensein mit Gleichaltrigen profitieren. Aber das volle Elterngeld wird eben nur im ersten Lebensjahr gezahlt. Oder dass Lärm gesundheitsschädlich ist und auch das kindliche Gehirn Pausen braucht.»
(Die Ligamina stehen so im Originalartikel)

Freitag, 1. Mai 2020

Sind Steuern Diebstahl?

Ein Tweet eines bekannten katholischen Laientheologen, der, wenn auch weniger klar formuliert, sich leicht im Sinne der im Titel genannte These verstehen läßt – gewichtig zudem durch seinen aktuellen Bezug –, gibt uns Anlaß, das christliche Verständnis von Eigentum darzulegen.

Samstag, 18. April 2020

Teilnahme an der Liturgie durchs Netz

Seit dem Sonntag Lætare war die Teilnahme an einer Messe nur noch durchs Netz möglich. So konnte der Chronist von Orietur Occidens durch solche Übertragungen verschiedene Kirchen kennen lernen.

Samstag, 11. April 2020

Unbeachtetes in den Zeiten von Corona

Über Corona wird längst schon viel mehr geredet, als man hören möchte. Dennoch: es gibt wichtige Aspekte, die unbeachtet bleiben – so etwa, daß die hinfälligen Alten nicht etwa vor allem die Nutznießer, sondern die Opfer der (in vieler Hinsicht begründeten) Ausgangsbeschränkungen sind.
Wir haben nun eine neue, die achte Seite unserer Moralia eröffnet, um – unter anderem – darauf hinzuweisen.

Donnerstag, 9. April 2020

minima philologia in tempore coronae


oder

Vom Trost der Sprachbeobachtung

1.
Mein Leben lang hab ich Quarantäne so gehört: Karantäne, als wenn es aus dem Französischen käme. Aktuell höre ich immer häufiger: Kwarantäne (nie jedoch Kuarantäne), als wenn es aus dem Italienischen kwäme.

2.
O vierfüßiger Jambus sei gegrüßt:
Corónavíruspándemié

3.
Wenn eine Pandemie - wie der Name sagt - sowieso das ganze Volk umfaßt, welchen Sinn hat dann die Isolation einzelner?

4
"Wehe hochmütige Corona -
Vae coronae superbae"

So sagt schon der Prophet (Is 28/1)


Sonntag, 5. April 2020

Hausgottesdienste an den Kar- und Ostertagen

Ein Vorschlag dazu findet sich hier.

Dienstag, 24. März 2020

Wie kann ich die Heilige Messe über die Medien mitfeiern?

Vor einigen Tagen haben wir auf eine pdf-Datei dieses Titels von Missio Österreich hingewiesen. Allein: So einfach, wie es aussieht, ist die Sache nicht. Am Sonntagmorgen begebe ich mich auf die Suche. Nur: teils wird die Messe dann doch nicht übertragen (das Pontifikalamt in Köln); teils gibt es technische Probleme: es «wird ein installiertes aktuelles Flash-Plugin von Adobe benötigt, das Sie hier herunterladen können» – dabei «.. ist Adobe Flash eine ständige Quelle von Sicherheitslücken» (ubuntuusers.de), und Gnash zu installieren reicht mir die Zeit nicht –; oder für eine Wiedergabe «in hoher Qualität» werden Programme angeboten, die für Linux nicht verwendbar sind (jeweils k-tv). Über Youtube, das eigentlich nicht mein Biotop ist, finde ich doch noch Zugang.

Doch schließlich eine Entdeckung: von der Famille Missionnaire de Notre-Dame wird eine Messe im Novus Ordo bester Form übertragen; und wenn man über fmnd.org geht, nicht über Youtube, werden seitlich auch Texte angezeigt.
Einige Worte mehr darüber sind zu finden bei Orietur Occidens.
Morgen will ich dort um 9 – ich bin in häuslicher Quarantäne, habe also Zeit – nach der Messe zum Hochfest sehen.

Korrektur:
Um ½10 ist die Messe solennelle, um 9 der Rosenkranz.

Samstag, 7. März 2020

Sei gegrüßt, du edle Speis, Heil und Hort der Frommen

Bei einer Meßfeier in St. Josef Styrum (neuerdings in der Obhut der Petrusbruderschaft) habe ich das schöne, barocke Eucharistie-Lied "Sei gegrüßt, du edle Speis" aus dem Gesangbuch der Bruderschaft "Laudate Patrem" kennengelernt. (Es befindet sich - vermutlich mit textlichen Abweichungen - auch in den Gotteslob-Diözesananhängen von Eichstätt und Paderborn.)

Ich finde es so schön, daß ich denke, auch andere werden ihre Freude daran haben. Darum sei es hier präsentiert:


1. Sei gegrüßt, du edle Speis, / Heil und Hort der Frommen,
edle Frucht, vom Paradeis, / mir zur Gnad gekommen!
Sei gegrüßt viel tausendmal, / du bist mein Verlangen.
Mit Getreuen ohne Zahl / will ich dich empfangen. 
2. Als ein Bettler komm ich dar / vor des Reichen Türe; 
aller Habe bin ich bar, / drum ich Klage führe
über meine Armut groß. / Wolle dich erbarmen!
Aller Tugend bin ich bloß. / Kleid mit Gnad mich Armen! 
3. Als ein Knecht komm ich, o Herr. / Nah mich deinem Tische.
Speis und Trank ich da begehr. / Herr, mein Herz erfrische.
Stärk mit deinem Leibe mich / und mit deinem Blute;
so labt meine Seele sich / an dem höchsten Gute. 
4. Als ein Kranker komm ich hier, / der verzagt am Leben.
Meine Schwachheit klag ich dir: / Du kannst Kraft mir geben. 
Du bist Arzt, der Hilfe schafft, / heile meine Wunden, 
gib mir neue Lebenskraft, / laß mich recht gesunden!
5. Könnt ich, wie es sich gebührt, / Heiland, dir lobsingen!
Laß zu dir, o guter Hirt, / meine Bitte dringen!
Gläubig will ich ganz und gar / dir mich anvertrauen:
Du läßt mich im Himmel klar, / Herr, dein Antlitz schauen.
T. nach David Gregor Corner, Nürnberg 1625
M. Mainzer Cantual 1606



Donnerstag, 5. März 2020

«So etwas darf nicht noch einmal passieren»

sagte der Linken-Vorsitzend Bernd Riexinger (taz vom 4.3.2020) darüber, daß bei einem Parteitreffen eine Teilnehmerin aus dem Publikum heraus geflachst hatte: «.. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ...», und er darauf zurückgeflachst hatte: «Wir erschießen sie nicht, wir ...» (Deutschlandfunk / Die Nachrichten vom 4. März 2020).
So etwas darf in der Tat nicht noch einmal passieren – zumal es ja nicht das erste Mal ist. Seinerzeit allerdings war es noch schlimmer: 1986 hatte der CDU-Bürgermeister von Korschenbroich gesagt, es müßten «für den Ausgleich des Haushaltes einige reiche Juden erschlagen» werden (Die ZEIT Nr. 08/1986).

Montag, 2. März 2020

In den Zeiten von Coronavirus und Synodalem Weg

Auch in den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften des heiligen Köln gilt dem Coronavirus viel Aufmerksamkeit. In einer Freien Evangelischen Gemeinde fällt seinetwegen der Sonntagsgottesdienst ganz aus, in einer landeskirchlichen Kirche nur das Abendmahl. Im Dom gibt es kein Weihwasser, und der Friedensgruß soll ohne körperliche Berührung weitergegeben werden. In der von mir bevorzugten Kirche wird, so wird ausdrücklich angesagt, um dieses Virus willen die Kommunion nur als Mundkommunion gespendet, nicht als Handkommunion (das geht hier ohne Schwierigkeiten: solange ich diese Kirche kenne, wurde hier nie die Handkommunion gespendet).

Beachtenswert ist Kardinal Woelkis diesjähriger Fastenhirtenbrief: «Die Freude am Evangelium wiedergewinnen» – sein Thema ist die Evangelisierung. Große Bedeutung mißt er dem «Pastoralen Zukunftsweg» seiner Erzdiözese bei. Was mir Freude bereitet, ist, daß ein bestimmter anderer Weg eben nicht erwähnt wird.

Samstag, 22. Februar 2020

Liturgisches Unterholz an "Kathedra Petri"

Zu einer weiteren liturgischen Preziose geht es hier.

Dienstag, 11. Februar 2020

Antisemitische Plastiken

Spätmittelalterliche Plastiken, in denen Juden mit Schweinen in Verbindung gebracht werden: eine solche Figur «beleidigt auch heute noch permanent», stellte der protestantische Pfarrer von Calbe, Jürgen Kohtz, fest. Dem ist so. Doch schlimmer noch: der Schmuck einer Kirche ist Teil der Verkündigung; bösartige Aussagen an Kirchen stehen dem Glauben entgegen, und das wird nicht gut durch Tafeln mit dem Hinweis, daß man das heute anders sehe.
Die Pfarrei von Calbe hat darum eine solche Plastik beseitigt. Die protestantische Pfarrei von Wittenberg, in der vor 500 Jahren ein bekannter Antisemit wirkte, hat sich entschlossen – und bisher erfolgreich –, sich gegen einen jüdischen Kläger auf einen Prozeß einzulassen um das Recht, ein solches Relief an der Kirche zu behalten.

Nachbemerkung:
In Salzburg hat schon im XVIII. Jahrhundert der Erzbischof, der Primas Germaniæ, eine solche Skulptur entfernen lassen, aus Rücksicht auf die jüdischen Einwohner der Stadt.

Dienstag, 4. Februar 2020

Mariæ Lichtmeß im Großstädtchen

Am Sonntag war Mariæ Lichtmeß. Ich arbeite gerade an einem Text über den Niedergang der klassischen Gestalt des römischen Kirchenjahrs. Mariæ Lichtmeß ist heute nur als „Fest“ eingestuft, aber als Herrenfest sollte es doch Vorrang vor einem einfachen Sonntag haben.
Wohin zur Messe? In der einen Kirche ist „Familiengottesdienst“ angedroht, in der anderen dagegen „Hl. Messe mit Kerzenweihe und Blasiussegen“ angekündigt.
Das macht die Wahl leicht. Doch was ich übersehen habe: am Freitag war das Fest des heiligen Johannes Bosco, bei den Salesianern Patronatsfest, Hochfest; und die äußere Feier des Hochfests am Sonntag verdrängt das Fest Lichtmeß.
Immerhin: eine Kerzenweihe und eine Kerzenprozession, aber recht minimalistisch, vom Kircheneingang geradewegs zum Altar, nur Kinder und Klerus; nur der Klerus trägt Kerzen.
Ich schätze den heiligen Giovanni Bosco sehr hoch; doch daß ein zentrales Fest des Kirchenjahrs einem nachgefeierten Patronatsfest zum Opfer fällt, ist bedauerlich. Und Mariæ Lichtmeß ist nicht nur durch Giovanni Bosco gefährdet, sondern wird es anderswo durch Angela Merici oder Thomas v. Aquin sein. Hierzulande ist für die meisten auch der Samstag ein freier Tag; sinnvoll wäre es, die äußere Feier von Hochfesten auf den Samstag zu legen.

Sonntag, 2. Februar 2020

Darstellung des Herrn: Traditionelle Gebete zur Kerzensegnung

Die Segensgebete zur Kerzenweihe an Mariä Lichtmeß im Ordo Originis mit möglichst wörtlicher Übersetzung finden sich hier.

Samstag, 1. Februar 2020

Wohltuender Fortschritt

Oft sind es kleine Fortschritte, die wenig beachtet werden und doch geistlichen Gewinn bringen. Darum werden sie, die so manchem kaum der Rede wert erscheinen mögen, von Orietur Occidens ausführlich gewürdigt.

Montag, 20. Januar 2020

Wo’s Dörflein dort zu Ende geht

Vom Bahnhof geht man nach rechts, den Weg, der sich „Bahnhofstraße“ nennt, bis man zur Brücke kommt. Auf ihr gelangt man über den Fluß; nun ist man auf der Langen Straße, auf der man die ganze Innenstadt durchquert. An deren Ende wird aus der Langen Straße die Chemnitzer Straße, deren Windungen durch eine Vorstadt man folgt. Schließlich biegt die Chemnitzer Straße leicht nach links ab, während geradeaus eine kleine Straße mit schadhaftem Belag bergauf führt: die Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. An ihr stehen einige Häuser, gleich rechts ein klobiges „Biker-Centrum“. Auf diesem Sträßchen geht man nun einige Schritte weiter, und schon sieht man einen Wegweiser, der nach rechts weist: „Katholisches Gemeindezentrum St. Marien“. Dort rechts führt tatsächlich ein Weg aufwärts; man folgt ihm, bis er auf einem Parkplatz endet. Rechts am Parkplatz steht ein fensterarmes Gebäude, wahrscheinlich eine Lagerhaus. Wenn man sich ihm nähert, sieht man rechts daneben einen kleinen Weg. Wenn man auf ihm weitergeht, erscheint bald ein Gebäude, in dem wirklich eine Kirche ihren Platz hat. Und hier wird wirklich eine sonntägliche Messe zelebriert.
Heureka!

Samstag, 18. Januar 2020

Erlaubt und verboten zugleich: Glyphosat

Gesetzgeberischer Widersinn – und die Kosten trägt der Gewerbetreibende, bis zur wirtschaftlichen Vernichtung.
Unter Orietur Occidens wird darüber berichtet.

Donnerstag, 9. Januar 2020

„Zeichen der Zeit“

Noch einmal zurück zur Epiphanie-Predigt eines Bischofs, dem es an Mut zu klaren Worten gebricht:
« „Auch heute ist der sogenannte Zeitgeist nicht nur ein negatives Phänomen. In ihm, mit ihm und durch ihn kann nämlich immer noch der Heilige Geist wirken und uns als Kirche etwas sagen.“
Christen sollten deshalb nicht von vornherein skeptisch sein, „wenn etwas nicht unserer eigenen Überzeugung entspricht“, betonte Feige. Gott spreche „zu anderen Menschen ja vielleicht gerade auch in Bildern und Vorstellungen, die uns fremd sind. Seine Gnade wirkt auch außerhalb der Kirchenmauern.“
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) habe für dieses oft verborgene Wirken Gottes den Begriff „Zeichen der Zeit“ geprägt, so Feige weiter. »

Die „Zeichen der Zeit“, von denen das Evangelium redet, sind kein Wirken des Heiligen Geistes im Zeitgeist, sondern es sind die Zeichen, die den Messias anzeigen; es ist „das Zeichen des Jonas“, die Auferstehung (Matth. 16, 4), es werden die Ereignisse sein – «Es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ...» (Luc. 21, 10 f.) –, die die Wiederkunft ankündigen: ein Anlaß nicht, sich anzupassen, sondern sich bereit zu machen für Sein Erscheinen.