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Samstag, 8. Juli 2017

Eine Bahnfahrt bei angenehmer Temperatur

Bei sommerlichen Temperaturen im Zug von Bremen bis Köln. Man braucht in der Regel ja im Sommer in Schnellzügen Winterkleidung; heute aber ist die Temperatur sehr angenehm. Wie kommt das?
Des Rätsels Lösung finden wir, als wir aussteigen – am Ende des Wagens hängt ein Schild:
«Klimaanlage defekt. Bitte benutzen sie einen anderen Wagen!»

Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Wechsel der Zeiten

Der preußische Innenminister v. Rochow 1837: „Dem Untertanen ziemt es nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen“ (in einem Brief an Jakob van Riesen; laut Georg v. Herwegh: „seines beschränkten Untertanenverstandes“).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer 2015: „Bürgerbeteiligung hat den Sinn, seine Meinung zu äußern und dann vielleicht auch in einem Abwägungsprozess erklärt zu bekommen, dass die Regierung aus bestimmten Gründen anders entschieden hat“ (in einem Interview durch Anja Krüger und Tobias Schulze, taz vom 11.12.).

Es geht um die Hochmoselbrücke, deren Bau die Landschaft des Moseltals ruiniert und auf Betreiben der Auto-Lobby durchgesetzt wurde – anscheinend oder scheinbar reicht der Bahnbetrieb für den dortigen Verkehr nicht aus.

Mittwoch, 12. August 2015

„Wegrollvorgänge“ und „Stuttgart 21“

Ein „Wegrollvorgang“: ein Zug im Bahnhof kommt unbeabsichtigt, von sich aus ins Rollen – meistens zwar folgenlos, nichtsdestoweniger unfallträchtig.
Seit 2003 hat es (nach einer nicht ganz vollständigen Zählung) 29 solcher Wegrollvorgänge auf den Gleisen der Deutschen Bahn gegeben, davon 22 auf dem Kölner Hauptbahnhof; sieben Menschen wurden dabei verletzt. Der Grund: die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung erlaubt eine Gleisneigung von höchstens 2,5 ‰ (§ 7), was angesichts der Konstruktion moderner Züge schon bedenklich ist; der Kölner Hauptbahnhof aber hat Gleise mit Neigungen von 3,6 – 6,8 ‰.
Die Gleisneigung auf dem Bahnhof „Stuttgart 21“, der gerade in Bau ist, beträgt mehr als 15 ‰.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Der Bahnkunde als Feind

ist der Titel eines Artikels – nicht ohne Grund.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Weshalb S 21?

Über die begonnenen und weiter drohenden Verwüstungen nachgedacht habe ich ja schon eher. Endlich aber habe ich nun eine einleuchtende Begründung für „Stuttgart 21“ gefunden – bei der sehr kundigen Petra Reski.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

«Stuttgart 21» und Rechtssicherheit

Der Arbeitgeberpräsident hat Verlässlichkeit und Rechtssicherheit angemahnt, die baden-württembergische Regierung stimmt bei: um der Rechtssicherheit willen stehe sie fest zu «Stuttgart 21».
Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung im Sinne von § 12 des Denkmalschutzgesetzes. Wenn Regierung und Konzern von ihm wesentliche Teile abreißen, Bürger aber ihn schützen wollen: wer steht da für Rechtssicherheit ein?

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Schöne neue Bahn

Großer Bahnhof am Samstag am Bahnhof Harburg für die neue S-Bahn nach Stade – all die üblichen Verdächtigen sind gekommen, Vorstandsvorsitzender, Ministerpräsident, Senator, um zu feiern, daß man fortan von Hamburg nach Stade nicht mehr umzusteigen braucht. Wie praktisch!
Nun ja: bisher konnte man jede Stunde einmal ohne Umsteigen und ein zweites Mal mit Umsteigen fahren, heute aber zweimal stündlich ohne Umsteigen. Nach Cuxhaven konnte man bisher ebenso jede Stunde einmal ohne Umsteigen und ein zweites Mal mit Umsteigen fahren, heute jedoch nur noch einmal stündlich, ohne Umsteigen. Welch ein Fortschritt!

In Rotenburg allerdings gab es keinen großen Bahnhof, als ich am Freitag abend in den letzten Zug gestiegen bin, der an einem Alltag von dort nach Minden durchfuhr. Bisher konnte man jeden Tag besonders günstig über diese Stationen aus dem Norden nach Ostwestfalen fahren. Nun aber gibt es diese Verbindung nur noch samstags und sonntags. Wer von Hamburg kommt, wird alltags künftig für einen sehr viel höheren Preis die weniger schöne Strecke über Hannover nehmen; wer von Rotenburg selbst kommt, wird zweimal umsteigen müssen, hat dafür aber die Wahl, ob er in Verden oder in Nienburg die nunmehr unvermeidliche Stunde Wartezeit verbringen will.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Privatisierung – sind wir doch noch zu retten?

Eigentlich eine gute Nachricht: eine Regierungspartei legt der drohenden Bahnprivatisierung gewichtige Steine in den Weg. Andererseits: ohne Bahnprivatisierung kommt es nicht zur Trennung von Schienennetz und Zugbetrieb. Darauf zu verzichten, wäre wiederum eigentlich gut, wenn nicht im Bahnvorstand jene Streckenstillegungsmentalität herrschte, wenn nicht die Bahn gar meinte, durch Streckenstillegung ihren Gewinn erhöhen zu können.
Natürlich wird dabei vergessen, daß wenig befahrene Strecken Anschlußstrecken sind: etliche Reisende brauchen diese Strecken, um die vielbefahrenen Strecken erreichen zu können; fallen also jene Strecken weg, so werden auch bisher mehrbefahrene Strecken Fahrgäste verlieren. Wenn der Rand des Netzes wegreißt, wird dadurch anderes zum Rand.
Aber immerhin: durch den Verkauf der Fläche stillgelegter Flächen kann die Bahn wirklich Geld einfahren.
Das Problem liegt also im Geschäftsgebaren der Bahn.
Man kann nun die Schuld bei den Verantwortlichen im Bahnvorstand suchen; aber das greift zu kurz: der heutige Bahnvorstand tut nur besonders demonstrativ das, was schon seit sehr langem seine Vorgänger auch getan haben.
Das Unglück ist letztlich, daß die Bahn gleichsam als Wirtschaftsunternehmen betrieben wird. Dieses Problem nun würde durch eine Privatisierung verfestigt und verschärft. Notwendig ist also ein grundlegendes politisches Umsteuern.

Aber was tun? unsere heutigen Politiker haben doch ein übermächtiges Bedürfnis zu privatisieren.
Darum sei nun eine Alternative vorgeschlagen: nicht die Bahn – privatisiert lieber die Bundeswehr!
Zu ihrer eigentlichen Aufgabe, der Verteidigung, wird sie ja heute nicht mehr gebraucht; darum hält sie sich jetzt lieber in fernen Ländern auf. Also: man privatisiere sie. Wer sie braucht – die NATO, die UNO, die USA – kann sie dann für gutes Geld mieten. Die Preise wären hoch, denn sonst wäre es ja möglich, daß andere – irgendwelche Terroristen – das höhere Gebot abgäben und so den Zuschlag erhielten. So würde das Milliardengrab Bundeswehr zu einem einträglichen Unternehmen, der Gewinn, den der Staat durch seine Beteiligungen oder den Verkauf machen würde, könnten die Kosten einer gewaltigen Ausweitung und Verbesserung des Bahnbetriebs ganz ohne Fahrpreiserhöhungen abdecken.

Montag, 26. März 2007

Die Bevölkerung stört nur

wenn sie eigene Meinungen hat: das erleben wir von der Gentechnik bis zur Europaverfassung.

Bei der Bahnreform nun gibt es – gleich zweimal – Gelegenheit, aktiv mitzustören.