Samstag, 27. Februar 2016

Anderthalb Lustra nach der Bankenkrise

«boomt» die Wirtschaft in Irland – und was die Menschen dort erleben, erinnert an ein Gleichnis der Bibel.
Der Chronist von Orietur Occidens weist es auf.

Samstag, 20. Februar 2016

Ewig leben oder gehorchen?

Zwei bis drei Beobachtungen zu den deutsche liturgischen Texten am zweiten Fastensonntag (C).

Auferstanden aus Ruinen

«Du hast, o Herr, Dein Leben» – ein deutsches Einheitslied zur Opferung aus der hohen Zeit der Liturgischen Bewegung. Im GL von 1975 aber erschien es nur noch in kastrierter Fassung, auf eine Strophe zusammengeschnitten: «O Gott, nimm an die Gaben» (Nr. 468).
Und nun, im neuen GL, ist das Lied im alten Glanz (Nr. 185) entstanden. Gesungen gehört habe ich es leider noch nicht wieder.

Siehe auch: W.H.W.: Steifzüge durch EÜ und GL. E&Ewald 14/2009, S. 29-42.

Ein NATO-Mitglied bombardiert zugunsten des IS

Vor Jahren schon, als noch niemand von ISIS oder IS sprach, hörte ich von unserem syrischen Freund, daß Aufständische in Syrien Christen kein Lebensrecht mehr im Land zugestehen wollten und daß diese Aufständischen im wesentlichen keine Syrer seien, sondern Kämpfer aus verschiedenen Ländern, die von der Türkei, Qatar und Saudi-Arabien unterstützt werden.
Ersteres hat seit langem schon seine Bestätigung gefunden; und nun ...
Nun ist es soweit, daß die Türkei, ein NATO-Mitglied, mit Bomben gegen die Kurden vorgeht, welche auf weite Strecken und besonders auch an der iraqischen Grenze die Hauptlast der Verteidigung gegen den IS tragen.

Samstag, 13. Februar 2016

Noch einmal: Haben auch für Flüchtlinge Menschenrechte?

Eine fünfköpfige christliche Zigeunerfamilie in Berlin; die Eltern stammen aus Serbien. Als die Familie wieder einige Jahre in Serbien lebte, ist dort der älteste Sohn offenbar aus rassistischen Gründen mißhandelt worden. Als sie sich deshalb an die Polizei wandten, reagierte die mit einem Strafbefehl nicht gegen die Angreifer, sondern gegen die Familie.
Nun wird dieser älteste Sohn, heute 22 Jahre alt, ohne daß er selber einen Anlaß gegeben hätte, nach Serbien abgeschoben, allein, ohne Eltern und Geschwister.

Darf man eigentlich Zigeuner „Zigeuner“ nennen?
Ob „Zigeuner“ eigentlich ein Schimpfwort ist, ist unklar. Klar aber ist, das „Němec“ eines ist. Und doch stört sich kein Deutscher daran, daß er in slawischen Sprachen so genannt wird.
Und so meint auch manch ein Zigeuner, daß er sich nicht zu schämen braucht, ein solcher zu sein.

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Bei Bürgerkriegsflüchtlingen, die nur „subsidiären Schutz“ genießen, soll, so will es die Regierungskoalition, Familiennachzug erst nach zwei Jahren möglich sein. Dann ein Koalitionspartner, der es nicht gewesen sein will, und nun ein Kompromiß: in Härtefällen ...
Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Freitag, 12. Februar 2016

Da kommt Freude auf

"Tagesgebete" zum vierten Fastensonntag im Vergleich.

Samstag, 23. Januar 2016

Fürsorge – früher und heute

«Noch so einen Sommer wie 2015, als es im Oderbruch drei Monate lang nicht regnete und [die Viehzüchterin] schon Winterfutter an ihre Rinder verfüttern musste, hält sie finanziell nicht durch», lese ich in einer Reportage über eine Frau, die ökologische Viehzucht betreibt, als Bildunterschrift. (Sie hat es satt. von Waltraud Schwab. taz vom 16.1.2016)
In guter alter Zeit war es Pharao, der (von Joseph eingewiesen, Gen. 41) dafür sorgte, daß in der Not das Korn für alle reichte.

Dienstag, 19. Januar 2016

Ideologischer Marktliberalismus

Die Regierung vor der Alternative: Gemeinwohl oder Ideologie.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Sonntag, 17. Januar 2016

Schon im Jahreskreis

sind wir, sagt der Zelebrant; bisher haben wir die Geburt Christi gefeiert, nun geht es um das, was er getan hat.
Das Evangelium heute: das Weinwunder zu Kana. Leider sagt er nicht, daß dieses zu den „Tribus miraculis“ gehört, die die Magnificat-Antiphon des Zweiten Vesper von Epiphanie nennt und die auch im Vesperhymnus des Festes geschildert werden.
Kein Grund aber, unzufrieden zu sein – mehr als das, was gesagt wird, zählt das, was sichtbar ist: die Krippe steht noch.
Eine gute Predigt. Was allerdings hinzuzufügen bleibt:
Jesus tat sein erstes Wunder auf die Interzession, das Einschreiten (es „Fürbitte“ zu nennen wäre untertrieben) Marias hin.

Montag, 11. Januar 2016

Ohne Wohnung keine Grundrechte

Einem Paar in Berlin wird von Amts wegen sein Kind entzogen, obwohl ihnen nicht das Geringste vorzuwerfen ist.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Pontifikalamt zu Epiphanie im Kölner Dom

Die Chortribüne bleibt leer: kein Chor, nicht einmal eine Schola, nur ein Kantor, der mit der versammelten Gemeinde deutsche GL-Stücke singt.
So kann ich (Dilettanto non audiente) laut mitsingen: ein Mehr an äußerlicher Teilnahme; aber an Raum zu inneren Teilnahme erlebe ich dadurch einen Mangel.
Über die Messe mit Schola oder Chor: «Dabei gibt es eine Art Mehrstimmigkeit: man sieht den Priester die Gaben bereiten; man hört den Chor das Offertorium singen; dann sieht man Weihrauch aufsteigen – er lenkt den Blick nach oben. Diese Mehrstimmigkeit läßt es nicht zu, daß der einzelne sich nur mitziehen läßt vom Ablauf des Ritus; zwischen diesen Eindrücken muß ein jeder seine persönliche Teilnahme entwickeln, zu seinem persönlichen Gebet finden.» (W.H.W: Anthropologische Grundlagen der Liturgie. E&Ewald 10/2005, S.7)

Kardinal Meisners Kanzel einzunehmen, scheut sich der neue Erzbischof; er predigt vom Ambo aus.

Wann die Krippe abbauen?

Der heilige Papst Johannes Paul II. pflegte die Krippe am Petersplatz zum letzten Mal zu besuchen, nachdem er die Abendmesse vom 2. Februar (von Maria Lichtmeß) zelebriert hatte. Nach diesem Besuch wurde die Weihnachtsdarstellung abgebaut.
Mehr bei Scuola Ecclesia Mater.

Dienstag, 5. Januar 2016

Ein frohes und gnadenreiches Erscheinungsfest

wünschen wir allen Lesern.
Laßt uns nach dem Pontifikalamt vor dem Dom uns treffen (Dilettanti barba insignis sit nobis signum).
Die Oster- oder Paschatermine für dieses Jahr nach gregorianischem, julianischem und jüdischem Kalender sind zu finden bei Orietur Occidens.

Sonntag, 3. Januar 2016

Auf der politisch korrekten Spielwiese

Das griechische Parlament hat eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare gesetzlich eingeführt. Ein Geflecht von Faktoren sieht dahinter der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Guter Wille und mangelnde Entschiedenheit

Die zuständige Bundesministerin hat einen Gesetzesentwurf gegen Unterbezahlung von Frauen vorgelegt.
Leider reicht er nicht aus. Der Chronist von Orietur Occidens legt es offen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Wechsel der Zeiten

Der preußische Innenminister v. Rochow 1837: „Dem Untertanen ziemt es nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen“ (in einem Brief an Jakob van Riesen; laut Georg v. Herwegh: „seines beschränkten Untertanenverstandes“).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer 2015: „Bürgerbeteiligung hat den Sinn, seine Meinung zu äußern und dann vielleicht auch in einem Abwägungsprozess erklärt zu bekommen, dass die Regierung aus bestimmten Gründen anders entschieden hat“ (in einem Interview durch Anja Krüger und Tobias Schulze, taz vom 11.12.).

Es geht um die Hochmoselbrücke, deren Bau die Landschaft des Moseltals ruiniert und auf Betreiben der Auto-Lobby durchgesetzt wurde – anscheinend oder scheinbar reicht der Bahnbetrieb für den dortigen Verkehr nicht aus.

Samstag, 28. November 2015

Freiheit, Ruhe, Gelassenheit

Lyrisch fast wird der Chronist von Orietur occidens bei der Teilnahme an stillen Messen (missae privatae, haud deprivatae [’tschuldigung: kein klassisches Latein]).

Freitag, 20. November 2015

Investorenschutz: Raubtier, nicht Haustier

Wenige Tage, nachdem eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Expertenkreis hat erklären lassen, der Investorenschutz müsse nur ein wenig domestiziert werden, zeigt ein Schiedsgericht die Wirklichkeit auf.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Mittwoch, 18. November 2015

Thomas Söding zur aktuellen Lage

Der von mir sehr geschätzte Professor für neutestamentliche Exegese Thomas Söding hat sich kürzlich angenehm klar zur derzeitigen Gewalt aus christlicher Sicht geäußert:

Angesichts der Attentate von Paris warnt Professor Thomas Söding, Theologe an der Bochumer Ruhr-Universität davor, in eine „falsche Konkurrenz“ zum Islam zu geraten.
„Man sollte die Gewalt in anderen Religionen nicht mit der in der eigenen Religion vergleichen, jeder muss vor seiner Tür kehren“, sagt er. Söding ist Diözesanvertreter des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster und einer der Referenten der Adventstagung am Samstag, 28. November, in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Thema der Tagung: „Religion und Gewalt – Altes und Neues Testament“.
Auch in der Bibel, erklärt Söding, „gibt es dunkle Stellen“ die von einem gewalttätigen Gott berichten. „Aber“, betont der Theologe, „da muss man genau hinsehen. Viele dieser Texte haben einen Kontext, den man verstehen muss.“ Die Heilige Schrift müsse man „intelligent lesen“ und dürfe nicht „Texte aus dem Zusammenhang reißen und dann als Gebrauchsanweisung benutzen.“ Die Bibel werde einerseits von „Scharfmachern“ zitiert, aber auch von jenen, die Frieden wollen. „Die Frage ist: wer hat recht?“, sagt Söding. Und erinnert an die Grundbotschaft: „Die Welt und das Leben sind Gottes Schöpfung, und es kann nicht sein, dass die Vernichtung von Leben dem Willen Gottes entspricht.“ Denn, sagt Söding, das zeige die Auferstehung Christi nach dem Tod am Kreuz: „Die Bibel ist ein Buch der Hoffnung.“
Und sie zeige, etwa am Beispiel des Paulus, welche Folgen religiöser Fanatismus einerseits habe, andererseits aber auch, wie er überwunden werden könne. Der spätere Friedensapostel sei zunächst ein erbitterter Gegner der noch jungen christlichen Gemeinden gewesen, die sich nach dem Tod Jesu gründeten. Dann aber habe er sein Fehlverhalten erkannt. Söding betont: „Paulus erkannte, dass die Schuld daran nicht bei anderen lag, nicht am Gesetz. Seine Fehler waren seine eigene Schuld, entstanden aus einem Übereifer. Er hatte das Gesetz für sich funktionalisiert und wollte sich darüber stellen. Das war Narzissmus im Gewande der Frömmigkeit.“
Eine solche „öffentlich inszenierte Heuchelei“ entdeckt Söding auch, wenn er auf die fremdenfeindlichen „Pegida“-Demonstrationen und ihre Ableger blickt, die sich teils damit brüsten, christliche Werte verteidigen zu wollen. „Ich würde mich freuen“, sagt Söding, „wenn die sich mal mit den christlichen Werten auseinandergesetzt hätten.“ Zudem erinnert er an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. „Gott ist den menschlichen Weg gegangen, damit den Weg der Gefährdung. Durch die Flucht seiner Eltern, die ihn mitgenommen haben, ist Jesus  aus den Fängen des Bösen befreit worden.“ Die Flucht, betont Söding, „ist den Christen ins Stammbuch geschrieben.“ Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter dem Denkmantel christlicher Werte hingegen seien „öffentlich inszenierte Heuchelei“. Gewalt im Namen Gottes gehe von „Heuchlern und Ideologen“ aus.
Was aber nicht bedeute, dass sich die Christen einer falschen Toleranz unterwerfen müssten und sich nicht gegen Anfeindungen wehren dürften. „Schon Jesus hat Klartext gesprochen, und zur Friedensbotschaft gehört auch, dass man Kriegstreibern entgegen tritt, und das mit aller Schärfe“, erklärt der Theologieprofessor. Dazu bedürfe es keiner Gewalt, sondern einer Autorität durch Glaubwürdigkeit. Die erlange man etwa, indem man sich mit dem Positiven des Gegenübers beschäftige. „Wir haben die Möglichkeit, das anzuerkennen“, sagt Söding und verweist auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dort sei erstmals gesagt worden, dass man dem Islam „mit Respekt“ begegne.

(Quelle unbekannt)

Alle, die das christliche Abendland verteidigen wollen - dazu gehöre ich auch -, sollten also darauf achten, daß sie der Versuchung des Hasses nicht erliegen. Damit wäre das Abendland genauso am Ende, wie bei einem Sieg des "Islamischen Staates".

Was wir verteidigen, kann und muß man gegebenenfalls auch mit Gewalt - Notwehr! - verteidigen. Aber wenn diese die christliche Vernunft und Liebe verdrängt und zum Prinzip des Denkens und Fühlen wird, haben wir verloren.

Es ist nicht so einfach mit dem Christentum - wie mit dem Leben. Versuchen wir’s! Ich kenne keinen heilsameren Weg.

Deus lo vult - hätte ich jetzt beinahe geschrieben. ;-) 

Sagen wir lieber: Mit Gottes Hilfe!