Zwei Herren dienen
woll’n wir nicht.
Das soll nun klären
dies Gedicht.
Wir dienen
miteinander Gott.
Das hält die Welt
in Maß und Lot.
Der Herr uns heute
deutlich sagt:
„Daß ihr euch
keine Sorgen macht
um euch, um
Kleidung oder Geld!
Denn darum geht es
ja der Welt.
Ihr aber seid von
Gott geliebt,
der alles Nötige
euch gibt.
Dienet nicht dem
schnöden Mammon,
was dabei
rauskommt, wird man sehn schon.“
Wir sollen also uns
nicht sorgen,
denn Gott gibt
heute, Gott gibt morgen.
Doch ach! Ich
denk, ihr merkt es schon:
So leicht ist’s
nicht mit Gottes Lohn.
Denn wenn wir uns
um uns nicht sorgen,
nicht daran
denken: Was gibt’s morgen?,
dann wissen wir: So
kann’s nichts werden.
So überlebt man
nicht auf Erden.
Essen, Trinken,
Geld und Kleidung,
dienen ja der Tod-Vermeidung.
Menschliche
Erfahrung lehrt:
Das zu tun nicht
ist verkehrt.
Gott scheint zu
geben solches nicht.
Zwar schenkt er
Leben, Leib und Licht.
Den Alltag doch organisieren
tut er nicht. – Wir
reagieren,
und wir fangen an
zu machen,
regeln unsre
Erdensachen,
kümmern uns um
dies und das,
organisier’n sogar
den Spaß.
Wie ist das Wort
des Herrn gemeint,
das an diesem
Sonntag scheint
in unser Leben,
Tun und Denken?
Wohin will er die
Sinne lenken?
Er sagt: „Schaut
hin auf Blumen, Tiere,
seht ihre
wunderbare Zierde,
die sie von Gott
erhalten haben.
Sie sind ein
Zeichen seiner Gaben.“
Er nennt, wenn ich
es sehe recht,
damit die Welt ja
gar nicht schlecht.
Im Gegenteil: Wir
soll’n sie sehen
erkennend durch dies
Leben gehen.
Der
Tulpensonntagszug geht heute,
und wir sehen
viele Leute,
die sich um
Kleidung, Trinken sorgen,
und wohl auch ums
Wohlsein morgen.
Der Herr wird
seine Freude haben,
wenn wir uns an
den Gaben laben,
die er uns
schenkt: die Kleider, Leute,
Speis und Trank,
Kamellen-Beute,
wenn wir nach Freud’
und Leben suchen,
auch, wenn wir
einen Urlaub buchen.
All das ist gut,
und doch nicht Fülle.
Das ist doch höchstens
eine Hülle.
„Der Vater weiß,
daß ihr das braucht.“
Aber daß uns die
Birne raucht
vor lauter Sorg’
um vielerlei,
davon will er uns
machen frei.
Er will uns
wirklich fröhlich machen,
will, daß wir ehrlich
können lachen
darüber, daß die
Welt vergeht
und seine
Herrschaft nur besteht.
Wie geht das nun
konkret, ihr Christen?
Wie lassen wir von
falschen Listen,
mit denen wir uns
wollen retten,
dabei doch binden
uns in Ketten?
Ich glaub, daß es
ums Dienen geht:
daß wir bedenken,
was besteht
und bleibt und
trägt das Menschenleben:
daß wir uns nur
dem Ew’gen geben.
Wovor beugen wir
das Haupt?
Woran denn im
tiefsten glaubt
der Mensch mit
seiner Lebenskraft,
wenn er feiert,
hofft und schafft?
Gott rät uns, hier
zu unterscheiden:
Was vergeht und
was wird bleiben?
Diene nur dem
Bleibenden!
Sei sorglos mit
dem Scheidenden!
Wir werden sehn,
wie frei das macht,
wie unsre Seele
fröhlich lacht.
Denn, ins
Vergängliche gestellt,
sucht sie doch die
andre Welt.
Und für diese
Suche ist
– des darf sich
freuen jeder Christ –
als Weg gekommen
Gottes Sohn,
durch den wir ja
erfahren schon:
Gott ist da, er
tröstet, stärkt,
hilft dem
Menschen, daß er merkt,
worin besteht des
Lebens Sinn,
wohin will all
sein Streben hin.
Wir bleiben fremd
in dieser Zeit,
sehnen uns nach
Ewigkeit.
Dem Mammon dienen
bringt es nicht.
Gott ist unsrer
Seele Licht!
Gottlob ist
Karneval vergänglich,
denn sonst wär er
echt verfänglich.
Tusch, Helau und
Narrenlieder
verstummen
Aschermittwoch wieder.
Diese Freude, diesen Glanz,
Gemeinschaft, Küssen und den Tanz
hat Gott uns nur zum
Bild gegeben
für das wirklich
sel’ge Leben.
Laßt den
Tulpensonntagszug
uns darum sehen
nicht als Trug,
vielmehr als Zeichen
unsrer Mühen,
hin zur Ewigkeit
zu ziehen.
So wünsch ich,
liebe Christenleut’,
euch in dieser
Narrenzeit,
daß jeder stets
auf Christus bau,
und so sag „Amen“
und „Helau“.
Von Pfarrer Ulrich Terlinden, St. Johannes Bedburg-Hau 2017