Samstag, 30. April 2016

Kinderbetreuung auf den Spuren der DDR

In der DDR gab es Wochenkrippen, die Bundesrepublik ist fortgeschritten auf dem Weg dorthin. In Schwerin gibt es bereits für Mitarbeiter eines Krankenhauses zwar noch keine Krippen, wohl aber zwei «Kitas» (Kindertagesstätten), die täglich 24 Stunden arbeiten.
Nun wollen Polizei und Universität auch in Rostock eine solche aufmachen. Das Vorhaben wird vom Innenminister (CDU) unterstützt. Allerdings blockiert es noch der städtische Sozialsenator (Die Linke), weil durch solche ein Betreuungsangebot das Familienleben beeinträchtigt wird.

Freitag, 22. April 2016

Ostern konkret

Was uns die Auferstehung Christi bringt, ist hier zu lesen.

Samstag, 16. April 2016

Amoris laetitia

Große Sorgen hat es manchem bereitet, was letztendlich aus den Bischofssynoden zum Thema von Ehe und Familie hervorgehen könnte; und nun: das Ergebnis ist Amoris laetitia, ein Schreiben des Papstes, das begründete Anerkennung findet, solchen Befürchtungen Hohn spricht. Es ist ein pastorales Schreiben, kein offizielles – das zeigt sich schon daran, daß der Originaltext, der verbindlich wäre, vom Vatikan nicht einmal ins Netz gestellt wurde; es finden sich nur etliche Übersetzungen. Daß es kein kirchenrechtlicher Erlaß ist, schreibt der Papst selber (Art. 300); daß es auch keinen lehramtlichen Charakter hat, hat Raymond Leo Kardinal Burke (Amoris laetitia non è magistero, lo dice papa Francesco) aufgezeigt.
Nur, leider, es gibt sehr deutsche Sorgen. Nein, nicht im Sinne der mythischen Deutschen Angst, sondern Sorgen aus der Erfahrung mit einigen Winkeln der Kirche in Deutschland.
Wenn jemand, der geschieden ist, eine neue Verbindung eingehen will: «Wir machen da einen Gottesdienst, bei dem von den Gästen niemand merkt, daß es keine richtige Trauung ist» – das ist kein Phantasma, sondern tatsächliches Verfahren eines Priesters in diesem Land; und das ist schwerlich ein Einzelfall. Und angesichts solch einer Denkweise ist das Unbehagen an einer kleinen Fußnote (351) in dem umfangreichen Schreiben des Papstes sehr verständlich:
„In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb »erinnere ich [die Priester] daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium [14. November 2013], 44: AAS 105 [2013], S. 1038). Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie »nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwache« ist (ebd., 47: AAS 105 [2013], S. 1039).
Und Unbehagen bereitet es hierzulande auch, jenen Mißverständnis begünstigenden Artikel 84 der Relatio finalis der Bischofssynode vom Papst zitiert zu finden (Art. 299): „Ich nehme die Bedenken vieler Synodenväter auf, die darauf hinweisen wollten, dass ...“ – während Papst Johannes Paul II. in Familiaris Consortio (Art. 84) Geschiedenen gegenüber, die eine neue Verbindung eingegangen sind, eine freundlich einladende Haltung zeigte, um ihnen den Weg zur Umkehr zu erleichtern, scheinen in dem Artikel der Synode, wie bereits dargelegt, Möglichkeiten in den Blick genommen zu werden, die Abwendung vom Gebot des Evangeliums und damit von der Kirche zu übertünchen.
Solche Deutungen mögen dem Papst in Rom sehr ferne liegen – wenn er den Katechismus der Katholischen Kirche zitiert (Art. 302): „»Die Anrechenbarkeit einer Tat und die Verantwortung für sie können durch Unkenntnis ... vermindert, ja sogar aufgehoben sein« (Nr. 1735)“, so schwingt darin die selbstverständliche Verpflichtung des beichtehörenden Priesters mit, dieser Unkenntnis ein Ende zu setzen.
In Deutschland aber sind diese Deutungen sehr gegenwärtig. „Das Wichtigste am ganzen Papier ist, dass die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Handeln der Gläubigen in Fragen der Ehe, Partnerschaft und Sexualität und der kirchlichen Lehrverkündigung durch diesen Text abgemildert und verändert wird“, zitiert dpa den Präsidenten des ZdK, Thomas Sternberg. Demnach wünscht er offenkundig eine Anpassung der Lehrverkündigung an das „Handeln der Gläubigen“ – menschliches Handeln abrogierte demnach Gottes Gebot. „Auch Partnerschaften [so fährt dpa in indirekter Rede fort], die nach zerbrochenen Ehen entstanden sind, sei der Weg in die volle Kirchengemeinschaft demnach nicht verschlossen.“

Oft habe ich mit Menschen zu arbeiten, die geschieden in einer neuen Verbindung leben, darunter auch gläubige Christen. Noch einmal sei wiederholt: jede «wirkliche Möglichkeit ..., Menschen, die sich nach einer Ehescheidung in eine neue Lebensgemeinschaft geflüchtet haben, einen Weg – welchen auch immer – zu eröffnen, vor dem Richterstuhl Christi zu bestehen», wäre willkommen.
Wenn aber „Nächstenliebe“ oder „Barmherzigkeit“ für manche wichtigen Personen in der Kirche in Deutschland heißt, den Menschen zu ermöglichen, mit den Sakramenten der Kirche versehen den Weg zur Hölle zu finden, so kann das doch schwerlich die Sicht des Papstes sein.

Samstag, 9. April 2016

Katholische Entdeckung im (ehem.) calvinistischen Holland

Die Wiege des christlichen Holland (im engeren Sinn des Wortes) steht in Egmond. Aufgestellt hat sie der heilige Adelbert

Übrigens hat hier der normale Glaube sogar die Reformation überlebt. 

Mittwoch, 30. März 2016

Das II. Vaticanum und die zwei Usus des Römischen Ritus

Was so mancher eigentlich schon wußte, aber kaum zu denken wagte:
Der Chronist von Orietur Occidens vergleicht Schilderungen der beiden Formen.

Mittwoch, 23. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar? (iterum)

Mit Hans-Olaf Henkels Abgang aus der AfD schien es mir, als hätte zumindest ein böser Geist die Partei verlassen (daß es deren andere in dieser Partei gibt, ist freilich nichts neues). Und nun lese ich, daß der frühere tschechische Ministerpräsident und Präsident Václav Klaus, der für neoliberale Reformen stand und der einer Parteispendenaffäre wegen als Ministerpräsident zurücktreten mußte, der AfD als Wahlhelfer diente. Nebenbei erfahre ich noch, daß Beatrix v. Storch, die gelegentlich als Christin gehandelt wird, der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft angehört.
Friedrich August v. Hayek war mit seiner Clique, der Mont Pelerin Society, einer der Begründer des Neoliberalismus. Neoliberalismus: das heißt antisozial verschärfter Wirtschaftsliberalismus. Der Wirtschaftsliberalismus, entstanden im Kreis um David Hume, einer Keimzelle des modernen Atheismus, ist – «Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon» (Matth. 6, 24; Luc. 16, 13) – Götzendienst.
Nein, auch dieser böse Geist hat die AfD nicht verlassen.

Montag, 21. März 2016

Fest des heiligen Joseph

Schon das Gloria einer doch sehr gebrauchten Choralmesse reicht aus ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Montag, 14. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar?

Familie, Gender, Abtreibung – ein Mitglied der Partei meinte, so wurde mir kürzlich hinterbracht, vertrete den katholischen Standpunkt wie keine andere Partei.
Im Détail mag es da Übereinstimmungen geben; aber im Ganzen sehe ich anderes:
Schon im Blick auf die Familie – Frau Petrys Meinung zur Kleinstkinderkasernierung habe ich ja längst schon moniert: Das gar nicht so andere Gesicht der AfD.
Und daß ein Christ (Ex. 22,20; 23,9; Deut. 10,19), ein Katholik („kath’ hólon“) Ausländer und damit auch Flüchtlinge nicht ablehnen kann, ist klar. Die AfD aber will das Grundgesetz ändern, um Flüchtlinge außen vor zu halten.
Nun wurde auch (von einer Quelle, die man nicht gerne nutzt, die aber in diesem Fall auch von seriöseren Medien zitiert wird) aus dem Entwurf für das neue Parteiprogramm der AfD veröffentlicht, daß die AfD die Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen verbieten will, ebenso das Schächten für Muslimîn und für Juden.
Daß solche Verbote Juden gegenüber antisemitisch sind, ist früher schon bei Orietur Occidens ausführlich dargelegt worden: Beschneidung – immer noch bekämpft.
Und die AfD findet laut Parteiprogrammentwurf, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sei „mindestens übergangsweise“ sinnvoll.

Dankenswerterweise hat vor wenigen Tagen auch die hochgeschätzte Claudia Sperlich ein Positum veröffentlicht, das dieses Thema behandelt: Die Meinung der anderen.

Nachtrag vom 23.III. (Annuntiatori gratias): Im jetzt veröffentlichten Parteiprogrammentwurf sind die antisemitischen Passagen (cum grano salis) gestrichen, damit auch die damit zusammenhängenden antiislamischen Forderungen. Antiislamische Einschränkungen der Religionsfreiheit bleiben allerdings bestehen.

Sonntag, 6. März 2016

Evangelium und Katholikentag

In den Vermeldungen zum Ende der Sonntags erfahren wir es vom Diakon: Der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig steht unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“; und unter diesem Leitwort stünden all seine Veranstaltungen. Das heißt, der Mensch stehe ganz im Mittelpunkt.
Welcher Mensch das ist, der da im Mittelpunkt steht, sagt er nicht; es klingt so, als sei es der Mensch an sich.
Diese Verkehrung des Evangelientextes (Joh. 19,5) ist nicht die Idee des Diakons – im Netzauftritt des Katholikentags zeigt, daß sie gewollt ist.
Siehe auch: Der Katholikentag und die Schrift

Samstag, 27. Februar 2016

Anderthalb Lustra nach der Bankenkrise

«boomt» die Wirtschaft in Irland – und was die Menschen dort erleben, erinnert an ein Gleichnis der Bibel.
Der Chronist von Orietur Occidens weist es auf.

Samstag, 20. Februar 2016

Ewig leben oder gehorchen?

Zwei bis drei Beobachtungen zu den deutsche liturgischen Texten am zweiten Fastensonntag (C).

Auferstanden aus Ruinen

«Du hast, o Herr, Dein Leben» – ein deutsches Einheitslied zur Opferung aus der hohen Zeit der Liturgischen Bewegung. Im GL von 1975 aber erschien es nur noch in kastrierter Fassung, auf eine Strophe zusammengeschnitten: «O Gott, nimm an die Gaben» (Nr. 468).
Und nun, im neuen GL, ist das Lied im alten Glanz (Nr. 185) entstanden. Gesungen gehört habe ich es leider noch nicht wieder.

Siehe auch: W.H.W.: Steifzüge durch EÜ und GL. E&Ewald 14/2009, S. 29-42.

Ein NATO-Mitglied bombardiert zugunsten des IS

Vor Jahren schon, als noch niemand von ISIS oder IS sprach, hörte ich von unserem syrischen Freund, daß Aufständische in Syrien Christen kein Lebensrecht mehr im Land zugestehen wollten und daß diese Aufständischen im wesentlichen keine Syrer seien, sondern Kämpfer aus verschiedenen Ländern, die von der Türkei, Qatar und Saudi-Arabien unterstützt werden.
Ersteres hat seit langem schon seine Bestätigung gefunden; und nun ...
Nun ist es soweit, daß die Türkei, ein NATO-Mitglied, mit Bomben gegen die Kurden vorgeht, welche auf weite Strecken und besonders auch an der iraqischen Grenze die Hauptlast der Verteidigung gegen den IS tragen.

Samstag, 13. Februar 2016

Noch einmal: Haben auch für Flüchtlinge Menschenrechte?

Eine fünfköpfige christliche Zigeunerfamilie in Berlin; die Eltern stammen aus Serbien. Als die Familie wieder einige Jahre in Serbien lebte, ist dort der älteste Sohn offenbar aus rassistischen Gründen mißhandelt worden. Als sie sich deshalb an die Polizei wandten, reagierte die mit einem Strafbefehl nicht gegen die Angreifer, sondern gegen die Familie.
Nun wird dieser älteste Sohn, heute 22 Jahre alt, ohne daß er selber einen Anlaß gegeben hätte, nach Serbien abgeschoben, allein, ohne Eltern und Geschwister.

Darf man eigentlich Zigeuner „Zigeuner“ nennen?
Ob „Zigeuner“ eigentlich ein Schimpfwort ist, ist unklar. Klar aber ist, das „Němec“ eines ist. Und doch stört sich kein Deutscher daran, daß er in slawischen Sprachen so genannt wird.
Und so meint auch manch ein Zigeuner, daß er sich nicht zu schämen braucht, ein solcher zu sein.

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Bei Bürgerkriegsflüchtlingen, die nur „subsidiären Schutz“ genießen, soll, so will es die Regierungskoalition, Familiennachzug erst nach zwei Jahren möglich sein. Dann ein Koalitionspartner, der es nicht gewesen sein will, und nun ein Kompromiß: in Härtefällen ...
Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Freitag, 12. Februar 2016

Da kommt Freude auf

"Tagesgebete" zum vierten Fastensonntag im Vergleich.

Samstag, 23. Januar 2016

Fürsorge – früher und heute

«Noch so einen Sommer wie 2015, als es im Oderbruch drei Monate lang nicht regnete und [die Viehzüchterin] schon Winterfutter an ihre Rinder verfüttern musste, hält sie finanziell nicht durch», lese ich in einer Reportage über eine Frau, die ökologische Viehzucht betreibt, als Bildunterschrift. (Sie hat es satt. von Waltraud Schwab. taz vom 16.1.2016)
In guter alter Zeit war es Pharao, der (von Joseph eingewiesen, Gen. 41) dafür sorgte, daß in der Not das Korn für alle reichte.

Dienstag, 19. Januar 2016

Ideologischer Marktliberalismus

Die Regierung vor der Alternative: Gemeinwohl oder Ideologie.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Sonntag, 17. Januar 2016

Schon im Jahreskreis

sind wir, sagt der Zelebrant; bisher haben wir die Geburt Christi gefeiert, nun geht es um das, was er getan hat.
Das Evangelium heute: das Weinwunder zu Kana. Leider sagt er nicht, daß dieses zu den „Tribus miraculis“ gehört, die die Magnificat-Antiphon des Zweiten Vesper von Epiphanie nennt und die auch im Vesperhymnus des Festes geschildert werden.
Kein Grund aber, unzufrieden zu sein – mehr als das, was gesagt wird, zählt das, was sichtbar ist: die Krippe steht noch.
Eine gute Predigt. Was allerdings hinzuzufügen bleibt:
Jesus tat sein erstes Wunder auf die Interzession, das Einschreiten (es „Fürbitte“ zu nennen wäre untertrieben) Marias hin.

Montag, 11. Januar 2016

Ohne Wohnung keine Grundrechte

Einem Paar in Berlin wird von Amts wegen sein Kind entzogen, obwohl ihnen nicht das Geringste vorzuwerfen ist.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.