Freitag, 13. März 2026

Das Mysterion des Klanges der klassischen Sprache

Am Montag letzter Woche wurde in unserem Großstädtchen – zum ersten Mal, so wurde gesagt – eine koptische Liturgie zelebriert. Die Liturgie besteht ganz aus Gesang, so wurde gesagt und so war es zu hören.
Am Sonntag dann in Köln. Zu den geistlichen Höhepunkten der Stadt gehört das unscheinbare Kirchlein Maria Hilf. Auch dort besteht die Liturgie ganz aus Gesang.
Nur, leider: Es ist keine Schola mehr da. Das Asperges und das Ordinarium können dank einer sehr guten Solistin und einer gesangskundigen Gemeinde noch im Choral gesungen werden; aber das Proprium wird durch deutsche Lieder ersetzt, Graduale und Tractus durch Orgelspiel.
Schöne Lieder; dennoch: es ist ein markanter Abfall der geistlichen Ausdruckskraft gegenüber den Choralstücken.
Das liegt natürlich an der musikalischen Qualität des Chorals. Aber auch der Klang der klassischen Sprache, des Lateinischen und des Griechischen (Kyrie) spielt eine Rolle. Es ist eine Fügung, daß der christliche Glaube in die Welt kam, als diese beiden Sprachen das Imperium prägten.

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