Mittwoch, 7. April 2021

Die Bezeugung der Auferstehung im Neuen Testament

Die Auferstehung des Herrn selbst hat kein Mensch gesehen; was berichtet wird, das ist das leere Grab und das sind die Erscheinungen des Auferstandenen.
Doch auffällig ist: das wohl älteste Evangelium, das Markus Evangelium, kennt in seiner ursprünglichen Fassung keine Berichte von diesen Erscheinungen. Es endete ursprünglich mit Kapitel 16, Vers 8: die Frauen fanden das leere Grab vor, hörten die Botschaft des Engels – und flohen.
Die Verse 9 bis 20 sind nachträglich hinzugefügt, aber schon sehr früh: auch in ihnen wird von den Emmaus- Jüngern berichtet, aber unabhängig vom Lukas Evangelium, denn diesen Versen zufolge (v. 13) fanden die Emmaus-Jüngern keinen Glauben, während sie im Lukas Evangelium (24, 33 f.) schon mit der Nachricht empfangen wurden, daß der Herr dem Simon erschienen ist.
Paulus dagegen (I. Kor. 15, 2-8) berichtet ausführlich von den Erscheinungen, erwähnt aber das leere Grab nicht. Vorher dieser Unterschied?
Das leere Grab löste Erschrecken aus, was es bedeutet, war nicht zu begreifen; aber es war öffentlich sichtbar. Die Erscheinungen (wenn auch bei einigen der Herr nicht gleich zu erkennen war) boten einen überwältigenden Eindruck; so wurden sie die Grundlage des Glaubens der Jünger. Doch sie waren eben den Jüngern vorbehalten, während das leere Grab damals jeder sehen konnte. Darum waren die Erscheinungen für die Verkündigung in der Kirche und somit auch für die Briefe des Paulus entscheidend, das leere Grab aber war es für die Verkündigung nach außen.
Hat Markus sein Evangelium vor allem als missionarische Schrift verfaßt? Oder war es so gemeint, daß (ich habe in Erinnerung, daß Hans-Joachim Schulz (Die apostolische Herkunft der Evangelien. Freiburg 1995) es so gedeutet hat) auf die Lesung des ursprünglichen Schlusses des Markus-Evangeliums jeweils der Auftritt der Zeugen folgte? Jedenfalls gründete die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen in der Öffentlichkeit zunächst darauf, daß Augenzeugen zur Verfügung standen.

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