Samstag, 15. Januar 2022

Traditionis Custodes und Responsa

Der Papst, der die Verehrung der Götzenfigur der Pachamama (Mutter Erde, Demeter) auf vatikanischem Boden zugelassen hat, will nun den überlieferten Ordo beseitigen.
Als Traditionis Custodes erlassen wurde, hatten wir schon Stellung genommen; nun aber, da dieses Motu proprio durch die Responsa ad dubia noch verschärft wurde, schien eine gründlichere Auseinandersetzung vonnöten. Es bedeutete etlichen Aufwand, die nötigen Materialien zu finden; nun endlich ist es gelungen und sei hiermit vorgelegt:
Traditionis Custodes und Responsa

Donnerstag, 6. Januar 2022

Warum brachten die Magier Gaben dar?

«Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar», so wird im Matthäus-Evangelium (2, 11 nach EÜ) von den Magiern («Sterndeutern») berichtet. Warum es diese drei Gaben sind, wird oft erklärt; wieso überhaupt Gaben, davon ist seltener die Rede.
Ich denke da an die Thora: «Man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen» (Exod. 23, 15; ähnlich 34, 20; Deut. 16, 16 nach EÜ).

Was ist daraus zu schließen, wenn in GL-Liedern die Strophen allzu unterschiedlicher Qualität sind?

Zu Neujahr – wann auch sonst? – wird «Lobpreiset all zu dieser Zeit» gesungen, kein Werk von großer Dichtkunst, dennoch ein sinnvoll zu singendes Lied. Doch mir fällt auf, daß die 3. Strophe von viel geringerer Qualität ist. Wie mag das kommen?
Nach dem Gesang lese ich die Unterzeile. Natürlich: «T: nach Heinrich Bone 1851, 3. Str.: EGB [1971] 1975, M: ...»

Veröffentlichung der Ostertermine

Wie schon seit fünfzehn Jahren, so veröffentlichen wir in diesem Jahr wieder zu Epiphanie die verschiedenen Ostertermine.
Während der jüdische Kalender in diesem Jahr mit unserem übereinstimmt – Pesach wird am Abend unseres Karfreitags gefeiert–, ist die Ostergrenze der byzantinischen Epakte zufolge der 7. April des julianischen Kalenders, der 20. April also des gregorianischen. Darum können die Kirchen des byzantinischen Ritus erst eine Woche nach denen des römischen Ritus Ostern feiern.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Der Kommerz weiß es noch, konnten wir vor einigen Jahren feststellen: die Weihnachtszeit dauert bis Mariæ Lichtmeß.
Das wurde wohl niemals offiziell festgeschrieben, man wußte es einfach – und es hat Spuren hinterlassen: Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Etwas zu lesen

zu Weihnachten: Unser 26. E&Ewald-Heft ist nun im Netz zu finden. Darin einige Anmerkungen zur Familie des Herrn, über Fragen wie «Was sind eigentlich „Brüder Jesu“?» – interessant für den, der dem noch nicht nachgegangen ist. Ein (sehr anspruchsvoller) Artikel über physikalische Axiome zeigt etwas über wissenschaftliches Denken, wie es für Physiker selbstverständlich ist und wie es Theologen gerne versagt wird. Und Pontius Pilatus erscheint in ganz neuem Licht.
In unserer Anthologie „Liturgisches von einem evangelischen Theologen“ zitierte Wilhelm Stählin den Topos, politische Gegner wollten „die Zeit aufhalten“ oder „zurückdrehen“. Nun haben wir zum besseren Verständnis eine Illustration und einige Sätze hinzugefügt.
Allen Lesern ein segensvolles Fest!

Samstag, 18. Dezember 2021

Die Psalmtexte der Vulgata und die der Lutherbibel

Oft wird, und nicht nur von Protestanten, die Lutherübersetzung der Bibel und ganz besonders der Psalmen gerühmt. Doch der evangelisch-lutherische Theologe Wilhelm Stählin vertrat eine etwas andere Sicht.

Freitag, 10. Dezember 2021

Wovor mag, wer „Priesterinnen“ ablehnt, „Angst“ haben?

In einer Diskussion wurde Claudia Sperlich gefragt, so berichtet sie, wovor sie «„Angst habe“, wenn» sie «Priesterinnen ablehne.» Sie sagt dazu, ganz zu Recht: «Kategorien wie Angst und Mut haben da gar nichts zu suchen.» Doch die Frage, was Angst machen könnte, wenn eine „Priesterinnenweihe“ eingeführt würde, ist berechtigt.
Ich kann nichts dazu, mich hat der Herr nicht gefragt, doch durch authentische Dokumente des LehramtsInter insigniores, De sacerdotali ordinatione – muß ich mir sagen lassen, daß eine Frau, an der ein Weiheritus durchgeführt würde, dadurch nicht zur „Priesterin“ oder gar „Bischöfin“ würde. Es könnte dann geschehen, daß ein Katholik, der an der Messe teilnehmen will, in eine Veranstaltung geriete, in der das Kreuzesopfer des Herrn nicht gegenwärtig würde, in der die Hostien nicht zum Leib des Herrn, der Wein nicht zu Seinem Blut würde.
Doch solch eine Veranstaltung könnte er, geistlich freilich ungesättigt, einfach verlassen. Was aber schlimmer ist: wenn es an einer Kirche solch eine Frau gäbe, wüßte er nicht, ob eine Hostie, die aus dem Tabernakel kommt, Leib des Herrn ist oder etwa aus solch einer Veranstaltung ins Tabernakel gelangt ist.
Nach wenigen Jahrzehnten aber könnte es dann sein, daß auch ein männlicher Zelebrant kein Priester ist, wenn nämlich an ihm ein Weiheritus von einer Frau vollzogen worden wäre, an der zuvor der Ritus einer Bischofsweihe vollzogen worden wäre.

Doch man kann darauf vertrauen, daß die Hirten der Kirche keine solch unmögliche Entscheidung fällen. Auf eine wirkliche Gefahr aber weist Kardinal Sarah hin (Vision de l'avenir de l'Eglise en Europe, Conférence in Draguignan, 18. September 2021):
Nach elf Jahren Ehe entschließt sich eine Frau, sich zum Mann erklären zu lassen. Als Mann tritt sie in ein Priesterseminar ein, an ihr wird der Ritus einer Diakonenweihe durchgeführt. Der Bischof, dem das unterlaufen ist, geht in den Ruhestand, sein Nachfolger erkennt, drei Monate vor der geplanten Priesterweihe, was da vor sich gegangen ist. Er wendet sich an Kardinal Sarah, der klarstellt, daß diese Diakonenweihe für nichtig zu erklären ist.

Freitag, 3. Dezember 2021

Das Wesen der Liturgie

Der lutherische Theologe Wilhelm Stählin zeigt ein Verständnis für das Wesen der Liturgie, das zu bedenken für Priester, die heutzutage katholische Pfarrmessen zelebrieren, und für Laien, die an ihnen mitwirken, sehr bereichernd sein kann.

Samstag, 27. November 2021

Die sieben Weihen

Die sieben Weihen: gleichsam der Advent des Priesteramts. Daher rechtzeitig zum Advent ein Abschnitt zu diesem Thema aus Wilhelm Stählins „Via vitæ“.

Freitag, 26. November 2021

Liturgisches von einem evangelischen Theologen

„Via vitæ“ – unter diesem Titel hat Wilhelm Stählin seine „Lebenserinnerungen“ veröffentlicht. Er war evangelischer Pastor und Theologieprofessor, Mitbegründer der Michaelsbruderschaft, einer achtenswerten evangelischen Vereinigung, die noch heute besteht. Der nationalsozialistischen Bewegung stand er von Anfang an scharf ablehnend gegenüber; doch trat er dem Regime nicht mit offenen Widerstand, sondern diplomatisch entgegen.
Sein Lebenswerk war vor allem der geistlichen und besonders auch der liturgischen Erneuerung im evangelischen Raum gewidmet. Wenn er auch sei
n Leben lang ein wenig jugendbewegt blieb und wenn er auch sich nachdrücklich dagegen verwahrte, katholisch, gar „römisch katholisch“ oder auch nur hochkirchlich zu sein, so bestand sein Erneuerungswerk doch zu einem großen Teil im Rückgriff auf katholische Traditionen.
In seinen Lebenserinnerungen steht vieles, was zitierenswert ist und ganz häufig sich auf die Liturgie bezieht. Daraus wollen wir einige Stellen wiedergeben; hier nun als erste zwei Erlebnisse aus der NS-Zeit: (Evangelische) „Kirche und Volk“ und „Rompilger“.

Samstag, 20. November 2021

Applaudieren im Gottesdienst

Umbau auf Orietur Occidens. Bisher haben wir eine Chronik geführt von kleinen Erlebnissen bei verschiedensten Gottesdiensten. Dabei hat sicher einiges Interessante gestanden; aber schließlich hat sich alles wiederholt. Darum wollen wir künftig eine Seite über liturgische Themata vorlegen, in der auf jene Chronik nur noch verwiesen wird, wo diese etwas zur Darstellung beiträgt.
Begonnen hatten wir gerade mit „Priesteramt und Berufung von Frauen“; nun geht es weiter mit „Applaudieren im Gottesdienst“.

Donnerstag, 18. November 2021

«Berufung zur Diakonin und Priesterin»?

»Weil Gott es so will« – unter diesem Titel hat eine Benediktinerin, Sr. Philippa Rath, ein Buch herausgegeben, in dem 150 Frauen von ihrer vorgeblichen «Berufung zur Diakonin und Priesterin» erzählen (Freiburg 2021), in dem sogar das Zeugnis dreier Heiliger angeführt wird, ein Buch, das, wie ich hören mußte, selbst in einer katholischen Sonntagsmesse in der Predigt kritiklos angeführt wurde.
Anlaß genug für uns, Stellung zu nehmen.

Samstag, 6. November 2021

Die zwölf Stämme Israels in der Lesung von Allerheiligen

Überlieferter und neuer Ordo – die Lesung von Allerheiligen im neuen zeigt einen Zug von Antijudaïsmus; doch was den markantesten Unterschied zwischen den beiden Ordines ausmacht, ist etwas anderes.

Adsumus, Sancte Spiritus

Ein Gebet zur „Synode zur Synodalität“, das ganz anders klingt als das Treiben des „Synodalen Wegs“ – ein Hoffnungsschimmer?

Sonntag, 31. Oktober 2021

Der ganze Talmud und auch in deutscher Übersetzung


 

Ja den gibt´s im Netz (In der klassischen Übersetzung von Lazarus Goldschmidt);

wenn auch ein bischen verschachtelt.

Zunächst diesen Link klicken:   Talmud

 Dann Kapitel auswählen 

und dann unter "Versions" auswählen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Auch in der Kirche in Frankreich: Sexueller Mißbrauch

Eine furchtbare Zahl: von 1950 bis 2020 wurden zwischen 165.000 und 270.000 Kinder in Frankreich sexuell mißbraucht von Priestern oder Ordensleuten (Les violences sexuelles dans l’Église catholique / France 1950-2020. Rapport de la Commission indépendante sur les abus sexuels dans l’Église. Octobre 2021, § 0575, p. 222).
Daß Priester und Ordensleute überhaupt dergleichen begehen, ist furchtbar, aber irgendwie hat man sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, davon zu hören; und daß 2,5-2,8 % der französischen Priester und Ordensleute sich in dieser Weise schuldig gemacht haben (§ 0070, p. 40), übertrifft die Erwartungen nicht. Und die geringeren Zahlen bei Schulen, Sport und Ferienlagern (ibid.) mögen davon beeinflußt sein, daß dort bisher weniger nachgeforscht wurde.
Was aber entsetzt, ist, daß die Hochphase dieser Taten die Jahre 1950-1970 umfaßt, also schon vor den Wirren der sechziger Jahre begonnen hat (§ 0267, p. 125 – freilich sank danach nicht nur die Zahl der Übergriffe, sondern auch die der Priester und Ordensleute, die sie begehen konnten). Was entsetzt, ist weniger, daß den Kindern nicht sogleich geglaubt wurde – daß man zunächst einmal Vertrauen zu Priestern und Ordensleuten hatte, war verhängnisvoll, aber dahinter steht ein Dilemma: «Jeder Obere, jeder Vorgesetzte muß Vertrauen haben zu denen, die ihm anvertraut sind» –, als vielmehr, daß, wenn es dann klar wurde, nicht die Normen des kanonischen Rechts strikt angewandt wurden (§ 0269, p. 125), sondern die Täter nur versetzt wurden oder auch in Spezialkliniken gewiesen und dann wieder im priesterlichen Dienst eingesetzt wurden (§ 0270, p. 126), als hätte Therapie eine gleichsam sakramentale Wirkung. «Namentlich in Diözesen mit schwacher religiöser Praxis» sei es nur zu Versetzungen gekommen (§0270) – so führte der geistliche Niedergang in den Diözesen zu geistlichem Versagen der Ordinariate, das wiederum diesen Niedergang verschärfen mußte. Und schlimm ist, daß Opfer zu einem Eid des Schweigens gedrängt wurden (§ 0269).

Anderswo wurde berichtet, eine amerikanische Ordensfrau sei «von einem Freund gefragt worden, warum Katholiken nach all den Skandalen nicht austreten sollten, und nach einem langen Schweigen habe sie geantwortet: „Wir bleiben wegen Jesus Christus.“»
Dieser Antwort kann man nur beipflichten. Aber wenn von ebendieser Ordensfrau geschrieben wird, es falle ihr «in letzter Zeit sehr schwer, die Worte des Glaubensbekenntnisses zu rezitieren: „Eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“», so darf man sich daran erinnern, daß die Kirche nicht die Kirche all dieser Mietlinge, des Kardinals …, die der Bischöfe … und … und wie sie alle heißen (ich verzichte darauf, Namen anzuführen, die mir vor Augen sind) ist, sondern Kirche Jesu Christi, des Herrn, des Kyrios (Kyriakè Ekklesía), ist. Und es ist die Kirche der Apostel und Heiligen – und daß unter den Aposteln Christi auch Judas Iskariot war, hat damals niemanden vom Glauben an seine Kirche abgebracht.
Jedem Bischof, jedem Priester bleibt das Recht unbenommen, sich ganz privat nach seiner Façon auf den Weg in die Hölle zu machen. Wenn er allerdings dieses Recht mit seinem Auftreten in seinem Amt verbindet, so ist das schlimm – aber auch Judas Iskariot hat das schon getan.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Ein Bischof vor einem Ministerthron

«Das Beichtgeheimnis hat für uns als Verpflichtung Vorrang vor den Gesetzen der Republik.» So ist es, und so sagte es klar Moulins-Beaufort, Erzbischof von Reims und Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz.
Dann aber bekam er Gegenwind von der Politik; und nun nannte er das «eine ungeschickte Formulierung».
Unsere Propsteikirche hat das Patrozinium des heiligen Johannes Nepomuk; dieser hätte diese Formulierung nicht ungeschickt gefunden.

Was ist der Priester in der Messe?

Ein Artikel, ein „Editorial“ von Abbé Louis-Marie Berthe, dem ich insgesamt durchaus nicht beipflichte (weshalb ich ihn auch nicht einlinke). Aber ein Absatz daraus ist zitierenswert:
«Je mehr ein Priester die traditionelle Messe feiert, desto mehr entdeckt er, daß er nicht so sehr der Vorsitzende einer Versammlung ist, sondern der Diener Jesu Christi, der sich am Kreuz opfert. Ist es nur ein Zufall, wenn die Zahl der Diözesanpriester sinkt, während dort, wo die traditionelle Messe gefeiert wird, dort viel mehr – verhältnismäßig gesprochen – Priesterberufungen entstehen?»

Sonntag, 3. Oktober 2021

25 Jahre Ewald & Ewald

Heute vor 25 Jahren haben wir zum ersten mal das Fest der heiligen Märtyrer Ewald & Ewald mit unserem Heft zu ihren Ehren gefeiert. Seither ist zu ihren Ehren alljährlich ein Heft erschienen. Und zur Feier dieses Halbjubiläums haben wir das Heft 25 im Netz der Öffentlichkeit übergeben.
Dort wird von kundiger Seite die vergebene Chance dargelegt, die die Corona-Epidemie für den Gesang in der Kirche eigentlich geboten hat, die aber unbeachtet blieb; es wird besprochen, was es mit dem Aussatz in der Bibel eigentlich auf sich hat und des weiteren, warum manche Apostel dort unter zwei verschiedenen Namen erscheinen; der 700. Todestags Dantes wird da gefeiert; und es wird erklärt, wie die Christologie der Zeugen J”s vom rechten Weg abgekommen ist, wieweit sie sich von der Lehre des Evangeliums entfernt hat.
Der Artikel über Thomas von Aquin allerdings durfte nur auf Papier erscheinen; wer ihn lesen will, muß das Heft bestellen oder sich mit einem Ligamen auf eine gesprochene etwas kürzere Version begnügen.
Die Geheimnisse der Arithmetik allerdings führen dazu, daß am 25. Jahrestag das 26. Heft erscheinen mußte. Das wurde am Vorabend nach der Vesper feierlich entkorkt; es kann nun auf Papier bestellt werden.