Donnerstag, 17. Dezember 2015

Guter Wille und mangelnde Entschiedenheit

Die zuständige Bundesministerin hat einen Gesetzesentwurf gegen Unterbezahlung von Frauen vorgelegt.
Leider reicht er nicht aus. Der Chronist von Orietur Occidens legt es offen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Wechsel der Zeiten

Der preußische Innenminister v. Rochow 1837: „Dem Untertanen ziemt es nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen“ (in einem Brief an Jakob van Riesen; laut Georg v. Herwegh: „seines beschränkten Untertanenverstandes“).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer 2015: „Bürgerbeteiligung hat den Sinn, seine Meinung zu äußern und dann vielleicht auch in einem Abwägungsprozess erklärt zu bekommen, dass die Regierung aus bestimmten Gründen anders entschieden hat“ (in einem Interview durch Anja Krüger und Tobias Schulze, taz vom 11.12.).

Es geht um die Hochmoselbrücke, deren Bau die Landschaft des Moseltals ruiniert und auf Betreiben der Auto-Lobby durchgesetzt wurde – anscheinend oder scheinbar reicht der Bahnbetrieb für den dortigen Verkehr nicht aus.

Samstag, 28. November 2015

Freiheit, Ruhe, Gelassenheit

Lyrisch fast wird der Chronist von Orietur occidens bei der Teilnahme an stillen Messen (missae privatae, haud deprivatae [’tschuldigung: kein klassisches Latein]).

Freitag, 20. November 2015

Investorenschutz: Raubtier, nicht Haustier

Wenige Tage, nachdem eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Expertenkreis hat erklären lassen, der Investorenschutz müsse nur ein wenig domestiziert werden, zeigt ein Schiedsgericht die Wirklichkeit auf.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Mittwoch, 18. November 2015

Thomas Söding zur aktuellen Lage

Der von mir sehr geschätzte Professor für neutestamentliche Exegese Thomas Söding hat sich kürzlich angenehm klar zur derzeitigen Gewalt aus christlicher Sicht geäußert:

Angesichts der Attentate von Paris warnt Professor Thomas Söding, Theologe an der Bochumer Ruhr-Universität davor, in eine „falsche Konkurrenz“ zum Islam zu geraten.
„Man sollte die Gewalt in anderen Religionen nicht mit der in der eigenen Religion vergleichen, jeder muss vor seiner Tür kehren“, sagt er. Söding ist Diözesanvertreter des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster und einer der Referenten der Adventstagung am Samstag, 28. November, in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Thema der Tagung: „Religion und Gewalt – Altes und Neues Testament“.
Auch in der Bibel, erklärt Söding, „gibt es dunkle Stellen“ die von einem gewalttätigen Gott berichten. „Aber“, betont der Theologe, „da muss man genau hinsehen. Viele dieser Texte haben einen Kontext, den man verstehen muss.“ Die Heilige Schrift müsse man „intelligent lesen“ und dürfe nicht „Texte aus dem Zusammenhang reißen und dann als Gebrauchsanweisung benutzen.“ Die Bibel werde einerseits von „Scharfmachern“ zitiert, aber auch von jenen, die Frieden wollen. „Die Frage ist: wer hat recht?“, sagt Söding. Und erinnert an die Grundbotschaft: „Die Welt und das Leben sind Gottes Schöpfung, und es kann nicht sein, dass die Vernichtung von Leben dem Willen Gottes entspricht.“ Denn, sagt Söding, das zeige die Auferstehung Christi nach dem Tod am Kreuz: „Die Bibel ist ein Buch der Hoffnung.“
Und sie zeige, etwa am Beispiel des Paulus, welche Folgen religiöser Fanatismus einerseits habe, andererseits aber auch, wie er überwunden werden könne. Der spätere Friedensapostel sei zunächst ein erbitterter Gegner der noch jungen christlichen Gemeinden gewesen, die sich nach dem Tod Jesu gründeten. Dann aber habe er sein Fehlverhalten erkannt. Söding betont: „Paulus erkannte, dass die Schuld daran nicht bei anderen lag, nicht am Gesetz. Seine Fehler waren seine eigene Schuld, entstanden aus einem Übereifer. Er hatte das Gesetz für sich funktionalisiert und wollte sich darüber stellen. Das war Narzissmus im Gewande der Frömmigkeit.“
Eine solche „öffentlich inszenierte Heuchelei“ entdeckt Söding auch, wenn er auf die fremdenfeindlichen „Pegida“-Demonstrationen und ihre Ableger blickt, die sich teils damit brüsten, christliche Werte verteidigen zu wollen. „Ich würde mich freuen“, sagt Söding, „wenn die sich mal mit den christlichen Werten auseinandergesetzt hätten.“ Zudem erinnert er an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. „Gott ist den menschlichen Weg gegangen, damit den Weg der Gefährdung. Durch die Flucht seiner Eltern, die ihn mitgenommen haben, ist Jesus  aus den Fängen des Bösen befreit worden.“ Die Flucht, betont Söding, „ist den Christen ins Stammbuch geschrieben.“ Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter dem Denkmantel christlicher Werte hingegen seien „öffentlich inszenierte Heuchelei“. Gewalt im Namen Gottes gehe von „Heuchlern und Ideologen“ aus.
Was aber nicht bedeute, dass sich die Christen einer falschen Toleranz unterwerfen müssten und sich nicht gegen Anfeindungen wehren dürften. „Schon Jesus hat Klartext gesprochen, und zur Friedensbotschaft gehört auch, dass man Kriegstreibern entgegen tritt, und das mit aller Schärfe“, erklärt der Theologieprofessor. Dazu bedürfe es keiner Gewalt, sondern einer Autorität durch Glaubwürdigkeit. Die erlange man etwa, indem man sich mit dem Positiven des Gegenübers beschäftige. „Wir haben die Möglichkeit, das anzuerkennen“, sagt Söding und verweist auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dort sei erstmals gesagt worden, dass man dem Islam „mit Respekt“ begegne.

(Quelle unbekannt)

Alle, die das christliche Abendland verteidigen wollen - dazu gehöre ich auch -, sollten also darauf achten, daß sie der Versuchung des Hasses nicht erliegen. Damit wäre das Abendland genauso am Ende, wie bei einem Sieg des "Islamischen Staates".

Was wir verteidigen, kann und muß man gegebenenfalls auch mit Gewalt - Notwehr! - verteidigen. Aber wenn diese die christliche Vernunft und Liebe verdrängt und zum Prinzip des Denkens und Fühlen wird, haben wir verloren.

Es ist nicht so einfach mit dem Christentum - wie mit dem Leben. Versuchen wir’s! Ich kenne keinen heilsameren Weg.

Deus lo vult - hätte ich jetzt beinahe geschrieben. ;-) 

Sagen wir lieber: Mit Gottes Hilfe!

Es sind nicht «Die deutschen Bischöfe»
für TTIP

Aber der Anschein wird erweckt durch einen Expertenkreis, den eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einberufen hat - und dessen Stellungnahme sie in die Öffentlichkeit gebracht hat.
Der Chronist von Orietur Occidens analysiert.

Donnerstag, 12. November 2015

Neues Unheil für Franziskaner und Franziskanerinnen der Immaculata

Leben nach den Anordnungen des II. Vaticanum wird von Kommissaren verboten - und andere Kommissare berufen sich auf ebendieses Konzil. Und die Kongregation für die Institute geweihten Lebens erläßt ein Dekret, das sich selbst aufhebt.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Samstag, 7. November 2015

Die Unklarheiten in der Relatio finalis der Bischofssynode

haben System: der Ordensgeneral der Jesuiten spricht es offen aus.

Dienstag, 3. November 2015

Ein sehr festliches Requiem

- dem Chronisten von Orietur Occidens freilich zu festlich.

Samstag, 31. Oktober 2015

Angelus am Reformationstag

Mit meinem Patensohn bin ich mittags zum Essen verabredet. Es ist gerade die Zeit für den Angelus. In der Nähe ist die große Stadtkirche, die vor fünfhundert Jahren noch katholisch war. Dorthin nun also. Im Seitenschiff wird von den Zurückgebliebenen der Reformationstagsfeier noch Kaffee getrunken und gegessen. Wir gehen darum zum Angelus-Beten auf die andere Seite.
Nach dem Angelus bietet mir die Pfarrerin, die ich persönlich sehr schätze, ein Stück Reformationsbrötchen an, «zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen». Der Belag darauf sei ein Teil der Lutherrose, die über den Fladen ausgebreitet war, aus dem die Brötchen herausgeschnitten sind. Nun: zerschnittene Lutherrose – das ist zu verantworten.
Es sieht allerdings abschreckend süß aus, und der Geschmack ist zumindest nicht besser. Aber es ist eben zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen.

Freitag, 30. Oktober 2015

Die moderne Wissenschaft erst

sei wirklich vertrauenswürdig, sie beobachte genau, beschreibe sachlich, gehe angemessen methodisch vor, ziehe ihre Schlüsse nur aus gesicherten Tatsachen. So ungefähr stellt es sich der durchschnittliche gebildete Zeitgenosse vor (sicher, wer schon einmal im Wissenschaftsbetrieb gearbeitet hat, sieht das etwas weniger unbefangen). Den Beobachtungen aus älterer Zeit, solchen besonders, die älter sind als der Triumphzug der Aufklärung, wird mißtraut, damals seien die Menschen naïver gewesen, leichtgläubiger, auf ihre Beobachtungen sei wenig, auf ihre Schlüsse kein Verlaß.
Diese Bewertung: ist das eine angemessene Folgerung aus den Fortschritten des wissenschaftlichen Denkens seit der Aufklärung?
Sicher: die Wissenschaft hat in den letzten zweieinhalb Jahrhunderten Fortschritte gemacht, die dazu beitragen, heute vieles genauer zu sehen als damals. Allerdings: scheinbar wissenschaftlich begründeten Aberglauben gibt es auch heute reichlich, oft ganz frisch aus den Laboratorien der modernen Naturwissenschaft hervorgekommen, so etwa die „Neuromythologie“, wie sie Felix Hasler nennt.

Kommt also dieser Glaube an die Überlegenheit modernen Wissens wirklich von den Fortschritten unserer Zeit?

Bei der Lecture von „De re publica“ belehrt mich M. Tullius Cicero eines Besseren. Dort schon findet sich dieses Denkmuster (nun gut, mit dem Umfang der schon ausreichend modernen Zeit ist Cicero sehr viel großzügiger als unsere Zeit), aus dem Munde von P. Cornelius Scipio Africanus, den Cicero mit sehr modern klingenden Sätzen bemerkenswerterweise begründen läßt, wieso die Apotheose des Romulus historisch glaubwürdig sei:
(L. II, 18) «atque hoc eo magis est in Romulo admirandum, quod ceteri qui dii ex hominibus facti esse dicuntur, minus eruditis hominum saeculis fuerunt, ut fingendi proclivis esset ratio, cum imperiti facile ad credendum inpellerentur, Romuli autem aetatem minus his sescentis annis iam inveteratis litteris atque doctrinis omnique illo antiquo ex inculta hominum vita errore sublato fuisse cernimus. nam si, id quod Graecorum investigatur annalibus, Roma condita est secundo anno olympiadis septumae, in id saeculum Romuli cecidit aetas, cum iam plena Graecia poetarum et musicorum esset, minorque fabulis nisi de veteribus rebus haberetur fides.»

Der Glaube an die Überlegenheit der neuen Zeit scheint, wenn er auch mit dem an das längst vergangene Goldene Zeitalter konkurrieren muß, etwas in der Menschheit aller Zeiten verbreitetes zu sein.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Krank sein in Griechenland

In einer Reportage ist zu lesen: «Rund drei von insgesamt elf Millionen Griechen sind nicht mehr krankenversichert … Der staatliche Gesundheitsetat ist in den letzten Jahren um vierzig Prozent gekürzt worden.»
«Tuberkulose trete nun wieder öfter auf, auch Hepatitisfälle häuften sich.»
«„... Die Ansteckungsgefahr nimmt zu.“ ...»
Siehe: Das griechische Nein / Nachtrag von Freitag, 23. Oktober 2015

Dienstag, 27. Oktober 2015

Die Bischofssynode zum Thema der Familie

Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Aber es bleibt doch ein schaler Nachgeschmack.
Der Chronist von Orietur Occidens kommentiert.

Samstag, 17. Oktober 2015

Zwischen Ararat und Kaukasus

«Wie war’s?», «wie hat es dir in ... gefallen?», «hast du dich gut erholt?» wird man gefragt, wenn man aus dem Urlaub in fernem Lande zurückkommt. Die eigentlich wichtigste Frage jedoch wird kaum je gestellt: «Wie geht es der heiligen Kirche in ... ?»
Wenn auch nur ganz oberflächlich, so versucht der Chronist von Orietur Occidens doch, ein wenig auf diese Frage zu antworten.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gebet zur ersten Rasur

In Zeiten von Völkerwanderung und Nahostkrieg mal was wichtiges.

;-)

Dienstag, 29. September 2015

Im Netz haben Lügen gar nicht so kurze Beine

Von übelsten Übergriffen riesiger „Immigrantenhorden“ an der österreichisch-italienischen Grenze ist die Rede in einem Artikel der „Nouvelles de France“ („Les foules de migrants vues par un guide touristique polonais à la frontière entre l’Italie et l’Autriche: « Ils ont sorti une vieille dame en la tirant par les cheveux et voulaient partir avec sa voiture. »“), einem ausdrücklich von Rechts getragenen („des journalistes et des internautes de droite, libéraux et conservateurs“) Netzauftritt. Dieser Artikel wurde vom angesehenen deutschsprachigen Civitas-Institut unbefangen übernommen.
Diesen bedrückenden Artikel habe ich weitergegeben, die Recherche führte dann zu einer bemerkenswerten Auswertung von Karol Studzinski: „Wie Blogs und Unzensuriert.at das Anti-Flüchtlings-Märchen vom „Kot am Busfenster“ verbreitet haben“.
Der Artikel der „Nouvelles de France“ geht zurück auf einen Polen der drittklassigen TV-Prominenz. In Österreich blieb die Geschichte weitestgehend unbekannt; nur auf der FPÖ-nahen Seite Unzensuriert.at
 tauchte sie auf (einer weiblichen Ausgabe des Verfassers zugeschrieben – hat da jemand den maskulinen Genitiv für einen femininen Nominativ angesehen?), aber nicht einmal der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian „Stacheldraht“ Strache hat ihn öffentlich weitergegeben. Die italienischen Behörden haben rechtliche Schritte gegen den Urheber erwogen. Selber war dieser „bisher für keine Stellungnahme erreichbar“. Die Nachprüfungen einiger polnischer Zeitungen erwiesen die Angaben des Artikels „eindeutig als unwahr“.

Es ist eine Sache, sich gegen einen unreflektierten Immigrationsoptimismus zu wehren („Der Islam gehört zu Deutschland“; „Refugees are welcome here“, als seien alle Flüchtlinge gleich [und alle anglophon]), eine ganz andere, Flüchtlinge, deren viele schuldlos Not und Gewalt ausgesetzt waren, kollektiv dem Verdacht derartiger Übergriffe zu überantworten.

Freitag, 18. September 2015

Heute vor 120 Jahren

der erste Akt des kommenden Völkermords.

Montag, 31. August 2015

Zwar nicht auferstanden ...

aber die Sache Mons. Rogelio Livieres Planos geht doch weiter.

Meditativer Tanz

im Gottesdienst. Die Gemeinde spendet Beifall – der Chronist von Orietur Occidens nicht.

Mitwirkende unserer Freude?

Oft schon habe ich es beklagt: ein großes kirchliches Ereignis, sei es in der Kathedrale, sei es in einer Pfarrkirche, eine Amtseinführung, eine Verabschiedung – während der Messe noch erhalten verschiedenste Leute das Wort, vom Ambo aus, und durchaus nicht nur gläubige Katholiken; sie sprechen «Grußworte».
Stets hat es mich gestört; jetzt wurde mir der geistliche Grund meines Unmuts bewußt. Es geht um mehr als nur darum, daß Gottesdienst nicht langweilen darf («Grußworte sind eine milde Form der Christenverfolgung», hörte ich einmal einen einschlägig erfahrenen protestantischen Pastor sagen).
«Nicht daß wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitwirkende eurer Freude», schreibt der heilige Paulus (II. Cor. 1, 24). Die Freude, um die es in der Kirche, in der Liturgie geht, ist die Freude an der Begegnung mit dem Herrn.
Wenn deren Erleben, wenn diese Freude gestört wird durch rein weltliche Belanglosigkeiten, wir diese über uns ergehen lassen müssen, bevor wir den Segen empfangen, so handeln die Verantwortlichen als Beherrscher unseres Glaubens, unseres Gottesdienstes und eben nicht als Mitwirkende unserer Freude.