Montag, 5. Januar 2015

Warum der Herr schon vor 2000 Jahren geboren wurde

Die drei Weisen waren Magier, Angehörige also eines medischen Priesterstammes (die Magier waren für die Iraner etwa das, was die Aaroniden für die Juden waren).
Nehmen wir an, sie kamen aus Ekbatana, der medischen Hauptstadt (die einst auch die Sommerresidenz der persischen Großkönige war), heute Hamadan. Also: zuerst durch die Bergketten des Zagros, wohl immer dem Dijala folgend, bis sie bei Baghdad die Ebene erreichten. Nachdem sie dann Tigris und Euphrat überquert hatten, galt es sich zu entscheiden: den weiteren nördlichen Weg durch Syrien oder den Weg durch die Wüste. Wählten sie den Weg durch die Wüste, so hatten sie am Länderdreieck sich wieder zu entscheiden: das letzte Stück vor der Grenze Palästinas doch noch durch Syrien, über Damaskus, dann durchs von Israel kontrollierte Gebiet, oder durch Jordanien, dann durch Israel selbst.
Mehr als 1500 km hatten sie nun durchwandert; endlich in Bethlehem.
Allerdings: da sie den Stern nicht mehr sahen, nun noch der Abstecher nach Jerusalem mit all den Sperranlagen.

Mir scheint, die Reisebedingungen damals waren besser.

Morgenland und Abendland

Von Portugal bis nach Armenien, von Britannien bis nach Ägypten – ein Reich unter der Regierung Roms. Was bedeutete das für die Menschen aus dem Osten?
Der Ägypter Claudius Claudianus gibt die Antwort: «Cuncti gens una sumus – Wir alle sind ein Volk».
[s.: Imperium Romanum]
Eine späte Blüte hatte dem Reich einige Jahrzehnte zuvor Kaiser Konstantin d. Gr. bereitet, Sohn eines Vaters aus Dalmatien und einer Mutter aus Anatolien. Diese Blüte ermöglichte im Osten dem Reich ein Fortbestehen durch mehr als zwölf Jahrhunderte, der abendländischen Kultur dort ein fruchtbares Weiterleben, während im Westen wenige Jahrzehnte nach Claudian der Ansturm der germanischen Barbaren die abendländische Kultur schließlich ins Asyl der Klöster zwang.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Soll das Gemeinwohl dem Casino ausgeliefert werden?

Auch unter Katholiken möchte das der eine oder andere. Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Samstag, 27. Dezember 2014

Erneutes Stolpern beim Gebet am Fest des heiligen Johannes


Am Fest des heiligen Johannes des Evangelisten hat mich immer, so auch in diesem Jahr, die deutsche Oration gestört:


Allmächtiger Gott,
du hast uns durch den Evangelisten Johannes
einen Zugang eröffnet
zum Geheimnis deines ewigen Wortes.
Lass uns mit erleuchtetem Verstand
und liebendem Herzen erfassen,
was er in gewaltiger Sprache verkündet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Konkret geht es um die "gewaltige Sprache". "Gewaltig" sind Bergmassive, monumentale Bauten, mitreißende Reden. Ganz bestimmt sind die Schriften des Evangelisten herausragend, aber das Wort "gewaltig" klingt doch eher danach, als ob der Leser den Text mit einem anerkennenden "interessant" kommentieren wollte.

Also habe ich mich an den lateinischen Originaltext gewagt:

Deus, 
qui per beatum apostolum Ioannem Verbi tui nobis arcana reserasti, 
præsta, quæsumus, 
ut quod ille nostris auribus excellenter infúdit, 
intellegentiæ competentis eruditione capiamus.

Was übersetzt soviel bedeutet wie:

Gott, 
der du uns durch den seligen Apostel Johannes 
dein geheinmisvolles Wort erschlossen hast, 
gewähre, wir bitten, 
daß, was jener unseren Ohren vorzüglich eingegossen hat, 
wir mit der Gelehrsamkeit angemessener Einsicht aufnehmen.

Das klingt doch weniger gewaltig, aber um so mehr vorzüglich. ;-)

Andere Beiträge zum Gebetsstolpern. hier und hier.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Kerzen und O-Antiphonen

Schon am Abend zuvor war die erste Kerze angezündet worden; und nun, seit dem 17. Dezember, singt die Kirche jeden Abend eine neue O-Antiphon, und jeden Abend wird eine Kerze mehr angezündet, bis schließlich am Vorabend des Heiligen Abends «O Emmanuel» gesungen wird und acht Kerzen brennen.
Dieses Jahr erleben wir es: die Tage der O-Antiphonen und Chanukka treffen zusammen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Alma Redemptoris Mater

Der 18. Dezember ist nach altspanischem Ritus das Fest, der Mittwoch nach Gaudete nach römischem Ritus Gedenktag der Empfängnis des Herrn durch Maria. Ein Anlaß, an eine ehrwürdige Marianische Antiphon zu erinnern.

Wieviel Deutsch muß gesprochen werden?

Im Sonntagshochamt in der Predigt redet der Propst davon, daß heute gefordert werde, daß Ausländer in Deutschland Deutsch sprechen sollten. Aber es komme doch darauf an, daß man versuche, einander zu verstehen, daß man aufeinander höre, auch wenn man nicht jedes Wort verstehe.
Und darum werde er das Hochgebet heute auf Latein beten.

Samstag, 6. Dezember 2014

Havarien in der Kirche

Die Ereignisse der letzten anderthalb Jahre haben mich dazu gebracht, unsere lange Zeit vor sich hindämmernde Seite „Verba dierum“ (bemerkt eigentlich jemand außer Dilettanti, welch arrogant biblischer Titel das ist?) wieder zu beleben.
Etliche Wochen war ich ein wenig abgetaucht, eigentlich nur, um einige Verweise neu zu ordnen; doch dann ist daraus ein längerer Text geworden, eine Art von Chronik des Unheils, das in der Kirche zur Zeit geschieht.
Es fiel mir zunächst nicht leicht: es ist nichts erfreuliches, Dinge zu schreiben, die sich als Kritik am Papst lesen lassen. Noch während ich beim Schreiben war, las ich Marinikas Aufforderung, für den Papst zu beten, statt ihn zu kritisieren. Für ihn beten: ja, natürlich! Aber ich meine, für die Opfer seines Pontifikats haben wir ebenso zu beten; und gedacht werden soll auch ihres nunmehr unterbundenen Wirkens. Und ich bekenne mich zur Gruppe „B“.

Gruppe „B“
– während ich das hier schreibe, stelle ich fest, daß „Otro Punto de Vista“ aus dem Netz genommen worden ist. Der offene Brief von Lucrecia Rego de Planas an den Papst, in dem sie ihn sehr kenntnisreich charakterisiert, ist in deutscher Übersetzung noch auf „Katholisches.info“ zu finden. Aber weiß jemand, ob es irgendwo noch „Para mis amigos del grupo „B“: «Francisco, el último Papa»“ gibt?

Samstag, 29. November 2014

Die geplanten Freihandelsabkommen

– Ceta und TTIP – sind naturrechtswidrig, denn ihr Investorenschutz unterwirft die Gesetzgebung der Staaten, welche dem Gemeinwohl verpflichtet sind, privaten Schiedsgerichten, die das nicht sind und deren „Rechtsprechung“ nicht einmal an Gesetze gebunden ist; sie widersprechen dem Naturrecht, weil sie die Gesetzgebung daran hindern, ihrer wesentlichen Aufgabe zu folgen: das Wohl der Menschen (die „beatitudo“, so der heilige Thomas [S. Th. IIa IIæ q. 58 a. 2]) zu fördern.
Sie sind aber nicht nur naturrechtswidrig, sondern, so hat kürzlich eine Studie gezeigt, auch grundgesetzwidrig.
Doch werden sie von führenden bundesdeutschen Politikern forciert, weil sie – das Allzweckargument schlechter Wirtschaftspolitik – Arbeitsplätze schüfen; eine andere Studie hat kürzlich gezeigt (was man schon längst wissen konnte): das Gegenteil wäre der Fall, Arbeitsplätze drohen durch den Freihandel vernichtet zu werden.
„Der Welthandel wartet nicht auf Europa“, meinte jüngst die Bundeskanzlerin. Welch ein Argument: mit „... wartet nicht auf [uns / Deutschland / Europa]“ kann man einfordern, jeder noch so menschenfeindliche Modeströmung zu folgen.

Noch einmal: Unterschriften sind erbeten!

Montag, 24. November 2014

Sexuelle Früherziehung

Ein treffender Kommentar:
Touché !

Dienstag, 11. November 2014

Actuosa participatio

Eine Christin aus dem Süden zeigt dem Chronisten von Orietur Occidens eine andere Art, den Gottesdienst mitzufeiern.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Dienstag, 21. Oktober 2014

Kirchweihfest mit Bischof

Viele Gelegenheiten, sich zu bedanken, beobachtet der Chronist von Orietur Occidens – ohne Freude.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Stolpern beim Gebet

Wie schon vor einiger Zeit, sei hier von einem Stolpern beim Gebet berichtet.

Am Fest der Heiligen T(h)eresia von Avila heißt es im deutschen Meßbuch und Brevier:


Allmächtiger Gott,
du hast die heilige Theresia von Jesus
durch deinen Geist erweckt
und sie der Kirche als Lehrmeisterin
des Weges zur Vollkommenheit geschenkt.
Gib, dass wir in ihren Schriften
Nahrung für unser geistliches Leben finden.
Durchdringe uns mit der Gewissheit,
dass du allein genügst,
und entzünde in uns das Verlangen nach Heiligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Ich stolpere darüber, daß ich mich betend selbst verpflichte, in den Schriften der Heiligen zu lesen, und über die Taizé-konnotierte nada-te-turbo-, äh -turbe-Stelle (viert- und drittletzte Zeile), schlage daher im lateinischen Missale Pauls VI. (iuxta typicam tertiam) nach und finde dieses Gebet:


Deus, qui per Spíritum tuum beátam Teresiam suscitásti,
ut requiréndæ perfectiónis sémitam Ecclésiæ manifestáret,
da nobis et cæléstis ejus doctrínæ pábulo semper nutríri
et veræ sanctitátis desidério accéndi.
Per Dominum.


Wenn man es textnah übersetzt, sind die beiden Stolperstellen nicht mehr zu finden:


Gott, der du durch deinen Geist die selige Theresia erweckt hast,
der suchenden Kirche den Weg der Vollkommenheit zu offenbaren,
gib uns, sowohl durch die Nahrung ihrer himmlischen Lehre immer genährt
als auch durch das Verlangen der wahren Heiligkeit entzündet zu werden.


Freitag, 10. Oktober 2014

Montag, 6. Oktober 2014

Das Ende vom Anfang vom Ende des Nepotismus

Heute vor 225 Jahren wurde Pietro Ottoboni zum Papst gewählt, Alexander VIII.
Am 12. August 1689 war der selige Innozenz XI. gestorben, der sich daran gemacht hatte, den Nepotismus des barocken Feudalismus aus der Kirche zu verbannen. Aber er konnte sein Anliegen nicht zu Ende führen, und unter Alexander VIII. war alles wieder wie zuvor.
Doch später ... Der Chronist von Orietur Occidens erinnert.

Sonntag, 28. September 2014

Is pollà éti – mnogaja ljeta –
ad multos annos

Die Sieben ist eine heilige Zahl, die jedoch Überhöhung findet in der Zahl des Heils, der Acht. So wie aber die Sieben in der Acht überhöht wird, so wird deren Quadrat, siebenmal Sieben, überhöht in der Fünfzig.

«Ich war fünfzehn, und mein Wille stand aufs Lernen, mit dreißig stand ich fest, mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr, mit fünfzig war mir das Gesetz des Himmels kund.»
(Confutius [Lun Yü II, 4 verdeutscht von Richard Wilhelm]
– um einmal lógous spermatikoùs zu zitieren)

Donnerstag, 25. September 2014

Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion

Eine Frage der Barmherzigkeit? – der Chronist von Orietur Occidens hat einige kritische Anmerkungen zu machen.