Samstag, 17. Februar 2018

Schönheit für die Armen

Josyp Kardinal Slipyj, Patriarch der ukraïnischen griechisch-katholischen Kirche, bei einem Vortrag bei der Bischofssynode 1971:
«Wenn ihr von den Armen reden wollt: hier drinnen kann ich als einziger von ihnen reden, denn ich bin 25 Jahre im Elend in einer kommunistischen Galeere gewesen.
Aber wollt ihr den Armen, die schon wenig Brot haben, auch noch das nehmen, was die Kunst bietet, die Musik, die Schönheit? Auch das noch? Wißt ihr nicht, daß sie danach ein größeres Bedürfnis haben als jene, denen es wohl ergeht?»
Contro i pauperisti ed i falsi amanti dei poveri un aforisma del Cardinale Josyp Slipyj

Freitag, 16. Februar 2018

Bedeutung des christlichen Gottesdienstes


Unser Herr, das Wort Gottes, hat zuerst die Knechte zu Gott hin gezogen. Danach hat er alle befreit, die sich ihm unterwarfen, wie er selbst zu seinen Jüngern sagt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe." 

Die Freundschaft Gottes ist es, die uns Unsterblichkeit schenkt, wenn wir uns um sie bemühen. Am Anfang hat Gott den Adam erschaffen, nicht etwa, weil er den Menschen brauchte. Er tat es, um jemand zu haben, den er mit seinen Wohltaten überhäufen konnte. Denn das Wort verherrlichte den Vater schon vor Adam, ja vor der Erschaffung der ganzen Welt. Es war im Vater und wurde von seinem Vater verherrlicht, wie er selbst sagt: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war." 

Jesus verlangte auch unsere Nachfolge nicht deshalb, weil er unseren Dienst etwa brauchte, sondern um uns das Heil zu schenken. Denn dem Herrn folgen heißt am Heil teilhaben, und dem Licht folgen heißt Licht empfangen. Die im Licht sind, machen nicht das Licht leuchten, sondern werden selbst vom Licht erleuchtet und erhellt. Sie geben dem Licht nichts, sondern sind nur Empfänger, wenn das Licht ihnen die Wohltat der Erleuchtung spendet. 

So bietet auch der Gottesdienst Gott nichts; Gott braucht den Dienst der Menschen nicht, sondern schenkt allen, die ihm folgen und dienen, das Leben, die Unvergänglichkeit und die ewige Herrlichkeit. Allen, die ihm dienen, erweist er Wohltaten dafür, daß sie ihm dienen, und denen, die ihm folgen, tut er wohl dafür, daß sie ihm nachfolgen. Er selbst empfängt jedoch keine Wohltaten von ihnen. Er ist reich und vollkommen, er kennt keinen Mangel. 

Gott verlangt von den Menschen Dienst, weil er gütig und barmherzig ist und denen gut sein will, die in seinem Dienst ausharren. Gott bedarf nichts, doch der Mensch bedarf der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist der Ruhm des Menschen, im Dienst Gottes zu bleiben und auszuharren. Deshalb sagte der Herr zu seinen Jüngern: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt." Damit wies er darauf hin, daß nicht sie ihn verherrlichen, wenn sie ihm folgen, sondern daß der Sohn Gottes sie verherrlicht, wenn sie ihm folgen. Und wiederum: "Ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen."


Irenäus von Lyon (um 202)

Montag, 12. Februar 2018

Kleine Schritte – und sie tun gut

Da er nichts ungewöhnliches, auffälliges findet, hat der Chronist von Orietur Occidens sich daran gemacht, Kleinigkeiten zu beschreiben. Und siehe: sie sind mehr als nur Kleinigkeiten.

Samstag, 10. Februar 2018

Marktliberaler Kampf gegen das Gemeinwohl

Wie Freihandelsabkommen das Gemeinwohl zu beschädigen drohen, wie hohl die mit diesen Abkommen verknüpften Versprechen sind, haben wir schon wiederholt (1. – 2. – 3.) erörtert. Nun, da TTIP dank einem US-Präsidenten, dem zu danken es sonst nicht allzu oft einen Grund gibt, vorläufig vom Tisch ist, wird der Kampf um das Vorrecht des Freihandels gegenüber der regulierenden Macht des Staates an anderen Stellen engagiert weitergeführt: nicht nur CETA droht endgültig in Kraft zu treten, sondern mit dem südamerikanischen Mercosur und mit vielen anderen Ländern drohen ähnliche Verträge.

Samstag, 3. Februar 2018

Rechte und Pflichten des Eigentümers – Rechte und Pflichten des Mieters

Das Grundgesetz stellt die Pflichten des Eigentümers und die Rechte des Mieters heraus. Die Rechtswirklichkeit zeigt sich sehr anders.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Wie lange dauert die Weihnachtszeit? (III.)

Einen versöhnlichen Abschluß der Frage erlebte der Chronist von Orietur Occidens zu Mariä Lichtmeß in der Propstei.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Moderne Theologie und Logik

[Da ich es nun gerade geschafft habe, dieses Zitat zu ergugeln, nutze ich sogleich die Chance, darüber zu posten.]

« Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht. »
(Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie. Beiträge zur Evangelischen Theologie, Bd. 7, 1941, S. 18)

Die Logik dahinter: Wenn der Mensch soviel mit Technik vermag, kann demnach Gott nicht allmächtig sein.
Was daran wäre stringent oder theologisch?

Samstag, 27. Januar 2018

Die mangelnde Achtsamkeit für die liturgischen Formen

«L’insouciance pour les formes liturgiques, qui est l’indice le plus sensible de l’affaiblissement de la foi dans une chrétienté, et qui règne si universellement autour de nous ... – die mangelnde Achtsamkeit für die liturgischen Formen, die das sensibelste Merkmal ist für die Schwächung des Glaubens einer Christenheit und die so allgemein um uns herum herrscht ...» (Dom Prosper Guéranger in L’Année Liturgique, zitiert vom Maître-Chat Lully)

Septuagesima

Heute abend beginnt dem extraordinärem Usus zufolge sowie nach lutherischer Agende die Vorfastenzeit. Ebenso ist es in der orthodoxen Kirche; sie begeht heute den Sonntag des Zöllners und des Pharisäers.
Allerdings kennt der byzantinische Ritus vier Sonntage der Vorfastenzeit. Da aber dieses Jahr nach julianischer Osterberechnung Ostern erst eine Woche später ist als nach gregorianischer, fällt der Beginn der Vorfastenzeit zusammen.
Jedoch ist die eigentliche Übereinstimmung viel älter: nur die letzten drei der vier Sonntage der byzantinischen Vorfastenzeit (die also unseren Sonntagen von Septuagesima bis Quinquagesima entsprechen) kennen im Orthros zum Abschluß des Polyeleos den 136. [137.] Psalm: An den Flüssen Babylons – das zeigt, daß diese letzteren drei Sonntage eine ältere Tradition der Vorfastenzeit verkörpern.

Nach alter Tradition mag Septuagesima auch der Beginn des Kirchenjahrs gewesen sein: in den ältesten Ordines Romani beginnt mit diesem Tag die Leseordnung; und wenn die Quatember der Pfingstwoche, des Septembers und des Advent in den älteren Schriften mit dem Fasten des vierten, des fünften, des siebten und des zehnten Monats nach Zach. 8, 19 begründet werden, so setzt das einen Jahresbeginn mit dem März voraus, wie er aber nach Cäsar selten war, oder eben mit Septuagesima.

Mehr über Septuagesima zu lesen ist in Il rito di sepoltura dell'Alleluja all'inizio del periodo di settuagesima (ein Irrtum des Autors im Détail: im überlieferten römischen Ritus hört der Gesang des Alleluja bereits mit der Vesper von Septuagesima auf, nicht erst am Aschermittwoch – siehe auch: Les adieux à l’Alléluia).

Die „Islamisierung Europas“ ist abgesagt

– das ist zu erfahren aus einem Gespräch mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume im Deutschlandfunk (im Gespräch mit Andreas Main).
Mancherlei ist in diesem Gespräch darüber hinaus noch interessant:
So die Bedeutung der Religion für die Demographie: «Wir haben immer wieder den Befund, wenn sich die Religion auflöst, lösen sich auch Gemeinschaften auf und schrumpfen die Familien.»
So die Bemerkungen zu Thilo Sarrazin, der sich in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ auf die religionsdemographischen Überlegungen Michael Blumes bezogen hat. Dieser nun – also Sarrazins Quelle – merkt an, wie Sarrazin «mit Daten spielt und sie auch manipuliert, damit sie passen.»
So der Zwang, der von der sich verändernden Gesellschaft ausgeübt wird: «Also beispielsweise können sie mit einer Alleinverdiener-Ehe, wo nur der Mann verdient und die Frau zuhause bleibt, in einer Großstadt nicht einmal mehr die Miete bezahlen. Das bedeutet, Familienstrukturen müssen sich auch immer wieder ändern.Wenn sie das nicht tun, entsteht die sogenannte Traditionalismusfalle.» Was er nicht sagt – das ist ja nicht das eigentliche Thema des Gesprächs –, das ist, das diese Falle aufgestellt worden ist vom freien Markt, der heute das unterbindet, was vor einigen Jahrzehnten noch normal war.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Politik gegen Einsamkeit

Einsamkeit macht krank – und wird hierzulande endemisch.
Ein komplexes Problem – doch steht der Politik eine einfache wirksame Maßnahme zur Verfügung.
Der Chronist von Orietur Occidens nennt sie.

Wie lange dauert die Weihnachtszeit? (II.)

Dieses Thema bedurfte doch einer grundsätzlichen Überlegung; der Chronist von Orietur Occidens hat es in Angriff genommen, ihnen eine längere Anmerkung zu widmen:
Rechtspositivismus und Kirche.

Sonntag, 14. Januar 2018

Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Es ist nicht gerade eine vertrauenserweckende Quelle, aus der der Chronist von Orietur Occidens die Antwort findet; nur: es ist die richtige Antwort.

Freitag, 12. Januar 2018

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze gegen die Krise der Kirche

Es gibt hierzulande zwei Ansätze, gegen die Krise der Kirche anzugehen; der eine: Mehr Christus, die Welt ihm untergeordnet – der andere: Weniger Christus, mehr Welt.
Nun wurde, verbunden mit der ökumenischen Konferenz MEHR ein „Mission Manifest“ mit zehn „Thesen für das Comeback der Kirche“ veröffentlicht. Trotz etwas holpriger Sprache und teilweise unklarer Formulierungen ist es offensichtlich, daß der Ansatz diese Manifests der erstere ist: Mehr Christus.
Und da zu den Erstunterzeichnern einige Bischöfe gehören, darunter ein Kardinal, sah sich auch katholisch.de veranlaßt, darüber zu schreiben. Der Artikel ist bemerkenswert: bei oberflächlicher Anerkennung schimmert immer wieder Abstand durch, beginnend schon mit dem Titel: «Nur mal schnell die Kirche retten». Im weiteren Text wird der Grund für diesen Abstand deutlich, dort liest man: «Trotzdem gibt es in der Kirche doch auch andere große Aufbrüche und Versuche zur Veränderung: Was ist etwa mit der Diskussion um Wiederverheiratete oder den Umgang mit Homosexuellen? ... Kann nicht auch das ein authentisches Zeugnis sein, dass die Menschen vom Glauben überzeugt?» – offenkundig bevorzugt die Autorin von katholisch.de den zweiten Ansatz: Weniger Christus, mehr Welt.

Bemerkenswert auch eine Meinung, die einige Zeilen zuvor auftaucht: es gebe «Christen, ... die persönlich den Glauben bei den Pfadfindern genauso oder besser erfassen als bei der Ewigen Anbetung oder ...». Klickt man bei der Ewigen Anbetung weiter, so findet man mit einem zweiten Klick eine prächtige Satire auf verquaste, pastoral gemeinte Sprache – nur leider ist zu fürchten, daß der professorale Autor nicht bemerkt hat, daß er eine Satire schreibt.

Montag, 8. Januar 2018

Was sind Schwestern und Brüder?

Epiphanie: Die Ostertermine sind veröffentlicht; nun zur Festmesse vorm Dreikönigsschrein.
Was sind Schwestern und Brüder? Der Erzbischof läßt es wissen: nach dem Einzug begrüßt er zuerst „die Schwestern und Brüder aus den Gemeinden und Gemeinschaften des Erzbistums“, dann auch noch „die Gläubigen“ aus den anderen Diözesen.
Glanz und Elend der Festfeier im Kölner Dom, liturgische Qualität und Printophoren, hat der Chronist von Orietur Occidens beobachtet.

Freitag, 29. Dezember 2017

Weihnachten, das Fest für Predigtfreunde

Die Messe zur Mitternacht und die Messe am Weihnachtstag: zwei Messen (die dritte, die Hirtenmesse, ist ja nahezu ausgestorben), die sich durch ihre unterschiedlichen Texte und besonders die Evangelien markant unterscheiden und zugleich ergänzen.
Und, welche Freude für Predigtfreunde, die Predigt können sie zweimal hören, sie ist die gleiche in beiden Messen.

Samstag, 16. Dezember 2017

Wann ist Weihnachten?

Daß Weihnachtsmärkte und Kaufhäusern darüber besondere Vorstellungen haben, wundert niemanden mehr. Aber die Kirche?
Der Chronist von Orietur Occidens sieht sich genötigt, zu berichten,
und er kann etwas nachtragen.

Samstag, 9. Dezember 2017

Festmesse am staatlichen Werktag

Abendmessen an solchen Festtagen mag der Chronist von Orietur Occidens sehr.
An diesem Festtag der Unbefleckten Empfängnis fällt ihm noch etwas besonderes auf.

Recht des Unternehmers — Recht des Angestellten

Recht gleichförmig wiederholt sich, was wir vor Jahren zu monieren hatte: Ein Unternehmer gefährdet mit rechtswidrigen Maßnahmen die Gesundheit von Kunden, ein Mitarbeiter deckt es auf – und hat das Nachsehen.
Wieder referiert der Chronist von Orietur Occidens.

Politisch korrekte Sprache

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