Montag, 19. Januar 2015

Oration der dritten Woche im Jahreskreis

Im deutsche Missale:

Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Im lateinischen Original:

Omnípotens sempitérne Deus, 
dírige actus nostros in beneplácito tuo, 
ut in nómine dilécti Fílii tui mereámur 
bonis opéribus abundáre. 
Per eúndem Dóminum. 

Einigermaßen wörtlich:

Allmächtiger, ewiger Gott, 
leite unsere Taten in deinem Wohlgefallen, 
damit wir im Namen deines geliebten Sohnes erlangen, 
an guten Werken überzufließen.
Durch ihn, Jesus Christus.

Also ist die offizielle Übersetzung nah am Urtext.   

Das Abendland verteidigt

haben vorgestern 50.000 Menschen in Berlin, verteidigt gegen industrielle Landwirtschaft, gegen TTIP und CETA.
Pegida brauchen wir zur Verteidigung des Abendlandes nicht.

Sonntag, 18. Januar 2015

Oration der zweiten Woche im Jahreskreis

Im deutschen Missale lautet das "Tagesgebet" für die zweite Woche im Jahreskreis:


Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.

Hat Gott Macht über die Herzen der Menschen - beziehungsweise übt er sie aus? Natürlich bei denen, die ihn lassen. 

Was sagt das lateinische Original?

Omnípotens sempitérne Deus, 
qui cæléstia simul et terréna moderáris, 
supplicatiónes pópuli tui cleménter exáudi, 
et pacem tuam nostris concéde tempóribus.

Das heißt einigermaßen wörtlich:

Allmächtiger, ewiger Gott, 
der du zugleich das Himmlische und das Irdische lenkst, 
die Bitten deines Volkes erhöre milde, 
und deinen Frieden gewähre unseren Zeiten.    

Schön ist, daß diese Oration vom entsprechenden zweiten Sonntag nach Erscheinung in der alten Ordnung übernommen worden ist - und der in der lutherischen Agende entspricht.

Freitag, 16. Januar 2015

Neues Unheil von Kommissaren

Die vom Vatikan eingesetzte designierte Kommissarin der Franziskanerinnen der Immaculata erhebt gegen die Schwestern Vorwürfe, die sich eigentlich gegen das II. Vaticanum, gegen den heiligen Franciscus und gegen den heiligen Maximilian Kolbe richten.
Der heilige Maximilian Kolbe ließ die Angehörigen der Militia Immaculatae täglich beten:
O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen, und für alle, die ihre Zuflucht nicht zu Dir nehmen, besonders für die Feinde der heiligen Kirche, und für alle Dir Anempfohlenen.

Sonntag, 11. Januar 2015

Oration der ersten Woche im Jahreskreis

Herr, unser Gott, 
wir haben uns im Namen deines Sohnes versammelt und rufen zu dir: 
Erhöre die Bitten deines Volkes,
mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit 
und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.

So lautet das "Tagesgebet" der ersten Woche im Jahreskreis in der offiziellen deutschen Übersetzung.


Ich habe im lateinischen Original nachgeschaut:


Vota, quǽsumus, Dómine, 

supplicántis pópuli cælésti pietáte proséquere, 
ut et quæ agénda sunt vídeant, 
et ad implénda quæ víderint convaléscant. 

... was nach meinen beschränkten Lateinkenntnissen etwa folgendes bedeutet:


Die Wünsche, wir bitten, Herr, 

des flehenden Volkes gewähre in himmlischer Milde, 
damit es sowohl, was zu tun ist, sehe, 
als auch zur Vollendung dessen, was es gesehen haben wird, heranwachse. 

Sieh auch hier, hier und hier.

Montag, 5. Januar 2015

Warum der Herr schon vor 2000 Jahren geboren wurde

Die drei Weisen waren Magier, Angehörige also eines medischen Priesterstammes (die Magier waren für die Iraner etwa das, was die Aaroniden für die Juden waren).
Nehmen wir an, sie kamen aus Ekbatana, der medischen Hauptstadt (die einst auch die Sommerresidenz der persischen Großkönige war), heute Hamadan. Also: zuerst durch die Bergketten des Zagros, wohl immer dem Dijala folgend, bis sie bei Baghdad die Ebene erreichten. Nachdem sie dann Tigris und Euphrat überquert hatten, galt es sich zu entscheiden: den weiteren nördlichen Weg durch Syrien oder den Weg durch die Wüste. Wählten sie den Weg durch die Wüste, so hatten sie am Länderdreieck sich wieder zu entscheiden: das letzte Stück vor der Grenze Palästinas doch noch durch Syrien, über Damaskus, dann durchs von Israel kontrollierte Gebiet, oder durch Jordanien, dann durch Israel selbst.
Mehr als 1500 km hatten sie nun durchwandert; endlich in Bethlehem.
Allerdings: da sie den Stern nicht mehr sahen, nun noch der Abstecher nach Jerusalem mit all den Sperranlagen.

Mir scheint, die Reisebedingungen damals waren besser.

Morgenland und Abendland

Von Portugal bis nach Armenien, von Britannien bis nach Ägypten – ein Reich unter der Regierung Roms. Was bedeutete das für die Menschen aus dem Osten?
Der Ägypter Claudius Claudianus gibt die Antwort: «Cuncti gens una sumus – Wir alle sind ein Volk».
[s.: Imperium Romanum]
Eine späte Blüte hatte dem Reich einige Jahrzehnte zuvor Kaiser Konstantin d. Gr. bereitet, Sohn eines Vaters aus Dalmatien und einer Mutter aus Anatolien. Diese Blüte ermöglichte im Osten dem Reich ein Fortbestehen durch mehr als zwölf Jahrhunderte, der abendländischen Kultur dort ein fruchtbares Weiterleben, während im Westen wenige Jahrzehnte nach Claudian der Ansturm der germanischen Barbaren die abendländische Kultur schließlich ins Asyl der Klöster zwang.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Soll das Gemeinwohl dem Casino ausgeliefert werden?

Auch unter Katholiken möchte das der eine oder andere. Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Samstag, 27. Dezember 2014

Erneutes Stolpern beim Gebet am Fest des heiligen Johannes


Am Fest des heiligen Johannes des Evangelisten hat mich immer, so auch in diesem Jahr, die deutsche Oration gestört:


Allmächtiger Gott,
du hast uns durch den Evangelisten Johannes
einen Zugang eröffnet
zum Geheimnis deines ewigen Wortes.
Lass uns mit erleuchtetem Verstand
und liebendem Herzen erfassen,
was er in gewaltiger Sprache verkündet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Konkret geht es um die "gewaltige Sprache". "Gewaltig" sind Bergmassive, monumentale Bauten, mitreißende Reden. Ganz bestimmt sind die Schriften des Evangelisten herausragend, aber das Wort "gewaltig" klingt doch eher danach, als ob der Leser den Text mit einem anerkennenden "interessant" kommentieren wollte.

Also habe ich mich an den lateinischen Originaltext gewagt:

Deus, 
qui per beatum apostolum Ioannem Verbi tui nobis arcana reserasti, 
præsta, quæsumus, 
ut quod ille nostris auribus excellenter infúdit, 
intellegentiæ competentis eruditione capiamus.

Was übersetzt soviel bedeutet wie:

Gott, 
der du uns durch den seligen Apostel Johannes 
dein geheinmisvolles Wort erschlossen hast, 
gewähre, wir bitten, 
daß, was jener unseren Ohren vorzüglich eingegossen hat, 
wir mit der Gelehrsamkeit angemessener Einsicht aufnehmen.

Das klingt doch weniger gewaltig, aber um so mehr vorzüglich. ;-)

Andere Beiträge zum Gebetsstolpern. hier und hier.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Kerzen und O-Antiphonen

Schon am Abend zuvor war die erste Kerze angezündet worden; und nun, seit dem 17. Dezember, singt die Kirche jeden Abend eine neue O-Antiphon, und jeden Abend wird eine Kerze mehr angezündet, bis schließlich am Vorabend des Heiligen Abends «O Emmanuel» gesungen wird und acht Kerzen brennen.
Dieses Jahr erleben wir es: die Tage der O-Antiphonen und Chanukka treffen zusammen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Alma Redemptoris Mater

Der 18. Dezember ist nach altspanischem Ritus das Fest, der Mittwoch nach Gaudete nach römischem Ritus Gedenktag der Empfängnis des Herrn durch Maria. Ein Anlaß, an eine ehrwürdige Marianische Antiphon zu erinnern.

Wieviel Deutsch muß gesprochen werden?

Im Sonntagshochamt in der Predigt redet der Propst davon, daß heute gefordert werde, daß Ausländer in Deutschland Deutsch sprechen sollten. Aber es komme doch darauf an, daß man versuche, einander zu verstehen, daß man aufeinander höre, auch wenn man nicht jedes Wort verstehe.
Und darum werde er das Hochgebet heute auf Latein beten.

Samstag, 6. Dezember 2014

Havarien in der Kirche

Die Ereignisse der letzten anderthalb Jahre haben mich dazu gebracht, unsere lange Zeit vor sich hindämmernde Seite „Verba dierum“ (bemerkt eigentlich jemand außer Dilettanti, welch arrogant biblischer Titel das ist?) wieder zu beleben.
Etliche Wochen war ich ein wenig abgetaucht, eigentlich nur, um einige Verweise neu zu ordnen; doch dann ist daraus ein längerer Text geworden, eine Art von Chronik des Unheils, das in der Kirche zur Zeit geschieht.
Es fiel mir zunächst nicht leicht: es ist nichts erfreuliches, Dinge zu schreiben, die sich als Kritik am Papst lesen lassen. Noch während ich beim Schreiben war, las ich Marinikas Aufforderung, für den Papst zu beten, statt ihn zu kritisieren. Für ihn beten: ja, natürlich! Aber ich meine, für die Opfer seines Pontifikats haben wir ebenso zu beten; und gedacht werden soll auch ihres nunmehr unterbundenen Wirkens. Und ich bekenne mich zur Gruppe „B“.

Gruppe „B“
– während ich das hier schreibe, stelle ich fest, daß „Otro Punto de Vista“ aus dem Netz genommen worden ist. Der offene Brief von Lucrecia Rego de Planas an den Papst, in dem sie ihn sehr kenntnisreich charakterisiert, ist in deutscher Übersetzung noch auf „Katholisches.info“ zu finden. Aber weiß jemand, ob es irgendwo noch „Para mis amigos del grupo „B“: «Francisco, el último Papa»“ gibt?

Samstag, 29. November 2014

Die geplanten Freihandelsabkommen

– Ceta und TTIP – sind naturrechtswidrig, denn ihr Investorenschutz unterwirft die Gesetzgebung der Staaten, welche dem Gemeinwohl verpflichtet sind, privaten Schiedsgerichten, die das nicht sind und deren „Rechtsprechung“ nicht einmal an Gesetze gebunden ist; sie widersprechen dem Naturrecht, weil sie die Gesetzgebung daran hindern, ihrer wesentlichen Aufgabe zu folgen: das Wohl der Menschen (die „beatitudo“, so der heilige Thomas [S. Th. IIa IIæ q. 58 a. 2]) zu fördern.
Sie sind aber nicht nur naturrechtswidrig, sondern, so hat kürzlich eine Studie gezeigt, auch grundgesetzwidrig.
Doch werden sie von führenden bundesdeutschen Politikern forciert, weil sie – das Allzweckargument schlechter Wirtschaftspolitik – Arbeitsplätze schüfen; eine andere Studie hat kürzlich gezeigt (was man schon längst wissen konnte): das Gegenteil wäre der Fall, Arbeitsplätze drohen durch den Freihandel vernichtet zu werden.
„Der Welthandel wartet nicht auf Europa“, meinte jüngst die Bundeskanzlerin. Welch ein Argument: mit „... wartet nicht auf [uns / Deutschland / Europa]“ kann man einfordern, jeder noch so menschenfeindliche Modeströmung zu folgen.

Noch einmal: Unterschriften sind erbeten!

Montag, 24. November 2014

Sexuelle Früherziehung

Ein treffender Kommentar:
Touché !

Dienstag, 11. November 2014

Actuosa participatio

Eine Christin aus dem Süden zeigt dem Chronisten von Orietur Occidens eine andere Art, den Gottesdienst mitzufeiern.