Samstag, 12. September 2020

Fest des Namens Mariæ

Dieser Tag feiert eigentlich den Sieg über die osmanischen Belagerer vor Wien 1683. Darf man militärische Siege feiern? Wir haben einmal die Gegenprobe gemacht und seinerzeit aus Anlaß eines ähnlichen Festes – des Rosenkranzfestes – dargestellt.

Freitag, 11. September 2020

Rassismus und Ultra-Rassismus

Von Angehörigen und Freunden dunklerer Hautfarbe hierzulande zu hören, daß sie rassistische Anfeindungen und Pöbeleien erleben, ist schmerzlich.
Zu einem drängenden Thema aber ist Rassismus jetzt dadurch geworden, daß sich besonders in den USA rassistische Gewalt – von beiden Seiten (obwohl die politische Korrektheit schwarzen Rassismus nicht war haben will) – aufgeschaukelt hat. Von welcher Seite her es als schlimmer erscheint, hängt von der politischen Ausrichtung der jeweiligen Quelle ab. Dazu Stellung zu nehmen ist ein Navigieren zwischen Skylla – der Verharmlosung der offenbar dort sehr verbreiteten rassistischen Gewalt und US-amerikanischen Polizeigewalt – und Charybdis (politisch korrekter Instrumentalisierung).
(Jedenfalls ist die Gewalt der einen Seite nicht durch die der anderen zu entschuldigen. Nichtsdestoweniger aber ist die Frage moralisch bedeutsam, von wem die Gewalt anfangs ausging; denn wenn aus einer Gruppe heraus Gewalt gegen eine andere angewandt wird, so erzeugt das regelmäßig Gegengewalt, für die der, der begonnen hat, mitverantwortlich ist.)
Interessante Beiträge zu diesem Thema waren in letzter Zeit in Blöggen erschienen: „Wie man Hashtags nicht anwendet“, „Statuen stürzen?“, „Was ist Rassismus?“ – und auch zwischen ihnen gibt es Reibungen.
Wir haben nun uns bemüht, darzulegen, was Rassismus eigentlich ist, ohne dabei an Skylla oder Charybdis zu stoßen.

Montag, 7. September 2020

Die Cantorianer

Ein Orden, den es nur in einem Film – «Vaya con Dios» – gibt, ist der Namenspatron dieses Ensembles; die Motette „Tu solus“ von Josquin Desprez, mit der dieser Film begann, war 2003 das erste Werk, das dieses Ensembles sang. 
Nun aber eine Aufführung unter Corona-Bedingungen: Abstand im Chor, Abstand unter den Zuhörern, so daß deren Zahl beschränkt bleiben mußte. Doch das tat der Sache nichts: der Abstand war der Klarheit eher förderlich, die Stücke, von Josquin Desprez bis zu Arvo Pärt, mit sicherem Geschmack ausgewählt – und der Gesang war vollkommen. 
Das großartigste Musikerlebnis seit sehr lange Zeit.

Dienstag, 1. September 2020

Covidzeitliche Liturgie

Verschiedene Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona-Viren haben sich eingebürgert: kein Weihwasser am Eingang, dafür Desinfektionsmittel, keine ausgelegten GL, begrenzte Plätze: nun gut – oder vielmehr nicht gut, aber um der Sicherheit willen begründet.
Und man kann nur hoffen und beten, daß nicht irgendwelche Katholiken in der Zeit der aufgehobenen Sonntagspflicht sich die Meßteilnahme ganz abgewöhnen.
Zur Kommunionausteilung wird «Der Leib des Herrn» wie ein zweites «Sehet das Lamm ...» an die Allgemeinheit vorausgeschickt; nichtsdestoweniger tragen viele Priester bei der Austeilung eine Atemschutzmaske – in Ordnung.
Außerdem desinfiziert sich der Priester vor der Austeilung die Hände; und da setzt meine Frage an: Warum nicht schon bei der Handwaschung am Ende der Opferung? – da paßte es vom Ritus her gut hin, und es bestünde noch keine Gefahr, daß dabei Partikel vom Leib des Herrn verwischt werden (wenn ich die Handkommunion empfangen habe, schaue ich auf meine Hand und finde dort nicht oft, aber doch immer wieder Partikel).

Donnerstag, 27. August 2020

Nachricht und Wirklichkeit

Ein junger Mann, Augustin, ist in Lyon durch eine Gewalttat schwer verletzt worden. Doch diese Nachricht wird so weitergegeben, daß etwas ganz anderes daraus wird: nicht ein Täter, sondern eine Horde von Migranten habe zugeschlagen usw. usf.

Montag, 24. August 2020

.. damit nichts zugrundegehe

Zwei Frauen sind wegen Diebstahls verurteilt worden, weil sie „containert“ haben, noch genießbare Lebensmittel aus dem Müll eines Supermarktes geholt haben. Aus christlicher, aus moralischer und auch aus rechtlicher Sicht gilt es, zu diesem Urteil, gilt es, zum „Containern“ Stellung zu nehmen.

Dank an Kaplan M.R.

Er hat sich über lange und teilweise schwierige Zeit in unserer Pfarrei als guter Priester bewährt.

Zwei Kapläne waren es, die das geistliche Leben in unserer Stadt bereichert haben und kurz nacheinander uns nun verlassen haben. Nun hoffe ich auf die neuen Priester am Ort – eine große Aufgabe ist ihnen überlassen.

Dienstag, 18. August 2020

Einer Äbtissin droht das Gefängnis

Wo christlicher Glaube und Grundgesetz gleichermaßen Bleiberecht für einen Flüchtling fordern, da gewährt eine Äbtissin Kirchenasyl. Deshalb droht ihr eine «empfindliche Freiheitsstrafe».
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Montag, 17. August 2020

Urlaub im Ausland

Gestern als Evangelium (ord. Usus) die Perikope von der kanaanäischen (oder [Mc.]: syrophönizischen) Frau (Matth. 15, 21-28; cf. Marc. 7, 24-30).
Jesus begab sich mit seinen Jüngern (Mtth. 15, 23) nach Phönizien (dem heutigen Libanon), in heidnisches Gebiet also, und wollte niemanden kennenlernen (Mc. 7, 24), also nicht predigen, in keiner Weise wirken, was ihm freilich nicht ganz gelang.
Wozu diese Reise? Ein Grund, der etwas mit der Berufung Jesu zu tun hätte, läßt sich nicht erkennen.
Es bleibt nur die einfache Antwort: es war eine Urlaubsreise ins Ausland – auch der Herr und seine Jünger brauchten gelegentliche Entspannung.

Harsch erscheint in dieser Perikope sein Umgang mit der Kanaanäerin. Der Grund dafür ist nicht einfach der, daß sie zu einem anderen Volk gehört, sondern, daß sie zu den Heiden gehört, die Götzendienst betreiben. Das Verbot des Götzendienstes steht am Anfang der Zehn Gebote (Ex. 20, 3-6; Deut. 5, 7-10), ist aber keineswegs nur Gebot für Israel, das Bundesvolk, sondern wird von allen Völkern eingefordert; über vier Kapitel hin (13-16) stellt das Buch der Weisheit dar, wie sehr der Götzendienst der Heiden zu verurteilen ist. Doch als die Kanaanäerin demütig ihren Glauben gezeigt hat, erhält sie vom Herrn Anerkennung und Erhörung.

Dank an Kaplan M.M.

Er hat sich in schwierigen Zeiten in unserer Pfarrei als guter Priester bewährt.

Freitag, 14. August 2020

Ein wirklicher Feiertag

In Deutschlands Fernem Osten ist Assumptionis zwar kein Feiertag, aber da es dieses Jahr auf den Samstag fällt, kann es doch ganz als Feiertag gehalten werden (außer, leider, von Verkäufern und einigen anderen).
Am Sonntag ist in der Propstei zu festtäglicher Zeit, um 10 Uhr, die Festmesse (wem haben wir zu danken: dem polnischen Kaplan oder dem neuen Propst? – doch sicherlich beiden). In der Kirche im Gründerzeitviertel gibt es eine Abendmesse mit Kräuterweihe (allerdings: «gestaltet vom Frauenkreis»). Nur ist denen, die sonst gewohnt sind, zu dieser Zeit an der sonntäglichen Vorabendmesse teilzunehmen, ist zu wünschen, daß sie vorher bemerken, daß sie die heute nicht finden werden.

Donnerstag, 6. August 2020

Die Verbindlichkeit der Form der Sakramente

Aus einem Responsum der Glaubenskongregation, approbiert von Papst Franziskus I.: «.. aus eigener Initiative die Form der Zelebration eines Sakraments zu modifizieren stellt nicht einen einfachen liturgischen Mißbrauch dar wie die Überschreitung einer positiven Norm, sondern eine Wunde, die zu einer Zeit der kirchlichen Gemeinschaft und der Erkennbarkeit des [sakramentalen] Handelns Christi zugefügt wird, die in schwereren Fällen das Sakrament selbst ungültig macht, weil die Natur des dienenden Handelns [des priesterlichen Dienstes] es erfordert, mit Treue das zu übermitteln, was man empfangen hat. ...»

Fest der Verklärung Christi

In den Ostkirchen ein Hochfest, wird dieses Fest im lateinischen Westen viel weniger gewürdigt. Immerhin: wenn auch zur werktäglichen Gottesdienstzeit (früher aufstehen!), war hier doch eine Messe zum Fest gut erreichbar.
Oft wird gesagt, Petrus habe auf Tabor Unsinn geredet; dem sei hier nachgegangen – mit etwas anderem Ergebnis.

Mittwoch, 5. August 2020

Wohltuendes aus Messen des außerordentlichen wie des ordentlichen Ritus

Es sind scheinbare Kleinigkeiten, die zeigen, daß Priester wirklich das meinen, was sie tun, wenn sie die Messe zelebrieren: ein Zelebrant, der keine Abstriche macht an seinem Amt; ein anderer, der sich aufs II. Vaticanum zurückbesinnt. Und zum Schluß ein etwas schmerzhaftes musikalisches Erlebnis.

Freitag, 31. Juli 2020

Das Lob des Herrn für den ungerechten Verwalter

Das Tagesevangelium heute (ao. Usus) ist die Perikope vom ungerechten Verwalter (Luc. 16, 1-9).
Der Prediger weist darauf hin – ohne dem zuzustimmen –, daß für den 8. Vers auch eine andere Übersetzung und ein anderes Verständnis vorgeschlagen worden ist.
Dem sei hier nachgegangen.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Der Weiheritus: Papst Pius XII. und das Florentinum

Zweimal hat Sandro Magister auf Settimo Cielo Kardinal Brandmüller das Wort gegeben, das II. Vaticanum gegen Angriffe zu verteidigen: zuerst gegen Mons. Viganò, der sich gegen dieses Konzil insgesamt wandte, dann gegen Mons. Athanasius Schneider, der die Berichtigung einzelner Lehren forderte, zusammen mit dem Hinweis, das früher bereits die Kirche falsche Lehrentscheidungen – natürlich keine definierten Dogmen – von Konzilien aufgehoben habe; zwei Beispiele nennt er dafür.
Gegen Mons. Viganòs Angriff zeigt Kardinal Brandmüller auf, daß die Konzilsdekrete aus ihrer Zeit, nicht aus der unseren heraus zu begreifen sind und so recht verstanden keine Irrlehren sind. Hier ist ihm völlig zuzustimmen.
Gegenüber Mons. Schneider stellt er im einen Fall klar, daß das betreffende Dekret die Irrlehre, die Mons. Schneider darin sieht, gar nicht enthält. Im anderen Fall aber bedarf Kardinal Brandmüllers Argumentation näherer Erörterung.

Dienstag, 14. Juli 2020

Welch ein Fest!

Heute vor 231 Jahren wurde in Paris ein befestigtes Gefängnis belagert. Der Kommandant erklärte sich schließlich bereit, den Belagerern das Gefängnis zu übergeben gegen die Zusicherung freien Geleits für ihn und die Wachmannschaften; das wurde ihnen gewährt, aber trotzdem wurden dann er und andere Angehörige des Gefängnispersonals massakriert. Dafür aber wurden einige Eierdiebe befreit.
Diese Ereignisse feiert seither die Grande nation alljährlich mit ganz großem Trara. Meine Glückwünsche!

Freitag, 10. Juli 2020

Verkehrte Welt

Für „die Welt“ ist der jetzige US-Präsident der Böse, sein Vorgänger der Gute; manche Christen aber sehen es umgekehrt. Und die Wahrheit? Sie ist einfach: den „Guten“ gibt es da nicht. Doch eine üble Maßnahme des früheren hat dem jetzigen Gelegenheit gegeben, christliche Sympathien abzuschöpfen.
Unser Chronist stellt es dar.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Der Marsch für das Leben 2020 findet statt

am 19.IX.2020; aber es wird eine Anmeldung erbeten.

Das Elend der Diskretion

(Gemeint ist hier Diskretion im modernen Sinn, nicht die „discretio“ des heiligen Vaters Benedikt.)
Unter den jüngst veröffentlichten Akten des Vatikans hat Alexandra v. Teuffenbach Belege dafür gefunden, das P. Kentenich Marienschwestern seiner Schönstattfamilie mißbraucht hat und darum auf Anordnung des Heiligen Offiziums von Schönstatt und von seiner Gründung verwiesen wurde. Frau v. Teuffenbach hat über ihre Funde Sandro Magister und dann auch der Tagespost (die Schönstatt durchaus gewogen erscheint) berichtet; wenn auch Schönstatt stante pede eine scharf ablehnende Stellungnahme veröffentlichte, so erscheint ihre Darstellung doch klar und gut belebt zu sein.
Dabei geht es nicht eindeutig um körperlichen sexuellen Missbrauch, zumindest aber um Demütigungen mit sexueller Färbung. Visitatoren und Heiliges Offizium seien sehr angemessen vorgegangen, schreibt Alexandra v. Teuffenbach; es endete damit, daß, von Papst Pius XII. bestätigt, P. Kentenich seiner Gründung verwiesen wurde und ihm jeglicher weiterer Kontakt mit deren Schwestern verboten wurde. Doch das Heilige Offizium ging sehr diskret damit um – es wollte nicht das Werk schädigen, sondern nur den Schwestern helfen: P. Kentenich wurde ins Exil geschickt, aber die Gründe, die peinlichen Tatsachen wurden nicht veröffentlicht – „der Mantel der christlichen Nächstenliebe“, wie man gern sagt, wurde darüber ausgebreitet. Doch Diskretion ist manchmal etwas anderes als Nächstenliebe.

Diskretion an falscher Stelle: Nun wurde verbreitet, daß P. Kentenich verbannt worden sei, weil die «pädagogischen Methoden seiner Spiritualität» der Kirche nicht traditionell genug gewesen seien. Sandro Magister weist auf die italienische Wikipedia hin, die unter Josef Kentenich seine Biograpie im «Stil einer Hagiographie» darbietet und im Abschnitt Contrasti con la Chiesa aus dieser Sicht ein neues Kapitel der Leggenda nera gegen die Kirche ausarbeitet (während in die deutsche Wikipedia die Entdeckungen Alexandras v. Teuffenbach schnellstens eingearbeitet wurden, ist jener Text in der italienischen bis heute unverändert).

Diskretion an falscher Stelle: So konnte P. Kentenich das Kontaktverbot übertreten; ihm hörige Schwestern ließen sich das gefallen. Und nach vierzehn Jahren ließ ein anderer Papst, Paul VI., ihn, als sei er rehabilitiert, nach Schönstatt zurückkehren.

Diskretion an falscher Stelle: Sie leistet Verdächtigungen und übler Nachrede Vorschub. Durch solches Vorgehen in der Vergangenheit kann Verdacht in gegenwärtigen Fällen neu belebt werden. Ich denke an die Maßnahmen gegen den Gründer der Franziskaner und derFranziskanerinnen der Immaculata, P. Stefano Manelli. Auch er wurde als Generaloberer seines Amtes enthoben, freilich von der Ordenskongregation, die in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung einen sehr viel weniger guten Ruf genießt als das Heilige Offizium. Eine Schmutzkampagne gegen ihn schloß sich an, mit dem Ergebnis, das alles unklar erscheint. P. Kentenich war, vor den Übergriffen noch, vorzuwerfen, daß er gegen das Kirchenrecht als Mann als Oberer einer Frauengemeinschaft fungierte; aber auch P. Manelli muß sich entgegenhalten lassen, daß er offenbar etliche Zeit in trauter Gemeinschaft beim weiblichen Zweig seines Instituts verbrachte. Aber es gibt übelste Vorwürfe gegen ihn darüber hinaus, von denen einige gerichtlich widerlegt sind, andere aber nicht zu klären scheinen. So kann der Gedanke auftauchen, daß das scheinbar unbegründete Vorgehen gegen ihn Gründe haben könne, die die Kongregation aus Diskretion für sich behalte. Das heißt, der Grundsatz der Diskretion mit dem Motiv christlicher Nächstenliebe verkehrt seine Wirkung, indem er zu Spekulationen über etwaige üble Verfehlungen einlädt angesichts eines Sumpfs von ungeklärten Vorwürfen.

Aktualisierung:
«Und nach vierzehn Jahren ließ ein anderer Papst, Paul VI., ihn [P. Kentenich], als sei er rehabilitiert, nach Schönstatt zurückkehren», hatten wir geschrieben – ein Irrtum, den Alexandra v. Teuffenbach jetzt anhand eines Briefes des seinerzeitigen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzingers, aufklären konnte: als P. Kentenich ohne Erlaubnis aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt war, war ihm von der Glaubenskongregation zwar erlaubt worden, als Diözesanpriester im Lande zu bleiben, aber weiterhin untersagt worden, ins Priesterinstitut von Schönstatt zurückzukehren oder wieder die Leitung des Schönstattwerks zu übernehmen.