Dienstag, 21. Mai 2013

Der (nicht mehr ganz) neue Kaplan



Und zum Alleluja-Vers – «Komm, Heiliger Geist» – forderte er die Gemeinde auf, niederzuknien.
Zuvor (zugegeben: zuvor) die Sequenz auf Latein, dann gesungenes Evangelium, eine untadelige, nicht überdehnte Predigt, der römische Kanon mit allen Heiligennamen.
Vor mehr als einem halben Jahr habe ich einige Hoffnungen mit unserem neuen Kaplan verbunden; sie waren begründet. Danke!

Samstag, 18. Mai 2013

Ex porticibus sapientiae



Nein, uns selbst weise zu nennen, das wäre nicht weise. Aber unter dem Patronat unserer beiden Heiligen wagen wir uns doch in die Vorhallen der Weisheit. Wieder, wie versprochen, ein Florilegium aus E&E-Heften: Es geht um die kritische Betrachtung der Geistesgeschichte des modernen Materialismus; zum Schluß ein Interview mit einem intelligenten Atheisten; gibt es denn einen solchen? – lest selbst.
«Ex porticibus» – warum der Plural? Das zu durchschauen bleibt dem Leser überlassen.

Montag, 13. Mai 2013

Der Wunsch des Admirals ist mir Befehl

Nun erscheinen die letzten sieben E&Ewalde im Netz nicht mehr nur zum Ausdrucken, sondern auch zum Lesen auf dem Bildschirm.
Etwas aufwendig: um eine als «Buch» formatierte «Word»-Datei in «Standard» umzuwandeln, muß man – ich habe es durch Versuch und Irrtum eruiert – 0,5 mm Rand wegnehmen, sonst gehen die Zeilenumbrüche spazieren.
Möge es der ewaldistischen & ewaldistischen Bildung der internetten Öffentlichkeit zugute kommen!

Samstag, 4. Mai 2013

Die neuere Geschichte der «actuosa participatio»

Ein Prinzip der Liturgischen Bewegung war die Beteiligung des Volks an der Liturgie, die unter der Bezeichnung «actuosa participatio» auch in die Konstitutionen des II. Vaticanum eingedrungen war.
Seither sei eine Blütezeit dieser Teilnahme des Volks eingetreten, könnte man annehmen, wird auch nicht selten gesagt. Doch was ist wirklich daraus geworden? Eine kritische Prüfung zeigt etwas ganz anderes.
Lest nach im jüngst erschienenen Ewald & Ewald.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Freie Wirtschaft – was ist das eigentlich?

Eine etwas trockene Abhandlung – aber dennoch wichtig ist das Ergebnis: eine freie Wirtschaft gibt es am allerwenigsten mit «freiem Markt».
Wie versprochen: es ist ein Text aus dem jüngst erschienenen Ewald & Ewald. Und, damit es nicht zu trocken wird, zündet gleich darauf ein Text Oecodomontis, der einen Heiligen zündeln läßt.

Dienstag, 30. April 2013

Wer kennt das noch nicht?

Wer nennt die «großen Ideologen», die Jesus rein menschlich auffassen wollen: «Intellektuelle ohne Talent, Ethiker ohne Güte»? «Und von Schönheit sprechen wir nicht, denn da begreifen sie gar nichts.» Und was ist mit einem «Spray-Gott» gemeint, was mit einer «Babysitter-Kirche»? Wer es noch nicht weiß, sehe nach.

Freitag, 26. April 2013

Es gibt ihn noch - den Theologenwitz

Was bestellt ein Mystiker aus dem Ruhrgebiet in der Pommesbude? 
Mach mich eins mit alles!

Donnerstag, 25. April 2013

Ein Papst, der solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr




Von einem Theologieprofessor der besonderen Art war kürzlich schon die Rede. Nun ist es ein Titularerzbischof nicht minder besonderer Art, von dem berichtet wird:
Erzbischof Piero Marini, der als päpstlicher Zeremonienmeister von Papst Benedikt aus dringenden Gründen geschaßt wurde, erklärte:
„Man atmet frische Luft. ... Wir haben die Luft sumpfiger Gewässer geatmet und diese hatte einen schlechten Geruch. ... Mit Franziskus sprechen wir über positive Dinge.“
„Es ist notwendig, die Verbindung von Personen gleichen Geschlechts anzuerkennen, weil es viele Paare gibt, die leiden, weil ihre bürgerlichen Rechte nicht anerkannt werden.“

Freitag, 19. April 2013

Ante VIII annos annuntiatum est nobis gaudium magnum



Noch vor einem Jahr feierten wir; nun bleiben Dankbarkeit und Wehmut.
Den Tag nehmen wir zum Anlaß, eine möglichst vollständige Liste der Päpste ins Netz zu stellen, die zurücktraten.

Donnerstag, 18. April 2013

Wäre es nicht fatal, so wäre es lächerlich


Eine tödliche Kapriole des Datenschutzes schildert der Chronist von Orietur Occidens.

Kinderkrippen schädigen das Gehirn


Grundsätzlich bin ich ja gegen die «Neuromythologie» (Felix Hasler), doch wenn die Gehirnphysiologie die Schädigung von Nervenzellen des Gehirns durch Kinderkrippen aufzeigt, so weiß ich sie an solcher Stelle doch zu schätzen.

Dienstag, 16. April 2013

«Zum Genuß gehört Beschränkung»


«Seit Jahren Dauergast zahlreicher Kochshows», ist zu lesen. Das schreckt ab; doch da das nur irgendwo eingeschoben steht, hatte ich schon längst angefangen, das Interview zu lesen. Und siehe: Sarah Wiener hat viel zu sagen.

Donnerstag, 11. April 2013

Lukas 6, 39 - politisch korrekt

Kann ein Blinder oder eine Blinde einen Blinden oder eine Blinde führen? Werden nicht beide oder alle drei oder alle vier in eine Grube fallen?

Montag, 8. April 2013

Ideologische Fürbitten

«Eindeutig Zweideutiges» mit dem Copyright des Bistums Trier fand der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 4. April 2013

Alle reden vom neuen Papst – wir jetzt auch



Alle reden über Papst Franciscus. Er wird gelobt, er wird bekrittelt – und das, was die einen bemängeln, ist gerade das, was die anderen loben. Was läßt sich wirklich von ihm sagen?
Eines ganz sicher: er hat das schwere Los, Nachfolger eines großen Vorgängers zu sein.

Doch auch von ihm darf man etwas erhoffen – lest mehr beim Chronisten von Orietur Occidens.

Mittwoch, 27. März 2013

Die Zukunft der Tradition

Mir scheint, der Mann hat recht (zieht es jemand auf Deutsch vor?) (danke, ad Tiliam!)

Montag, 25. März 2013

Neues Jahr (stilo florentino) - neues Heft unserer Heiligen E&E




Irgendwo in einem Blog des sogenannten Dilettanten habe ich ein literarisches Juwel entdeckt und den unüberschaubaren Weiten des Netzes entrissen, es eingesetzt ins neue Heft der Heiligen Ewald & Ewald, wo es nun die Freiheit schildert, die in der Kirche einen Platz hat.
Nichts derartiges war vereinbart, und doch: siehe, die meisten Artikel dieses Heftes handeln von der Freiheit.
Also: das alte Jahr ist nun auch stilo florentino vergangen, das neue Heft feierlich entkorkt; und nun ist es auch zum eigenen Ausdruck ins Netz gestellt. In den nächsten Tagen sollen auch noch einige seiner Artikel auf besonderen Seiten veröffentlicht werden.

Ein längerer Artikel handelt von der Dummheit; er spricht von «politischer Korrektheit» und von den eigenartigen Leistungen hochkarätiger Kommissionen. Und siehe: die Nachrichten des Tages sorgen dafür, daß jener Artikel brennend aktuell ist.
Da ist ein Zeitungsinterview mit einer Frau, die gegen das Wort «Neger» eifert und dabei unwiderstehlich dazu verlockt, ihre Argumentation ein wenig zu durchleuchten.
Da ist der Vatikan, wo der Umstand, daß Deutsch nicht Muttersprache des neuen Papstes ist, dazu genutzt wird, nun auch für päpstliche Dokumente (für andere vatikanische Dokumente war das bereits üblich) in der deutschen Fassung die neue deutsche Rechtschreibung zu verwenden , die natürlich in dem Artikel über die Dummheit gerade ihren rechtmäßigen Platz gefunden hatte.
Viel Freude bei der Lektüre!

Samstag, 16. März 2013

Hoc passionis tempore



Am letzten Montag, abends gegen 9 Uhr, war Neumond. So könnte der neue Mond am Dienstagabend schon kurz zu sehen gewesen sein. So sieht es der islamische Kalender; er setzt den Mittwoch als ersten Tag des neuen Monats an. Doch realistischer ist es wohl, erst am Mittwochabend mit dem Neulicht zu rechnen; so hält es der gregorianische Kalender.
Aber der jetzt anbrechende Sonntag gehört auf jeden Fall schon zum neuen Mondmonat: die Passionszeit hat begonnen.

Donnerstag, 14. März 2013

Salvum fac servum tuum, Deus meus, sperantem in te



Leise Skepsis bei Pro Spe Salutis, kritische Beobachtungen von Laurentio Rhenanio, und auch ich finde mich dabei wieder, wie ich Ihn kritisch beobachte. Aber die Acción Litúrgica zeigt uns ein Zeichen der Hoffnung.

Meine Meinung? Weiterbeten!

Dienstag, 12. März 2013

Gebet zur Papstwahl




Herr Jesus Christus,
du Hirte und Haupt deiner Kirche,
wir bitten dich,
steh deinen Dienern, den Kardinälen,
die deinen Stellvertreter hier auf Erden wählen,
in all ihrem Tun mit der Kraft deines Segens bei.
Sende ihnen den Heiligen Geist,
daß sie deinen Willen erkennen
und einen würdigen Nachfolger des Petrus,
auf den du deine Kirche gebaut hast, wählen mögen.
Dadurch schenke uns in deiner Güte einen Papst,
der wahrhaft an uns deine Stelle vertritt,
uns entflammt durch seinen Eifer,
uns beschämt durch seinen Wandel,
uns trägt durch seine Liebe,
uns stärkt durch seine Geduld,
uns segnet durch seine Gebete
und weidet durch seine Lehre
und uns reinigt
und läutert zu deinem heiligen Volke
und zum unbefleckten Gottesdienst
im Geist und in der Wahrheit.
Der du lebst und herrschst mit Gott dem Vater
in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

nach Bischof Johann Michael Sailer (1751-1832)

Mittwoch, 30. Januar 2013

Das neue Gotteslob

Eigentlich dachte ich, wir hätten diese Zeiten hinter uns:


Nun ja, die Farbpsychologie sollte nicht vergessen werden...

Montag, 21. Januar 2013

Eine Stiftung unter antisemitischem Patrozinium

Der Vorsitzende der Giordano-Bruno-Stiftung, der einst ein religionsfeindliches «Kinderbuch» geschrieben hat, das in den Geruch des Antisemitismus kam, der aber vom Zentralrat der Juden davon freigesprochen wurde, wuchert nun mit diesem Pfunde.
Ich will mich nicht in innerjüdische Angelegenheiten einmischen, nicht erwägen, ob etwa manche Mitglieder des Zentralrats der Juden gerade so jüdisch sind wie die Mitglieder des Zentralrat der deutschen Katholiken katholisch. Doch der Vorsitzende der Stiftung hat, beschwingt von jenem Freispruch, nun seine antisemitische Neigung in einem Interview offenbar gemacht – der Chronist von Orietur Occidens zeigt es auf.

Wissenschaft und Religion in einer «katholischen Akademie»

Zum zweiten Mal innerhalb eines Biennium werde ich Zeuge eines Vortrags der «katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen», der wenig katholisch ist. «Was glaubt die Wissenschaft und was weiß die Religion?» heißt der Titel. Der Vortrag gehe «von einer philosophischen Analyse der Erkenntnisweisen der Naturwissenschaft und der Religion aus», so heißt es.
Es wird mit offenen Karten gespielt: Dr. Bauberger führt zwar einerseits das «SJ» bei seinem Namen, lehrt andererseits aber unter anderem buddhistische Philosophie und bekennt, daß er vom Buddhismus beeinflußt ist. Und, anerkennenswerterweise, erklärt er klar und deutlich, daß Christentum und Buddhismus völlig verschieden sind, keineswegs irgendwo in irgendwelchem Grunde dasselbe meinen.
Doch sein Ansatz, sein Perspektivenmodell, sieht in empirischer Wissenschaft und Religion nur zwei unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Realität, wobei – oberflächlich wiedergegeben – die empirische Wissenschaft die Realität objektiv zu erfassen hat, die Religion dagegen Erlebnisqualitäten und Wertungen dazutut. Eine objektive Realität, die sich der empirischen Wissenschaft entzieht, aber philosophisch oder theologisch erkennbar ist, hat in diesem System keinen Raum.
Der Referent ist ein aufrichtiger Mann: daß letztlich die Realität des materiellen Kosmos selbst nicht durch die empirische Wissenschaft nachweisbar ist (was ja heißt, daß die Annahme dieser Realität die Philosophie oder Theologie voraussetzt), gibt er auf meine Nachfrage unumwunden zu.
Doch daß in einer Veranstaltung der «katholischen Akademie» ich der einzige bin, der mit katholischen Nachfragen nervt, befremdet mich.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Lobpreis des Römischen Kanons

Weit mehr als zwei Jahre ist es bereits her, daß der ansonsten hochangesehene A. Angenendt einen sonderbaren Text gegen das Motu proprio «Summorum Pontificum» und letztlich gegen den Römischen Kanon veröffentlichte. Es dauerte einige Zeit; dann hatte ich einen Text zur Widerlegung des Angriffs geschrieben. So wichtig sei A. Angenendt in diesem Bereich gar nicht, ich solle lieber einen Artikel primär für den Römischen Kanon schreiben und die Angriffe nur sekundär abhandeln. So geschah es; und ein gutes halbes Jahr nach dem sonderbaren Text von A. Angenendt war mein neuer Text fertig.
Und jetzt erfuhr ich, wieviel Mühe es bereitet, aus einer «Word»-Datei einen gedruckten Artikel zu machen.
Nun ist es geschafft (FKTh 28.4/2012, S. 266-282); ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und nebenbei freue ich mich, daß dabei zum ersten Mal ein Artikel von Ewald & Ewald in einer renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift zitiert wurde: Ulrich Terlindens «Und alle Deine Heiligen» (E&E 4/1999, S. 26-33).

Samstag, 12. Januar 2013

Lebensrecht ungeborener Menschen

Wer sich für die europaweite Anerkennung des Lebensrechts ungeborener Menschen einsetzen will, zudem einige englische Sprachkenntnisse besitzt, nicht älter ist als 113 Jahre (handgetippt geht es vielleicht auch für Ältere, aber das habe ich nicht versucht) und Geduld hat, sich durchzuklicken, der kann ohne weiteres eine Petition an die Europäische Kommission unterzeichnen.
Für den, dem das alles zuviel ist, der aber nichtsdestoweniger unterzeichnen will, habe ich das letztgültige Ligamen eruiert:
EINER VON UNS
Achtung: die Datenschutzerklärung darf man nicht anklicken – dann geht alles weg, was man zuvor eingetippt hat.

Samstag, 5. Januar 2013

Ein frohes Fest der Erscheinung!

Tribus miraculis ornatum sanctum diem colimus:
hodie stella magos duxit ad praesepium;
hodie vinum ex aqua factum est ad nuptias;
hodie a Johanne Christus baptizari voluit ut salvaret nos universos.

(alte Magnificat-Antiphon zum Fest der Erscheinung)
Mit dem Fest der Erscheinung wird das sichtbare Auftreten des Herrn gefeiert, das in Kreuz und Auferstehung seinen Wendepunkt und seinen Höhepunkt findet; darum werden die Feste, die das feiern, an Epiphanie angekündigt. Nach gutem schon langjährigem Brauch beteiligt sich Orietur Occidens wieder daran mit dem Vergleich der Festtermine in den verschiedenen Kalendern.

Festankündigung an Epiphanie

Eine Vorlage nach dem Rituale Monasteriense (Collectio Rituum) in deutscher Sprache findet sich hier (unter "Kirchenjahr").

Freitag, 4. Januar 2013

Einst habe ich den Rabbi gefragt

– er bestätigte mir damals, daß gläubige Juden über Abtreibung ebenso denken wie Christen (und es gelegentlich so pointiert sagen, wie wir es nicht dürfen). Und nun freue ich mich, zu lesen, daß das nicht nur Chassidim sagen, sondern auch die ganz offiziellen Oberrabbiner von Israel.

Der syrische Bürgerkrieg

aus der Sicht der einheimischen Christenheit ist in einem Interview in der tageszeitung dargelegt.

Samstag, 15. Dezember 2012

Abbau des Rechtsstaats

Nicht etwa die Kommission, ausgerechnet das EU-Parlament ist es, das gegen elementare rechtsstaatliche Grundsätze ein «Recht» zugunsten von Patenten auf Lebewesen beschließt. Lest mehr beim Chronisten von Orietur Occidens.

Montag, 26. November 2012

Linke Umverteilungspolitik

«Linke Umverteilungspolitik» nennt es der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, wirft sie den Grünen vor; er ist dagegen.
Tempora mutantur: Früher nannte die CDU so etwas «Soziale Marktwirtschaft» und war dafür.

Mittwoch, 21. November 2012

Luther und die Deutschen

Ich lese gerade "Die Verfeinerung der Deutschen" von Erwin Seitz. Da geht es um Urbanität, Küche, Umgangsformen u. ä..

28 Seiten sind der Gestalt Martin Luthers gewidmet. Und da rappelt's mächtig im Karton. Als ecclesiastical-correctness-Gehemmter zuckt man Zeile für Zeile zusammen, so mächtig haut der Autor dem Reformator die Mütze voll, was seine katastrophale kulturelle Wirkung für Deutschland angeht.

Leseprobe:


Eigentlich ging es Deutschland, der „elenden Nation“, wie Luther posaunte, gar nicht so schlecht. Erst er stülpte dem Land mit seiner rigorosen Moral etwas unsäglich Trostloses über: nahezu kulturellen Masochismus, klösterliche Enge und Strenge, ganz so, als sollten die Deutschen laisierte Mönche und Nonnen werden, autoritätseifrig und entsagungsfreudig.
Die Rede von der Freiheit eines Christenmenschen gegenüber dem Papst entpuppte sich als Einleitung für die Lehre von der Knechtschaft der Bürger gegenüber den Fürsten. Die Utopie der Freiheit wurde zum Schlaflied, denn für das „gemeine Volk“ bedeutete die Reformation kaum einen zählbaren Gewinn, weder materiell noch politisch, im Gegenteil, mehr den je sollte es ein Oben und ein Unten, sollte es Herren und Knechte, Gebieterinnen und Mägde geben. Der Reformator bog es so hin, daß das „gemeine Volk“ stolz darauf war, anspruchslos zu sein.

Aus: Erwin Seitz, Die Verfeinerung der Deutschen. Eine andere Kulturgeschichte. Berlin 2011; S. 70

Das ist natürlich ganz böse und darf man so nicht schreiben. Aber es ist doch bemerkenswert und erfreulich, daß so etwas im Jahr 2011 in Deutschland gedruckt werden darf. Vive la liberté!

Sachsen ist vorbildlich

Das heutige Fest, das Fest der Einführung der Heiligen Jungfrau in den Tempel, an dem also gefeiert wird, daß sie sich dem Herrn geweiht hat, ist in den Kirchen des byzantinischen Ritus eines der zwölf hohen Feste des Jahres, im Westen aber eher wenig beachtet, nach dem Novus Ordo nur noch «gebotener Gedenktag».
Da ist Sachsen vorbildlich: dieses Jahr ist dies hier ein staatlicher Feiertag.

Samstag, 10. November 2012

Nachruf auf «Mutti»

Solch guten Kommentar zu diesem Thema hätte ich der tageszeitung gar nicht zugetraut.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Gerechtigkeit in Zeiten des Liberalismus

Unrecht in drei Akten hinter rechtsstaatlicher Fassade gegen durch neoliberale Sparmaßnahmen verarmte Menschen findet der Chronist in einer Reportage dargestellt. Berichtet wurde aus Spanien; in Deutschland könnte so etwas zur Zeit wohl nicht geschehen. Aber das das mit uns nichts zu tun habe, bezweifelt er.
Lest mehr in der Chronik von Orietur Occidens.

Samstag, 20. Oktober 2012

.. über Leichen – die Leichen von Kindern und Afrikanern

Bisher war bekannt, daß der US-Präsident, ganz politisch korrekt, das Leben der Kinder, ungeborener Kinder, mißachtet, sein republikanischer Herausforderer aber, ganz wirtschaftsliberal, das der Armen.
Doch nun zeigt sich, daß nicht nur der eine von beiden den Armen feind ist. Es ist der regierende Präsident, Sohn eines Afrikaners, der afrikanische Kleinbauern ihres eigenen Saatguts enteignen und sie so von westlichen Konzernen abhängig machen will. Der Chronist von Orietur Occidens analysiert.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Nach drei Tragödien folgt ein Satyrspiel

Freiherr von und zu Guttenberg, Frau Koch-Mehrin und Wer-war-da-noch?
Nun ist Frau Schavan an der Reihe. Es scheint mit ihr zu Ende zu gehen – die Bundeskanzlerin hat ihr schon ihr „volles Vertrauen“ ausgesprochen.
Worum geht es? Ich lese: «Der gravierendste Fund findet sich seiner [(des anonymen Plagiatsjägers)] Meinung nach auf Seite 312. Dort referiert Schavan die Theorie der Gewissensbildung bei Sigmund Freud und zitiert ausgiebig aus dessen Oeuvre. Auffällig ist die Ähnlichkeit zu einem Werk der Sekundärliteratur, so dass der Verdacht naheliegt, dass die jetzige Bildungsministerin sich nicht selbst durch die Werke des Psychoanalytikers gelesen hatte.»
Mein Doktorvater sagte einmal, er lese keine wissenschaftlichen Bücher, er arbeite mit ihnen. Wenn ich aus Sekundärliteratur eine eigenständige Bewertung oder Formulierung übernehme, dann muß ich das betreffende Werk zitieren; wenn ich ihr aber nur Zitate entnehme, so sollte das Sekundärwerk auch genannt werden, aber wenn das nicht geschieht, so liegt damit noch kein Plagiat vor. Wenn wissenschaftliche Aufsätze mit an die tausend Literaturangaben erscheinen (wie es in der Psychologie geschieht), wird niemand annehmen können, daß der Verfasser die alle allzu ernsthaft studiert habe. Nicht einmal jeder Psychologe, der Freud zitiert, hat deshalb das ganze Corpus Freudianum durchgearbeitet, um diese Zitate zu entdecken. Und Frau Schavan ist Theologin.
Zur ihr als Katholikin habe ich keinerlei Vertrauen; aber aufgrund dieser Funde sie als Plagiatorin anzuprangern, ist ein Satyrspiel.

Montag, 15. Oktober 2012

Unheilige Allianz von Rechts und Links

Neue Arbeitsplätze verheißt eine „Minijobstudie“ der „BertelsmannStiftung“ durch „Reform“ – das heißt Abbau – des Ehegattensplittings zu erreichen (allerdings nur in Verbindung mit dem Abbau von „Minijobs“).
Letztlich ist das nur eine neue Auflage des seit vielen Jahren anhaltenden Kampfs gegen das Ehegattensplitting. Bemerkenswert ist, daß dieser Abbau des Splittings von „links“ und von „rechts“ gleichermaßen gefordert wird. Die Motive dieses Kampfs und die eventuellen Folgen des angestrebten Abbaus untersucht der Chronist von Orietur Occidens.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Ein Kardinal zwischen Soziallehre und Ideologie

Der Erzbischof von München und Freising nimmt Partei für die Soziale Marktwirtschaft – gegen Staatseingriffe, skeptisch gegen Reichensteuer und Mindestlohn. Mindestlöhne seien «eine Kapitulation unserer Sozialen Marktwirtschaft». Ja, nur: ist das denn schlimm? fragt der Chronist von Orietur Occidens.

Hörerpost an den Deutschlandfunk - Antwort

Auf meine Hörerpost hat der Redakteur geantwortet:

Danke für Ihre Zuschrift mit der Kritik an meinem Beitrag "Herbstvollversammlung der katholischen Kirche". Ich bin für Anmerkungen, auch kritische, immer dankbar.

Ich gebe Ihnen recht, dass "[aus der Kirche ausgetretene] Katholiken [schon] bisher exkommuniziert waren (was den Ausschluß von den Sakramenten einschließt), sie künftig nicht automatisch exkommuniziert sind, wohl aber die genannten Rechte verlieren." So habe ich das auch verstanden. Aber ich habe in meinem Beitrag ja eine Verknüpfung mit der Frage nach der Zahlung der Kirchensteuer hergestellt. Diese Verknüpfung hat die katholische Kirche selber forciert, um eine öffentliche Debatte auszulösen und klarzumachen: wer keine Kirchensteuer zahlt, der muss mit Konsequenzen rechnen.

Den Begriff "Großinquisitor" benutzt die katholische Kirche tatsächlich nicht mehr. Allerdings ist es meine Aufgabe als Journalist, aus stilistischen Gründen nicht immer ein- und denselben Begriff zu verwenden, sondern Synonyme zu finden, die gleiches in anderen Worten sagen. Großinquisitor ist meines Wissens der alte, aber immer noch zutreffende Begriff für die Tätigkeit des Präfektes der Glaubenskongregation, der Nachfolgeorganisation der Römischen Inquisition.

Die Label-Begriffe "konservativ" und "reformorientiert" sind zugegebenermaßen grobe Positionierungen. Ganz ohne gewisse Kategorisierungen komme ich als Journalist leider nicht aus. Zumal auch die katholische Nachrichten-Agentur KNA solche Label benutzt. Das Selberdenken erspart gerade ein Programm wie Deutschlandradio seinen Hörern nicht. Deutschlandradio-Hörer empfinden das Selberdenken auch nicht als lästig. Das werden Sie als Deutschlandradio-Hörer sicher bestätigen.

Ich hoffe, Sie bleiben uns als Hörer gewogen.

Mit freundlichen Grüßen,



Meine Antwort darauf:

herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Gerade weil ich die Absicht habe, ein Ihnen gewogener Hörer zu bleiben, erlaube ich mir, Ihnen meine Einschätzung dazu zu schreiben.

Bei Meldungen über die katholische Kirche (nicht nur) in Ihrem Sender herrscht meist ein nicht nur (erwünschter) kritischer sondern (unsachlich) ablehnender Grundton. Gerade das ist es, was mich als überzeugter Gebührenzahler stört.

Wenn Sie in Ihrer Antwort den Begriff "Großinquisitor" als aus stilistischen Gründen verwendetes Synonym bezeichnen, ist das ein Beleg für meine These: Dieses Wort konnotiert jeder mit Folter und Scheiterhaufen - und hier unterstelle ich Absicht. Sie würden es z. B. gewiß nicht wagen, die Bundeskanzlerin aus stilistischen Gründen als "Regimechefin" zu bezeichnen, viel weniger noch als "Führerin" - beide Begriffe wären sachlich richtig, aber dennoch unangemessen.

Bei der Etikettierung "konservativ" - "reformorientiert" habe ich als Hörer den Eindruck: Hier wird die "gewünschte Wertung" präsentiert, der ich mich anzuschließen habe. Das schafft Unmut. Und den wollen Sie gewiß nicht erzeugen. Darum habe ich Ihnen geschrieben.

So wünsche ich mir gerade vom Deutschlandfunk, aber auch von allen anderen gebührenfinanzierten Sendern, gelassene Sachlichkeit. Die Agitation können ja die Privaten übernehmen...

Mit den besten Wünschen grüße ich Sie freundlich


Samstag, 6. Oktober 2012

Eine zu erwartende Begnadigung

Ein Kommentar im Radio: Man nimmt an, daß der Papst seinen extensiver Unterschlagungen schuldigen Kammerdiener nach dessen Verurteilung wohl begnadigen werde. Auch ich rechne damit – erstens: die christliche Bereitschaft zu verzeihen; zweitens: kann sich der Vatikan es angesichts der zu erwartenden Medienresonanz überhaupt leisten, den Mann angemessene Zeit hinter Gitter zu bringen?
Ich rechne mit der Begnadigung; und doch werde ich sie bedauern: der Vatikan ist ein Staat; und ich wünschte, daß er auch die nötige staatliche Autorität aufbringen könnte, einen nicht reuigen Schuldigen angemessen zu bestrafen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Die Sorgen des Präfekten der Glaubenskongregation

„Der neue Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, sieht keine Grundlage für neue Verhandlungen mit den Piusbrüdern“, lese ich bei kath.net. „«Wir können den katholischen Glauben nicht den Verhandlungen preisgeben. Da gibt es keine Kompromisse», fügte Müller laut NDR hinzu.“
Und man fragt sich: hat Monsignore noch nichts von der österreichischen „Pfarrerinitiative“ mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“, nichts von ihrer frischerstandenen Schweizer Schwester, nichts von „Passauer Priestern im Dialog“ gehört, nichts vom Theologieprofessoren-Memorandum, nichts von Reformforderungen des ZdK? Hat er wirklich keine anderen Sorgen als die Bedenkenträgerei der Piusbruderschaft?

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Externer Zugriff auf Kinder

Armut vererbt sich, lese ich in einem Zeitungsartikel, der freilich keine sonderlichen Überraschungen bietet; Arme erreichen weniger Bildung – was nicht überrascht; das hatte ich auch selber schon erklärt.
So lese ich den Artikel nur oberflächlich; erst eine Leserbriefschreiberin, Frau Claudia Wolff, weist einige Tage später auf die Menschenverachtung des AWO-Vorsitzenden hin, die der Artikel gegen Ende referiert: «Das von der CSU angestrebte Betreuungsgeld hält er angesichts der Ergebnisse für wenig förderlich, weil es den externen Zugriff auf benachteiligte Kinder erschwert.» – «externen Zugriff» auf die Kinder der Armen wünscht er.