Freitag, 29. Juli 2016

«Ich will statt seiner sterben»

Heute vor 75 Jahren forderte P. Maximilian Kolbe mit diese Worten in Auschwitz den Lagerleiter auf, ihn, den Priester und Ordensmann, als Opfer zu nehmen anstelle des Familienvaters Franciszek Gajowniczek.
P. Maximilian Kolbe starb nach zwei Wochen im Hungerbunker am 14. August an einer Phenolspritze. Seine letzten Worte an den Exekutor: «Sie haben vom Leben nichts verstanden. Der Haß nützt nichts. Nur die Liebe schafft.»
Franciszek Gajowniczek starb 1995, seine Frau Helena 1977.

Samstag, 23. Juli 2016

Kardinal Sarahs Ansprache

Durch die Farce, die von den Worten des Kardinals ausgelöst wurde, hat sich der Chronist von Orietur Occidens zu einer Nachlese gezwungen gesehen.

Montag, 18. Juli 2016

Zwölfbotenfest

Die Meßtexte zum im tridentinischen Meßbuch gestrichenen Fest der (Auf-) Teilung der Apostel (Divisio Apostolorum / Zwölfbotenfest) in der Fassung des Münsterischen Meßbuchs (Missale Monasteriense) finden sich hier.

Samstag, 16. Juli 2016

Händehaltend am Altar

Kinder im Gottesdienst konnte der Chronist von Orietur Occidens einmal aus etwas größerer Nähe beobachten.

Samstag, 9. Juli 2016

Schweigendes Handeln des Herzens

Ein Vortrag Kardinal Sarahs bei der Tagung „Sacra Liturgia UK 2016“ erregte soeben Aufmerksamkeit, weil der Kardinal, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und von Papst Franziskus mit einer Reform der Reform der Liturgie nach dem II. Vaticanum beauftragt, die Priester aufforderte‚ ad orientem zu zelebrieren.
Doch das ist nur ein neuer Schritt des Kardinals auf die Erneuerung der Liturgie hin. Vor mehr als einem Jahr, am 12. Juni 2015, veröffentlichte er im Osservatore Romano einen Aufsatz, der nicht nur Aufforderungen zu guter Zelebration enthielt, sondern das Wesen der Liturgie zu erklären wußte.
Dieser Text scheint wenig bekannt geworden zu sein, im Netz nur an ganz wenigen Stellen finden. Darum lädt Orietur Occidens sehr dazu ein, diesen Artikel (auf Italienisch) zu lesen; zudem bieten wir einige Passagen daraus auch auf Deutsch.

Samstag, 2. Juli 2016

Das „all-“orthodoxe Konzil – ein anscheinend gutes Ende

Die „dunklen Wolken“, von denen hier die Rede war, haben sich ein wenig vollzogen: allzu liberale – Fastenregeln – und allzu rigoristische – Mischehen mit Ostkatholiken – wurden abgelehnt; im großen Ganzen scheint Einvernehmen hergestellt worden zu sein, wenn man davon absieht, daß der Erzbischof von Athen zusammen mit anderen griechischen Bischöfen am letzten Tag grollend das Feld verlassen hat.

Die Diözese Linz und die Kathpedia liefern recht gute Berichte, die verabschiedeten Dokumente sind (in vier bis fünf Sprachen) unter Le Saint et Grand Concile zu finden.

Montag, 27. Juni 2016

Was sind eigentlich „Traditionalisten“

Unter Pius IX. wurde 1855 der „falsche Traditionalismus“ verurteilt, wie ihn Augustin Bonnetty vertrat: alles Wissen komme aus der Tradition, ohne die Offenbarung sei die menschliche Vernunft zur Erkenntnis von Wahrheit nicht fähig. Solche Lehre, die der Heiligen Schrift (Sap. 13, 1-9; Rom. 1, 18-20) und der Scholastik (etwa des heiligen Thomas Summa contra gentiles) widersprechende Lehre wurde vom I. Vaticanum (Constitutio dogmatica de fide catholica, cap.2: De revelatione; KKK. 36) definitiv zurückgewiesen: «Sancta Mater Ecclesia tenet et docet, Deum, rerum omnium principium et finem, naturali humanae rationis lumine e rebus creatis certo cognosci posse – Die heilige Mutter Kirche hält fest und lehrt, daß Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen gewiß erkannt werden kann.» Solch falscher Traditionalismus erstand später im protestantischen Raum (der schon gegen Immanuel Kants unsägliche Argumentation gegen den Gottesbeweis nicht immun war) in Karl Barths Diastasentheologie neu ; in der Katholischen Kirche sollte es dergleichen nicht mehr geben.
Heute aber neigt man dazu, „Traditionalisten“ Katholiken zu nennen, für die die Tradition die höchste Norm ist. Doch dieser Ausdruck ist überflüssig: natürlich ist die Tradition – was denn sonst wäre „katholisch“ – für jeden Katholiken die höchste Norm, ein „Traditionalist“ ist also einfach ein Katholik.
Doch gibt es auch katholische „Traditionalisten“ einer besonderen Art – solche begegnen Pietro Chiaranz (der selber ein wahrer Traditionalist ist) im Netz: solche, die «sich daran machen, das Kind zusammen mit dem schmutzigen Wasser zurückzuholen, jenes Kind und jenes schmutzige Wasser, die vom säkularisierten katholischen Klerus ausgeschüttet worden sind. Wie die letzteren, so sind die ersteren unfähig, einen Unterschied zu machen, auch nur den geringsten historischen Sinn zu haben, zu begreifen, daß, wenn das Kind gerettet werden soll, das schmutzige Wasser ohne weiteres auszuschütten ist. Die ersteren und die letzteren, wenn auch in gegensätzlichen Lagern, zeigen, daß sie sehr ähnlich sind, Kinder derselben „Mamma“: der Ideologie.»

Solennité auf Polnisch

Ein Pontifikalamt zum Patronatsfest, eine Hochzeitsmesse mit Leviten: reiche liturgische Eindrücke aus polnischen Kirchen hat der Chronist von Orietur Occidens zu schildern.

Samstag, 18. Juni 2016

Dunkle Wolken überm „all-“orthodoxen Konzil

Sechs Jahrzehnte lang vorbereitet, beginnt morgen, am orthodoxen Pfingstfest, das „panorthodoxe“ Konzil; und, was immer es sein wird – panorthodox wird es nicht.
Eine Kommission unter der Ägide des Ökumenischen Patriarchats hat mit Zustimmung der (der? – welcher?) Patriarchen Dokumente vorbereitet, die nach den von dieser Kommission gesetzten Regeln nur einstimmig vom Konzil verändert werden können – nur einstimmig, also gar nicht, denn Befürworter dieser Dokumente werden im Konzil sitzen. Diese Dokumente aber würden die orthodoxen Kirchen in eine angepaßt moderne, geistlich seichte Richtung leiten. Ein bulgarischer Metropolit, Loveth Gabriel, erklärt im Namen seiner Kirche von einem dieser Dokumente, daß es „viele absolut irrige und heterodoxe Dinge enthält“.
Die Folge: Etliche orthodoxe Kirchen sagen ihre Teilnahme ab (Russen, Bulgaren) oder nehmen nur unter Vorbehalt teil (Serben). Welch ein „all-“orthodoxen Konzil!
Die Geschehnisse in unseren orthodoxen Schwesterkirchen können auch Katholiken nicht unberührt lassen. Beten wir dafür, daß diese Kirchen sich aller modernistischer Anpassung entziehen.

Genauere Informationen sind zu finden unter Chiarimenti sul Concilio pan-ortodosso, bedenkenswerte Kommentare vom selben Autor unter Il concilio pan-ortodosso e i soloni occidentali und Geopolitica e concilio panortodosso. Qualche considerazione di fondamentale importanza.

Montag, 23. Mai 2016

Nicht nur für Bierbrauer, für die gesamte mittelständische Wirtschaft gilt es

– das, was wir jüngst über mittelständische Betriebe und TTIP gesagt haben: Martina Römmelt-Fella vom „Bundesverband Mittelständische Wirtschaft“ sagt ganz ähnliches (und im Détail kenntnisreicher).

Wem singt die Kirche im Gottesdienst?

Eine Mozartmesse zu Pfingsten – gut gemeint, gut gemacht, nur ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 14. Mai 2016

Die göttliche Dreifaltigkeit erklärt...

... von Leo dem Großen.

Pfingsten - das energ(et)ische Fest

Beitrag zum Fest.

Würde Papst Franziskus Frauen zum Diakonat zulassen?

«Papst würde Frauen zum Diakonat zulassen», schlagzeilt n-tv. Würde er?
Es stimmt, daß er eine Kommission einsetzen will, die sich der Frage solch einer Möglichkeit widmet. Allerdings: Papst Franziskus weiß, daß es in der alten Kirche Diakonissen gegeben hat; und er weiß, und er sagt deutlich – Sandro Magister („Francesco e le donne“) berichtet ausführlich darüber –, daß solche Diakonissen nicht dasselbe waren wie Diakone.
Solche Diakonissen gab es in der alte Kirche, und in Ostkirchen gibt es sie immer noch; wie wir es erörtert haben („Der Diakonat von Frauen“; in: Die Argumentation für die «Frauenordination»“), entspricht der Sicht des Papstes. Es gab und gibt sie also; und selbstverständlich konnten sie nicht und können sie nicht dieselben Funktionen ausüben wie die Diakone des sakramentalen Diakonats, sie können nicht das Evangelium vortragen noch predigen noch die Kommunion austeilen.
Natürlich könnten solche Diakonissen oder Diakoninnen auch in der lateinischen Kirche eingeführt werden; nur: wären die Befürworter des «Diakonats der Frau» damit zufrieden?

Dienstag, 10. Mai 2016

Bierbrauer im XXI. Jahrhundert

Propaganda besonderer Art von Seiten der Bundeskanzlerin für TTIP wird analysiert vom Chronisten von Orietur Occidens.

Samstag, 7. Mai 2016

Lob der Grauzone

Das Grundsatzprogramm, das jetzt eine in etlichen bundesdeutschen Landtagen vertretene Partei verabschiedet hat, das gegen den Islam gerichtete Einschränkungen der vom Grundgesetz gewährleisteten Religionsfreiheit (Art. 4) fordert, gibt dem Chronisten von Orietur Occidens Anlaß, die christliche Haltung dem Islam gegenüber zu darzulegen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Christi Himmelfahrt

Was ist der Sinn der Himmelfahrt Christi? 

Antwort Papst Leos des Großen

Samstag, 30. April 2016

Kinderbetreuung auf den Spuren der DDR

In der DDR gab es Wochenkrippen, die Bundesrepublik ist fortgeschritten auf dem Weg dorthin. In Schwerin gibt es bereits für Mitarbeiter eines Krankenhauses zwar noch keine Krippen, wohl aber zwei «Kitas» (Kindertagesstätten), die täglich 24 Stunden arbeiten.
Nun wollen Polizei und Universität auch in Rostock eine solche aufmachen. Das Vorhaben wird vom Innenminister (CDU) unterstützt. Allerdings blockiert es noch der städtische Sozialsenator (Die Linke), weil durch solche ein Betreuungsangebot das Familienleben beeinträchtigt wird.

Freitag, 22. April 2016

Ostern konkret

Was uns die Auferstehung Christi bringt, ist hier zu lesen.

Samstag, 16. April 2016

Amoris laetitia

Große Sorgen hat es manchem bereitet, was letztendlich aus den Bischofssynoden zum Thema von Ehe und Familie hervorgehen könnte; und nun: das Ergebnis ist Amoris laetitia, ein Schreiben des Papstes, das begründete Anerkennung findet, solchen Befürchtungen Hohn spricht. Es ist ein pastorales Schreiben, kein offizielles – das zeigt sich schon daran, daß der Originaltext, der verbindlich wäre, vom Vatikan nicht einmal ins Netz gestellt wurde; es finden sich nur etliche Übersetzungen. Daß es kein kirchenrechtlicher Erlaß ist, schreibt der Papst selber (Art. 300); daß es auch keinen lehramtlichen Charakter hat, hat Raymond Leo Kardinal Burke (Amoris laetitia non è magistero, lo dice papa Francesco) aufgezeigt.
Nur, leider, es gibt sehr deutsche Sorgen. Nein, nicht im Sinne der mythischen Deutschen Angst, sondern Sorgen aus der Erfahrung mit einigen Winkeln der Kirche in Deutschland.
Wenn jemand, der geschieden ist, eine neue Verbindung eingehen will: «Wir machen da einen Gottesdienst, bei dem von den Gästen niemand merkt, daß es keine richtige Trauung ist» – das ist kein Phantasma, sondern tatsächliches Verfahren eines Priesters in diesem Land; und das ist schwerlich ein Einzelfall. Und angesichts solch einer Denkweise ist das Unbehagen an einer kleinen Fußnote (351) in dem umfangreichen Schreiben des Papstes sehr verständlich:
„In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb »erinnere ich [die Priester] daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium [14. November 2013], 44: AAS 105 [2013], S. 1038). Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie »nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwache« ist (ebd., 47: AAS 105 [2013], S. 1039).
Und Unbehagen bereitet es hierzulande auch, jenen Mißverständnis begünstigenden Artikel 84 der Relatio finalis der Bischofssynode vom Papst zitiert zu finden (Art. 299): „Ich nehme die Bedenken vieler Synodenväter auf, die darauf hinweisen wollten, dass ...“ – während Papst Johannes Paul II. in Familiaris Consortio (Art. 84) Geschiedenen gegenüber, die eine neue Verbindung eingegangen sind, eine freundlich einladende Haltung zeigte, um ihnen den Weg zur Umkehr zu erleichtern, scheinen in dem Artikel der Synode, wie bereits dargelegt, Möglichkeiten in den Blick genommen zu werden, die Abwendung vom Gebot des Evangeliums und damit von der Kirche zu übertünchen.
Solche Deutungen mögen dem Papst in Rom sehr ferne liegen – wenn er den Katechismus der Katholischen Kirche zitiert (Art. 302): „»Die Anrechenbarkeit einer Tat und die Verantwortung für sie können durch Unkenntnis ... vermindert, ja sogar aufgehoben sein« (Nr. 1735)“, so schwingt darin die selbstverständliche Verpflichtung des beichtehörenden Priesters mit, dieser Unkenntnis ein Ende zu setzen.
In Deutschland aber sind diese Deutungen sehr gegenwärtig. „Das Wichtigste am ganzen Papier ist, dass die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Handeln der Gläubigen in Fragen der Ehe, Partnerschaft und Sexualität und der kirchlichen Lehrverkündigung durch diesen Text abgemildert und verändert wird“, zitiert dpa den Präsidenten des ZdK, Thomas Sternberg. Demnach wünscht er offenkundig eine Anpassung der Lehrverkündigung an das „Handeln der Gläubigen“ – menschliches Handeln abrogierte demnach Gottes Gebot. „Auch Partnerschaften [so fährt dpa in indirekter Rede fort], die nach zerbrochenen Ehen entstanden sind, sei der Weg in die volle Kirchengemeinschaft demnach nicht verschlossen.“

Oft habe ich mit Menschen zu arbeiten, die geschieden in einer neuen Verbindung leben, darunter auch gläubige Christen. Noch einmal sei wiederholt: jede «wirkliche Möglichkeit ..., Menschen, die sich nach einer Ehescheidung in eine neue Lebensgemeinschaft geflüchtet haben, einen Weg – welchen auch immer – zu eröffnen, vor dem Richterstuhl Christi zu bestehen», wäre willkommen.
Wenn aber „Nächstenliebe“ oder „Barmherzigkeit“ für manche wichtigen Personen in der Kirche in Deutschland heißt, den Menschen zu ermöglichen, mit den Sakramenten der Kirche versehen den Weg zur Hölle zu finden, so kann das doch schwerlich die Sicht des Papstes sein.

Samstag, 9. April 2016

Katholische Entdeckung im (ehem.) calvinistischen Holland

Die Wiege des christlichen Holland (im engeren Sinn des Wortes) steht in Egmond. Aufgestellt hat sie der heilige Adelbert

Übrigens hat hier der normale Glaube sogar die Reformation überlebt. 

Mittwoch, 30. März 2016

Das II. Vaticanum und die zwei Usus des Römischen Ritus

Was so mancher eigentlich schon wußte, aber kaum zu denken wagte:
Der Chronist von Orietur Occidens vergleicht Schilderungen der beiden Formen.

Mittwoch, 23. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar? (iterum)

Mit Hans-Olaf Henkels Abgang aus der AfD schien es mir, als hätte zumindest ein böser Geist die Partei verlassen (daß es deren andere in dieser Partei gibt, ist freilich nichts neues). Und nun lese ich, daß der frühere tschechische Ministerpräsident und Präsident Václav Klaus, der für neoliberale Reformen stand und der einer Parteispendenaffäre wegen als Ministerpräsident zurücktreten mußte, der AfD als Wahlhelfer diente. Nebenbei erfahre ich noch, daß Beatrix v. Storch, die gelegentlich als Christin gehandelt wird, der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft angehört.
Friedrich August v. Hayek war mit seiner Clique, der Mont Pelerin Society, einer der Begründer des Neoliberalismus. Neoliberalismus: das heißt antisozial verschärfter Wirtschaftsliberalismus. Der Wirtschaftsliberalismus, entstanden im Kreis um David Hume, einer Keimzelle des modernen Atheismus, ist – «Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon» (Matth. 6, 24; Luc. 16, 13) – Götzendienst.
Nein, auch dieser böse Geist hat die AfD nicht verlassen.

Montag, 21. März 2016

Fest des heiligen Joseph

Schon das Gloria einer doch sehr gebrauchten Choralmesse reicht aus ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Montag, 14. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar?

Familie, Gender, Abtreibung – ein Mitglied der Partei meinte, so wurde mir kürzlich hinterbracht, vertrete den katholischen Standpunkt wie keine andere Partei.
Im Détail mag es da Übereinstimmungen geben; aber im Ganzen sehe ich anderes:
Schon im Blick auf die Familie – Frau Petrys Meinung zur Kleinstkinderkasernierung habe ich ja längst schon moniert: Das gar nicht so andere Gesicht der AfD.
Und daß ein Christ (Ex. 22,20; 23,9; Deut. 10,19), ein Katholik („kath’ hólon“) Ausländer und damit auch Flüchtlinge nicht ablehnen kann, ist klar. Die AfD aber will das Grundgesetz ändern, um Flüchtlinge außen vor zu halten.
Nun wurde auch (von einer Quelle, die man nicht gerne nutzt, die aber in diesem Fall auch von seriöseren Medien zitiert wird) aus dem Entwurf für das neue Parteiprogramm der AfD veröffentlicht, daß die AfD die Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen verbieten will, ebenso das Schächten für Muslimîn und für Juden.
Daß solche Verbote Juden gegenüber antisemitisch sind, ist früher schon bei Orietur Occidens ausführlich dargelegt worden: Beschneidung – immer noch bekämpft.
Und die AfD findet laut Parteiprogrammentwurf, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sei „mindestens übergangsweise“ sinnvoll.

Dankenswerterweise hat vor wenigen Tagen auch die hochgeschätzte Claudia Sperlich ein Positum veröffentlicht, das dieses Thema behandelt: Die Meinung der anderen.

Nachtrag vom 23.III. (Annuntiatori gratias): Im jetzt veröffentlichten Parteiprogrammentwurf sind die antisemitischen Passagen (cum grano salis) gestrichen, damit auch die damit zusammenhängenden antiislamischen Forderungen. Antiislamische Einschränkungen der Religionsfreiheit bleiben allerdings bestehen.

Sonntag, 6. März 2016

Evangelium und Katholikentag

In den Vermeldungen zum Ende der Sonntags erfahren wir es vom Diakon: Der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig steht unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“; und unter diesem Leitwort stünden all seine Veranstaltungen. Das heißt, der Mensch stehe ganz im Mittelpunkt.
Welcher Mensch das ist, der da im Mittelpunkt steht, sagt er nicht; es klingt so, als sei es der Mensch an sich.
Diese Verkehrung des Evangelientextes (Joh. 19,5) ist nicht die Idee des Diakons – im Netzauftritt des Katholikentags zeigt, daß sie gewollt ist.
Siehe auch: Der Katholikentag und die Schrift

Samstag, 27. Februar 2016

Anderthalb Lustra nach der Bankenkrise

«boomt» die Wirtschaft in Irland – und was die Menschen dort erleben, erinnert an ein Gleichnis der Bibel.
Der Chronist von Orietur Occidens weist es auf.

Samstag, 20. Februar 2016

Ewig leben oder gehorchen?

Zwei bis drei Beobachtungen zu den deutsche liturgischen Texten am zweiten Fastensonntag (C).

Auferstanden aus Ruinen

«Du hast, o Herr, Dein Leben» – ein deutsches Einheitslied zur Opferung aus der hohen Zeit der Liturgischen Bewegung. Im GL von 1975 aber erschien es nur noch in kastrierter Fassung, auf eine Strophe zusammengeschnitten: «O Gott, nimm an die Gaben» (Nr. 468).
Und nun, im neuen GL, ist das Lied im alten Glanz (Nr. 185) entstanden. Gesungen gehört habe ich es leider noch nicht wieder.

Siehe auch: W.H.W.: Steifzüge durch EÜ und GL. E&Ewald 14/2009, S. 29-42.

Ein NATO-Mitglied bombardiert zugunsten des IS

Vor Jahren schon, als noch niemand von ISIS oder IS sprach, hörte ich von unserem syrischen Freund, daß Aufständische in Syrien Christen kein Lebensrecht mehr im Land zugestehen wollten und daß diese Aufständischen im wesentlichen keine Syrer seien, sondern Kämpfer aus verschiedenen Ländern, die von der Türkei, Qatar und Saudi-Arabien unterstützt werden.
Ersteres hat seit langem schon seine Bestätigung gefunden; und nun ...
Nun ist es soweit, daß die Türkei, ein NATO-Mitglied, mit Bomben gegen die Kurden vorgeht, welche auf weite Strecken und besonders auch an der iraqischen Grenze die Hauptlast der Verteidigung gegen den IS tragen.

Samstag, 13. Februar 2016

Noch einmal: Haben auch für Flüchtlinge Menschenrechte?

Eine fünfköpfige christliche Zigeunerfamilie in Berlin; die Eltern stammen aus Serbien. Als die Familie wieder einige Jahre in Serbien lebte, ist dort der älteste Sohn offenbar aus rassistischen Gründen mißhandelt worden. Als sie sich deshalb an die Polizei wandten, reagierte die mit einem Strafbefehl nicht gegen die Angreifer, sondern gegen die Familie.
Nun wird dieser älteste Sohn, heute 22 Jahre alt, ohne daß er selber einen Anlaß gegeben hätte, nach Serbien abgeschoben, allein, ohne Eltern und Geschwister.

Darf man eigentlich Zigeuner „Zigeuner“ nennen?
Ob „Zigeuner“ eigentlich ein Schimpfwort ist, ist unklar. Klar aber ist, das „Němec“ eines ist. Und doch stört sich kein Deutscher daran, daß er in slawischen Sprachen so genannt wird.
Und so meint auch manch ein Zigeuner, daß er sich nicht zu schämen braucht, ein solcher zu sein.

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Bei Bürgerkriegsflüchtlingen, die nur „subsidiären Schutz“ genießen, soll, so will es die Regierungskoalition, Familiennachzug erst nach zwei Jahren möglich sein. Dann ein Koalitionspartner, der es nicht gewesen sein will, und nun ein Kompromiß: in Härtefällen ...
Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Freitag, 12. Februar 2016

Da kommt Freude auf

"Tagesgebete" zum vierten Fastensonntag im Vergleich.

Samstag, 23. Januar 2016

Fürsorge – früher und heute

«Noch so einen Sommer wie 2015, als es im Oderbruch drei Monate lang nicht regnete und [die Viehzüchterin] schon Winterfutter an ihre Rinder verfüttern musste, hält sie finanziell nicht durch», lese ich in einer Reportage über eine Frau, die ökologische Viehzucht betreibt, als Bildunterschrift. (Sie hat es satt. von Waltraud Schwab. taz vom 16.1.2016)
In guter alter Zeit war es Pharao, der (von Joseph eingewiesen, Gen. 41) dafür sorgte, daß in der Not das Korn für alle reichte.

Dienstag, 19. Januar 2016

Ideologischer Marktliberalismus

Die Regierung vor der Alternative: Gemeinwohl oder Ideologie.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Sonntag, 17. Januar 2016

Schon im Jahreskreis

sind wir, sagt der Zelebrant; bisher haben wir die Geburt Christi gefeiert, nun geht es um das, was er getan hat.
Das Evangelium heute: das Weinwunder zu Kana. Leider sagt er nicht, daß dieses zu den „Tribus miraculis“ gehört, die die Magnificat-Antiphon des Zweiten Vesper von Epiphanie nennt und die auch im Vesperhymnus des Festes geschildert werden.
Kein Grund aber, unzufrieden zu sein – mehr als das, was gesagt wird, zählt das, was sichtbar ist: die Krippe steht noch.
Eine gute Predigt. Was allerdings hinzuzufügen bleibt:
Jesus tat sein erstes Wunder auf die Interzession, das Einschreiten (es „Fürbitte“ zu nennen wäre untertrieben) Marias hin.

Montag, 11. Januar 2016

Ohne Wohnung keine Grundrechte

Einem Paar in Berlin wird von Amts wegen sein Kind entzogen, obwohl ihnen nicht das Geringste vorzuwerfen ist.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Pontifikalamt zu Epiphanie im Kölner Dom

Die Chortribüne bleibt leer: kein Chor, nicht einmal eine Schola, nur ein Kantor, der mit der versammelten Gemeinde deutsche GL-Stücke singt.
So kann ich (Dilettanto non audiente) laut mitsingen: ein Mehr an äußerlicher Teilnahme; aber an Raum zu inneren Teilnahme erlebe ich dadurch einen Mangel.
Über die Messe mit Schola oder Chor: «Dabei gibt es eine Art Mehrstimmigkeit: man sieht den Priester die Gaben bereiten; man hört den Chor das Offertorium singen; dann sieht man Weihrauch aufsteigen – er lenkt den Blick nach oben. Diese Mehrstimmigkeit läßt es nicht zu, daß der einzelne sich nur mitziehen läßt vom Ablauf des Ritus; zwischen diesen Eindrücken muß ein jeder seine persönliche Teilnahme entwickeln, zu seinem persönlichen Gebet finden.» (W.H.W: Anthropologische Grundlagen der Liturgie. E&Ewald 10/2005, S.7)

Kardinal Meisners Kanzel einzunehmen, scheut sich der neue Erzbischof; er predigt vom Ambo aus.

Wann die Krippe abbauen?

Der heilige Papst Johannes Paul II. pflegte die Krippe am Petersplatz zum letzten Mal zu besuchen, nachdem er die Abendmesse vom 2. Februar (von Maria Lichtmeß) zelebriert hatte. Nach diesem Besuch wurde die Weihnachtsdarstellung abgebaut.
Mehr bei Scuola Ecclesia Mater.

Dienstag, 5. Januar 2016

Ein frohes und gnadenreiches Erscheinungsfest

wünschen wir allen Lesern.
Laßt uns nach dem Pontifikalamt vor dem Dom uns treffen (Dilettanti barba insignis sit nobis signum).
Die Oster- oder Paschatermine für dieses Jahr nach gregorianischem, julianischem und jüdischem Kalender sind zu finden bei Orietur Occidens.

Sonntag, 3. Januar 2016

Auf der politisch korrekten Spielwiese

Das griechische Parlament hat eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare gesetzlich eingeführt. Ein Geflecht von Faktoren sieht dahinter der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Guter Wille und mangelnde Entschiedenheit

Die zuständige Bundesministerin hat einen Gesetzesentwurf gegen Unterbezahlung von Frauen vorgelegt.
Leider reicht er nicht aus. Der Chronist von Orietur Occidens legt es offen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Wechsel der Zeiten

Der preußische Innenminister v. Rochow 1837: „Dem Untertanen ziemt es nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen“ (in einem Brief an Jakob van Riesen; laut Georg v. Herwegh: „seines beschränkten Untertanenverstandes“).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer 2015: „Bürgerbeteiligung hat den Sinn, seine Meinung zu äußern und dann vielleicht auch in einem Abwägungsprozess erklärt zu bekommen, dass die Regierung aus bestimmten Gründen anders entschieden hat“ (in einem Interview durch Anja Krüger und Tobias Schulze, taz vom 11.12.).

Es geht um die Hochmoselbrücke, deren Bau die Landschaft des Moseltals ruiniert und auf Betreiben der Auto-Lobby durchgesetzt wurde – anscheinend oder scheinbar reicht der Bahnbetrieb für den dortigen Verkehr nicht aus.

Samstag, 28. November 2015

Freiheit, Ruhe, Gelassenheit

Lyrisch fast wird der Chronist von Orietur occidens bei der Teilnahme an stillen Messen (missae privatae, haud deprivatae [’tschuldigung: kein klassisches Latein]).

Freitag, 20. November 2015

Investorenschutz: Raubtier, nicht Haustier

Wenige Tage, nachdem eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Expertenkreis hat erklären lassen, der Investorenschutz müsse nur ein wenig domestiziert werden, zeigt ein Schiedsgericht die Wirklichkeit auf.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Mittwoch, 18. November 2015

Thomas Söding zur aktuellen Lage

Der von mir sehr geschätzte Professor für neutestamentliche Exegese Thomas Söding hat sich kürzlich angenehm klar zur derzeitigen Gewalt aus christlicher Sicht geäußert:

Angesichts der Attentate von Paris warnt Professor Thomas Söding, Theologe an der Bochumer Ruhr-Universität davor, in eine „falsche Konkurrenz“ zum Islam zu geraten.
„Man sollte die Gewalt in anderen Religionen nicht mit der in der eigenen Religion vergleichen, jeder muss vor seiner Tür kehren“, sagt er. Söding ist Diözesanvertreter des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster und einer der Referenten der Adventstagung am Samstag, 28. November, in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Thema der Tagung: „Religion und Gewalt – Altes und Neues Testament“.
Auch in der Bibel, erklärt Söding, „gibt es dunkle Stellen“ die von einem gewalttätigen Gott berichten. „Aber“, betont der Theologe, „da muss man genau hinsehen. Viele dieser Texte haben einen Kontext, den man verstehen muss.“ Die Heilige Schrift müsse man „intelligent lesen“ und dürfe nicht „Texte aus dem Zusammenhang reißen und dann als Gebrauchsanweisung benutzen.“ Die Bibel werde einerseits von „Scharfmachern“ zitiert, aber auch von jenen, die Frieden wollen. „Die Frage ist: wer hat recht?“, sagt Söding. Und erinnert an die Grundbotschaft: „Die Welt und das Leben sind Gottes Schöpfung, und es kann nicht sein, dass die Vernichtung von Leben dem Willen Gottes entspricht.“ Denn, sagt Söding, das zeige die Auferstehung Christi nach dem Tod am Kreuz: „Die Bibel ist ein Buch der Hoffnung.“
Und sie zeige, etwa am Beispiel des Paulus, welche Folgen religiöser Fanatismus einerseits habe, andererseits aber auch, wie er überwunden werden könne. Der spätere Friedensapostel sei zunächst ein erbitterter Gegner der noch jungen christlichen Gemeinden gewesen, die sich nach dem Tod Jesu gründeten. Dann aber habe er sein Fehlverhalten erkannt. Söding betont: „Paulus erkannte, dass die Schuld daran nicht bei anderen lag, nicht am Gesetz. Seine Fehler waren seine eigene Schuld, entstanden aus einem Übereifer. Er hatte das Gesetz für sich funktionalisiert und wollte sich darüber stellen. Das war Narzissmus im Gewande der Frömmigkeit.“
Eine solche „öffentlich inszenierte Heuchelei“ entdeckt Söding auch, wenn er auf die fremdenfeindlichen „Pegida“-Demonstrationen und ihre Ableger blickt, die sich teils damit brüsten, christliche Werte verteidigen zu wollen. „Ich würde mich freuen“, sagt Söding, „wenn die sich mal mit den christlichen Werten auseinandergesetzt hätten.“ Zudem erinnert er an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. „Gott ist den menschlichen Weg gegangen, damit den Weg der Gefährdung. Durch die Flucht seiner Eltern, die ihn mitgenommen haben, ist Jesus  aus den Fängen des Bösen befreit worden.“ Die Flucht, betont Söding, „ist den Christen ins Stammbuch geschrieben.“ Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter dem Denkmantel christlicher Werte hingegen seien „öffentlich inszenierte Heuchelei“. Gewalt im Namen Gottes gehe von „Heuchlern und Ideologen“ aus.
Was aber nicht bedeute, dass sich die Christen einer falschen Toleranz unterwerfen müssten und sich nicht gegen Anfeindungen wehren dürften. „Schon Jesus hat Klartext gesprochen, und zur Friedensbotschaft gehört auch, dass man Kriegstreibern entgegen tritt, und das mit aller Schärfe“, erklärt der Theologieprofessor. Dazu bedürfe es keiner Gewalt, sondern einer Autorität durch Glaubwürdigkeit. Die erlange man etwa, indem man sich mit dem Positiven des Gegenübers beschäftige. „Wir haben die Möglichkeit, das anzuerkennen“, sagt Söding und verweist auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dort sei erstmals gesagt worden, dass man dem Islam „mit Respekt“ begegne.

(Quelle unbekannt)

Alle, die das christliche Abendland verteidigen wollen - dazu gehöre ich auch -, sollten also darauf achten, daß sie der Versuchung des Hasses nicht erliegen. Damit wäre das Abendland genauso am Ende, wie bei einem Sieg des "Islamischen Staates".

Was wir verteidigen, kann und muß man gegebenenfalls auch mit Gewalt - Notwehr! - verteidigen. Aber wenn diese die christliche Vernunft und Liebe verdrängt und zum Prinzip des Denkens und Fühlen wird, haben wir verloren.

Es ist nicht so einfach mit dem Christentum - wie mit dem Leben. Versuchen wir’s! Ich kenne keinen heilsameren Weg.

Deus lo vult - hätte ich jetzt beinahe geschrieben. ;-) 

Sagen wir lieber: Mit Gottes Hilfe!

Es sind nicht «Die deutschen Bischöfe»
für TTIP

Aber der Anschein wird erweckt durch einen Expertenkreis, den eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einberufen hat - und dessen Stellungnahme sie in die Öffentlichkeit gebracht hat.
Der Chronist von Orietur Occidens analysiert.

Donnerstag, 12. November 2015

Neues Unheil für Franziskaner und Franziskanerinnen der Immaculata

Leben nach den Anordnungen des II. Vaticanum wird von Kommissaren verboten - und andere Kommissare berufen sich auf ebendieses Konzil. Und die Kongregation für die Institute geweihten Lebens erläßt ein Dekret, das sich selbst aufhebt.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Samstag, 7. November 2015

Die Unklarheiten in der Relatio finalis der Bischofssynode

haben System: der Ordensgeneral der Jesuiten spricht es offen aus.

Dienstag, 3. November 2015

Ein sehr festliches Requiem

- dem Chronisten von Orietur Occidens freilich zu festlich.

Samstag, 31. Oktober 2015

Angelus am Reformationstag

Mit meinem Patensohn bin ich mittags zum Essen verabredet. Es ist gerade die Zeit für den Angelus. In der Nähe ist die große Stadtkirche, die vor fünfhundert Jahren noch katholisch war. Dorthin nun also. Im Seitenschiff wird von den Zurückgebliebenen der Reformationstagsfeier noch Kaffee getrunken und gegessen. Wir gehen darum zum Angelus-Beten auf die andere Seite.
Nach dem Angelus bietet mir die Pfarrerin, die ich persönlich sehr schätze, ein Stück Reformationsbrötchen an, «zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen». Der Belag darauf sei ein Teil der Lutherrose, die über den Fladen ausgebreitet war, aus dem die Brötchen herausgeschnitten sind. Nun: zerschnittene Lutherrose – das ist zu verantworten.
Es sieht allerdings abschreckend süß aus, und der Geschmack ist zumindest nicht besser. Aber es ist eben zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen.

Freitag, 30. Oktober 2015

Die moderne Wissenschaft erst

sei wirklich vertrauenswürdig, sie beobachte genau, beschreibe sachlich, gehe angemessen methodisch vor, ziehe ihre Schlüsse nur aus gesicherten Tatsachen. So ungefähr stellt es sich der durchschnittliche gebildete Zeitgenosse vor (sicher, wer schon einmal im Wissenschaftsbetrieb gearbeitet hat, sieht das etwas weniger unbefangen). Den Beobachtungen aus älterer Zeit, solchen besonders, die älter sind als der Triumphzug der Aufklärung, wird mißtraut, damals seien die Menschen naïver gewesen, leichtgläubiger, auf ihre Beobachtungen sei wenig, auf ihre Schlüsse kein Verlaß.
Diese Bewertung: ist das eine angemessene Folgerung aus den Fortschritten des wissenschaftlichen Denkens seit der Aufklärung?
Sicher: die Wissenschaft hat in den letzten zweieinhalb Jahrhunderten Fortschritte gemacht, die dazu beitragen, heute vieles genauer zu sehen als damals. Allerdings: scheinbar wissenschaftlich begründeten Aberglauben gibt es auch heute reichlich, oft ganz frisch aus den Laboratorien der modernen Naturwissenschaft hervorgekommen, so etwa die „Neuromythologie“, wie sie Felix Hasler nennt.

Kommt also dieser Glaube an die Überlegenheit modernen Wissens wirklich von den Fortschritten unserer Zeit?

Bei der Lecture von „De re publica“ belehrt mich M. Tullius Cicero eines Besseren. Dort schon findet sich dieses Denkmuster (nun gut, mit dem Umfang der schon ausreichend modernen Zeit ist Cicero sehr viel großzügiger als unsere Zeit), aus dem Munde von P. Cornelius Scipio Africanus, den Cicero mit sehr modern klingenden Sätzen bemerkenswerterweise begründen läßt, wieso die Apotheose des Romulus historisch glaubwürdig sei:
(L. II, 18) «atque hoc eo magis est in Romulo admirandum, quod ceteri qui dii ex hominibus facti esse dicuntur, minus eruditis hominum saeculis fuerunt, ut fingendi proclivis esset ratio, cum imperiti facile ad credendum inpellerentur, Romuli autem aetatem minus his sescentis annis iam inveteratis litteris atque doctrinis omnique illo antiquo ex inculta hominum vita errore sublato fuisse cernimus. nam si, id quod Graecorum investigatur annalibus, Roma condita est secundo anno olympiadis septumae, in id saeculum Romuli cecidit aetas, cum iam plena Graecia poetarum et musicorum esset, minorque fabulis nisi de veteribus rebus haberetur fides.»

Der Glaube an die Überlegenheit der neuen Zeit scheint, wenn er auch mit dem an das längst vergangene Goldene Zeitalter konkurrieren muß, etwas in der Menschheit aller Zeiten verbreitetes zu sein.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Krank sein in Griechenland

In einer Reportage ist zu lesen: «Rund drei von insgesamt elf Millionen Griechen sind nicht mehr krankenversichert … Der staatliche Gesundheitsetat ist in den letzten Jahren um vierzig Prozent gekürzt worden.»
«Tuberkulose trete nun wieder öfter auf, auch Hepatitisfälle häuften sich.»
«„... Die Ansteckungsgefahr nimmt zu.“ ...»
Siehe: Das griechische Nein / Nachtrag von Freitag, 23. Oktober 2015

Dienstag, 27. Oktober 2015

Die Bischofssynode zum Thema der Familie

Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Aber es bleibt doch ein schaler Nachgeschmack.
Der Chronist von Orietur Occidens kommentiert.

Samstag, 17. Oktober 2015

Zwischen Ararat und Kaukasus

«Wie war’s?», «wie hat es dir in ... gefallen?», «hast du dich gut erholt?» wird man gefragt, wenn man aus dem Urlaub in fernem Lande zurückkommt. Die eigentlich wichtigste Frage jedoch wird kaum je gestellt: «Wie geht es der heiligen Kirche in ... ?»
Wenn auch nur ganz oberflächlich, so versucht der Chronist von Orietur Occidens doch, ein wenig auf diese Frage zu antworten.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gebet zur ersten Rasur

In Zeiten von Völkerwanderung und Nahostkrieg mal was wichtiges.

;-)

Dienstag, 29. September 2015

Im Netz haben Lügen gar nicht so kurze Beine

Von übelsten Übergriffen riesiger „Immigrantenhorden“ an der österreichisch-italienischen Grenze ist die Rede in einem Artikel der „Nouvelles de France“ („Les foules de migrants vues par un guide touristique polonais à la frontière entre l’Italie et l’Autriche: « Ils ont sorti une vieille dame en la tirant par les cheveux et voulaient partir avec sa voiture. »“), einem ausdrücklich von Rechts getragenen („des journalistes et des internautes de droite, libéraux et conservateurs“) Netzauftritt. Dieser Artikel wurde vom angesehenen deutschsprachigen Civitas-Institut unbefangen übernommen.
Diesen bedrückenden Artikel habe ich weitergegeben, die Recherche führte dann zu einer bemerkenswerten Auswertung von Karol Studzinski: „Wie Blogs und Unzensuriert.at das Anti-Flüchtlings-Märchen vom „Kot am Busfenster“ verbreitet haben“.
Der Artikel der „Nouvelles de France“ geht zurück auf einen Polen der drittklassigen TV-Prominenz. In Österreich blieb die Geschichte weitestgehend unbekannt; nur auf der FPÖ-nahen Seite Unzensuriert.at
 tauchte sie auf (einer weiblichen Ausgabe des Verfassers zugeschrieben – hat da jemand den maskulinen Genitiv für einen femininen Nominativ angesehen?), aber nicht einmal der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian „Stacheldraht“ Strache hat ihn öffentlich weitergegeben. Die italienischen Behörden haben rechtliche Schritte gegen den Urheber erwogen. Selber war dieser „bisher für keine Stellungnahme erreichbar“. Die Nachprüfungen einiger polnischer Zeitungen erwiesen die Angaben des Artikels „eindeutig als unwahr“.

Es ist eine Sache, sich gegen einen unreflektierten Immigrationsoptimismus zu wehren („Der Islam gehört zu Deutschland“; „Refugees are welcome here“, als seien alle Flüchtlinge gleich [und alle anglophon]), eine ganz andere, Flüchtlinge, deren viele schuldlos Not und Gewalt ausgesetzt waren, kollektiv dem Verdacht derartiger Übergriffe zu überantworten.

Freitag, 18. September 2015

Heute vor 120 Jahren

der erste Akt des kommenden Völkermords.

Montag, 31. August 2015

Zwar nicht auferstanden ...

aber die Sache Mons. Rogelio Livieres Planos geht doch weiter.

Meditativer Tanz

im Gottesdienst. Die Gemeinde spendet Beifall – der Chronist von Orietur Occidens nicht.

Mitwirkende unserer Freude?

Oft schon habe ich es beklagt: ein großes kirchliches Ereignis, sei es in der Kathedrale, sei es in einer Pfarrkirche, eine Amtseinführung, eine Verabschiedung – während der Messe noch erhalten verschiedenste Leute das Wort, vom Ambo aus, und durchaus nicht nur gläubige Katholiken; sie sprechen «Grußworte».
Stets hat es mich gestört; jetzt wurde mir der geistliche Grund meines Unmuts bewußt. Es geht um mehr als nur darum, daß Gottesdienst nicht langweilen darf («Grußworte sind eine milde Form der Christenverfolgung», hörte ich einmal einen einschlägig erfahrenen protestantischen Pastor sagen).
«Nicht daß wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitwirkende eurer Freude», schreibt der heilige Paulus (II. Cor. 1, 24). Die Freude, um die es in der Kirche, in der Liturgie geht, ist die Freude an der Begegnung mit dem Herrn.
Wenn deren Erleben, wenn diese Freude gestört wird durch rein weltliche Belanglosigkeiten, wir diese über uns ergehen lassen müssen, bevor wir den Segen empfangen, so handeln die Verantwortlichen als Beherrscher unseres Glaubens, unseres Gottesdienstes und eben nicht als Mitwirkende unserer Freude.

Samstag, 29. August 2015

Mittwoch, 12. August 2015

„Wegrollvorgänge“ und „Stuttgart 21“

Ein „Wegrollvorgang“: ein Zug im Bahnhof kommt unbeabsichtigt, von sich aus ins Rollen – meistens zwar folgenlos, nichtsdestoweniger unfallträchtig.
Seit 2003 hat es (nach einer nicht ganz vollständigen Zählung) 29 solcher Wegrollvorgänge auf den Gleisen der Deutschen Bahn gegeben, davon 22 auf dem Kölner Hauptbahnhof; sieben Menschen wurden dabei verletzt. Der Grund: die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung erlaubt eine Gleisneigung von höchstens 2,5 ‰ (§ 7), was angesichts der Konstruktion moderner Züge schon bedenklich ist; der Kölner Hauptbahnhof aber hat Gleise mit Neigungen von 3,6 – 6,8 ‰.
Die Gleisneigung auf dem Bahnhof „Stuttgart 21“, der gerade in Bau ist, beträgt mehr als 15 ‰.

Samstag, 8. August 2015

Donnerstag, 30. Juli 2015

Der Blick in den Abgrund

Aus Grauen wird Kunst - das ist das Privileg des Menschen.
Für wen Bremen erreichbar ist: Marietta Armena - der Blick in den Abgrund

Freitag, 17. Juli 2015

Rätselhafte Oration zum "Skapulierfest"

Zum Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel bieten die deutschsprachigen liturgischen Bücher ein Tagesgebet, dessen Ursprung dem Verfasser sich nicht erschließt

Weiß jemand mehr?

Dienstag, 14. Juli 2015

Predigt

Für Könige und Priester zweierlei Maß bemerkt der Chronist von Orietur Occidens.

Von der Südamerika-Reise des Papstes

Der Papst verstehe wenig von Wirtschaft, höre ich als Kommentar zu seinen Äußerungen auf dieser Reise.
Das stimmt (es ist auch nicht sein Fach). So wenig allerdings wie die allermeisten Wirtschafts- und Finanzminister der EU-Staaten, gar so wenig versteht er nun doch wohl nicht von Wirtschaft.

Samstag, 11. Juli 2015

Glückwünsche an Griechenland

richtet der Chronist von Orietur Occidens aus – das Land hat sie jetzt nötig, besser noch Gebete.

Freitag, 3. Juli 2015

Sukzessivbeseelung: Steht das beim heiligen Thomas?

Ein beharrlicher (um nicht zu sagen: impertinenter) Kommentator hat mich auf eine Behauptung hingewiesen, die auch im Netz weitverbreitet ist, doch ohne hinreichende Quellenangabe: Thomas von Aquin habe gelehrt, daß männliche Föten vierzig Tage nach der Empfängnis die menschliche Seele erhielten, weibliche aber erst nach achtzig Tagen. Diese Lehre der Sukzessivbeseelung und diese Unterscheidung der Geschlechter gab es ja tatsächlich, sie findet sich bei Aristoteles (Historia animalium 7, 3; De Generatione animalium 2, 3); der ließ allerdings die weibliche Seele erst nach neunzig Tagen zum Zuge kommen, altkirchliche Autoren kürzten diese Frist in Analogie zur alttestamentlichen Reinigungsregel (Lev. 12, 1-5) auf achtzig Tage. Das beim heiligen Thomas zu finden ist mir jedoch auf die Schnelle nicht gelungen. In der S. Th. steht zwar einerseits: «sicut in generatione hominis prius est vivum, deinde animal, ultimo autem homo» (II IIae, q. 64, a. 1 sub Respondeo), andererseits aber: «Sed si ponamus animam corpori uniri sicut formam, omnino impossibile videtur, plures animas per essentiam differentes in uno corpore esse» (I, q. 76, a.3 sub Respondeo).

Weiß wer, wo weiteres steht?

Sonntag, 28. Juni 2015

Ein vom Aussterben bedrohter Petrus-Hymnus

Im Gymnasium Petrinum war er der inoffizielle Schulhymnus. Doch 1992, beim dreihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Schule, war er nicht mehr zu hören.
Darum soll er hier nun einen neuen Lebensraum finden:
Großer Fürst im Reich des Herren

Nachtrag: Wir haben technisch aufgerüstet. Nun erstrahlt der Hymnus in neumodischen Noten und im originalen Es-Dur.

Montag, 15. Juni 2015

Dienstag, 2. Juni 2015

Trinitatis: ein Sonntag in der Diaspora

auf dem Lande führt den Chronisten von Orietur Occidens in einen beachtenswerten Gottesdienst.

Kinderbildern in der Kirche und im Museum

ist der Chronist von Orietur Occidens begegnet.

Sonntag, 24. Mai 2015

Der Anfang der Kirche

Der Prediger, wenn er auch das Gegenteil begründen will, lehrt den Chronisten von Orietur Occidens zu begreifen, warum dem Pfingstfest eine Oktav zukommt.

Dienstag, 19. Mai 2015

Nächtlicher Gottesdienst

«.. also viel schöner» hörte der Chronist von Orietur Occidens (er muß zugeben: mit Vergnügen).

Samstag, 16. Mai 2015

Die Hölle zu bevölkern

hilft die moderne Medizintechnik.

Vergesellschaftung in Sozialismus und Kapitalismus

– ein Thema, das den Chronisten von Orietur Occidens umtreibt.

Wiederverheiratete Geschiedene

Einem anderen Weg des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen, dem Weg des „Ordo Paenitentium“, ersonnen von P. Thomas Michelet O.P., gibt Sandro Magister das Wort: Sie sollen in der Kirche Raum haben in einem eigenen Stand der Büßer. «La conversione totale, invece, non sarebbe più richiesta all’inizio della penitenza; ne sarebbe piuttosto il frutto, la misura della sua durata e la condizione del perdono. In altre parole, non si aspetterebbe più di essere pienamente convertiti per fare penitenza, ma si farebbe penitenza fino al momento della piena conversione ...»
Das ist nicht so abwegig wie das, was manche deutschen Kirchenfürsten fordern; allerdings:
Als Therapeut weiß ich, daß manche Menschen sich einer Psychotherapie unterziehen, um sich zu verändern, und andere, anstatt sich zu verändern – «Ich mache doch schon Therapie» kann eine gute Ausrede sein.
Mit den ersteren ist die Therapie sinnvoll, mit den letzteren nicht.
Und nun höre ich mit meinem inneren Ohr den Satz der Zukunft: «Ich mache doch schon Buße.»

Dienstag, 12. Mai 2015

Montag, 11. Mai 2015

Das Evangelium vom Tage

(NOM) recht zu verstehen lehrt uns ad Tiliam.

Dienstag, 5. Mai 2015

Fest des heiligen Johannes an der Lateinischen Pforte

Noch an ein zweites bedrohtes Fest hat der Chronist von Orietur Occidens zu erinnern.

Montag, 4. Mai 2015

Ein verirrtes Gebetsanliegen

begegnet (nicht zum ersten Mal) im sonntäglichen Hochamt dem Chronisten von Orietur Occidens.

Samstag, 2. Mai 2015

Fest des Heiligen Kreuzes

Der Chronist von Orietur Occidens erinnert an das Fest.
Im Kölner Rundbrief der Priesterbruderschat St. erscheint dieses Fest nicht in der Gottesdienstordnung. Aber der erste Artikel im Heft heißt: Das Heilige Kreuz.

Montag, 27. April 2015

Friedensgruß

Anstelle profaner Gesten begegnet dem Chronisten von Orietur Occidens ...

Freitag, 24. April 2015

Montag, 20. April 2015

Eucharistie mit Ordensschwestern

Einen (hoffentlich) ungewöhnlichen «Tag des geweihten Lebens» zu einem ungewöhnlichen Termin erlebte der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 16. April 2015

Die Not der Griechen und das deutsche Geld / II.

Über die Verpflichtung Bundesdeutschlands gegenüber dem notleidenden Bundesgenossen hatten wir kürzlich bereits gesprochen. Nun hat ein Zeitungsbeitrag (nicht zum ersten Mal, aber sehr markant) dem moralischen Argument ein ökonomisches hinzugefügt.

Mittwoch, 15. April 2015

Das Meßbuch Pauls VI.

wird als Ergebnis der Reformen des II. Vatikanischen Konzils angesehen. Zu Recht?

Montag, 13. April 2015

Auch stilo florentino

ist mittlerweile das Jahr 2015 angebrochen; Anlaß, das 2014er Heft unserer heiligen Ewald & Ewald ins Netz zu stellen.

Samstag, 11. April 2015

Mittwoch, 1. April 2015

Eine archaïsche Hymnenmelodie

von Vexilla Regis ist aus Münster überliefert, ediert von Orietur Occidens.