Dienstag, 11. November 2008

Luthers Tauftag

Ziel des Projektes nicht ganz erfüllt.

Sonntag, 9. November 2008

Mittwoch, 5. November 2008

Dienstag, 4. November 2008

Beiläufig nur

erfährt man gelegentlich wunderliche Eigenheiten unseres Rechtsstaates. Zweierlei etwa las ich ganz am Rande in der tageszeitung eines einzigen Tages:
Gegen Maßnahmen des Bahnvorstandes, die den Eindruck erwecken können, Männern ebendieses Vorstandes mehr zu nützen als den Bahnfahrern, gebe es keine Weisungsmöglichkeit des Bundes, obwohl der Bund hundertprozentiger Eigentümer des Unternehmens ist. «Das Aktienrecht mache es auch einem Eigentümer schwer, Einfluss auf operative Entscheidungen zu nehmen», erfährt man vom Sprecher des Verkehrsministers.
Das Recht auf Eigentum ist ein Grundrecht, das hierzulande gerne überbewertet wird derart, daß der andere Satz des Grundgesetztes, daß Eigentum verpflichtet, zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll, hintangestellt wird. Nun aber erfahre ich, daß dem Aktienrecht nach das Recht des Eigentümers ebenso wie das Wohl der Allgemeinheit zurückzustehen hat gegenüber der Macht der Funktionäre.
Geldstrafen werden gerechterweise nach Tagessätzen bemessen. Jedoch lese ich nun, daß das Strafgesetzbuch den Tagessatz auf höchstens 5.000 € begrenzt. Der Tagessatz, den etwa der Vorstandsvorsitzende der Bahn zu zahlen hätte (über sein Einkommen hat gerade der andere Artikel aufgeklärt), betrüge also relativ nur wenig mehr als die Hälfte des Tagessatzes eines Sozialhilfeempfängers.

Samstag, 18. Oktober 2008

Pro multis = für alle!

Eben eigentlich ja gerade nicht mehr!

Ein Musterbrief an den zuständigen Bischof findet sich hier.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Brauchen wir Mafiamitarbeiter im Justizministerium?

Der Chronist scheint zurückzukehren; er ist schon im September angekommen. Lesen Sie seine Überlegungen über die Mitarbeiter bundesdeutscher Ministerien!

Sonntag, 28. September 2008

Da gibt´s das Blog für die außerordentliche Form

und das Blog für die ordentliche Form....

aber die Frage aller Fragen könnt Ihr in der Umfrage dieses Blogs beantworten!

Donnerstag, 25. September 2008

Unser Stadtteil soll öder werden II.

Wir hatten uns schon in Worten ereifert; Sie können aber auch Bilder sehen von dem bedrohten Gebiet - und auch sehen, was man dagegen zu tun sucht.

Montag, 22. September 2008

Eine große Wallfahrt

Wie man das in der Diaspora so macht: Hier!

Donnerstag, 11. September 2008

Nach den Tragödien folgt das Satyrspiel

Nachrichten eines Tages:
Der südossetische Präsident erklärt, Südossetien wolle nicht unabhängig werden, sondern sich mit Nordossetien vereinigen und so Teil der Russischen Föderation werden. Daraufhin erklärt der russische Außenminister, Südossetien werde unabhängig bleiben. Darauf nun erklärt der südossetische Präsident, er sei mißverstanden worden, natürlich wolle Südossetien unabhängig bleiben.
So etwas also nennt man Unabhängigkeit.

Donnerstag, 4. September 2008

Mensch Clemens

Eine katholische Blogger-Initiative antwortet dem protestantischen Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger auf dessen Papstgesang: hier.

Freitag, 29. August 2008

Nachrichten aus Eriwan

Unter diesem Titel ist in einem Blog ein Reisebericht aus Armenien zu finden, den ich empfehlen kann.

Montag, 25. August 2008

Latein im Fernsehen

und das in Deutschland: Hier!

Samstag, 23. August 2008

Es ist eigenlich so einfach!








oder vielleicht:

Fac rubrum - dic nigrum!

Dienstag, 5. August 2008

Zweierlei Maß

Aufstand in der SPD: Herr Clement soll ausgeschlossen werden, weil er vor der Landtagswahl in Hessen, öffentlich davon abgeraten hatte, die Spitzenkandidatin seiner Partei, Andrea Ypsilanti, zu wählen. So etwas nennt man gemeinhin parteischädigendes Verhalten, und dafür gilt wohl in allen Parteien der Ausschluß als angemessene Reaktion. Einen besonderen Haut goût bekommt die Sache dadurch, daß Herr Clement seine Ablehnung von Frau Ypsilanti mit ihrem energiepolitischen Kurs begründete – er sitzt im Aufsichtsrat von «RWE-Power».
Aber die Parteigrößen der SPD protestieren gegen seinen Parteiausschluß.
Zum Vergleich: schon im April wurde, weil er vor der Landtagswahl in Niedersachsen zur Wahl der Linken aufgerufen hatte, Detlev von Larcher, ehemaliger SPD-Bundesabgeordneter, ehemaliger SPD-Unterbezirksvorsitzender, umgehend aus der SPD ausgeschlossen.
Damals aber protestierte keine der Parteigrößen. Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen. Der mir erkennbare Unterschied ist der, daß Herr von Larcher, der sich nur bei Attac engagiert, nicht bei RWE, keinerlei Haut goût zu bieten hat, sondern sich letztlich, wenn auch reichlich über die Bande gespielt, für das Wohl seiner Partei einsetzen will.
Einen interessanten Vorschlag macht der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerd Andres, der den Parteiausschluß für eine Abrechnung mit der Agenda 2010 hält: „Aber wenn man das will in der SPD, dann müssen sie auch mich ausschließen, Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier, Ulla Schmidt – also das ganze Kabinett. “
Na, denn man tau!

Wieder gute Nachrichten

Auf Mailand bezieht sich «Summorum pontificum ja eigentlich gar nicht; Aber nichtsdestoweniger trägt es auch dort Früchte.

Freitag, 1. August 2008

«Wer soll diese Plörre saufen?»

fragte die tageszeitung auf der Titelseite. Dazu findet man einen Artikel – samt Leserbrief –, der erklärt, wieso immer mehr Bier einen faden Einheitsgeschmack bietet, sowie eine kleine Übersicht, welche Biersorten bereits zu den allergrößten Konzernen gehören. Und schließlich beim Chronisten eine Betrachtung über Bier auf dem freien Markt.

Die Grenzen unseres Rechtsstaats

Todesstrafe und Folter sind bei uns abgeschafft. Der Chronist aber äußert Zweifel, ob dem wirklich so ist.

Unser Stadtteil soll öder werden

– das ist der offizielle Zweck (wörtlich: «lichte Umgebung»), weshalb der Stadtbezirk Eimsbüttel an der bisher beliebten Isebek-Uferpromenade etliche Bäume fällen lassen und durch Beton und übersichtliche Ziersträucher ersetzen will. 240 000 € will der Bezirk dafür springen lassen.
Daß in Hamburg gespart werden muß, ist wohlbekannt; nun erfährt man wieder einmal, wofür gespart werden muß.

Sonntag, 27. Juli 2008

Donnerstag, 24. Juli 2008

Weltjugendtag und deutsche Presse

Ein netter Zwischenruf mit Diskussion bei Elsa.

Montag, 21. Juli 2008

Immer wieder gute Nachrichten

aus Rom und nun aus Sidney.
Gregorianik mit Ison! selbst in Dinslaken waren wir noch nicht immer ganz so weit.Da bin ich gespannt auf den nächsten Tag der Abendländischen Musik.
Und Mundkommunion im Knien, wenn der Papst die Kommunion spendet. Daß der Empfang im Knien dringend wünschenswert ist, bedarf keiner Diskussion.
Und Mundkommunion? Ich praktiziere dort, wo es allgemein üblich ist, die Handkommunion. Ich finde sie an sich durchaus angemessen, aber es ist doch eine gewisse Last, dann zuerst die Hand nach Bröckchen absuchen zu müssen. Aber daß ich des öfteren auch welche finde, zeigt, wie notwendig das ist.
Jedoch - eigentlich sollte man ja während der Kommunion nicht beobachten, aber gelegentlich tue ich es dennoch - macht sich der Großteil der Kommunikanten nicht diese notwendige Mühe; und außerdem sehe ich, daß die meisten nicht die Hand, in der sie den Leib des Herrn empfangen haben, zum Munde führen, wie es in der Urkirche geschah und ähnlich auch konzelebrierende Priester der Ostkirche bis heute tun, sondern daß sie aus dem Empfang eine Selbstspendung machen, indem sie mit der einen Hand den Leib des Herrn aus der anderen nehmen. Ein in der Beschreibung geringfügig klingender Unterschied; wenn man es aber sieht oder praktiziert, zeigt sich, daß dieser Unterschied die Bedeutung der Sakramentsspendung berührt.
Und ich fürchte, daß der Weg zurück zur angemessenen Form der Handkommunion schwieriger wäre als die Rückkehr zur Mundkommunion. Also hat der Papst wohl auch da recht.

Samstag, 28. Juni 2008

Zeitgeist

Als „religiös unmusikalisch“ bezeichnet sich Prof. Norbert Bolz im Untertitel seines Buches «Das Wissen der Religion» und macht sich doch Sorgen, angepaßtes Christentum sei Wegbereiter des Antichristen. Das klingt ansprechend, auch wenn nach zwei Jahrtausenden Kirchengeschichte der weniger unmusikalische Mensch zurückhaltender ist mit eschatologischen Einordnungen. Und so lese ich mit Interesse die Vorbesprechung.
Ein Leben ohne Gott führe in eine gnadenlose Knechtschaft des Zeitgeistes und damit unter das Diktat dessen, was als politisch korrekt gelte – ja, richtig! Der Antichrist werde den guten, politisch korrekten Menschen zum Vorbild erklären – einleuchtend!
Aber dann: das Reden von „sozialer Gerechtigkeit“ sei nichts anderes als die Maske des Neids. Nun ist doch bekannt, daß in unserer Gesellschaft das Einkommen der Wohlhabenden immer mehr steigt, das der Arbeiter und gar das der Arbeitslosen und Rentner sinkt – ein Siegeszug der Habgier der wirtschaftlich Mächtigen auf Kosten der Schwachen. Es ist keineswegs der Neid, sondern der christliche Glaube selbst, der dagegen die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit setzt.
Und wenn nun der Autor diese Forderung nach sozialer Gerechtigkeit zur Ersatzreligion erklärt, die den traditionell „gnädigen Gott“ ersetze, so impliziert das, daß, weil Gott gnädig ist, der Mensch das nicht sein dürfe. Mit diesem Gedanken zeigt der Autor, daß er in der Tat „religiös unmusikalisch“ ist.
Und wenn es dann heißt, in der Sozialreligion übernehme der Staat eine göttliche Rolle, und weiter: die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeige, daß Deutschland immer tiefer in einen „Staatsgötzendienst“ hineingeraten sei, so wundert man sich, daß der Autor nicht bemerkt, daß er in einem Land des Sozialabbaus und der Privatisierungen lebt, daß wir immer mehr einem Marktgötzendienst anheimfallen.
Der Hauptstrom der vorgefertigten öffentlichen Meinung ist heute die Marktgläubigkeit; mit seinen Warnungen vor staatlichem Handeln zeigt der Autor, daß er viel mehr einer modischen Ersatzreligion verfallen ist als die, gegen die er aneifert.

Montag, 16. Juni 2008

EU und Mugabe – der Unterschied

Am Samstag, dem 14. Juni, zwei auffallend ähnliche Meldungen:
1. Die EU-Gewaltigen wollen das Nein des irischen Volkes zum Grundlagenvertrag nicht akzeptieren; als erstes wollen sie den irischen Premierminister zur Rechenschaft ziehen, weil er seine Aufsichtspflicht über sein Volk nicht ausreichend wahrgenommen hat.
2. Zimbabwes Präsident Mugabe will einen Sieg des Oppositionskandidaten bei der Stichwahl zur Präsidentschaft nicht dulden.

EU-Gewaltige und Mugabe – ist das das gleiche?
In ihrer Haltung zur Demokratie durchaus – man erinnere sich, das den im wesentlichen gleichen Vertrag unter dem Namen «Verfassung» schon zuvor das französische und das niederländische Volk verworfen hatten –,
nicht aber in ihrer Haltung zu den Menschenrechten. Während Mugabe harte Menschenrechtsverletzungen offenbar bewußt gezielt für sein Ziel einsetzt, gibt es in der EU demgegenüber nur weiche Menschenrechtsverletzungen.
Weiche Menschenrechtsverletzungen: damit ist gemeint, daß Verletzungen der Menschenrechte zwar in Kauf genommen werden, aber man hofft, daß sie möglichst nicht geschehen. Was etwa den Vertrag betrifft: freilich nimmt man durch ein Mehr an Markt weiteren Abbau des Sozialstaates in Kauf, freilich nimmt man durch den vorgesehenen Ausbau der Atomenergie Unfälle in Kauf, aber das ist es nicht, was man beabsichtigt. Lieber wäre es der Kommission und den Regierungen, wenn keine der neuen Atomkraftwerke in die Luft flögen und möglichst wenig Menschen in Europa, vor allem möglichst wenig Kinder (denn gerade das macht einen schlechten Eindruck) hungerten – so wie es ihnen lieber wäre, wenn bei den von ihnen nun doch noch mitzutragenden Streubombeneinsätzen möglichst keine Zivilisten verstümmelt würden, wenn möglichst wenig Menschen, die durch die Bahnreform von der Schiene auf die Straße gedrängt werden, dort Unfällen zum Opfer fallen.
Insofern gilt: EU-Gewaltige und Mugabe – das ist nicht das gleiche!

Informieren Sie sich: EU-Verfassungsentwurf - Diktatur der Konzerne?
Hintergrundpapier zur Verfassungsbeschwerde zum Vertrag von Lissabon
Eine Gefahr für die Bürgerrechte!
Engagieren Sie sich: Eine EU-Verfassung?!
Lesen Sie auch: Meneteqel!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Von der Notwendigkeit der Soutane...

....weiß der Dilettant.

Eßbarer Unernst

Unter diesem wunderlichen Titel finden sich in der tageszeitung (!) sehr abendländische Gedanken von Till Ehrlich über das moderne Essen.
Einige Kostproben:
«Der ganze Kram ist selbstverständlich "to go" verfügbar. Ob Suppe, Saft oder Latte macchiato, ob in der S-Bahn, der Tram oder im Auto, überall nuckeln und saugen erwachsene Menschen wie Kleinkinder an Pappbechern herum. ...
Es erinnert daran, dass Essen mal etwas mit fester Textur zu tun hatte. Doch es ist nur nostalgisches Zitat, mehr nicht. Schmeckt alles gleich und verwandelt sich beim Kauen sofort in süße Pampe. ...
Man könnte auch von einer Verachtung leiblicher Genüsse sprechen, die natürlich im Protestantischen - vorherrschend im XXXX-Futter-Heimatland - schon immer zu Hause war. Zudem waltet der genussfeindliche Ungeist der kantischen Moralethik, wonach der Geschmack bei den niederen Sinnen bleibt ...»

Dienstag, 10. Juni 2008

Vielleicht ein Bild von der ältesten Kirche (besser vielleicht: einer der vielen ältesten Kirchen) der Welt in Rihab/Jordanien.
In der Jordantimes von heute.

Montag, 2. Juni 2008

Von Gott ins Land geschickt ...

Wie ein mitteldeutscher Bischof über den Islam in Deutschland denkt: hier!

Freitag, 30. Mai 2008

Steuerehrlichkeit

Ein recht bekanntes Antiquariat; drei Taschenbücher zu je 3,50 suche ich mir aus: zwei Fachbücher und ein anderes interessantes. Bitte eine Quittung über diese zwei Bücher! «Aber ich kann dann doch den Gesamtbetrag, 10,50, daraufschreiben?» Nein, nur 7,--!
Wenn ich vom Staat mehr Steuerehrlichkeit fordere, damals darum die Abschaffung der Absetzbarkeit der doppelten Haushaltsführung abgelehnt habe, heute die der Pendlerpauschale, so muß ich das gleiche von meinen Mitmenschen und besonders von den Geschäftsleuten fordern.

Samstag, 24. Mai 2008

Gewissen ist «vergabefremd»

Der Chronist hat wieder einmal in der tageszeitung gelesen und sah sich daraufhin zu diesem sonderbaren Titel veranlaßt. Lesen Sie selbst!

Donnerstag, 22. Mai 2008

Privatisieren

Anhand eines Artikels in der tageszeitung entdeckt der Chronist hinter dem Banner der Freien Marktwirtschaft den diskreten Charme des Funktionärssozialismus wieder. Lesen sie selbst!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Der Koptische Bischof für Deutschland erklärt den Altar

und die Taufe

gehaltvoll - schlicht - sehenswert!

Freitag, 16. Mai 2008

Geburtenrate und Kinderbetreuung

«Cloppenburg hat mit 1,9 Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate Deutschlands» - «In Cloppenburg wurden 2007 ganze 2,2 Prozent der Kleinkinder in einer Einrichtung betreut, das sind 115 Kinder von gut 5.200» - « Ganze 59 Kinder besuchten 2006 eine Krippe» - so lese ich in der tageszeitung (9. Mai).

Donnerstag, 15. Mai 2008

Religionsfreiheit

Soll man die Religionsfreiheit für Muslime auf kaltem Wege abschaffen? Der Chronist plaidiert dagegen.

Samstag, 10. Mai 2008

Mit diesem Bild des Yorker Münsters der Hinweis auf ein Bild-Blog, das in keiner Randleiste fehlen sollte:
The Roving Medievalist

Mittwoch, 7. Mai 2008

Er hat sich nicht geändert

Öfters war in den letzten Jahren zu hören, der Internationale Währungsfonds habe sich geändert, sei nicht mehr so unsozial wie früher. Und nun lese ich in der tageszeitung:
«Unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds und sich verschlechternder Wirtschaftsdaten hatte die Regierung von Ministerpräsident ... ... erst vor wenigen Wochen gegen den massiven Widerstand der Gewerkschaften eine so genannte Sozialreform durchgesetzt, die Arbeitnehmer in wesentlichen Punkten schlechter stellt. Das Rentenalter wurde deutlich heraufgesetzt und der Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung stark verringert.»
Er hat sich also nicht geändert; würde er in der Bundesrepublik tätig, müßte man den Internationalen Währungsfonds auch heute noch als verfassungsfeindlich (weil gegen das Sozialstaatsgebot gerichtet) bezeichnen.

Bildungsmisere

Über Bildungsmisere, Politiker und die (nicht vorhandene) steuerliche Abzugsfähigkeit von Schulgeld meditiert das Diesellog.

Dienstag, 6. Mai 2008

Muttertag

«Nun stellte der Floristenverband klar: Muttertag ist am 11. Mai, der dieses Jahr gleichzeitig Pfingstsonntag ist. Fast alle Länder gestatteten Sonderöffnungszeiten am Feiertag. Damit stehe dem Geschenkekauf nichts mehr im Wege. (epd)» lese ich in der tageszeitung.
Somit ist es klar: Mutter wird am Muttertag im Laden stehen und Blumen oder was sonst auch immer verkaufen.

Mittwoch, 23. April 2008

In welch einem Staat leben wir ...

Nachdem wir so oft den Chronisten zitiert haben, haben wir nun einmal die Ehre, daß er uns zitiert. Allerdings muß man ihm lassen, daß er uns besser verstanden hat als wir selbst. Lesen Sie es nach!

Dienstag, 22. April 2008

Donnerstag, 17. April 2008

In welch einem Staat leben wir, der Kinder verstaatlichen und die Bahn privatisieren will?

Kindervernachlässigung

Es gibt das furchtbare Geschehen; und es gibt die furchtbaren amtlichen Reaktionen — oder deren Fehlen — darauf. Dazu mehr ist zu finden beim Chronisten.

Mittwoch, 16. April 2008

tanti auguri


o.k. Es ist die Torte von letztem Jahr und einem Papst gratuliert man eigentlich zum Namenstag, aber trotzdem:

ad multos annos Sancte Pater!

Mittwoch, 9. April 2008

Die Gesundheitsreligion fordert Menschenopfer!

Manfred Lütz in Welt-online

Dienstag, 8. April 2008

Samstag, 22. März 2008

Exodus aus Transrhenanien

wie ein Ehepaar aus Westfalen den Gründonnerstag erlebte: hier!

Mittwoch, 19. März 2008

Eindrücke vom Palmsonntag

hat der Chronist gesammelt: Kinderlieder zur Prozession, ein weiser Pfarrer ...
Lesen Sie selbst!

Verbindung von Familie und Beruf

Zu diesem Thema unserer Tage hat der Chronist das vielleicht hellsichtigste Urteil in einem 75 Jahre alten Buch gefunden.
Lesen sie nach bei Dietrich von Hildebrand:

Dienstag, 11. März 2008

Non praevalebunt!

Sie haben gesiegt - aber es ist ein Pyrrhussieg. Non praevalebunt heißt es schon im Evangelium (Matth. 16, 18).

Montag, 25. Februar 2008

Konsens von Kirche und Psychologen

Wo es um die Kinderbetreuung geht, gibt es einen Konsens von Kirche und Psychologen - nun wissen wir das, was selbstverständlich ist, ganz offiziell: http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/krippenausbau.html
Wann werden es uns auch die Politiker glauben?

Der echte Friedensgruß der Urkirche

existiert noch – der Chronist hat ihn entdeckt.

Dienstag, 19. Februar 2008

Lateinische Schimpfwörter

werden tatsächlich auch im westfälischen Alltag gepflegt.

Montag, 18. Februar 2008

Donnerstag, 14. Februar 2008

Quod Pinxi Pinxi ut Sedi......

Manche Leute verstehen halt Bilder besser - also bitte:

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wunderliches von der Rechtsprechung

hat wieder einmal der Chronist zu berichten.

Ist Marktliberalismus Rassismus?

Eine sonderbare Behauptung – aber Paul Krugman läßt diese Behauptung etwas weniger abwegig erscheinen. Und gleich nebenan wird auf Interessantes von Naomi Klein hingewiesen.

Montag, 4. Februar 2008

Kirche und Welt

«Dem Christentum, das ihr nicht den Rücken kehrt, kehrt die Welt den Rücken.»
Diesen Satz von Nicolás Gómez Dávila fand ich jetzt im Kölner Rundbrief von Maria Hilf.

Freitag, 1. Februar 2008

Was sind eigentlich «Sedisvakantisten»?

Großreinemachen! Endlich schaffe ich es, mit dilettantischer, nichtsdestoweniger aber fachkundiger Hilfe unseren Balatum (vulgo: Blog) von Sedispamphleten zu säubern.
Dabei allerdings ist Gelegenheit, zu erwägen, was «Sedisvakantisten» eigentlich sind.
Bisher hielt ich sie für durchgedrehte katholische Ultratraditionalisten. Das aber ist wenig einleuchtend, denn von ihnen werden Blogs und gerade auch Posita in diesen Blogs besudelt, die klare katholische Positionen wiedergeben und von keinem noch so radikalen Traditionalisten zu beanstanden wären.
Darum sei hier einmal die naheliegende These formuliert:
«Sedisvakantisten» sind atheistische oder radikal-modernistische Diversanten, die mit ihren Pamphleten die katholische Präsenz im Netz diskreditieren wollen.

Die permanente Revolution

Die permanente Revolution hat Mao Tse Tung gefordert – der freie Markt verwirklicht sie.
Erfahren Sie vom Chronisten, wie sie das in seinem Viertel macht.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Dienstag, 29. Januar 2008

Donnerstag, 10. Januar 2008

Migranten II

und die political correctness: hier!

Sonntag, 6. Januar 2008

Epiphanie

in der westfälischen Provinz: hier!

Samstag, 5. Januar 2008

Veröffentlichung der Ostertermine

Nach ehrwürdigem Brauch werden am Fest der Erscheinung des Herrn die Termine der beweglichen Feste veröffentlicht. So hält es in diesem Jahr auch der Chronist.
Dort erfahren Sie auch, daß in diesem Jahr ein neues Jahrtausend anbricht.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Ausländer und Migranten

Vom Wechsel der Wortwahl: hier!

Freitag, 21. Dezember 2007

Montag, 17. Dezember 2007

GAUDENS GAUDEBO

Am Oktavtag des Festes der unbefleckten Empfängnis fand die monatliche Alte Messe in der Venne statt.

Handwerk und Sicherheit

Die Lampen in der Küche brennen nicht mehr. Ich rufe den Elektriker an. Er will am Samstag eine Sonderschicht einlegen, um die Mittagszeit zu uns kommen. Danke!
Am Samstag mittag kommt er nicht. Am Montag rufe ich ihn wieder an. Und höre: am Samstag mittag – ich wußte es ja – machte sich auch ein Demonstrationszug von unserm Viertel aus auf in die Innenstadt. Und da hatte die Polizei eben auch keine Handwerker mehr zu uns gelassen.
Nun warte ich wieder auf ihn.

Samstag, 15. Dezember 2007

Freitag, 14. Dezember 2007

Wie lenkt man Familien auf den rechten Weg?

Ein Interview mit einer Dame vom Deutschen Frauenrat veranlaßt den Chronisten, die Denkweise zu ergründen, die hinter dem Kampf gegen das Ehegattensplitting steht.
Bei diesem Thema lohnt es sich auch, sich an Kommentar «mittendrin» zum «Gluckengehalt» zu erinnern.

Santa Lucia

hic

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Schöne neue Bahn

Großer Bahnhof am Samstag am Bahnhof Harburg für die neue S-Bahn nach Stade – all die üblichen Verdächtigen sind gekommen, Vorstandsvorsitzender, Ministerpräsident, Senator, um zu feiern, daß man fortan von Hamburg nach Stade nicht mehr umzusteigen braucht. Wie praktisch!
Nun ja: bisher konnte man jede Stunde einmal ohne Umsteigen und ein zweites Mal mit Umsteigen fahren, heute aber zweimal stündlich ohne Umsteigen. Nach Cuxhaven konnte man bisher ebenso jede Stunde einmal ohne Umsteigen und ein zweites Mal mit Umsteigen fahren, heute jedoch nur noch einmal stündlich, ohne Umsteigen. Welch ein Fortschritt!

In Rotenburg allerdings gab es keinen großen Bahnhof, als ich am Freitag abend in den letzten Zug gestiegen bin, der an einem Alltag von dort nach Minden durchfuhr. Bisher konnte man jeden Tag besonders günstig über diese Stationen aus dem Norden nach Ostwestfalen fahren. Nun aber gibt es diese Verbindung nur noch samstags und sonntags. Wer von Hamburg kommt, wird alltags künftig für einen sehr viel höheren Preis die weniger schöne Strecke über Hannover nehmen; wer von Rotenburg selbst kommt, wird zweimal umsteigen müssen, hat dafür aber die Wahl, ob er in Verden oder in Nienburg die nunmehr unvermeidliche Stunde Wartezeit verbringen will.
Und im nächsten Jahr nur Linkshänder!!

Dienstag, 11. Dezember 2007

Sonntag, 9. Dezember 2007

Populus Sion

vom Selbstverständnis des Gottesvolkes

Dienstag, 4. Dezember 2007

Real existierende Marktwirtschaft

Der spanische Wohnungsmarkt liefert ein bemerkenswertes Beispiel, wie unregulierter Markt funktioniert.

Dienstag, 27. November 2007

Spannendes aus der Pädagogik

I. Im Lokalteil der tageszeitung lese ich von der einzigen «Schule in Niedersachsen, in der von der ersten Klasse an bilingual unterrichtet wird: Hochdeutsch und Plattdütsk. Neuerdings in Zusammenarbeit mit der Ostfriesischen Landschaft in Aurich, die den Unterricht auswertet.
Die Idee dazu ging aus einem EU-Projekt zur frühen Mehrsprachigkeit hervor, und das lief so gut, dass die Schule weitermachte und jetzt bereits die zweite Schülergeneration zweisprachig lernt. Neben Mathe wird in Klasse 2a der Simonswolder Grundschule auch im Sachunterricht und in Religion nur platt gesprochen.»
Mehr dazu …


II. Ebenda, wenige Tage später: «Wir kennen nur Studien, die nachweisen, dass Kinder, die zu Hause sozialisiert worden sind, später die „besseren“ Bürger sind, sich mehr ehrenamtlich engagieren, häufiger wählen gehen. Und in ganz überwältigender Anzahl wollen sie ihre Kinder auch zu Hause bilden.»
Mehr dazu …

Neueste deutsche Geschichte

Thomas Strobl, Generalsekretär der Südwest-CDU: „Dabei würde dieser Herr Thierse heute immer noch im Dunkeln – nämlich hinter Mauern und Stacheldraht – sitzen, wenn nicht Helmut Kohl und die CDU die historische Chance ergriffen hätten.“
CSU-Chef Erwin Huber: „Er hätte die Meinungsfreiheit nicht, wenn es nicht einen Helmut Kohl gegeben hätte.“
(Quelle)
Lieber Leser, erinnerst Du Dich noch, wie damals Helmut Kohl allmontäglich demonstrierend durch Leipzig zog, unbeeindruckt von den bedrohlichen Scharen von Vopo und Stasi, bis schließlich die DDR zusammenbrach?

Samstag, 24. November 2007

Hoffnungsvolles zur Kirchenmusik findet sich im telegraph.

Heißt das: Nie mehr "Stille Nacht" in der Kirche?
Ach, ich wage es nicht zu hoffen.

Donnerstag, 22. November 2007

Mittwoch, 21. November 2007

Europaverfassungssurrogat

Was soll da eigentlich in diesen Monaten für ganz Europa beschlossen werden?
Einige Aufklärung ist hier zu finden.

Agrarsubventionen

gelten als Ärgernis. Aber wer wird hierzulande agrarsubventioniert?
Für Nordrhein-Westfalen ist das jetzt öffentlich: kaum die Bauern, wohl aber beispielsweise ein angelsächsischer Großkonzern für Lebensmittelverarbeitung (nicht Anbau!) und ein Energiekonzern für die Rekultivierung von Braunkohlerevieren – also für die späte Wiedergutmachung des selbst angerichteten Schadens.

Montag, 19. November 2007

Zum Problem der Predigt

gibt es ebenfalls neue Überlegungen.
Erinnert sei auch an Erzbischof Ranjith.

Was ist eigentlich wichtig?

Die Waldschlößchenbrücke bietet Anlaß zu Überlegungen.

Freitag, 16. November 2007

Donnerstag, 15. November 2007

Eine Orgie politischer Korrektheit

Zu dem Artikel «Wenn ich Negerkönig wäre» erscheint in der tageszeitung (nach sechs Wochen) ein Leserbrief, in dem wir – lang und breit – dessen belehrt werden, daß «das "N"-Wort» «eine rassistische Beleidigung» sei.
War also auch der bisher hochangesehene Dichter und Staatsmann Léopold Sédar Senghor ein Rassist, der aus der Geistesgeschichte entsorgt werden müßte, weil er «négritude» als kulturelles Ideal postulierte? Oder ist es nicht eher rassistisch, wenn ein Europäer ihm das verwehren will?
Politische Korrektheit ist immer blind.

Mittwoch, 14. November 2007

Politik und Dialektik: Das Übel der Arbeitslosigkeit

Ein Interview in der tageszeitung, in dem die Arbeitslosigkeit eher nebenbei abgehandelt wurde, veranlaßte den Chronisten zu einer kleinen dialektischen Überprüfung der Gemeinplätze der gegenwärtigen Politik. Sein Ergebnis ist bemerkenswert:
«So übel auch Arbeitslosigkeit für die Betroffenen ist: es gibt (...) kein Übel der Arbeitslosigkeit, das zu bekämpfen Thema der Diskussion und Ziel der Maßnahmen unserer Politiker der vorherrschenden Denkungsart wäre.»

Dienstag, 13. November 2007

Toleranz als Anleitung zum kollektiven Selbstmord

Kurzfassung einer Rede Henryk M. Broders zur Verleihung eines "Ehrenpreises für Toleranz im Denken und Handeln" an Martin Pollack

Genauer: des Ehrenpreises des österreichischen Buchhandels an den Autor und Übersetzer Martin Pollack dafür, dass er durch sein "Engagement für Toleranz gegenüber den anders-sprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa“ geleistet hat"– so Broder, nach einer pointierten Würdigung der Verdienste des Preisträgers um den literarischen Journalismus, die offizielle Begründung der Veranstalter zitierend. Um dann fortzufahren:

Ehrlich gesagt, lieber Herr Pollack, ich bezweifle, ob Sie das wirklich jemals getan haben. Ich nehme an, dass Sie, ebenso wie ich, morgens leicht ungustiös aufstehen, sich einen Tee oder Kaffee bereiten und dann überlegen, wie es weiter gehen soll. Ob Sie sich gleich an den Computer setzen oder erst einmal die Post erledigen oder die Wäsche aufhängen, die Sie gestern in der Waschmaschine vergessen haben, oder ob Sie ihre Bücher neu sortieren, um sich zu entspannen. Sie lesen und Sie schreiben, Sie recherchieren und Sie reisen, und bäng, ehe Sie sich versehen haben, bekommen Sie einen Preis verliehen, weil Sie zu einem friedlichen Miteinander in Europa beigetragen haben. Ja was sonst hätten Sie denn machen können? Asien befrieden oder zu einem unfriedlichen Miteinander in Kärnten beitragen? Dafür hat noch niemand einen Literaturpreis bekommen, allenfalls ein politisches Mandat.
Sie wissen es, lieber Herr Pollack, ich bin kein Anhänger des Toleranz-Prinzips. Ich sagte es neulich in Frankfurt und ich wiederhole mich gerne. Ich halte es für ein überholtes Konzept. Toleranz war das Gebot der Zeit, als Lessing seinen Nathan in eine Welt setzte, die vertikal organisiert war. Die einen waren oben und die anderen waren unten und dazwischen war wenig. Das Beste, das diejenigen, die unten waren, von denjenigen, die oben waren, erwarten konnten, war: geduldet zu werden. Aber in horizontal organisierten Gesellschaften, in denen es kein Oben und kein Unten sondern ein breites Spektrum an homogenisierten Angeboten gibt, unter denen man wählen kann, in denen Sie es sich aussuchen können, ob Sie Hetero oder Homo, Mann oder Frau, Vegetarier oder Kannibale sein möchten, in horizontal organisierten Gesellschaften kommt das Toleranzgebot nicht den Schwachen sondern den Rücksichtslosen zugute. Sie sind es, die mit der Toleranzkeule um sich schlagen und Rechte einfordern, die sie anderen verweigern würden, wenn sie die Macht dazu hätten.

Wir werden täglich aufgerufen, für alle möglichen Fundamentalismen und Fanatismen Verständnis zu haben und Toleranz zu praktizieren, Vorleistungen zu erbringen, ohne Gegenleistungen zu erwarten. Ein deutscher Nobelpreisträger hat den Vorschlag gemacht, eine Kirche in eine Mosche umzuwidmen, als Good-will-Geste den Moslems gegenüber. Bis jetzt warten wir vergeblich auf den Vorschlag eines islamischen Intellektuellen, eine Moschee in eine Kirche umzuwandeln, denn so eine Idee, öffentlich geäußert, könnte ihn sein Leben kosten. so wie es einem afghanischen Moslem fast das Leben kostete, als er zum Christentum konvertierte. Er entging der Todesstrafe nur dadurch, dass er für verrückt erklärt wurde, nachdem sich Politiker von Angela Merkel bis Kofi Annan seiner angenommen hatten.

Toleranz steht auf dem Paravent, hinter dem sich Bequemlichkeit, Faulheit und Feigheit verstecken. Toleranz ist die preiswerte Alternative zum aufrechten Gang, der zwar gepredigt aber nicht praktiziert wird.

Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will, der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden. Der darf "Ehrenmorde" und andere Kleinigkeiten nicht mit dem "kulturellen Hintergrund" der Täter verklären und den Tugendterror religiöser Fanatiker, die 16-jährige wegen unkeuschen Lebenswandels hängen, nicht zur Privatangelegenheit einer anderen Rechtskultur degradieren, die man respektieren müsse, weil es inzwischen als unfein gilt, die Tatsache anzusprechen, dass nicht alle Kulturen gleich und gleichwertig sind. Toleranz gegenüber der Intoleranz ist die Anleitung zum kollektiven Selbstmord. Was wir brauchen, ist nicht mehr Toleranz, sondern mehr Militanz.

Leider ist unsere Gesellschaft nur noch bedingt abwehrbereit und nicht einmal willens, ihre eigene Dekadenz zu verteidigen. Der Handschlag, mit dem der damalige österreichische Innenminister Otto Rösch den Terroristen Carlos am 22. Dezember 1975 in Schwechat verabschiedete, nachdem dieser mit seiner Gang die Opec-Konferenz überfallen und über 6o Menschen als Geiseln genommen hatte, symbolisiert noch heute den Willen zur Ohnmacht. Ein Trost dabei ist nur, dass sich kaum noch jemand an Rösch erinnern kann und Carlos inzwischen eine lebenslange Strafe in einem französischen Gefängnis verbüßt, wo er zum Islam konvertiert ist.

Verzeihen Sie mir diesen kleinen Exkurs in die jüngste Geschichte, es muss sein. Der gemeine Zufall will es so. Während wir hier im Rathaus Martin Pollack ehren, findet gleich um die Ecke eine Veranstaltung mit zwei amerikanischen Politologen statt, die ein spektakuläres Buch geschrieben haben, das sie derzeit auf einer Europa-Tour promoten (vgl. "Ohne Israel-Lobby kein Irakkrieg"). Entsprechend dem jiddischen Fluch "Nicht gedacht soll ihrer werden!" will ich keine Namen nennen.

Die Originalausgabe des Buches ist schon vor über 1oo Jahren unter dem Titel "Die Protokolle der Weisen von Zion" erschienen. Ging es einst um die geheimen Machenschaften von Juden, die nach Weltherrschaft streben, geht es inzwischen um die "Israel-Lobby", die heute die US-Politik bestimmt, zugunsten Israels und zum Schaden der USA und des Weltfriedens, also darum, wie der Schwanz mit dem Hund wedelt, ohne dass es der Hund merkt.

Natürlich gibt es eine Pro-Israel-Lobby in den USA, genauso wie es eine Öl-Lobby, eine Waffen-Lobby, eine Farmer-Lobby und eine sehr aktive und erfolgreiche kubanische Lobby gibt. Die Israel-Lobby agiert in aller Öffentlichkeit und ist so mächtig, dass sie es bis jetzt nicht einmal geschafft hat, die Lieferung amerikanischer Waffensysteme nach Saudi-Arabien zu verhindern. "Israel-Lobby" ist heute das Synonym für "die Macht der Juden", der Begriff klingt sauber und neutral, aber jeder, der ihn benutzt, weiß, wie er gemeint ist. So wie der Antizionismus den Antisemitismus ersetzt hat, so ist die "Israel-Lobby" der Sprachcode, der es jedem Rentner ermöglicht, seine Ressentiments auszuleben, ohne sich gleich als Judenhasser outen zu müssen.

Meine Kollegen von "profil" haben vor kurzem auf der Titelseite des Magazins die Frage gestellt: "Warum ist Israel so mächtig?", eine Frage, die jeden braven Österreicher Tag und Nacht beschäftigt. Ein Jahr zuvor hatte der "Stern" getitelt: "Israel, was das Land so agressiv macht". – Liebe Kollegen von "profil" und "Stern": Ich kann ihnen sagen, warum Israel so mächtig ist und was das Land so aggressiv macht. Es ist ein Gedanke: Würden die Palästinenser und ihre Sponsoren die Waffen niederlegen, gäbe es Frieden. Würde Israel die Waffen niederlegen, gäbe es kein Israel mehr. Das ist der kleine Unterschied, den zu begreifen vielen schwer fällt.

Falls Sie der Meinung sind, dass ich von unserem Thema abgewichen bin: Wir reden über Toleranz. Nicht über Toleranz gegenüber Minderheiten, die um ihre Rechte kämpfen, sondern gegenüber einem despotischen Regime, das die eigene Bevölkerung unterdrückt und sich anschickt, die Endlösung der Judenfrage im Nahen Osten zu vollenden, ohne dass die Europäer, die sonst bei jeder Gelegenheit "Wehret den Anfängen!" rufen, auch nur einen Anflug von schlechtem Gewissen bei ihrem Umgang mit diesem Regime empfinden würden.

Die österreichische ÖMV ist im Begriff, einen 22-Milliarden-Euro-Deal mit der National Iranian Oil Company abzuschließen und weist jede Kritik an ihrer Politik zurück. Man sei kein Vorreiter im Iran, Shell und andere westliche Firmen seien dort schon lange aktiv. – Womit haben wir es hier zu tun? Naivität? Toleranz oder Komplizenschaft? (DER STANDARD, Printausgabe, 13.11.2007)

Von Priester zu Priester

Folgenden Brief schrieb ein jüngerer Priester an einen älteren Mitbruder.
Dieser hatte ihn ob seines Engagements für die Alte Messe kritisiert.

Montag, 12. November 2007

Endlich haben wir es amtlich!

Endlich haben wir es amtlich: eine Predigt kann 10, höchstens 15 Minuten dauern.

Freitag, 2. November 2007

Staat und Gewissen

Papst Benedikt XVI. forderte für Apotheker das Recht, aus Gewissensgründen die Ausgabe von Medikamenten zu verweigern, «welche die Einnistung eines Embryos verhindern oder das Leben eines Menschen beenden». Es sei nicht möglich, «die Gewissen zu betäuben». Kein Mensch dürfe außerdem als «Objekt» behandelt und für «therapeutische Experimente» verzweckt werden. (kath.net)
Die italienische Gesundheitsministerin erklärte dagegen im Namen der «unbestreitbaren Souveränität des Parlaments», verschriebene Medikamente dürften nicht verweigert werden – sie postuliert also den Vorrang des positiven Rechts vor dem Gewissen. «Aber ein Gehorsam, der die Seelen knechtet, der in das innerste Heiligtum der menschlichen Freiheit, in das Gewissen greift, ist roheste Sklaverei.» (Bischof Clemens August v. Galen, Xanten, 6. September 1936).