Sonntag, 15. Januar 2017

"Eine gute Häresie hält 500 Jahre"...

... sagte mal ein Priester.

Die folgende "Predigt" auf der Kreissynode (Kirchenkreis Lübbecke) am 27. Juni in Bad Holzhausen legt es nahe, für die Westfälische Landeskirche schon mal die Herz-Lungen-Maschine zu ölen:

Hilke sitzt auf der Bank, trinkt Kaffee, liest Zeitzeichen 
Steffen kommt dazu 
Ach, jetzt noch die Synode, und dann wird es aber endlich Zeit, dass es mal etwas ruhiger wird. Wir haben ja schon einiges geschafft in diesem Jahr in Holzhausen und Börninghausen. Zwei Vorstellungsgottesdienste, drei Konfirmationsgottesdienste, vier Jubelkonfirmationen. Kinderbibelwoche. Konfifreizeit, die erste Seniorenfeier in Börninghausen. Ich finde, jetzt ist es erstmal genug. Aber jetzt trinke ich erstmal einen Kaffee. Was liest du denn da? 

Hilke
Ach, ich lese gerade das Interview mit Thies Gundlach, dem EKD-Vizepräsidenten. Zehn Jahre Kirche der Freiheit, dieses EKD Impulspapier. Zehn Jahre ist das schon her. Ich erinnere mich vor allem an die Zahlen und Quoten, die da drin standen. Wir, also vor allem die Pfarrer, sollten dafür sorgen, dass in allen Bereichen die Zahlen steigen und nicht schrumpfen. Na ja, die Zahlen sind ja gestiegen in der Zeit, nämlich die Gemeindegrößen für die einzelnen Pfarrer. 

Steffen 
Ach ja, Kirche der Freiheit. Das fand ich ja echt schrecklich, damals und auch heute noch, diese Papier von Huber und Konsorten. Und ich finde es immer noch falsch, was da drin steht. Ich finde, da sind so richtige Sozialingenieure am Werk gewesen. Passt schon, dass der Huber entweder Bischof oder SPD-Abgeordneter werden wollte, als er keine Lust mehr hatte, Professor zu sein. Man ja meinte (sic!) offenbar bei der EKD und auch in Bielefeld, man müsste nur hier ein bisschen die Stellschrauben drehen und da ein bisschen Qualitätsmanagement betreiben. Und dann kann man sich die Welt nach seinen Wünschen formen. So machen es ja auch viele Politiker. Bisschen mehr Kinderbetreuung hier, ein bisschen mehr Geld für Familien da, Institute für die Qualitätssicherung der Schulen einrichten - und zack, alles wird gut und die Leute kriegen wieder mehr Kinder. So als wäre das ganze Leben wie ne Gummibärchenmaschine. Rezeptur erneuern, Maschine verbessern - und dann stimmen Umsatz und Gewinn wieder. Das mag ja in einem Unternehmen manchmal funktionieren. Nur in Kirche und Gesellschaft geht das sicher nicht. Deshalb sind ja auch, finde ich die Reformprozesse von EKD und Landeskirche auf der ganzen Linie gescheitert. Das war dann doch vor allem heiße Luft, finde ich. Gut das (sic!) das vorbei ist.

Hilke 
Na, du bist ja genau in der richtigen Stimmung für die Synode heute. Thies Gundlach meint, dass es aber doch ein Erfolg war, z.B. hat die Kampagnenfähigkeit der Kirche zugenommen. Damit sind diese Themenjahre gemeint. ja, da gab’s ein paar Themen, die ich ganz gut fand, Kirche und Bibel, Kirche und Musik u.s. w. Der größte Misserfolg waren diese Zahlen und Quoten. Das war ja damals sehr trocken und betriebswirtschaftlich formuliert, da musste man als Kirchenmensch eher schlucken. Die Quoten sind dann ja auch recht bald wieder begraben worden. 

Steffen 
Ach ja, dieses schielen auf Zahlen und Wachstumsraten, Manche sind davon ja ganz besessen. Und wenn die Zahlen nicht mehr stimmen, werden sie entweder zurechtgedreht, gefälscht oder 
schöngeredet.

Hilke 
Das hat ja gerade Thomas de Maziere (sic!) geschafft. Er hat im Interview im Ernst gesagt, dass 70% aller unter 40jährigen Flüchtlinge von den Ärzten vor der Abschiebung krank geschrieben werden. Das fand wenig Anklang bei den Ärzten und sein eigenes Ministerium musste zugeben, dass es diese Zahlen überhaupt nicht gibt. 

Steffen 
In der Bibel gibt es ja auch manchmal beeindruckende Zahlen. Nach der Apostelgeschichte sollen ja an einem Tag 3000 Leute der Gemeinde hinzugetan worden sein. Und eben haben wir ja das Evangelium gehört. Jesus predigt vor so vielen Leuten, dass er schon aufs Wasser schippern muss, damit ihn die Leute sehen und hören. Und dann soll Petrus Fische fangen, am helllichten Tag. Sagt Jesus. Und er fängt so viele Fische, dass der Kahn fast untergeht. Nur, das ist alles nicht von Menschen inszeniert und gemacht worden. Nicht durch Qualitätssteigerung, Hyperaktivität oder trendige Themenjahre. Die Fülle, die sich manchmal auch bei Menschen zeigt, ist jedenfalls in der Geschichte aus dem Lukasevangelium allein bei Jesus und bei dem, was Jesus sagt und tut.

Hilke
Und bei den Menschen, die einfach auf dieses Wort vertrauen. Das ist doch komisch Petrus ist ein sehr erfahrener Fischer. Wahrscheinlich war schon sein Vater Fischer und sein Großvater u.s.w. Und kein Mensch ist je auf die Idee gekommen, am Morgen zu fischen. Das ist wie bei den Schweden die unsere Jungs immer milde belächeln wenn wir im Sommer am Tag die Angel ins Wasser halten. Und Petrus macht gegen alle Erfahrung das, was Jesus sagt. Vielleicht hat er auch gedacht: Weniger als keinen Fisch kann man ja gar nicht fangen. Jetzt zeige ich Jesus mal, dass da einfach keine Fische ins Netz gehen, nachts nicht und am Tag auch nicht. Wer immer nur Pech hat, der glaubt gar nicht mehr daran, Glück zu haben. 

Steffen 
Naja, mit dem Glück kann man ja leider nicht rechnen. Wir müssen uns im Leben schon auf unsere Erfahrung verlassen. Das ist ja auch das, was wir bei allem Planen und Entscheiden meistens tun, und ja auch nicht drum herum kommen. Auch wenn es auf der Synode heute um eine Konzeption geht. Das ist ja am Ende auf Papier geschriebenes Erfahrungswissen. Wir denken uns, wenn wir dieses und jenes tun oder lassen, dann ist das nach unserer menschlichen Erfahrung wohl das. richtige für die Zukunft. Hätte Jesus Petrus nach einem Konzept für die Zukunft seiner Fischerei gefragt, dann hätte er wahrscheinlich auch das aufgeschrieben, was nach seiner Lebenserfahrung gut und zu tun ist. Das ist ja auch gut so. Nur, das ist eben nicht alles. Man muss ja auch mit Überraschungen leben. 

Hilke
Das war ja dann auch ne echte Überraschung: Fische über Fische. Die Netze reißen, die Boote kentern fast. Alle müssen mit anpacken, damit sie die Fische überhaupt an Land bekommen, ohne unterzugehen. Petrus (sic!) Konzept: Jetzt zeigen wir dem Zimmermann mal, dass man am Tag keinen einzigen Fisch fängt, geht nicht auf. Solch eine Fülle, auf das eine Wort hin, davon kann man doch nur träumen. Nach all den Misserfolgen muss Petrus der glücklichste Fischer am See Genezareth gewesen sein. Allerdings hat er dann ja die Fischerei an den Nagel gehängt, zumindest das Fische fischen. Er lässt alles stehn und liegen und geht mit Jesus, um Menschen zu fischen. 

Steffen 
Auf dein Wort hin will ich noch mal raus fahren, sagt Petrus. Am helllichten Tag. Gegen alle Erfahrung. Erfahrung, Planungen, Konzepte - alles schön und gut. Aber wir müssen, finde ich, gerade in der Kirche, aber auch im Leben, auch offen sein für Gottes Wort. Offen für das.was Gott uns in der jeweiligen Situation sagen will. Da muss man genau hinhören. Und das kann man nicht planen. Das Leben ist voller Überraschungen - und Gottes Wort ist es auch, glaube ich. Vielleicht heißt Glauben ja auch, sich auf Überraschungen einstellen. Und sich auf das Neue einlassen. Manchmal denke ich.jungen Leuten fällt das einfacher. Das Neue, die Chancen im Neuen sehen. Sich einlassen auf das, was nun so ist, wie es ist. Sich nicht zurückträumen in alte Zeiten und immer von der Erfahrung reden.
Die Botschaft der Geschichte aus dem Evangelium ist für mich jedenfalls: Hört genau auf das, was Gott uns heute sagen will. Seid eurer Erfahrung gegenüber skeptisch. Lasst euch ein auf das, was heute passiert und was Gott heute von euch will. Vielleicht werdet ihr dann ein übervolles Boot voller Fische fangen.

Hilke 
So bleibt es jedenfalls spannend. Petrus wäre ewig am See Genezareth geblieben, wenn er sich nicht auf dieses Wort und diesen Jesus eingelassen hätte. Und wir haben uns auch auf ihn eingelassen. Also heißt es: Immer neu hören auf sein Wort. Und dann ihm nachfolgen, so gut wir es können. Vielleicht bekommen wir nicht immer so ein Boot randvoll, aber ab und zu gibt es doch auch für uns. Fülle, genau da, wo wir es nicht erwarten. 

Steffen 
Naja, manchmal lamentiere ich ja darüber, dass wir viel zu viel machen. Aber dafür machen wir ja all unseren kirchlichen Zauber von Kinderbibelwoche über Freizeiten bis zur Gnadenkonfirmation. Wir machen's, damit Gottes Wort unter uns lebendig bleibt, und manchmal passiert's dann ja: dass die Boote voll werden. Dann kann man sich nur wundern, wie Petrus, über den Fang am hellen Tag. 

Amen. 

Aber keine katholische Überheblichkeit! Zum Weltfriedenstag 2017 legt "Kaffee für Deutschland" allen ernstes "Gedanken zur Lesung" vor, in denen Gott nicht vorkommt und die ein atheistischer Kommunist so hätte vortragen können.

Quo vadis, Christianitas teutonica soluta?

Dienstag, 10. Januar 2017

Eines nur stört an der Befreiungstheologie

– und einer ihrer Protagonisten demonstriert das so deutlich, daß der Chronist von Orietur Occidens (Mor. VI v. 25. 12. 2016) fast nur zu zitieren braucht.
Aber es gibt auch den ganz anderen Ansatz – es ist der Bruder, der ihn zeigt.

Samstag, 7. Januar 2017

Was Traditionalisten und Charismatiker verbindet

Was Menschen wie mich zu den Gottesdiensten des extraordinären und des byzantinischen Ritus hinzieht, ist (nicht nur, aber ganz besonders), daß dort sich der Mensch zu Gott wendet, zu Ihm spricht, während im ordinären römischen Usus mehr über Ihn gesprochen wird.
Ebendies nennt nun ein wohlbekannter Blogger als Motiv seines Weges zu den Charismatikern.

Die Magoi

Ein medischer Priesterstamm – ähnlich Israels Leviten oder auch Aaroniden –, der, als sich Zarathuštras Religion ausgebreitet hatte, über den ganzen Iran hin priesterlichen Rang hatte.
Zarathuštras Religion war außer der Religion Israels (und abgesehen von der ägyptischen Episode unter Echnaton) die einzige monotheistische Religion des Nahen Ostens. War etwa, wie Walther Hinz (Zarathustra. Stuttgart 1961) es meinte, Zarathuštra ein wirklicher Prophet? Allerdings schon in der späten Achämenidenzeit war seine Religion polytheistisch korrumpiert.
So konnten die Magoi in ihrer Heimat ein wohlsituiertes, friedliches und auf ihre Weise frommes Leben führen. Und dann entdeckten einige von ihnen einen besonderen Stern, den sie als Zeichen des neugeborenen Königs der Juden zu deuten wußten. König der Juden: für Meder eigentlich bedeutungslos, aber ...
Für die Juden war das Perserreich wichtig gewesen: die großen Achämeniden Kyros und Dareios hatten sie aus der babylonischen Gefangenschaft befreit, den Tempel wiederzuerrichten angeordnet, Kyros wurde von Isaias (5, 1) sogar als der Gesalbte des Herrn bezeichnet. Doch für Meder und Perser waren die Juden nur eines der unzähligen Völker, die unter den Achämeniden zum Reich gehört hatten, das jetzt aber zu irgendeinem Vasallenkönigtum der anderen Supermacht jener Zeit gehörte.
König der Juden: für Meder eigentlich bedeutungslos, aber einige wenige Magoi erkannten in Seinem Stern den Einbruch einer ganz anderen Welt in ihr alltägliches Leben. Und diese ließen daraufhin ihr beschauliches Leben für lange Zeit zurück und machten sich auf eine weite Reise, um das ganz andere zu suchen, um den König, von dem sie zuvor nichts geahnt hatten, zu finden und Ihn anzubeten.
Und so wurde der «Anbetung des Feuers», wie der Akathistos (I) es nennt, ihrer Bindung an die schon korrumpierte Religion Zarathuštras, ein Ende gesetzt.

Freitag, 6. Januar 2017

Pontifikalamt in Köln

Ein sonderbarer Anblick: Kardinal Meisner, der ja nach wie vor etwas zu sagen weiß, neben seinem Nachfolger, der statt seiner nun ein Pallium trägt – da zeigt sich die Abwegigkeit des Motu Proprio «Ecclesiae Sanctae» Pauls VI.
Doch andererseits: hätte Kardinal Meisner, wäre er noch Ordinarius, die Freiheit gehabt, sich so mutig zu äußern?

Epiphanie in Köln

Um 20 nach 9 kommen wir an: es sind sogar hinten im Mittelschiff noch einige Sitzplätze frei.
Über zwei Schichten Hemd zwei einfache Wollpullover, darüber noch ein dicker, dann Jacke, Schal, Mantel, und im übrigen durchweg drei Schichten unter der Oberbekleidung (oder -beschuhung): nicht daß ich so gar nicht fröre, aber es läßt sich aushalten. Und nachdem um 10 das Pontifikalamt begonnen hat, steht man so dicht beieinander, das es spürbar wärmer wird. Doch: Epiphanie im Kölner Dom läßt sich physisch überstehen.
Und der Mädchenchor ist besser, als das Wort «Mädchenchor» erwarten läßt. Nun gut, im übrigen ist die liturgische und musikalische Gestaltung nicht überwältigend, aber so feiern wir doch das Fest in nächster Nähe der Heiligen Drei Könige.
Und der Schlußsegen ist bereits erteilt, als der Kardinal gar nicht aufhören kann, den kleinen Königen immer mehr Botschaft noch mit auf den Weg zu geben – so können wir am Ende ohne geistlichen Verlust das Weite suchen.

Klassen und Lektüre

Jahrzehnte ist es her – ich war damals Schüler –, daß jemand, der gelegentlich I. Klasse fuhr, erzählte, wie er verwundert beobachtet hatte, wie viele Menschen in der I. Klasse Bild-Zeitung lasen.
Und als ich nun den Zug auf der Suche nach einem Platz durchwandere, sehe ich das wieder: etliche Bild-Zeitungen, die in der I. Klasse gelesen werden. In der II. Klasse angelangt, sehe ich keine mehr.

Zu Epiphanie 2017: Der Ostertermin

Dieses Jahr ist es derselbe Termin in Ost und West, und der Ostersonntag liegt in der Festwoche des Festes der Ungesäuerten Brote.
Die Einzelheiten referiert der Chronist von Orietur Occidens.

Samstag, 26. November 2016

Nachrichten, auf die ich binnen einer Woche gestoßen bin

– Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, verhindert, um CETA schnell durchzudrücken, eine Parlamentsdebatte über den geplanten Investitionsschutz-Gerichtshof, beschneidet die Beteiligung von Parlamentariern der einzelnen Mitgliedsstaaten und schließt Stellungnahmen der zuständigen Ausschüsse von der entscheidenden Parlamentssitzung aus (CETA vermag, da nun TTIP in der Krise ist, die Verbindung zu amerikanischen Konzernen über den Umweg kanadischen „Töchter“ herzustellen);
– Martin Schulz will in die Bundespolitik oder die nordrhein-westfälische Landespolitik wechseln, wird als SPD-Kanzlerkandidat in Betracht gezogen;
– eine der SPD zugehörige Werbeagentur (die Recherche eines ZDF-Magazins hat es offengelegt) vermittelt SPD-Politiker bis hinauf zu Ministern zu „Vorwärts-Gesprächen“ für 7.000 €.
7.000 € – welch lächerlicher Betrag verglichen mit dem, was Frau Clinton für Vorträge (Mor. VI, 8.8.2016), und zwar für sich ganz persönlich, erhält!

Dienstag, 22. November 2016

Das Zentralkomitee hat gewählt


Unter anderem ist Barbara Hendricks (SPD, Bundesumweltministerin) dabei, die für Katholisches und den Wallfahrtsort Kevelaer offen ist und manches bewirkt hat. 

Doch fragt man sich: Wählt die staatstragende „Tempelhierarchie“ sich selbst?

Samstag, 19. November 2016

Leitkultur

Ein Begriff und eine inhaltsleere Debatte, analysiert vom Chronisten von Orietur Occidens (3.11.2016).

Freitag, 18. November 2016

Eine Kapriole politischer Korrektheit

– harmlos, aber eben kapriziös – ist dem Chronisten von Orietur Occidens (19.10.2016) ins Auge gefallen.

Dienstag, 15. November 2016

Papst Franziskus, die evangelische Freiheit und die Tradition

Ein Priester hatte geschrieben:

„Der Heilige Vater hat entschieden, nicht zu antworten.“ (Seit September)
Damit begründen vier Kardinäle die Veröffentlichung ihres Briefes an Papst Franziskus:
Tatsächlich glaube ich, daß wir als Kirche gerade in eine neue Epoche eintreten und die alte „kasuistische“ Sichtweise der Dinge einer „weiteren“, geistlichen weicht. Den Epochenwechsel spricht Papst Benedikt ja auch in seinen „Letzten Gesprächen“ mit Peter Seewald an. Und es könnte wirklich sein, daß dazu Papst Franziskus das von Gott erwählte Werkzeug ist. Aber daß er nicht antwortet, ist doch etwas ruppig, oder?

Darauf hat er diese Antwort erhalten:

"die Unterscheidung in „Kasuistische“ und „weitere, geistliche“ Sichtweise könnte aus dem Vokabular von Kardinal Kasper und Genossen stammen. Ihnen hätte ich sie nicht zugetraut. Mal sehen, wessen Werkzeug der „ruppige“ „Papst“ Franziskus ist! An den Frücht(ch)en werdet Ihr sie erkennen."

Die Reaktion des Priesters:

Im Laufe von ... Jahren Leben und ... Jahren Seelsorge habe ich Erfahrungen gemacht, die mich geprägt und meine Sicht verändert haben. Ein Kasperianer bin ich darum aber bestimmt nicht. Die - um das Gegenwort des von Ihnen kritisierten zu gebrauchen - „Enge“ mancher traditionalistischer Kreise habe ich zum einen nie geteilt und zum anderen ist sie mir immer fremder geworden. Gerade in ... habe ich manche tragischen Psychosen beobachtet, die in Sühnenächten u.ä. prächtig gedeihen. „Enge“ ist nicht nur sprachlich die Wurzel der „Angst“.

Mir geht es - auch in meinem Eintreten für die Tradition der Kirche - um die Freiheit des Evangeliums, und das nicht „nur“ zum ewigen Heil der Menschen. Sie sollen Christus als ihren Heiland erkennen und mit ihm in lebensspendenen Kontakt kommen. (Das meine ich mit „geistlicher Weite“). 

Ich bin Katholiken begegnet, die nicht nach den „kasuistischen“ Regeln leben - wiederverheiratet Geschiedenen, Homosexuellen… - und die teilweise nach langer Irrfahrt zur Kirche zurückgefunden haben. Ich habe Respekt vor deren Leben und Lieben, vor deren Geschichte, die sie ja zur Kirche zurückgeführt hat. (Der Heilige Geist schreibt auf krummen Linien gerade…) Sie leben aus dem Wort Gottes und seinen Sakramenten - letzteres gegen das Kirchenrecht. Immer habe ich das ihnen auch gesagt, wenn ich denn mit ihnen im Gespräch war - nicht als „Verbot“, aber um der Klarheit willen. Die meisten haben sich dann nach ihrem Gewissen entschieden, mit dem Herrn auch in den Sakramenten verbunden sein zu wollen. Es gibt auch andere Fälle; hier habe ich nie versucht, sie zu „überreden“, doch zur Kommunion zu gehen, sondern auch diese Haltung im geistlichen Gespräch geachtet.

Wenn Papst Benedikt zu Beginn seines Pontifikats gesagt hat, daß es soviele Wege zum Himmel gebe, wie es Menschen gibt, verstehe ich das als einen Schritt in diese „katholische Liberalität“. Wenn ich es biblisch ausdrücken darf, ist die Erkenntnis meines bisherigen seelsorglichen Wirkens tatsächlich: „Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.“

Auch wenn ich es im Augenblick nicht erkennen kann, glaube ich, daß eben dieser Geist in der Kirche wirkt und uns diesen Papst geschenkt hat. Mir paßt vieles an ihm nicht - und da wären auch objektive Kriterien ins Feld zu führen, wie es jüngst die vier Kardinäle getan haben. Dennoch will und kann ich als zutiefst kirchlicher Mensch nicht davon ablassen, daß „die Mächte der Finsternis“ diese Kirche nicht überwältigen. Trotz oder vielleicht sogar gerade durch die Schwächen dieses Papstes führt Christus seine Kirche - nicht durch jedes Wort, was er sagt, nicht durch jede Platitüde, aber eben doch im Ganzen (geistlich und sozusagen „weit“…). So will ich es immer noch glauben.

Montag, 14. November 2016

Eine Phalanx mit dem Rücken zum Herrn

Wieder einmal hat der Chronist von Orietur Occidens (6.11.2016) es gewagt: des Sonntags (! – werktags ist es eher unbedenklich) eine Expedition in die eigene Pfarrkirche. Er berichtet darüber; wann er wieder den Mut dazu gesammelt haben wird, weiß er noch nicht.

Montag, 7. November 2016

Eigentlich sollte es eine Segnung sein

Die Erlebnisse bei einer Gräbersegnung veranlassen den Chronisten von Orietur Occidens (5.11.2016) zu einem Kommentar.

Samstag, 5. November 2016

Schlimmes ist in Rom geschehen – aber was bedeutet das?

„Una furia, un folle, forse drogato“, ein „offenbar geistig verwirrter Mann“ hat in Sta. Prassede und drei weiteren römischen Kirchen schwere Schäden an Statuen angerichtet.
Als Motiv äußerte er nur: „L'uso di queste immagini non va bene – der Gebrauch dieser Bilder ist nicht in Ordnung“. Demnach anscheinend religiöse Gründe. Ist er Muslim? Möglich: er ist Ghanese, dort gibt es im Norden des Landes eine muslimische Minderheit. Aber irgendeiner terroistischen Organisation gehört er offenbar nicht an. Und Bilderstürmer gab es auch unter den Calvinisten – kommt er vielleicht aus einer „christlich“-fundamentalistischen Sekte? Der Mann erschien geistig verwirrt – da ist vieles denkbar.

Was auch immer das bedeutet: jedenfalls nicht eine drohende Islamisierung des Abendlandes. Mich freut es, daß so viele muslimische Flüchtlinge in Deutschland sich zum christlichen Glauben bekehren, und mich schmerzt, daß die katholische Kirche daran so wenig beteiligt ist.

Was aber unser christliches Abendland betrifft, so gelten die umformulierten Worte des Fürsten v. Metternich: «Verschwindet das Abendland, so geschieht es, weil es sich selbst aufgibt.»

Welch eine Konfrontation! Welche Koalitionen!

In Münster stimmt morgen das Volk ab: die Stadtregierung will mehr verkaufsoffene Sonntage, das Bündnis „Freier Sonntag Münster“ wendet sich dagegen, hat die Volksabstimmung durchgesetzt.
Die Ratskoalition, für verkaufsoffene Sonntage: CDU und Grüne.
Das Bündnis „Freier Sonntag Münster“: getragen von Gewerkschaft (DGB, Ver.di), KAB und dem evangelischen KDA; dahinter stehen Kirche, SPD, ÖDP, Die Linke und die örtliche Grüne Jugend.

Mittwoch, 2. November 2016

Wie ein Widerhall der apokalyptischen Reiter

Im Nahen Osten ist eine Christenverfolgung im Gang – nein, nicht nur dort, nicht erst jetzt, und nicht nur Christen werden gemordet; aber dort hat sie seit dem Auftreten der großen Sektenarmeen ein besonders zerstörerisches Ausmaß angenommen.
Und das ehemals christliche Abendland sucht sich derweil selber abzuschaffen:
Während christliche Hilfswerke seit Jahrzehnten sich bemühen, den Menschen in der Dritten Welt Erleichterung zu verschaffen, arbeiten die EU, die USA und andere Staaten daran, durch TiSA das alles in vielen Staaten zunichte zu machen und dabei auch das Abendland schwer zu beschädigen.
Bischof Mario Oliveri von Albenga-Imperia ist, bevor er die angeordnete Altersgrenze erreicht hat, grundlos abgesetzt und durch einen Nachfolger ersetzt worden, der sein Werk beschädigt.
Abt Josef Vollberg, der das Kloster Mariawald vor dem Niedergang bewahrt hat, wurde von Visitatoren zum Rücktritt gedrängt und zum Prior degradiert.
Die Wallonie wurde gedrängt, CETA doch hinzunehmen. Und es entsteht der Eindruck, daß die Art, wie der Abt zum Rücktritt gezwungen wurde, der Art, wie der Wallonie die Zustimmung abgezwungen wurde, recht ähnlich ist.
Und der Papst, der nicht weiß, wer der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre ist, sagt wahre Worte über Ehe und „gender“, um gleich darauf das Gegenteil davon gutzuheißen.
Hierüber berichtet der Chronist von Orietur Occidens (31.10.2016).

Nachtrag vom 6. November 2016: Kardinal Sarah wird entmachtet, Pietro Marini, der „falsche Marini“, kehrt zurück in die Gottesdienstkongregation.

Innereien vom Lamm

Damals, in der westlichen Großstadt, gab es türkische Metzgereien in der Umgebung, die alles vom Lamm zu bieten haben.
Im Fernen Osten Deutschlands gab es so etwas nicht; und überhaupt sind Innereien (wenn man nicht die Landesspezialität Rinderzunge dazuzählt) kaum vorhanden.
Den Orientalen sei Dank: nun hat ein Perser ein orientalisches Geschäft eröffnet mit einer Fleischtheke; nach langer Zeit konnten wir wieder Lammherzen essen.

Teilnahme des Volkes und „Ausdeutende Zeichen“

Bei einer Kindertaufe gibt der Blick ins neue GL dem Chronisten von Orietur Occidens (23.10.2016) Anlaß zu bedenklichen Anmerkungen.

Montag, 10. Oktober 2016

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Über den Umgang mit Flüchtlingen zu sprechen fällt mir schwer, weil ich sehe, daß hierbei nicht alle Fragen mit moralischen Kategorien zu klären sind. Aber wenn einfache Menschenrechte verletzt werden, wenn Menschen strafrechtlich verfolgt werden sollen, weil sie das ermöglichen, was Naturrecht und Grundgesetz fordern ...
Der Chronist von Orietur Occidens (als Nachtrag zum 11. 2. 2016) referiert.

Freiberuflicher Arbeit wird ein Ende gesetzt

Wirtschaftliche Eigenverantwortung wird in der neoliberalen Wirtschaftsordnung angepriesen, «Ich-AGs» wurden propagiert.
Die Wirklichkeit ist anders: Wirtschaftliche Eigenständigkeit wird unterbunden, ohne Rücksicht auf die Menschen, die es gewagt haben.
Der Chronist von Orietur Occidens (unter dem 17. 9. 2016) referiert.

Ein äußerst schönes Gebet der Kirche

«Und da gibt es ein äußerst schönes Gebet der Kirche (una preghiera bellissima della Chiesa), das wir vergangene Woche gebetet haben. Da heißt es so: „Gott, der Du so wunderbar die Welt geschaffen und noch wunderbarer sie erneuert hast“, das heißt mit der Erlösung und der Barmherzigkeit, ...» – so sagte der Papst in einem Interview bei seiner Rückkehr aus Georgien zum Thema von Ehe und Scheidung.
«Deus, qui tam mirabiliter mundum creasti ...» – der Papst zitierte aus dem Gedächtnis; mir scheint, er meinte das Gebet: «Deus, qui humanae substantiae dignitatem mirabiliter condidisti et mirabilius reformasti ...». Er hätte hinzufügen können, daß im außerordentlichen Usus dieses Gebet in jeder Messe zur Opferung gebetet wird.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Kolonialismus und Missionare

In seinem Artikel An der fernsten Grenze über das Buch Skandal in Togo von Rebekka Habermas scheibt Micha Brumlik:
«...
Im Dezember 1906 debattierte das Parlament des deutschen Kaiserreichs einen Skandal, der sich in der deutschen Kolonie Togo zugetragen hatte: Ein Kolonialbeamter soll mit minderjährigen schwarzen Mädchen zusammengelebt und sie regelmäßig missbraucht haben und schließlich einen Fürsprecher der Mädchen, einen Stammesältesten, so hart ob seines Aufbegehrens bestraft haben, dass dieser kurz darauf starb. Ruchbar wurde dieser gar nicht so seltene, aber typische Fall durch ebenfalls in Togo tätige katholische Missionare, Angehörige der Steyler Mission, die die Vorfälle der Berliner Kolonialabteilung gemeldet hatten; eine Meldung, die freilich ohne Folgen blieb.
Modern und erfolgreich
Im deutschen Reichstag waren es vor allem die Partei des katholischen Zentrums in Gestalt der Abgeordneten Matthias Erzberger sowie des Sozialdemokraten August Bebel, die sich immer wieder kritisch und anklagend zu den rassistischen und gewalttätigen Auswüchsen der deutschen Kolonialpolitik äußerten, ohne indes grundsätzlich gegen die Kolonialpolitik zu sein. Denn: Kolonialismus galt allgemein als Ausdruck gesellschaftlicher Modernität sowie politischen und ökonomischen Erfolgs.
...
Deutscher Kolonialismus: Das war ein In-, Mit- und Gegeneinander eines rassistischen Sexualregimes weniger deutscher weißer Männer über schwarze Frauen, einer bitteren Konkurrenz zwischen gebildeten, humanitär gesinnten Missionaren oft kleinbürgerlicher Herkunft hier und karrieristisch gesinnten Beamten dort; ...» (taz vom 1. Oktober 2016)

Auf die Missionare dürfen wir ein wenig stolz sein und ebenso auf das Zentrum, das die Gemeinsamkeit mit den damals antiklerikalen Sozialdemokraten nicht scheute.
Und wir werden darin bestätigt, allen «Ausdruck gesellschaftlicher Modernität» zu meiden.

Samstag, 1. Oktober 2016

Neue Moschee in Konstantinopel

Wie dieser Tage in den Medien vermeldet wurde, geht der vom heutigen Präsidenten der Türkei initiierte Bau der neuen Groß-Moschee in Konstantinopel der Fertigstellung entgegen.

Vier Minarette sind 1071 cm hoch. Dieses Maß weist auf das Jahr 1071 hin, in dem die Seldschuken bei Manzikert die Byzantiner besiegten und die Eroberung des oströmischen Reiches begannen.

Zwei Anmerkungen:

1. Das Jahr 1071 ist nach islamischer Zählung das Jahr 449.

2. „Zentimeter“ ist eine griechisch-lateinisch-abendländische Maßeinheit.

Sonntag, 25. September 2016

Versus populum

Ein Pontifikalamt zur Feier der Heiligsprechung Mutter Theresas: eine würdige Feier.
Eine Kuriosität aber drängt den Chronisten von Orietur Occidens, doch darüber zu berichten.

Samstag, 17. September 2016

Demonstrieren? Und wo?

Nein, ich habe keine Neigung zu Demonstrationen. Aber jetzt gibt es starken Grund dazu, und gleich an zwei Stellen: da ist der Marsch für das Leben; und da sind die Demonstrationen gegen TTIP und CETA.
Ich habe letztere vorgezogen, obwohl mir auch erstere am Herzen liegt; und ich habe das nicht nur getan, weil ich dazu nicht ins ferne Berlin zu reisen brauchte. Bei letzterer nämlich stehen bedeutende Entscheidungen unmittelbar bevor, während erstere nur langfristige Ziele haben. Und ich wünsche nicht, daß danach linke Gruppierungen mit laïzistischer Schlagseite vorgeben können, sie setzten sich am meisten fürs Allgemeinwohl ein.
Und wer sagt, daß das Lebensrecht einfach wichtiger ist als alles andere, bedenke die leider sehr reale Möglichkeit, daß bei erfolgter Verabschiedung von CETA nach einer künftigen Verbesserung des gesetzlichen Lebensschutzes für ungeborene Kinder ein Konzern von jenseits des Atlantiks, der hierzulande eine Abtreibungsklinik betreibt, Schadensersatz in großer Höhe für entgangene Gewinne einklagt.
Und darum jener Ausdruck der Solidarität (s.u.) mit der ersteren, der eben nicht nur für diese geschrieben ist.

Freitag, 16. September 2016

Solidarität mit dem Marsch für das Leben

Da ich selber nicht dabei sein werde, ein Zeichen der Solidarität von Orietur Occidens: eine Erörterung des Themas der Abtreibung.

Mittwoch, 10. August 2016

Freitag, 29. Juli 2016

«Ich will statt seiner sterben»

Heute vor 75 Jahren forderte P. Maximilian Kolbe mit diese Worten in Auschwitz den Lagerleiter auf, ihn, den Priester und Ordensmann, als Opfer zu nehmen anstelle des Familienvaters Franciszek Gajowniczek.
P. Maximilian Kolbe starb nach zwei Wochen im Hungerbunker am 14. August an einer Phenolspritze. Seine letzten Worte an den Exekutor: «Sie haben vom Leben nichts verstanden. Der Haß nützt nichts. Nur die Liebe schafft.»
Franciszek Gajowniczek starb 1995, seine Frau Helena 1977.

Samstag, 23. Juli 2016

Kardinal Sarahs Ansprache

Durch die Farce, die von den Worten des Kardinals ausgelöst wurde, hat sich der Chronist von Orietur Occidens zu einer Nachlese gezwungen gesehen.

Montag, 18. Juli 2016

Zwölfbotenfest

Die Meßtexte zum im tridentinischen Meßbuch gestrichenen Fest der (Auf-) Teilung der Apostel (Divisio Apostolorum / Zwölfbotenfest) in der Fassung des Münsterischen Meßbuchs (Missale Monasteriense) finden sich hier.

Samstag, 16. Juli 2016

Händehaltend am Altar

Kinder im Gottesdienst konnte der Chronist von Orietur Occidens einmal aus etwas größerer Nähe beobachten.

Samstag, 9. Juli 2016

Schweigendes Handeln des Herzens

Ein Vortrag Kardinal Sarahs bei der Tagung „Sacra Liturgia UK 2016“ erregte soeben Aufmerksamkeit, weil der Kardinal, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und von Papst Franziskus mit einer Reform der Reform der Liturgie nach dem II. Vaticanum beauftragt, die Priester aufforderte‚ ad orientem zu zelebrieren.
Doch das ist nur ein neuer Schritt des Kardinals auf die Erneuerung der Liturgie hin. Vor mehr als einem Jahr, am 12. Juni 2015, veröffentlichte er im Osservatore Romano einen Aufsatz, der nicht nur Aufforderungen zu guter Zelebration enthielt, sondern das Wesen der Liturgie zu erklären wußte.
Dieser Text scheint wenig bekannt geworden zu sein, im Netz nur an ganz wenigen Stellen finden. Darum lädt Orietur Occidens sehr dazu ein, diesen Artikel (auf Italienisch) zu lesen; zudem bieten wir einige Passagen daraus auch auf Deutsch.

Samstag, 2. Juli 2016

Das „all-“orthodoxe Konzil – ein anscheinend gutes Ende

Die „dunklen Wolken“, von denen hier die Rede war, haben sich ein wenig vollzogen: allzu liberale – Fastenregeln – und allzu rigoristische – Mischehen mit Ostkatholiken – wurden abgelehnt; im großen Ganzen scheint Einvernehmen hergestellt worden zu sein, wenn man davon absieht, daß der Erzbischof von Athen zusammen mit anderen griechischen Bischöfen am letzten Tag grollend das Feld verlassen hat.

Die Diözese Linz und die Kathpedia liefern recht gute Berichte, die verabschiedeten Dokumente sind (in vier bis fünf Sprachen) unter Le Saint et Grand Concile zu finden.

Montag, 27. Juni 2016

Was sind eigentlich „Traditionalisten“

Unter Pius IX. wurde 1855 der „falsche Traditionalismus“ verurteilt, wie ihn Augustin Bonnetty vertrat: alles Wissen komme aus der Tradition, ohne die Offenbarung sei die menschliche Vernunft zur Erkenntnis von Wahrheit nicht fähig. Solche Lehre, die der Heiligen Schrift (Sap. 13, 1-9; Rom. 1, 18-20) und der Scholastik (etwa des heiligen Thomas Summa contra gentiles) widersprechende Lehre wurde vom I. Vaticanum (Constitutio dogmatica de fide catholica, cap.2: De revelatione; KKK. 36) definitiv zurückgewiesen: «Sancta Mater Ecclesia tenet et docet, Deum, rerum omnium principium et finem, naturali humanae rationis lumine e rebus creatis certo cognosci posse – Die heilige Mutter Kirche hält fest und lehrt, daß Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen gewiß erkannt werden kann.» Solch falscher Traditionalismus erstand später im protestantischen Raum (der schon gegen Immanuel Kants unsägliche Argumentation gegen den Gottesbeweis nicht immun war) in Karl Barths Diastasentheologie neu ; in der Katholischen Kirche sollte es dergleichen nicht mehr geben.
Heute aber neigt man dazu, „Traditionalisten“ Katholiken zu nennen, für die die Tradition die höchste Norm ist. Doch dieser Ausdruck ist überflüssig: natürlich ist die Tradition – was denn sonst wäre „katholisch“ – für jeden Katholiken die höchste Norm, ein „Traditionalist“ ist also einfach ein Katholik.
Doch gibt es auch katholische „Traditionalisten“ einer besonderen Art – solche begegnen Pietro Chiaranz (der selber ein wahrer Traditionalist ist) im Netz: solche, die «sich daran machen, das Kind zusammen mit dem schmutzigen Wasser zurückzuholen, jenes Kind und jenes schmutzige Wasser, die vom säkularisierten katholischen Klerus ausgeschüttet worden sind. Wie die letzteren, so sind die ersteren unfähig, einen Unterschied zu machen, auch nur den geringsten historischen Sinn zu haben, zu begreifen, daß, wenn das Kind gerettet werden soll, das schmutzige Wasser ohne weiteres auszuschütten ist. Die ersteren und die letzteren, wenn auch in gegensätzlichen Lagern, zeigen, daß sie sehr ähnlich sind, Kinder derselben „Mamma“: der Ideologie.»

Solennité auf Polnisch

Ein Pontifikalamt zum Patronatsfest, eine Hochzeitsmesse mit Leviten: reiche liturgische Eindrücke aus polnischen Kirchen hat der Chronist von Orietur Occidens zu schildern.

Samstag, 18. Juni 2016

Dunkle Wolken überm „all-“orthodoxen Konzil

Sechs Jahrzehnte lang vorbereitet, beginnt morgen, am orthodoxen Pfingstfest, das „panorthodoxe“ Konzil; und, was immer es sein wird – panorthodox wird es nicht.
Eine Kommission unter der Ägide des Ökumenischen Patriarchats hat mit Zustimmung der (der? – welcher?) Patriarchen Dokumente vorbereitet, die nach den von dieser Kommission gesetzten Regeln nur einstimmig vom Konzil verändert werden können – nur einstimmig, also gar nicht, denn Befürworter dieser Dokumente werden im Konzil sitzen. Diese Dokumente aber würden die orthodoxen Kirchen in eine angepaßt moderne, geistlich seichte Richtung leiten. Ein bulgarischer Metropolit, Loveth Gabriel, erklärt im Namen seiner Kirche von einem dieser Dokumente, daß es „viele absolut irrige und heterodoxe Dinge enthält“.
Die Folge: Etliche orthodoxe Kirchen sagen ihre Teilnahme ab (Russen, Bulgaren) oder nehmen nur unter Vorbehalt teil (Serben). Welch ein „all-“orthodoxen Konzil!
Die Geschehnisse in unseren orthodoxen Schwesterkirchen können auch Katholiken nicht unberührt lassen. Beten wir dafür, daß diese Kirchen sich aller modernistischer Anpassung entziehen.

Genauere Informationen sind zu finden unter Chiarimenti sul Concilio pan-ortodosso, bedenkenswerte Kommentare vom selben Autor unter Il concilio pan-ortodosso e i soloni occidentali und Geopolitica e concilio panortodosso. Qualche considerazione di fondamentale importanza.

Montag, 23. Mai 2016

Nicht nur für Bierbrauer, für die gesamte mittelständische Wirtschaft gilt es

– das, was wir jüngst über mittelständische Betriebe und TTIP gesagt haben: Martina Römmelt-Fella vom „Bundesverband Mittelständische Wirtschaft“ sagt ganz ähnliches (und im Détail kenntnisreicher).

Wem singt die Kirche im Gottesdienst?

Eine Mozartmesse zu Pfingsten – gut gemeint, gut gemacht, nur ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 14. Mai 2016

Die göttliche Dreifaltigkeit erklärt...

... von Leo dem Großen.

Pfingsten - das energ(et)ische Fest

Beitrag zum Fest.

Würde Papst Franziskus Frauen zum Diakonat zulassen?

«Papst würde Frauen zum Diakonat zulassen», schlagzeilt n-tv. Würde er?
Es stimmt, daß er eine Kommission einsetzen will, die sich der Frage solch einer Möglichkeit widmet. Allerdings: Papst Franziskus weiß, daß es in der alten Kirche Diakonissen gegeben hat; und er weiß, und er sagt deutlich – Sandro Magister („Francesco e le donne“) berichtet ausführlich darüber –, daß solche Diakonissen nicht dasselbe waren wie Diakone.
Solche Diakonissen gab es in der alte Kirche, und in Ostkirchen gibt es sie immer noch; wie wir es erörtert haben („Der Diakonat von Frauen“; in: „Die Argumentation für die «Frauenordination»“), entspricht der Sicht des Papstes. Es gab und gibt sie also; und selbstverständlich konnten sie nicht und können sie nicht dieselben Funktionen ausüben wie die Diakone des sakramentalen Diakonats, sie können nicht das Evangelium vortragen noch predigen noch die Kommunion austeilen.
Natürlich könnten solche Diakonissen oder Diakoninnen auch in der lateinischen Kirche eingeführt werden; nur: wären die Befürworter des «Diakonats der Frau» damit zufrieden?

Dienstag, 10. Mai 2016

Bierbrauer im XXI. Jahrhundert

Propaganda besonderer Art von Seiten der Bundeskanzlerin für TTIP wird analysiert vom Chronisten von Orietur Occidens.

Samstag, 7. Mai 2016

Lob der Grauzone

Das Grundsatzprogramm, das jetzt eine in etlichen bundesdeutschen Landtagen vertretene Partei verabschiedet hat, das gegen den Islam gerichtete Einschränkungen der vom Grundgesetz gewährleisteten Religionsfreiheit (Art. 4) fordert, gibt dem Chronisten von Orietur Occidens Anlaß, die christliche Haltung dem Islam gegenüber zu darzulegen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Christi Himmelfahrt

Was ist der Sinn der Himmelfahrt Christi? 

Antwort Papst Leos des Großen

Samstag, 30. April 2016

Kinderbetreuung auf den Spuren der DDR

In der DDR gab es Wochenkrippen, die Bundesrepublik ist fortgeschritten auf dem Weg dorthin. In Schwerin gibt es bereits für Mitarbeiter eines Krankenhauses zwar noch keine Krippen, wohl aber zwei «Kitas» (Kindertagesstätten), die täglich 24 Stunden arbeiten.
Nun wollen Polizei und Universität auch in Rostock eine solche aufmachen. Das Vorhaben wird vom Innenminister (CDU) unterstützt. Allerdings blockiert es noch der städtische Sozialsenator (Die Linke), weil durch solche ein Betreuungsangebot das Familienleben beeinträchtigt wird.

Freitag, 22. April 2016

Ostern konkret

Was uns die Auferstehung Christi bringt, ist hier zu lesen.

Samstag, 16. April 2016

Amoris laetitia

Große Sorgen hat es manchem bereitet, was letztendlich aus den Bischofssynoden zum Thema von Ehe und Familie hervorgehen könnte; und nun: das Ergebnis ist Amoris laetitia, ein Schreiben des Papstes, das begründete Anerkennung findet, solchen Befürchtungen Hohn spricht. Es ist ein pastorales Schreiben, kein offizielles – das zeigt sich schon daran, daß der Originaltext, der verbindlich wäre, vom Vatikan nicht einmal ins Netz gestellt wurde; es finden sich nur etliche Übersetzungen. Daß es kein kirchenrechtlicher Erlaß ist, schreibt der Papst selber (Art. 300); daß es auch keinen lehramtlichen Charakter hat, hat Raymond Leo Kardinal Burke (Amoris laetitia non è magistero, lo dice papa Francesco) aufgezeigt.
Nur, leider, es gibt sehr deutsche Sorgen. Nein, nicht im Sinne der mythischen Deutschen Angst, sondern Sorgen aus der Erfahrung mit einigen Winkeln der Kirche in Deutschland.
Wenn jemand, der geschieden ist, eine neue Verbindung eingehen will: «Wir machen da einen Gottesdienst, bei dem von den Gästen niemand merkt, daß es keine richtige Trauung ist» – das ist kein Phantasma, sondern tatsächliches Verfahren eines Priesters in diesem Land; und das ist schwerlich ein Einzelfall. Und angesichts solch einer Denkweise ist das Unbehagen an einer kleinen Fußnote (351) in dem umfangreichen Schreiben des Papstes sehr verständlich:
„In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb »erinnere ich [die Priester] daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium [14. November 2013], 44: AAS 105 [2013], S. 1038). Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie »nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwache« ist (ebd., 47: AAS 105 [2013], S. 1039).“
Und Unbehagen bereitet es hierzulande auch, jenen Mißverständnis begünstigenden Artikel 84 der Relatio finalis der Bischofssynode vom Papst zitiert zu finden (Art. 299): „Ich nehme die Bedenken vieler Synodenväter auf, die darauf hinweisen wollten, dass ...“ – während Papst Johannes Paul II. in Familiaris Consortio (Art. 84) Geschiedenen gegenüber, die eine neue Verbindung eingegangen sind, eine freundlich einladende Haltung zeigte, um ihnen den Weg zur Umkehr zu erleichtern, scheinen in dem Artikel der Synode, wie bereits dargelegt, Möglichkeiten in den Blick genommen zu werden, die Abwendung vom Gebot des Evangeliums und damit von der Kirche zu übertünchen.
Solche Deutungen mögen dem Papst in Rom sehr ferne liegen – wenn er den Katechismus der Katholischen Kirche zitiert (Art. 302): „»Die Anrechenbarkeit einer Tat und die Verantwortung für sie können durch Unkenntnis ... vermindert, ja sogar aufgehoben sein« (Nr. 1735)“, so schwingt darin die selbstverständliche Verpflichtung des beichtehörenden Priesters mit, dieser Unkenntnis ein Ende zu setzen.
In Deutschland aber sind diese Deutungen sehr gegenwärtig. „Das Wichtigste am ganzen Papier ist, dass die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Handeln der Gläubigen in Fragen der Ehe, Partnerschaft und Sexualität und der kirchlichen Lehrverkündigung durch diesen Text abgemildert und verändert wird“, zitiert dpa den Präsidenten des ZdK, Thomas Sternberg. Demnach wünscht er offenkundig eine Anpassung der Lehrverkündigung an das „Handeln der Gläubigen“ – menschliches Handeln abrogierte demnach Gottes Gebot. „Auch Partnerschaften [so fährt dpa in indirekter Rede fort], die nach zerbrochenen Ehen entstanden sind, sei der Weg in die volle Kirchengemeinschaft demnach nicht verschlossen.“

Oft habe ich mit Menschen zu arbeiten, die geschieden in einer neuen Verbindung leben, darunter auch gläubige Christen. Noch einmal sei wiederholt: jede «wirkliche Möglichkeit ..., Menschen, die sich nach einer Ehescheidung in eine neue Lebensgemeinschaft geflüchtet haben, einen Weg – welchen auch immer – zu eröffnen, vor dem Richterstuhl Christi zu bestehen», wäre willkommen.
Wenn aber „Nächstenliebe“ oder „Barmherzigkeit“ für manche wichtigen Personen in der Kirche in Deutschland heißt, den Menschen zu ermöglichen, mit den Sakramenten der Kirche versehen den Weg zur Hölle zu finden, so kann das doch schwerlich die Sicht des Papstes sein.

Samstag, 9. April 2016

Katholische Entdeckung im (ehem.) calvinistischen Holland

Die Wiege des christlichen Holland (im engeren Sinn des Wortes) steht in Egmond. Aufgestellt hat sie der heilige Adelbert. 

Übrigens hat hier der normale Glaube sogar die Reformation überlebt. 

Mittwoch, 30. März 2016

Das II. Vaticanum und die zwei Usus des Römischen Ritus

Was so mancher eigentlich schon wußte, aber kaum zu denken wagte:
Der Chronist von Orietur Occidens vergleicht Schilderungen der beiden Formen.

Mittwoch, 23. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar? (iterum)

Mit Hans-Olaf Henkels Abgang aus der AfD schien es mir, als hätte zumindest ein böser Geist die Partei verlassen (daß es deren andere in dieser Partei gibt, ist freilich nichts neues). Und nun lese ich, daß der frühere tschechische Ministerpräsident und Präsident Václav Klaus, der für neoliberale Reformen stand und der einer Parteispendenaffäre wegen als Ministerpräsident zurücktreten mußte, der AfD als Wahlhelfer diente. Nebenbei erfahre ich noch, daß Beatrix v. Storch, die gelegentlich als Christin gehandelt wird, der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft angehört.
Friedrich August v. Hayek war mit seiner Clique, der Mont Pelerin Society, einer der Begründer des Neoliberalismus. Neoliberalismus: das heißt antisozial verschärfter Wirtschaftsliberalismus. Der Wirtschaftsliberalismus, entstanden im Kreis um David Hume, einer Keimzelle des modernen Atheismus, ist – «Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon» (Matth. 6, 24; Luc. 16, 13) – Götzendienst.
Nein, auch dieser böse Geist hat die AfD nicht verlassen.

Montag, 21. März 2016

Fest des heiligen Joseph

Schon das Gloria einer doch sehr gebrauchten Choralmesse reicht aus ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Montag, 14. März 2016

Sind AfD und Christentum vereinbar?

Familie, Gender, Abtreibung – ein Mitglied der Partei meinte, so wurde mir kürzlich hinterbracht, vertrete den katholischen Standpunkt wie keine andere Partei.
Im Détail mag es da Übereinstimmungen geben; aber im Ganzen sehe ich anderes:
Schon im Blick auf die Familie – Frau Petrys Meinung zur Kleinstkinderkasernierung habe ich ja längst schon moniert: Das gar nicht so andere Gesicht der AfD.
Und daß ein Christ (Ex. 22,20; 23,9; Deut. 10,19), ein Katholik („kath’ hólon“) Ausländer und damit auch Flüchtlinge nicht ablehnen kann, ist klar. Die AfD aber will das Grundgesetz ändern, um Flüchtlinge außen vor zu halten.
Nun wurde auch (von einer Quelle, die man nicht gerne nutzt, die aber in diesem Fall auch von seriöseren Medien zitiert wird) aus dem Entwurf für das neue Parteiprogramm der AfD veröffentlicht, daß die AfD die Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen verbieten will, ebenso das Schächten für Muslimîn und für Juden.
Daß solche Verbote Juden gegenüber antisemitisch sind, ist früher schon bei Orietur Occidens ausführlich dargelegt worden: Beschneidung – immer noch bekämpft.
Und die AfD findet laut Parteiprogrammentwurf, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sei „mindestens übergangsweise“ sinnvoll.

Dankenswerterweise hat vor wenigen Tagen auch die hochgeschätzte Claudia Sperlich ein Positum veröffentlicht, das dieses Thema behandelt: Die Meinung der anderen.

Nachtrag vom 23.III. (Annuntiatori gratias): Im jetzt veröffentlichten Parteiprogrammentwurf sind die antisemitischen Passagen (cum grano salis) gestrichen, damit auch die damit zusammenhängenden antiislamischen Forderungen. Antiislamische Einschränkungen der Religionsfreiheit bleiben allerdings bestehen.

Sonntag, 6. März 2016

Evangelium und Katholikentag

In den Vermeldungen zum Ende der Sonntags erfahren wir es vom Diakon: Der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig steht unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“; und unter diesem Leitwort stünden all seine Veranstaltungen. Das heißt, der Mensch stehe ganz im Mittelpunkt.
Welcher Mensch das ist, der da im Mittelpunkt steht, sagt er nicht; es klingt so, als sei es der Mensch an sich.
Diese Verkehrung des Evangelientextes (Joh. 19,5) ist nicht die Idee des Diakons – im Netzauftritt des Katholikentags zeigt, daß sie gewollt ist.
Siehe auch: Der Katholikentag und die Schrift

Samstag, 27. Februar 2016

Anderthalb Lustra nach der Bankenkrise

«boomt» die Wirtschaft in Irland – und was die Menschen dort erleben, erinnert an ein Gleichnis der Bibel.
Der Chronist von Orietur Occidens weist es auf.

Samstag, 20. Februar 2016

Ewig leben oder gehorchen?

Zwei bis drei Beobachtungen zu den deutsche liturgischen Texten am zweiten Fastensonntag (C).

Auferstanden aus Ruinen

«Du hast, o Herr, Dein Leben» – ein deutsches Einheitslied zur Opferung aus der hohen Zeit der Liturgischen Bewegung. Im GL von 1975 aber erschien es nur noch in kastrierter Fassung, auf eine Strophe zusammengeschnitten: «O Gott, nimm an die Gaben» (Nr. 468).
Und nun, im neuen GL, ist das Lied im alten Glanz (Nr. 185) entstanden. Gesungen gehört habe ich es leider noch nicht wieder.

Siehe auch: W.H.W.: Steifzüge durch EÜ und GL. E&Ewald 14/2009, S. 29-42.

Ein NATO-Mitglied bombardiert zugunsten des IS

Vor Jahren schon, als noch niemand von ISIS oder IS sprach, hörte ich von unserem syrischen Freund, daß Aufständische in Syrien Christen kein Lebensrecht mehr im Land zugestehen wollten und daß diese Aufständischen im wesentlichen keine Syrer seien, sondern Kämpfer aus verschiedenen Ländern, die von der Türkei, Qatar und Saudi-Arabien unterstützt werden.
Ersteres hat seit langem schon seine Bestätigung gefunden; und nun ...
Nun ist es soweit, daß die Türkei, ein NATO-Mitglied, mit Bomben gegen die Kurden vorgeht, welche auf weite Strecken und besonders auch an der iraqischen Grenze die Hauptlast der Verteidigung gegen den IS tragen.

Samstag, 13. Februar 2016

Noch einmal: Haben auch für Flüchtlinge Menschenrechte?

Eine fünfköpfige christliche Zigeunerfamilie in Berlin; die Eltern stammen aus Serbien. Als die Familie wieder einige Jahre in Serbien lebte, ist dort der älteste Sohn offenbar aus rassistischen Gründen mißhandelt worden. Als sie sich deshalb an die Polizei wandten, reagierte die mit einem Strafbefehl nicht gegen die Angreifer, sondern gegen die Familie.
Nun wird dieser älteste Sohn, heute 22 Jahre alt, ohne daß er selber einen Anlaß gegeben hätte, nach Serbien abgeschoben, allein, ohne Eltern und Geschwister.

Darf man eigentlich Zigeuner „Zigeuner“ nennen?
Ob „Zigeuner“ eigentlich ein Schimpfwort ist, ist unklar. Klar aber ist, das „Němec“ eines ist. Und doch stört sich kein Deutscher daran, daß er in slawischen Sprachen so genannt wird.
Und so meint auch manch ein Zigeuner, daß er sich nicht zu schämen braucht, ein solcher zu sein.

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Bei Bürgerkriegsflüchtlingen, die nur „subsidiären Schutz“ genießen, soll, so will es die Regierungskoalition, Familiennachzug erst nach zwei Jahren möglich sein. Dann ein Koalitionspartner, der es nicht gewesen sein will, und nun ein Kompromiß: in Härtefällen ...
Der Chronist von Orietur Occidens nimmt Stellung.

Freitag, 12. Februar 2016

Da kommt Freude auf

"Tagesgebete" zum vierten Fastensonntag im Vergleich.

Samstag, 23. Januar 2016

Fürsorge – früher und heute

«Noch so einen Sommer wie 2015, als es im Oderbruch drei Monate lang nicht regnete und [die Viehzüchterin] schon Winterfutter an ihre Rinder verfüttern musste, hält sie finanziell nicht durch», lese ich in einer Reportage über eine Frau, die ökologische Viehzucht betreibt, als Bildunterschrift. (Sie hat es satt. von Waltraud Schwab. taz vom 16.1.2016)
In guter alter Zeit war es Pharao, der (von Joseph eingewiesen, Gen. 41) dafür sorgte, daß in der Not das Korn für alle reichte.

Dienstag, 19. Januar 2016

Ideologischer Marktliberalismus

Die Regierung vor der Alternative: Gemeinwohl oder Ideologie.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Sonntag, 17. Januar 2016

Schon im Jahreskreis

sind wir, sagt der Zelebrant; bisher haben wir die Geburt Christi gefeiert, nun geht es um das, was er getan hat.
Das Evangelium heute: das Weinwunder zu Kana. Leider sagt er nicht, daß dieses zu den „Tribus miraculis“ gehört, die die Magnificat-Antiphon des Zweiten Vesper von Epiphanie nennt und die auch im Vesperhymnus des Festes geschildert werden.
Kein Grund aber, unzufrieden zu sein – mehr als das, was gesagt wird, zählt das, was sichtbar ist: die Krippe steht noch.
Eine gute Predigt. Was allerdings hinzuzufügen bleibt:
Jesus tat sein erstes Wunder auf die Interzession, das Einschreiten (es „Fürbitte“ zu nennen wäre untertrieben) Marias hin.

Montag, 11. Januar 2016

Ohne Wohnung keine Grundrechte

Einem Paar in Berlin wird von Amts wegen sein Kind entzogen, obwohl ihnen nicht das Geringste vorzuwerfen ist.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Pontifikalamt zu Epiphanie im Kölner Dom

Die Chortribüne bleibt leer: kein Chor, nicht einmal eine Schola, nur ein Kantor, der mit der versammelten Gemeinde deutsche GL-Stücke singt.
So kann ich (Dilettanto non audiente) laut mitsingen: ein Mehr an äußerlicher Teilnahme; aber an Raum zu inneren Teilnahme erlebe ich dadurch einen Mangel.
Über die Messe mit Schola oder Chor: «Dabei gibt es eine Art Mehrstimmigkeit: man sieht den Priester die Gaben bereiten; man hört den Chor das Offertorium singen; dann sieht man Weihrauch aufsteigen – er lenkt den Blick nach oben. Diese Mehrstimmigkeit läßt es nicht zu, daß der einzelne sich nur mitziehen läßt vom Ablauf des Ritus; zwischen diesen Eindrücken muß ein jeder seine persönliche Teilnahme entwickeln, zu seinem persönlichen Gebet finden.» (W.H.W: Anthropologische Grundlagen der Liturgie. E&Ewald 10/2005, S.7)

Kardinal Meisners Kanzel einzunehmen, scheut sich der neue Erzbischof; er predigt vom Ambo aus.

Wann die Krippe abbauen?

Der heilige Papst Johannes Paul II. pflegte die Krippe am Petersplatz zum letzten Mal zu besuchen, nachdem er die Abendmesse vom 2. Februar (von Maria Lichtmeß) zelebriert hatte. Nach diesem Besuch wurde die Weihnachtsdarstellung abgebaut.
Mehr bei Scuola Ecclesia Mater.

Dienstag, 5. Januar 2016

Ein frohes und gnadenreiches Erscheinungsfest

wünschen wir allen Lesern.
Laßt uns nach dem Pontifikalamt vor dem Dom uns treffen (Dilettanti barba insignis sit nobis signum).
Die Oster- oder Paschatermine für dieses Jahr nach gregorianischem, julianischem und jüdischem Kalender sind zu finden bei Orietur Occidens.

Sonntag, 3. Januar 2016

Auf der politisch korrekten Spielwiese

Das griechische Parlament hat eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare gesetzlich eingeführt. Ein Geflecht von Faktoren sieht dahinter der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Guter Wille und mangelnde Entschiedenheit

Die zuständige Bundesministerin hat einen Gesetzesentwurf gegen Unterbezahlung von Frauen vorgelegt.
Leider reicht er nicht aus. Der Chronist von Orietur Occidens legt es offen.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Wechsel der Zeiten

Der preußische Innenminister v. Rochow 1837: „Dem Untertanen ziemt es nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen“ (in einem Brief an Jakob van Riesen; laut Georg v. Herwegh: „seines beschränkten Untertanenverstandes“).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer 2015: „Bürgerbeteiligung hat den Sinn, seine Meinung zu äußern und dann vielleicht auch in einem Abwägungsprozess erklärt zu bekommen, dass die Regierung aus bestimmten Gründen anders entschieden hat“ (in einem Interview durch Anja Krüger und Tobias Schulze, taz vom 11.12.).

Es geht um die Hochmoselbrücke, deren Bau die Landschaft des Moseltals ruiniert und auf Betreiben der Auto-Lobby durchgesetzt wurde – anscheinend oder scheinbar reicht der Bahnbetrieb für den dortigen Verkehr nicht aus.

Samstag, 28. November 2015

Freiheit, Ruhe, Gelassenheit

Lyrisch fast wird der Chronist von Orietur occidens bei der Teilnahme an stillen Messen (missae privatae, haud deprivatae [’tschuldigung: kein klassisches Latein]).

Freitag, 20. November 2015

Investorenschutz: Raubtier, nicht Haustier

Wenige Tage, nachdem eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Expertenkreis hat erklären lassen, der Investorenschutz müsse nur ein wenig domestiziert werden, zeigt ein Schiedsgericht die Wirklichkeit auf.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Mittwoch, 18. November 2015

Thomas Söding zur aktuellen Lage

Der von mir sehr geschätzte Professor für neutestamentliche Exegese Thomas Söding hat sich kürzlich angenehm klar zur derzeitigen Gewalt aus christlicher Sicht geäußert:

Angesichts der Attentate von Paris warnt Professor Thomas Söding, Theologe an der Bochumer Ruhr-Universität davor, in eine „falsche Konkurrenz“ zum Islam zu geraten.
„Man sollte die Gewalt in anderen Religionen nicht mit der in der eigenen Religion vergleichen, jeder muss vor seiner Tür kehren“, sagt er. Söding ist Diözesanvertreter des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster und einer der Referenten der Adventstagung am Samstag, 28. November, in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Thema der Tagung: „Religion und Gewalt – Altes und Neues Testament“.
Auch in der Bibel, erklärt Söding, „gibt es dunkle Stellen“ die von einem gewalttätigen Gott berichten. „Aber“, betont der Theologe, „da muss man genau hinsehen. Viele dieser Texte haben einen Kontext, den man verstehen muss.“ Die Heilige Schrift müsse man „intelligent lesen“ und dürfe nicht „Texte aus dem Zusammenhang reißen und dann als Gebrauchsanweisung benutzen.“ Die Bibel werde einerseits von „Scharfmachern“ zitiert, aber auch von jenen, die Frieden wollen. „Die Frage ist: wer hat recht?“, sagt Söding. Und erinnert an die Grundbotschaft: „Die Welt und das Leben sind Gottes Schöpfung, und es kann nicht sein, dass die Vernichtung von Leben dem Willen Gottes entspricht.“ Denn, sagt Söding, das zeige die Auferstehung Christi nach dem Tod am Kreuz: „Die Bibel ist ein Buch der Hoffnung.“
Und sie zeige, etwa am Beispiel des Paulus, welche Folgen religiöser Fanatismus einerseits habe, andererseits aber auch, wie er überwunden werden könne. Der spätere Friedensapostel sei zunächst ein erbitterter Gegner der noch jungen christlichen Gemeinden gewesen, die sich nach dem Tod Jesu gründeten. Dann aber habe er sein Fehlverhalten erkannt. Söding betont: „Paulus erkannte, dass die Schuld daran nicht bei anderen lag, nicht am Gesetz. Seine Fehler waren seine eigene Schuld, entstanden aus einem Übereifer. Er hatte das Gesetz für sich funktionalisiert und wollte sich darüber stellen. Das war Narzissmus im Gewande der Frömmigkeit.“
Eine solche „öffentlich inszenierte Heuchelei“ entdeckt Söding auch, wenn er auf die fremdenfeindlichen „Pegida“-Demonstrationen und ihre Ableger blickt, die sich teils damit brüsten, christliche Werte verteidigen zu wollen. „Ich würde mich freuen“, sagt Söding, „wenn die sich mal mit den christlichen Werten auseinandergesetzt hätten.“ Zudem erinnert er an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. „Gott ist den menschlichen Weg gegangen, damit den Weg der Gefährdung. Durch die Flucht seiner Eltern, die ihn mitgenommen haben, ist Jesus  aus den Fängen des Bösen befreit worden.“ Die Flucht, betont Söding, „ist den Christen ins Stammbuch geschrieben.“ Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter dem Denkmantel christlicher Werte hingegen seien „öffentlich inszenierte Heuchelei“. Gewalt im Namen Gottes gehe von „Heuchlern und Ideologen“ aus.
Was aber nicht bedeute, dass sich die Christen einer falschen Toleranz unterwerfen müssten und sich nicht gegen Anfeindungen wehren dürften. „Schon Jesus hat Klartext gesprochen, und zur Friedensbotschaft gehört auch, dass man Kriegstreibern entgegen tritt, und das mit aller Schärfe“, erklärt der Theologieprofessor. Dazu bedürfe es keiner Gewalt, sondern einer Autorität durch Glaubwürdigkeit. Die erlange man etwa, indem man sich mit dem Positiven des Gegenübers beschäftige. „Wir haben die Möglichkeit, das anzuerkennen“, sagt Söding und verweist auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dort sei erstmals gesagt worden, dass man dem Islam „mit Respekt“ begegne.

(Quelle unbekannt)

Alle, die das christliche Abendland verteidigen wollen - dazu gehöre ich auch -, sollten also darauf achten, daß sie der Versuchung des Hasses nicht erliegen. Damit wäre das Abendland genauso am Ende, wie bei einem Sieg des "Islamischen Staates".

Was wir verteidigen, kann und muß man gegebenenfalls auch mit Gewalt - Notwehr! - verteidigen. Aber wenn diese die christliche Vernunft und Liebe verdrängt und zum Prinzip des Denkens und Fühlen wird, haben wir verloren.

Es ist nicht so einfach mit dem Christentum - wie mit dem Leben. Versuchen wir’s! Ich kenne keinen heilsameren Weg.

Deus lo vult - hätte ich jetzt beinahe geschrieben. ;-) 

Sagen wir lieber: Mit Gottes Hilfe!

Es sind nicht «Die deutschen Bischöfe»
für TTIP

Aber der Anschein wird erweckt durch einen Expertenkreis, den eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz einberufen hat - und dessen Stellungnahme sie in die Öffentlichkeit gebracht hat.
Der Chronist von Orietur Occidens analysiert.

Donnerstag, 12. November 2015

Neues Unheil für Franziskaner und Franziskanerinnen der Immaculata

Leben nach den Anordnungen des II. Vaticanum wird von Kommissaren verboten - und andere Kommissare berufen sich auf ebendieses Konzil. Und die Kongregation für die Institute geweihten Lebens erläßt ein Dekret, das sich selbst aufhebt.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Samstag, 7. November 2015

Die Unklarheiten in der Relatio finalis der Bischofssynode

haben System: der Ordensgeneral der Jesuiten spricht es offen aus.

Dienstag, 3. November 2015

Ein sehr festliches Requiem

- dem Chronisten von Orietur Occidens freilich zu festlich.

Samstag, 31. Oktober 2015

Angelus am Reformationstag

Mit meinem Patensohn bin ich mittags zum Essen verabredet. Es ist gerade die Zeit für den Angelus. In der Nähe ist die große Stadtkirche, die vor fünfhundert Jahren noch katholisch war. Dorthin nun also. Im Seitenschiff wird von den Zurückgebliebenen der Reformationstagsfeier noch Kaffee getrunken und gegessen. Wir gehen darum zum Angelus-Beten auf die andere Seite.
Nach dem Angelus bietet mir die Pfarrerin, die ich persönlich sehr schätze, ein Stück Reformationsbrötchen an, «zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen». Der Belag darauf sei ein Teil der Lutherrose, die über den Fladen ausgebreitet war, aus dem die Brötchen herausgeschnitten sind. Nun: zerschnittene Lutherrose – das ist zu verantworten.
Es sieht allerdings abschreckend süß aus, und der Geschmack ist zumindest nicht besser. Aber es ist eben zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen.

Freitag, 30. Oktober 2015

Die moderne Wissenschaft erst

sei wirklich vertrauenswürdig, sie beobachte genau, beschreibe sachlich, gehe angemessen methodisch vor, ziehe ihre Schlüsse nur aus gesicherten Tatsachen. So ungefähr stellt es sich der durchschnittliche gebildete Zeitgenosse vor (sicher, wer schon einmal im Wissenschaftsbetrieb gearbeitet hat, sieht das etwas weniger unbefangen). Den Beobachtungen aus älterer Zeit, solchen besonders, die älter sind als der Triumphzug der Aufklärung, wird mißtraut, damals seien die Menschen naïver gewesen, leichtgläubiger, auf ihre Beobachtungen sei wenig, auf ihre Schlüsse kein Verlaß.
Diese Bewertung: ist das eine angemessene Folgerung aus den Fortschritten des wissenschaftlichen Denkens seit der Aufklärung?
Sicher: die Wissenschaft hat in den letzten zweieinhalb Jahrhunderten Fortschritte gemacht, die dazu beitragen, heute vieles genauer zu sehen als damals. Allerdings: scheinbar wissenschaftlich begründeten Aberglauben gibt es auch heute reichlich, oft ganz frisch aus den Laboratorien der modernen Naturwissenschaft hervorgekommen, so etwa die „Neuromythologie“, wie sie Felix Hasler nennt.

Kommt also dieser Glaube an die Überlegenheit modernen Wissens wirklich von den Fortschritten unserer Zeit?

Bei der Lecture von „De re publica“ belehrt mich M. Tullius Cicero eines Besseren. Dort schon findet sich dieses Denkmuster (nun gut, mit dem Umfang der schon ausreichend modernen Zeit ist Cicero sehr viel großzügiger als unsere Zeit), aus dem Munde von P. Cornelius Scipio Africanus, den Cicero mit sehr modern klingenden Sätzen bemerkenswerterweise begründen läßt, wieso die Apotheose des Romulus historisch glaubwürdig sei:
(L. II, 18) «atque hoc eo magis est in Romulo admirandum, quod ceteri qui dii ex hominibus facti esse dicuntur, minus eruditis hominum saeculis fuerunt, ut fingendi proclivis esset ratio, cum imperiti facile ad credendum inpellerentur, Romuli autem aetatem minus his sescentis annis iam inveteratis litteris atque doctrinis omnique illo antiquo ex inculta hominum vita errore sublato fuisse cernimus. nam si, id quod Graecorum investigatur annalibus, Roma condita est secundo anno olympiadis septumae, in id saeculum Romuli cecidit aetas, cum iam plena Graecia poetarum et musicorum esset, minorque fabulis nisi de veteribus rebus haberetur fides.»

Der Glaube an die Überlegenheit der neuen Zeit scheint, wenn er auch mit dem an das längst vergangene Goldene Zeitalter konkurrieren muß, etwas in der Menschheit aller Zeiten verbreitetes zu sein.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Krank sein in Griechenland

In einer Reportage ist zu lesen: «Rund drei von insgesamt elf Millionen Griechen sind nicht mehr krankenversichert … Der staatliche Gesundheitsetat ist in den letzten Jahren um vierzig Prozent gekürzt worden.»
«Tuberkulose trete nun wieder öfter auf, auch Hepatitisfälle häuften sich.»
«„... Die Ansteckungsgefahr nimmt zu.“ ...»
Siehe: Das griechische Nein / Nachtrag von Freitag, 23. Oktober 2015

Dienstag, 27. Oktober 2015

Die Bischofssynode zum Thema der Familie

Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Aber es bleibt doch ein schaler Nachgeschmack.
Der Chronist von Orietur Occidens kommentiert.

Samstag, 17. Oktober 2015

Zwischen Ararat und Kaukasus

«Wie war’s?», «wie hat es dir in ... gefallen?», «hast du dich gut erholt?» wird man gefragt, wenn man aus dem Urlaub in fernem Lande zurückkommt. Die eigentlich wichtigste Frage jedoch wird kaum je gestellt: «Wie geht es der heiligen Kirche in ... ?»
Wenn auch nur ganz oberflächlich, so versucht der Chronist von Orietur Occidens doch, ein wenig auf diese Frage zu antworten.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gebet zur ersten Rasur

In Zeiten von Völkerwanderung und Nahostkrieg mal was wichtiges.

;-)

Dienstag, 29. September 2015

Im Netz haben Lügen gar nicht so kurze Beine

Von übelsten Übergriffen riesiger „Immigrantenhorden“ an der österreichisch-italienischen Grenze ist die Rede in einem Artikel der „Nouvelles de France“ („Les foules de migrants vues par un guide touristique polonais à la frontière entre l’Italie et l’Autriche: « Ils ont sorti une vieille dame en la tirant par les cheveux et voulaient partir avec sa voiture. »“), einem ausdrücklich von Rechts getragenen („des journalistes et des internautes de droite, libéraux et conservateurs“) Netzauftritt. Dieser Artikel wurde vom angesehenen deutschsprachigen Civitas-Institut unbefangen übernommen.
Diesen bedrückenden Artikel habe ich weitergegeben, die Recherche führte dann zu einer bemerkenswerten Auswertung von Karol Studzinski: „Wie Blogs und Unzensuriert.at das Anti-Flüchtlings-Märchen vom „Kot am Busfenster“ verbreitet haben“.
Der Artikel der „Nouvelles de France“ geht zurück auf einen Polen der drittklassigen TV-Prominenz. In Österreich blieb die Geschichte weitestgehend unbekannt; nur auf der FPÖ-nahen Seite Unzensuriert.at
 tauchte sie auf (einer weiblichen Ausgabe des Verfassers zugeschrieben – hat da jemand den maskulinen Genitiv für einen femininen Nominativ angesehen?), aber nicht einmal der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian „Stacheldraht“ Strache hat ihn öffentlich weitergegeben. Die italienischen Behörden haben rechtliche Schritte gegen den Urheber erwogen. Selber war dieser „bisher für keine Stellungnahme erreichbar“. Die Nachprüfungen einiger polnischer Zeitungen erwiesen die Angaben des Artikels „eindeutig als unwahr“.

Es ist eine Sache, sich gegen einen unreflektierten Immigrationsoptimismus zu wehren („Der Islam gehört zu Deutschland“; „Refugees are welcome here“, als seien alle Flüchtlinge gleich [und alle anglophon]), eine ganz andere, Flüchtlinge, deren viele schuldlos Not und Gewalt ausgesetzt waren, kollektiv dem Verdacht derartiger Übergriffe zu überantworten.

Freitag, 18. September 2015

Heute vor 120 Jahren

der erste Akt des kommenden Völkermords.

Montag, 31. August 2015

Zwar nicht auferstanden ...

aber die Sache Mons. Rogelio Livieres Planos geht doch weiter.

Meditativer Tanz

im Gottesdienst. Die Gemeinde spendet Beifall – der Chronist von Orietur Occidens nicht.

Mitwirkende unserer Freude?

Oft schon habe ich es beklagt: ein großes kirchliches Ereignis, sei es in der Kathedrale, sei es in einer Pfarrkirche, eine Amtseinführung, eine Verabschiedung – während der Messe noch erhalten verschiedenste Leute das Wort, vom Ambo aus, und durchaus nicht nur gläubige Katholiken; sie sprechen «Grußworte».
Stets hat es mich gestört; jetzt wurde mir der geistliche Grund meines Unmuts bewußt. Es geht um mehr als nur darum, daß Gottesdienst nicht langweilen darf («Grußworte sind eine milde Form der Christenverfolgung», hörte ich einmal einen einschlägig erfahrenen protestantischen Pastor sagen).
«Nicht daß wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitwirkende eurer Freude», schreibt der heilige Paulus (II. Cor. 1, 24). Die Freude, um die es in der Kirche, in der Liturgie geht, ist die Freude an der Begegnung mit dem Herrn.
Wenn deren Erleben, wenn diese Freude gestört wird durch rein weltliche Belanglosigkeiten, wir diese über uns ergehen lassen müssen, bevor wir den Segen empfangen, so handeln die Verantwortlichen als Beherrscher unseres Glaubens, unseres Gottesdienstes und eben nicht als Mitwirkende unserer Freude.

Samstag, 29. August 2015

Mittwoch, 12. August 2015

„Wegrollvorgänge“ und „Stuttgart 21“

Ein „Wegrollvorgang“: ein Zug im Bahnhof kommt unbeabsichtigt, von sich aus ins Rollen – meistens zwar folgenlos, nichtsdestoweniger unfallträchtig.
Seit 2003 hat es (nach einer nicht ganz vollständigen Zählung) 29 solcher Wegrollvorgänge auf den Gleisen der Deutschen Bahn gegeben, davon 22 auf dem Kölner Hauptbahnhof; sieben Menschen wurden dabei verletzt. Der Grund: die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung erlaubt eine Gleisneigung von höchstens 2,5 ‰ (§ 7), was angesichts der Konstruktion moderner Züge schon bedenklich ist; der Kölner Hauptbahnhof aber hat Gleise mit Neigungen von 3,6 – 6,8 ‰.
Die Gleisneigung auf dem Bahnhof „Stuttgart 21“, der gerade in Bau ist, beträgt mehr als 15 ‰.

Samstag, 8. August 2015