Freitag, 3. April 2009

Intoleranz und Diskriminierung in deutschem Staatsbetrieb

Der Westdeutsche Rundfunk gehört zu den letzten großen Staatsbetrieben, die die Privatisierungswelle zum Ende des 20. Jahrhunderts überlebt haben. Man sollte paradiesische Verhältnisse vermuten. Weit gefehlt!

Montag, 30. März 2009

Einführung des 76. Bischofs von Münster

Ein Bericht über das Pontifikalamt zur Einführung von Dr. Felix Genn als 75. Nachfolger des hl. Ludgerus findet sich hier.

Donnerstag, 26. März 2009

Umfrage – die richtige Antwort

Umfragen auf Blogs sind schwierig – alle sollten antworten, keiner tut es.
Also:
Es ist ureigenstes Gedankengut der katholischen Lehre, dass die Annahme des Glaubens frei und ungezwungen sein muss. ...
Diese Freiheit des Glaubens ist genuin christlicher Natur.
...
Genau so will auch die Katholische Kirche heute wieder missionieren: Nicht mit Zwang, sondern mit einem Heilsangebot! „Siehe, ob nicht Christus der Weg für dich ist!“
...
Wahre Mission besteht darin, den Glauben mit Überzeugung zu predigen, die Annahme aber immer frei zu lassen.

– all diese Aussagen stammen aus dem Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. Nr. 362 (S.31) vom März 2009. Und so frage ich mich, was denn das Verständnis der Piusbruderschaft von Religionsfreiheit von dem der übrigen Kirche unterscheiden könnte.

„Afrikaner können selbst denken“

erklärt ein Kardinal aus dem Senegal, Erzbischof Theodore-Andrien Sarr von Dakar (also ein Nachfolger von Erzbischof Marcel Lefèbvre) – Dank sei Elsa für ihren ausführlichen Bericht!
Welch eine Aporie für die politisch Korrekten! Bestreiten können sie es nicht – das wäre nicht politisch korrekt. Zugestehen können sie es auch nicht – was der Kardinal sagt, ist nicht politisch korrekt. Was sollen sie machen?

Montag, 23. März 2009

Marktwirtschaft – Theorie und Wirklichkeit

«Um ihre Preise festzusetzen, benötigen sie [die Spargelbauern] nämlich Daten der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) in Bonn. ... die Organisation ist i. L. – in Liquidation.
... Die beiden Einrichtungen [CMA und ZMP] wurden per Zwangsabgabe der Landwirte finanziert. Karlsruhe hatte dies für unzulässig gehalten.
Doch vor allem auf die Zahlen der ZMP sind viele Landwirte angewiesen, wie zum Beispiel die Spargelbauern. ... Denn wenn die Preisinformationen fehlten, fehle den Bauern die Entscheidungsgrundlage ...» – so war es in der tageszeitung zu lesen.
Preise werden von Angebot und Nachfrage bestimmt, haben wir in der Schule gelernt. Doch daß die Anbieter dafür angewiesen sind auf die Informationen quasi-staatlicher Stellen, haben wir damals noch nicht erfahren.

Samstag, 21. März 2009

Kleine Ergänzung zum vorletzten Beitrag:

Mittwoch, 18. März 2009

Gerechtigkeit – auch für Bauern?

fragt, angestachelt von einem Artikel der tageszeitung, der Chronist, der also wieder einmal für Gerechtigkeit eifert.

Dienstag, 17. März 2009

Montag, 16. März 2009

Umfrage – bitte antwortet!

Was meint Ihr, wer hat das wohl gesagt:

Es ist ureigenstes Gedankengut der katholischen Lehre, dass die Annahme des Glaubens frei und ungezwungen sein muss. ...
Diese Freiheit des Glaubens ist genuin christlicher Natur.
...
Genau so will auch die Katholische Kirche heute wieder missionieren: Nicht mit Zwang, sondern mit einem Heilsangebot! „Siehe, ob nicht Christus der Weg für dich ist!“
...
Wahre Mission besteht darin, den Glauben mit Überzeugung zu predigen, die Annahme aber immer frei zu lassen.


?

Mittwoch, 11. März 2009

Wirtschaftsgerechte Entsorgung von Kleinstkindern – etwa doch nicht mehr?

Schon wiederholt wurde uns berichtet über die ständigen Forderungen von Politikern, Kleinkinder zu kasernieren, um die Eltern ganz für die Wirtschaft verfügbar zu machen.
Wenn aber wirkliche Probleme auftreten, sieht alles ganz anders aus. «Die [Zahl] der Gewalttaten [in Schleswig-Holstein] nimmt zu. Unter den Tätern sind immer mehr Jugendliche», lese ich in der tageszeitung; Innenminister Lothar Hay: «„Der Anstieg der Rohheitsdelikte ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung, in den wir nicht sorgenfrei sehen dürfen.“ Hay erklärte, dass die Politik sich diesem Problem widmen müsse. Schuld seien oft die Elternhäuser, die ihrer Verantwortung nicht nachkämen.»

Sonntag, 8. März 2009

Das Konzil meiner Kindheit

Das II. Vaticanum war das große Ereignis meiner Kindheit. Ich wurde gelehrt, begeistert zu sein; und ich war begeistert. Ich war begeistert vom guten Papst Johannes – freilich war ich zuvor ebenso begeistert vom Papst meiner frühen Kindheit, Pius XII. Vom Konzil erfuhr ich konkret eher wenig; begeistert waren wir vom Mythos des Konzils, der ebenso alt ist wie das Konzil selbst. Auch danach, unter Paul VI., erlebte ich einen Aufbruch in der Kirche, der mir gefiel – nicht in allem, aber doch insgesamt gefiel.
Meine Enttäuschung begann, als ich Paul VI. persönlich erlebte. An seiner Gläubigkeit, Ehrlichkeit und Intelligenz habe ich nie gezweifelt; aber seine Trockenheit erschreckte mich. Und dann sah ich in den 70er Jahren, wie an die Stelle der Aufbruchsstimmung mehr und mehr bleierne Langeweile trat.
Was ist nach all diesen Jahren geblieben? Johannes XXIII. ist für mich immer noch eine beeindruckende Gestalt – aber auch eine Sphinx.
Das Konzil meiner Kindheit jedoch ist mir geraubt worden. Es ist zum Geßlerhut gemacht worden, zu dem man sich zu bekennen hat, zur Waffe der Verfechter des gnadenlosen «Immer nur weiter so» gegen jedwede Neubesinnung. Das Wort «Konzil» hat einen schalen Geschmack bekommen.
Und dazu ist es zu schade. Ich weiß, daß dieses Konzil Notwendiges und Gutes gebracht hat. Aber das wirkliche Konzil scheint fast verschüttet unter dem Konzil der Konzilsbeschwörer. Und ich wünsche mir, daß die Erinnerung an dieses Konzil nicht dadurch zerstört wird, daß an die Stelle jeglicher Erwägung seiner geistlichen und pastoralen Ziele die Pflicht des sinnentleerten Bekenntnisses «zum Konzil» gesetzt wird.

Mittwoch, 4. März 2009

«ULF von FATIMA»

Ich gebe zu: ich mußte ein wenig überlegen, als ich diese Inschrift auf einer Heiligenstatue im Kleinen Michel gelesen hatte.

Freitag, 27. Februar 2009

Konzilsspiritisten

«"Man könne nicht die Anliegen des Kirchenvolksbegehren unterstützen und gleichzeitig die Anerkennung des 2. Vatikanums fordern", meint ein sichtlich frustrierter Priester (...). Für "Wir sind Kirche" dürften die Beschlüsse nie mehr gelten als reine "Abstimmungsergebnisse." Es gehe um den "Geist des Konzils" aber sicher nicht um das Konzil selbst, das völlig in der "alten Tradition der Kirche verhaftet sei"», ist auf kath.net zu lesen (danke, Stanislae!).
Offenbar habe ich es mit diesem Ausdruck, den ich seit einiger Zeit benutze, genau getroffen.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Manchmal weiß man nicht, wo man es veröffentlichen soll -

also in mehreren Blogs:

Grotefend, Hermann:
Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit.
2 Bde, Hannover 1891-1898.


Ist sehr schön digital zu haben

Mit ca. 75 Diözesan- und 16 Ordenskalender

und Heiligenregister.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Resigniert und zuversichtlich

Schade, die Petition Lateranum IV ist zurückgezogen. Schade sage ich, auch wenn ich mitgemeuchelt habe. Es war eine blendende Idee, nur das falsche Konzil – obgleich gerade das Lateranum IV zeigt, wie relativ die Anerkennung ist, die man für ein Konzil (außerhalb der Lehrdefinitionen) beanspruchen kann.
Im nachhinein (leider erst) denke ich, eine Petition Nicaenum II hätte sich gut gemacht – dessen Forderungen, die Bilder hochzuhalten und die Kirchenausstattung zu bewahren, hätte für die Konzilsspiritisten einiges zum Nachdenken zu bieten gehabt.
Aber nun ist es auch wieder egal – der Sturm geht zu Ende, die wilde Meute zieht weiter. Heute oder morgen will ich die einstweilen letzte Unterschriftenliste für den Papst zur Post geben.
Freilich, die Meute wird wiederkommen. Spätestens die Seligsprechung Pius’ XII. dürfte die nächste Gelegenheit sein – die Seligsprechung des Papstes, dem die Welt nicht verzeihen kann, daß er lieber rettete als redete (obwohl er ja durchaus nicht geschwiegen hat, eben auch geredet hat, aber cum discretione [im alten, nicht im modernen Sinn des Wortes]).
Aber einstweilen dürfen wir, so hoffe ich, uns in Frieden auf Ostern freuen.

Fastenzeit

In der Chronik ist wieder eine kurze Erklärung der Entstehung der Fastenzeit angezeigt. Und ich sitze nun hungrig vorm Rechner und schreibe mein Positum zum Fasten. Es hat geistliche Ziele, hat uns vor einigen Jahren unser Pfarrer erklärt, es dürfe nicht um bella figura gehen.

In der Schule:
Es wird angekündigt, daß Schüler, deren Eltern arm sind, eine einmalige finanzielle Unterstützung erhalten können. Ich melde mich – damals herrschte noch nicht der Neoliberalismus, Armut galt noch nicht als Schande. Das Geld reicht für eine maßgeschneiderte Lederhose.

Jahrzehnte später:
Längere Zeit habe ich meine Lederhose nicht tragen können. Nun ist sie repariert; aber sie spannt ein wenig. Nicht, daß sie nicht mehr paßte, aber sie spannt eben ein wenig. Darf ich mich nicht doch darauf freuen, daß sie zu Ostern wieder bequem sitzen wird?

Dienstag, 24. Februar 2009

Peter Hünermann bei Herder

Eine Kurzrezension

Bildungskrise

Der frischgebackene Wirtschaftsminister spricht von einer «ultissima ratio». «Ultissima» bedeutet etwa: «die sich am meisten gerächt hat».

Eine Philoxenia-Tagung

bringt den Chronisten zu neuen Eindrücken von – nicht nur – östlicher Liturgie.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Konzilien anerkennen?

Wenn ich mich als Traditionalisten bezeichne, wird wohl niemand widersprechen. Aber nichtsdestoweniger habe ich keine Schwierigkeiten, das II. Vaticanum anzuerkennen – obwohl in den Dekreten so viel Schaum steckt, daß es oft schwierig ist zu sagen, was ich da anerkennen soll.
Verpflichtet aber sehe ich mich nur, mich zu den Definitionen der Konzilien zu bekennen; und das tue ich – allerdings gibt es vom II. Vaticanum keine.
Im außerdogmatischen Bereich jedoch behalte ich es mir vor, Konzilsdekrete nicht anzuerkennen. Und diese Freiheit nehme ich mir in der Tat, und zwar beim IV. Lateranum!

Mittwoch, 18. Februar 2009

«Gute Apokalypse!»

Wird es Zeit, daß wir anstelle von «Guten Morgen – Tag – Abend!» nun diesen Gruß benutzen?
Bedrückend ist es, wie ein wochenlanges All-Medien-Feuerwerk gegen die Kirche – also gegen uns alle – antwortet auf einen päpstlichen Akt der Liebe und der Hirtensorge. Nun ist das so weit gegangen, daß ein guter Priester die Berufung zum Weihbischof ablehnt, anscheinend weil er die Massenmedien mehr fürchtet als er auf Bischöfe und Gläubige zu hoffen wagt.
Heißt das in einer Zeit, in der ja auch Gläubige ihre Informationen diesen Medien zu entnehmen pflegen, daß die Kirche von ihnen abhängig ist und damit von den Menschen, die in diesen Medien und durch sie herrschen, daß die Kirche also gelähmt ist?
Aber die Kirche in Deutschland wirkt doch schon lange gelähmt. Die Gottesdienstteilnahme schwindet, die Glaubensverkündigung läßt nach, die Zahl der Gläubigen sinkt. Eigentlich ist es schon lange klar, daß es mit einem einfachen «Nur weiter so!» nicht weiter geht.
Daß die Anhänger des «Nur weiter so!» es nicht einfach geschehen lassen, und die Feinde der Kirche ebenso wenig, wenn sich die Kirche um Erneuerung bemüht, kann nicht verwundern.

Sehen wir auch die andere Seite: noch vor drei Jahren habe ich es nicht für möglich gehalten, daß Kardinal Ratzinger Papst wird – zu alt schien er, fast achtzig, zu unbeliebt bei den Progressiven, auch bei denen im Kardinalskollegium. Im letzten Jahr noch habe ich eine baldige Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft nicht für möglich gehalten. Und als die Exkommunikation aufgehoben war, habe ich nicht erwartet, daß Bischof Fellay seinen Amtsbruder, der aus dem Ruder gelaufen ist, so entschieden zur Ordnung ruft und daß seine Bruderschaft dabei so hinter ihm steht.
Und ich habe nicht erwartet, daß unter den Katholiken, mit denen ich rede, Treue zum Papst zumeist selbstverständlich ist, daß sich fast alle eintragen in die Unterschriftenlisten, die ich ihnen vorlege. Und so sehe ich, daß zwar die Lehmannkirche am Ende ist, die katholische Kirche in Deutschland aber durchaus nicht.
[Lehmannkirche ist ein Ausdruck, der gebräuchlich geworden ist, wohl weil Lehmann solch archetypischer deutscher Name ist (ob es irgendwo jemanden gibt, der ein typischer Vertreter dieser besonderen Kirche ist und wirklich Lehmann heißt, kann offen gelassen werden) – all die, die Lehmann heißen, bitte ich um Nachsicht, daß ich diesen Ausdruck übernehme.]
Und so erkenne ich Gottes Wirken hinter all diesen unerwarteten Ereignissen. Apokalypse steht in der Umgangssprache für furchtbare Geschehnisse; aber die eigentliche Bedeutung des Wortes ist ja Enthüllung, gemeint ist damit letztlich Enthüllung des Wirkens Gottes.
Auch ich fürchte, was auf uns zukommt, aber ich lerne auch, Gott mehr zu vertrauen. In diesem Sinn wünsche ich uns allen:
– Gute Apokalypse!

Montag, 16. Februar 2009

Liberalismus und Realität

Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten haben sich gegen Protektionismus ausgesprochen; die WTO-Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels sollen zum Abschluß gebracht werden.
Seit Monaten ist der Kampf gegen die Wirtschaftskrise auf alle Politikerfahnen geschrieben; und in der Presse lese ich nun öfters, daß (so ist es in der Tat) der Staat wieder gefragt sei, daß jetzt der Neoliberalismus überwunden sei.
Und nun diese Nachricht. Schon vor Wochen waren es die Bundeskanzlerin, dann die EU, die, als der neue amerikanische Präsident Anstalten machte, wirklich gegen die Wirtschaftskrise vorzugehen, vor Protektionismus warnten; nun sind es die G7 – also ist auch der amerikanische Präsident umgeschwenkt.
Hat das etwas zu tun mit den Ereignissen der letzten Wochen, der Skandalisierung der begonnenen Versöhnung der Kirche mit der Priesterbruderschaft Pius X.?
Ja. Es zeigt das Verhältnis zweier Spielarten des Liberalismus – der Marktideologie und des Antiklerikalismus – zur Realität. Im einen Fall wird trotz der Wirtschaftskrise, die man angeblich bekämpfen will, deren Ursache, der freie Markt, der Freihandel weitergetrieben; im anderen wird trotz den offensichtlichen Tatsachen – daß niemand rehabilitiert worden ist, sondern nur partiell begnadigt; daß sich diese Begnadigung keineswegs auf eine Scho’aleugnung bezog; daß durch diese Maßnahme dem Papst es nicht nur gelungen ist, der Einheit der Kirche einen Schritt näher zu kommen, sondern auch, den inkriminierten Bischof in dessen eigener Bruderschaft auszugrenzen – vorgegeben, man müsse den Papst, da er einen Scho’aleugner rehabilitiert habe, zur Ordnung rufen.
Liberalismus und Wirklichkeit – das paßt eben nicht zusammen.

Dienstag, 10. Februar 2009

Lieber unverfroren als impertinent

Ein Kirchenvolksbegehren für die Anerkennung des II. Vaticanum läuft durchs Netz; Stanislaus zitiert einen recht unverfrorenen Kommentar zu diesem Thema.
Wenn ich nun die Impertinenz sehe, mit der sich im Kleingedruckten dieses Kirchenvolksbegehren auch gegen den Papst wendet, gefällt mir die Unverfrorenheit jenes Kommentars entschieden besser.

Montag, 9. Februar 2009

Alle haben unterschrieben

Sonntag habe ich in meine Pfarrkirche (sie ist ohne jedweden traditionalistischen Einschlag) Unterschriftenlisten mitgebracht. Beim Kirchenkaffee haben alle unterschrieben, alle anwesenden erwachsenen Katholiken.

Der «reicher gedeckte Tisch des Wortes»

wird vom Chronisten gemustert.

Kehrtwende?

Der Papst habe eine Kehrtwende gemacht, laß ich nun, bezogen auf die Verlautbarung des Staatssekretariats.
Wieder eine Lüge. Glaubt jemand, der Papst wäre vorher bereit gewesen, Bischof Williamson eine Funktion in der Kirche anzuvertrauen, solange der keine öffentliche Kehrtwende gemacht hat?
Auch die Piusbruderschaft hat ihn ja kaltgestellt – einen Bischof, der zur Diakonenweihe gebeten worden war, wieder auszuladen, und das öffentlich-demonstrativ, wie es das Seminar in Zaitzkofen nun getan hat, das ist nicht alltäglich in der Kirche.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Schützenhilfe aus der Ökumene

Diese Gedanken eines Anglikanischen Priesters zur Hatz auf Papst Benedikt sind angenehm klar.

Non vanum est

quod dixit Vanity fair.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Die wilde Jagd geht weiter

Heute ist zu erfahren: die Bundeskanzlerin fordert vom Papst, das zu tun, was er schon vor einer Woche getan hat.
Die Stellungnahme des Vatikans finden ist hier zu finden.

Dienstag, 3. Februar 2009

Was mich erschreckt

ist nicht, daß die Horden der Medien über den Papst herfallen – das haben sie schon lange immer wieder getan und das werden sie weiterhin immer wieder tun.
Was mich erschreckt, ist vielmehr, wie deutsche Bischöfe, bis hinauf zum Erzbischof, zum Kardinal, dabei mitmachen, die Falschinformationen der Presse übernehmen.
Wer wissen will, was wirklich geschehen ist, warum es geschehen ist, kann sich an vielen Stellen informieren, zum Beispiel beim Chronisten.

Samstag, 24. Januar 2009

Dienstag, 20. Januar 2009

Wie wird man seine Milliarden los?

Eine Nachricht in der tageszeitung und ein Kommentar – überlegen Sie doch einmal: was ist es, was beide gleichermaßen zu berichten haben?
Oder:
warum ist unsere Politik so machtlos?

Ethikunterricht – warum nicht?

Das sagt Ihnen der Chronist.

Folter

Nun hat es eine Frau aus dem Pentagon ganz offiziell zugegeben: in Guantanamo wurde gefoltert.
Folter ist ganz uneingeschränkt ein Übel für den Rechtsstaat. Dennoch soll das, was von dort berichtet worden ist, näher betrachtet werden.
Der Häftling, von dem sie redet, sei «durch einen Militärhund eingeschüchtert worden», er «sei an 48 von 54 Tagen jeweils 18 bis 20 Stunden verhört worden».
Das ist klassische Folter: Ängstigung und körperliche Mißhandlung.
«Er sei gezwungen worden, nackt vor einer weiblichen Ermittlerin zu stehen», «ihm sei ein BH angezogen und ein Tangaslip über den Kopf gezogen worden»; er sei «an der Hundeleine durch den Raum geführt worden».
Hier richtet sich die Folter nicht mehr gegen die körperliche Unversehrtheit, sondern gegen die Menschenwürde, gegen die sexuelle Integrität, gegen das nomen humanum – man beachte, daß für den Orientalen viel mehr noch als für den Westler der Hund die Würdelosigkeit verkörpert.
Das hätte man auch im Mittelalter wohl nicht mehr als statthaft betrachtet.
«Seine Mutter und seine Schwester hätten die Militärs als Huren beschimpft.» Hier wurde also auch die Ehre unbeteiligter Menschen angegriffen.
Es hat hier demnach ein Maß des Angriffs auf die Menschenwürde gegeben, das noch weit hinausgeht über das, was gemeinhin Folter genannt wird.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Abtreibung

Was uns demnächst in den USA erwarten wird: hier!

Dienstag, 13. Januar 2009

Einen interessanten Vorschlag, die Liturgiereform weiterzuführen

ganz im Geiste der Konzilsspiritisten, bietet uns, von einem englischen Vikar angeregt, «die wahrheit».

Sonntag, 11. Januar 2009

Euthanasie

Was in Deutschland aktuell gedacht wird: hier!

Samstag, 3. Januar 2009

Pacta sunt servanda – was heißt das?

Der Chronist scheint aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt und erörtert die moralische Frage, die hinter der Entscheidung des ecuadorianischen Präsidenten steht, Zinszahlungen für Staatsschulden nicht zurückzuzahlen.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Dienstag, 30. Dezember 2008

Auf der Drehleier spielen

kann man nicht nur den Kölner Dom, sondern auch die Pyramiden.

Sonntag, 28. Dezember 2008

Dienstag, 23. Dezember 2008

Die FDP gibt der Kirche Wegweisung

Nur Kirchensteuerzahler, entnahm ich der Presse, sollen an Weihnachtsgottesdiensten teilnehmen dürfen, regte ein (für FDP-Verhältnisse) prominenter FDP-Politiker an. Ein interessanter Vorschlag! Ich möchte ihn ergänzen: nur FDP-Mitgliedsbeitragszahler sollen FDP wählen dürfen.

Montag, 15. Dezember 2008

Einmal ein optimistischer Kommentar zur Krise

Daß das, womit ein Vierteljahrhundert lang marktliberale Politik begründet wurde, Tricksereien waren, daß die Sachzwänge, denen die Politik unterworfen sei, von den Politikern erst geschaffen wurden, daß nationalstaatliche Politik machtlos geworden war, weil die Politiker sie selbst entmachtet hatten, daß bemerkte der nachdenkliche Bürger schon sehr lange. Auch zu lesen war es immer wieder, leider aber nur da, wo es nicht jeder las. Und so bin ich dankbar für eine Zusammenfassung der ganzen Sache durch einen fachkundigen Wissenschaftler und Journalisten. Und daß er zum Schluß Friedhelm Hengsbach das Wort läßt, erfreut natürlich den Katholiken.
Die Hoffnung aber, daß verantwortliche Politiker öffentlich eingestehen könnten, daß ihre Politik grundlegend falsch war, ob aus eigener Einsicht oder aufgrund von politischem Druck, daß also Frau M. und Herr M. von der einen, Herr St. und Herr St. und Herr St. von der anderen großen Regierungspartei öffentlich bekennen könnten, daß sie das Land in eine Sackgasse hineinregiert haben, und daß sie fortan eine entgegengesetzte Politik verfolgen könnten, habe ich leider nicht. Und damit, daß – da demokratietheoretisch gesehen die Krise zeitlich so günstig liege, weil 2009 viel gewählt werde – deshalb 2009 alle, denen die Linke nicht sympathisch genug ist, ÖDP wählen werden, wage ich ebensowenig zu rechnen.
Aber gern ließe ich mich – sei es von den Parteipolitikern, sei es von den Wählern – eines besseren belehren.

Sammeln Sie mit!

Das Abendland (genauer: die Interessengemeinschaft Abendland) sammelt, sammeln Sie mit (es kostet nichts)!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Mosebach in Münster

Ein Bericht über das Streitgespräch zwischen dem Romancier Martin Mosebach ("Häresie der Formlosigkeit") und Prof. Dr. Thomas Sternberg, Leiter der Bildungsakademie "Franz-Hitze-Haus" des Bistums Münster, im münsterischen Priesterseminar.

Sonntag, 30. November 2008

Gemeindemesse

Zu Besuch in einem süddeutschen Städtchen. Ich werde gefragt, warum ich ins Kloster in der Umgebung zur Messe gehe und nicht in die Stiftskirche in der Stadt; die sei doch auch sehr schön. Die ist in der Tat sehr schön, aber – wie kann ich es sagen? die Cistercienserinnen singen gregorianisch; und es ist dort eben weniger eine Gemeindemesse.
Und bei meiner Antwort fällt mir auf, welch abschreckenden Klang das Wort «Gemeindemesse» bekommen hat.

Freitag, 28. November 2008

Mission auf weltlich

Mission war immer, seitdem sie sich auf Länder der «Dritten Welt» zu richten pflegt, beides: Glaubensverkündigung und caritative Hilfe. So könnte man fragen, ob Mission nicht auch auf weltlich möglich wäre: Caritas ohne Verkündigung, ohne Glauben.
Nun, eben das wird ja von all den En Dschie Ous versucht; und im altlinken Monde diplomatique war zu erfahren, daß das nur schlecht gelingt: die Einstellung der weltlichen Missionare zu den bedürftigen Menschen paßt einfach nicht.

Mittwoch, 26. November 2008

Sehnsüchte ...

... der neuen Generation

Herzhafte liturgische Schnitzer

«Herzhafte Priester, die herzhaft ihre Gottesdienste zelebrieren und sich dabei liturgische Schnitzer leisten, die er herzhaft monieren kann» wünschte sich einst der Chronist, und da scheint es doch noch zu geben: er ist wieder fündig geworden, doppelt sogar.

Donnerstag, 20. November 2008

Altbekannte Ungerechtigkeit – neu aufgelegt

entdeckt Phileirenos in der bundesdeutschen Politik. Wenn es auch befremdet, daß er als Opfer ausgerechnet ein Zulieferunternehmen für die Autoindustrie anführt – in der Sache hat er recht.

Mittwoch, 19. November 2008

«Pünktlich zur Wiedereröffnung des Mariendoms

wird die neue Homepage http://www.mariendomhamburg.de/ freigeschaltet», las ich gestern; und so war dann, seit gestern nachmittag der Erzbischof die Segnung der Bits und Bytes vorgenommen hatte, eine bemerkenswert gut gestaltete Seite im Netz zu sehen. Bisher erscheint sie nur auf Deutsch; aber in den nächsten Tagen – die feierliche Wiedereröffnung ist erst am kommenden Sonntag – sollen vier weitere Sprachen hinzukommen («Expositio huius textus in linqua latina adhuc non es parata. Habeatis patientiam per aliquot dies»).
Die Seite bietet einen virtuellen Rundgang und Rundblick, die einige Eindrücke vermitteln:
Es ging beim Umbau nicht zuletzt darum, dem Erzbischof eine würdige Kathedra zur Verfügung zu stellen, und das ist geglückt: um drei Stufen ist sie erhöht gegenüber Altar und Tabernakel.
Künftig werden die Domherren wohl von großem Eifer beflügelt sein, einst selbst Erzbischof zu werden, denn dessen Kathedra ist offensichtlich die einzige einigermaßen bequeme Sitzgelegenheit im Chor.
Der Altar läßt hoffen, daß er im Gottesdienst großzügig mit Altartüchern bedeckt werden wird. (Aber lassen wir das; Schönheit gehörte nicht zu den vorrangigen Zielen des Umbaus. Und finanziert wurde er ausschließlich durch Spenden.)
Das Tabernakel ist ganz angemessen in einer Seitenkappelle untergebracht. Leider gibt es zwischen Chorraum und Seitenkappelle keine Wand noch sonstigen Sichtschutz, so daß vom Chor aus gesehen die Domherren doch mit dem Rücken zum Tabernakel werden sitzen müssen.

Eine kleine Kritik an der Betextung des Rundgangs: Unter «Die Marienbilder» ist zu lesen: « Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil bekam die Marienkirche wie alle katholischen Kirchen einen freistehenden Altar im Chorraum.» Alle? In der Tat bekommt man leicht diesen Eindruck; aber ganz stimmt das glücklicherweise nicht.

Dienstag, 18. November 2008

Gehirn und Geist

Im XVII. Jahrhundert trat Thomas Hobbes hervor mit der Behauptung, alles sei Materie, somit gebe es keine Seele, darum auch keinen freien Willen, im XVIII. David Hume, im XIX. Ludwig Feuerbach – um nur die auffälligsten zu nennen. Mittlerweile war man zu dem Schluß gekommen, das Denken sei nichts anderes als das Phosphoreszieren der grauen Zellen des Gehirns. Um die Wende des XIX. Jahrhunderts hat man das Gehirn ganz in Areale einzuteilen gewußt, für jede psychische Funktion eines. Dieser große Wurf wurde dann aber wieder etwas zurückgezogen, weil er an der Realität scheiterte. In den 60er Jahre entdeckte es der Kreis um Theo Löbsack als große Neuheit, daß alles Seelische letztlich nur materiell sei, während Jacques Monod es wohl schon immer gewußt hat. Dann trat diese Diskussion ein wenig in den Hintergrund, weil nun die marxistische Widerspiegelungstheorie den Vordergrund einnahm. Und die wurde eher beschworen als daß über sie diskutiert worden wäre, weil sie sowieso niemand verstand. Um die Wende des XX. Jahrhunderts übernahm wieder die Gehirnforschung die Meinungsführerschaft, denn dank der neuen bildgebenden Verfahren erkannte man, daß bei psychischen Prozessen im Gehirn jeweils irgend etwas blinkt, woraus man nun – große Neuheit! – schließt, daß alles Materie sei, somit es keine Seele gebe, darum auch keinen freien Willen.
Einen Eindruck vom Stand der Diskussion hat der Chronist bei einer Tagung bekommen.

Montag, 17. November 2008

Die Stasi und Wikimedia

Was einem so alles verboten wird, kann hier nachgelesen werden. Möchte nicht wissen, wie viele Leute nun auf dieser Seite nachlesen werden.

Freitag, 14. November 2008

Liberale Politik

Der Chronist scheint wieder in der Gegenwart angekommen und bietet zwei aktuelle Beobachtungen:
• Freies Spiel der Kräfte ohne rechtliche Regulierung führt offenkundig unweigerlich zur größtmöglichen Gemeinheit. Lesen Sie selbst!
• Regierungspolitiker sind dabei, die Gewaltenteilung abzuschaffen. Lesen Sie selbst!

Mittwoch, 12. November 2008

«Mijn huis is een huis des gebeds; maar gij hebt dat tot een Oosterhuis gemaakt»

So sollen Kundige den Zustand der Kirchen in den Niederlanden charakterisieren.
Ein Artikel in der Münsteraner Kirchenzeitung stößt auf Bedenken des Chronisten.

Dienstag, 11. November 2008

Luthers Tauftag

Ziel des Projektes nicht ganz erfüllt.

Sonntag, 9. November 2008

Mittwoch, 5. November 2008

Dienstag, 4. November 2008

Beiläufig nur

erfährt man gelegentlich wunderliche Eigenheiten unseres Rechtsstaates. Zweierlei etwa las ich ganz am Rande in der tageszeitung eines einzigen Tages:
Gegen Maßnahmen des Bahnvorstandes, die den Eindruck erwecken können, Männern ebendieses Vorstandes mehr zu nützen als den Bahnfahrern, gebe es keine Weisungsmöglichkeit des Bundes, obwohl der Bund hundertprozentiger Eigentümer des Unternehmens ist. «Das Aktienrecht mache es auch einem Eigentümer schwer, Einfluss auf operative Entscheidungen zu nehmen», erfährt man vom Sprecher des Verkehrsministers.
Das Recht auf Eigentum ist ein Grundrecht, das hierzulande gerne überbewertet wird derart, daß der andere Satz des Grundgesetztes, daß Eigentum verpflichtet, zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll, hintangestellt wird. Nun aber erfahre ich, daß dem Aktienrecht nach das Recht des Eigentümers ebenso wie das Wohl der Allgemeinheit zurückzustehen hat gegenüber der Macht der Funktionäre.
Geldstrafen werden gerechterweise nach Tagessätzen bemessen. Jedoch lese ich nun, daß das Strafgesetzbuch den Tagessatz auf höchstens 5.000 € begrenzt. Der Tagessatz, den etwa der Vorstandsvorsitzende der Bahn zu zahlen hätte (über sein Einkommen hat gerade der andere Artikel aufgeklärt), betrüge also relativ nur wenig mehr als die Hälfte des Tagessatzes eines Sozialhilfeempfängers.

Samstag, 18. Oktober 2008

Pro multis = für alle!

Eben eigentlich ja gerade nicht mehr!

Ein Musterbrief an den zuständigen Bischof findet sich hier.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Brauchen wir Mafiamitarbeiter im Justizministerium?

Der Chronist scheint zurückzukehren; er ist schon im September angekommen. Lesen Sie seine Überlegungen über die Mitarbeiter bundesdeutscher Ministerien!

Sonntag, 28. September 2008

Da gibt´s das Blog für die außerordentliche Form

und das Blog für die ordentliche Form....

aber die Frage aller Fragen könnt Ihr in der Umfrage dieses Blogs beantworten!

Donnerstag, 25. September 2008

Unser Stadtteil soll öder werden II.

Wir hatten uns schon in Worten ereifert; Sie können aber auch Bilder sehen von dem bedrohten Gebiet - und auch sehen, was man dagegen zu tun sucht.

Montag, 22. September 2008

Eine große Wallfahrt

Wie man das in der Diaspora so macht: Hier!

Donnerstag, 11. September 2008

Nach den Tragödien folgt das Satyrspiel

Nachrichten eines Tages:
Der südossetische Präsident erklärt, Südossetien wolle nicht unabhängig werden, sondern sich mit Nordossetien vereinigen und so Teil der Russischen Föderation werden. Daraufhin erklärt der russische Außenminister, Südossetien werde unabhängig bleiben. Darauf nun erklärt der südossetische Präsident, er sei mißverstanden worden, natürlich wolle Südossetien unabhängig bleiben.
So etwas also nennt man Unabhängigkeit.

Donnerstag, 4. September 2008

Mensch Clemens

Eine katholische Blogger-Initiative antwortet dem protestantischen Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger auf dessen Papstgesang: hier.

Freitag, 29. August 2008

Nachrichten aus Eriwan

Unter diesem Titel ist in einem Blog ein Reisebericht aus Armenien zu finden, den ich empfehlen kann.

Montag, 25. August 2008

Latein im Fernsehen

und das in Deutschland: Hier!

Samstag, 23. August 2008

Es ist eigenlich so einfach!








oder vielleicht:

Fac rubrum - dic nigrum!

Dienstag, 5. August 2008

Zweierlei Maß

Aufstand in der SPD: Herr Clement soll ausgeschlossen werden, weil er vor der Landtagswahl in Hessen, öffentlich davon abgeraten hatte, die Spitzenkandidatin seiner Partei, Andrea Ypsilanti, zu wählen. So etwas nennt man gemeinhin parteischädigendes Verhalten, und dafür gilt wohl in allen Parteien der Ausschluß als angemessene Reaktion. Einen besonderen Haut goût bekommt die Sache dadurch, daß Herr Clement seine Ablehnung von Frau Ypsilanti mit ihrem energiepolitischen Kurs begründete – er sitzt im Aufsichtsrat von «RWE-Power».
Aber die Parteigrößen der SPD protestieren gegen seinen Parteiausschluß.
Zum Vergleich: schon im April wurde, weil er vor der Landtagswahl in Niedersachsen zur Wahl der Linken aufgerufen hatte, Detlev von Larcher, ehemaliger SPD-Bundesabgeordneter, ehemaliger SPD-Unterbezirksvorsitzender, umgehend aus der SPD ausgeschlossen.
Damals aber protestierte keine der Parteigrößen. Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen. Der mir erkennbare Unterschied ist der, daß Herr von Larcher, der sich nur bei Attac engagiert, nicht bei RWE, keinerlei Haut goût zu bieten hat, sondern sich letztlich, wenn auch reichlich über die Bande gespielt, für das Wohl seiner Partei einsetzen will.
Einen interessanten Vorschlag macht der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerd Andres, der den Parteiausschluß für eine Abrechnung mit der Agenda 2010 hält: „Aber wenn man das will in der SPD, dann müssen sie auch mich ausschließen, Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier, Ulla Schmidt – also das ganze Kabinett. “
Na, denn man tau!

Wieder gute Nachrichten

Auf Mailand bezieht sich «Summorum pontificum ja eigentlich gar nicht; Aber nichtsdestoweniger trägt es auch dort Früchte.

Freitag, 1. August 2008

«Wer soll diese Plörre saufen?»

fragte die tageszeitung auf der Titelseite. Dazu findet man einen Artikel – samt Leserbrief –, der erklärt, wieso immer mehr Bier einen faden Einheitsgeschmack bietet, sowie eine kleine Übersicht, welche Biersorten bereits zu den allergrößten Konzernen gehören. Und schließlich beim Chronisten eine Betrachtung über Bier auf dem freien Markt.

Die Grenzen unseres Rechtsstaats

Todesstrafe und Folter sind bei uns abgeschafft. Der Chronist aber äußert Zweifel, ob dem wirklich so ist.

Unser Stadtteil soll öder werden

– das ist der offizielle Zweck (wörtlich: «lichte Umgebung»), weshalb der Stadtbezirk Eimsbüttel an der bisher beliebten Isebek-Uferpromenade etliche Bäume fällen lassen und durch Beton und übersichtliche Ziersträucher ersetzen will. 240 000 € will der Bezirk dafür springen lassen.
Daß in Hamburg gespart werden muß, ist wohlbekannt; nun erfährt man wieder einmal, wofür gespart werden muß.

Sonntag, 27. Juli 2008

Donnerstag, 24. Juli 2008

Weltjugendtag und deutsche Presse

Ein netter Zwischenruf mit Diskussion bei Elsa.

Montag, 21. Juli 2008

Immer wieder gute Nachrichten

aus Rom und nun aus Sidney.
Gregorianik mit Ison! selbst in Dinslaken waren wir noch nicht immer ganz so weit.Da bin ich gespannt auf den nächsten Tag der Abendländischen Musik.
Und Mundkommunion im Knien, wenn der Papst die Kommunion spendet. Daß der Empfang im Knien dringend wünschenswert ist, bedarf keiner Diskussion.
Und Mundkommunion? Ich praktiziere dort, wo es allgemein üblich ist, die Handkommunion. Ich finde sie an sich durchaus angemessen, aber es ist doch eine gewisse Last, dann zuerst die Hand nach Bröckchen absuchen zu müssen. Aber daß ich des öfteren auch welche finde, zeigt, wie notwendig das ist.
Jedoch - eigentlich sollte man ja während der Kommunion nicht beobachten, aber gelegentlich tue ich es dennoch - macht sich der Großteil der Kommunikanten nicht diese notwendige Mühe; und außerdem sehe ich, daß die meisten nicht die Hand, in der sie den Leib des Herrn empfangen haben, zum Munde führen, wie es in der Urkirche geschah und ähnlich auch konzelebrierende Priester der Ostkirche bis heute tun, sondern daß sie aus dem Empfang eine Selbstspendung machen, indem sie mit der einen Hand den Leib des Herrn aus der anderen nehmen. Ein in der Beschreibung geringfügig klingender Unterschied; wenn man es aber sieht oder praktiziert, zeigt sich, daß dieser Unterschied die Bedeutung der Sakramentsspendung berührt.
Und ich fürchte, daß der Weg zurück zur angemessenen Form der Handkommunion schwieriger wäre als die Rückkehr zur Mundkommunion. Also hat der Papst wohl auch da recht.

Samstag, 28. Juni 2008

Zeitgeist

Als „religiös unmusikalisch“ bezeichnet sich Prof. Norbert Bolz im Untertitel seines Buches «Das Wissen der Religion» und macht sich doch Sorgen, angepaßtes Christentum sei Wegbereiter des Antichristen. Das klingt ansprechend, auch wenn nach zwei Jahrtausenden Kirchengeschichte der weniger unmusikalische Mensch zurückhaltender ist mit eschatologischen Einordnungen. Und so lese ich mit Interesse die Vorbesprechung.
Ein Leben ohne Gott führe in eine gnadenlose Knechtschaft des Zeitgeistes und damit unter das Diktat dessen, was als politisch korrekt gelte – ja, richtig! Der Antichrist werde den guten, politisch korrekten Menschen zum Vorbild erklären – einleuchtend!
Aber dann: das Reden von „sozialer Gerechtigkeit“ sei nichts anderes als die Maske des Neids. Nun ist doch bekannt, daß in unserer Gesellschaft das Einkommen der Wohlhabenden immer mehr steigt, das der Arbeiter und gar das der Arbeitslosen und Rentner sinkt – ein Siegeszug der Habgier der wirtschaftlich Mächtigen auf Kosten der Schwachen. Es ist keineswegs der Neid, sondern der christliche Glaube selbst, der dagegen die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit setzt.
Und wenn nun der Autor diese Forderung nach sozialer Gerechtigkeit zur Ersatzreligion erklärt, die den traditionell „gnädigen Gott“ ersetze, so impliziert das, daß, weil Gott gnädig ist, der Mensch das nicht sein dürfe. Mit diesem Gedanken zeigt der Autor, daß er in der Tat „religiös unmusikalisch“ ist.
Und wenn es dann heißt, in der Sozialreligion übernehme der Staat eine göttliche Rolle, und weiter: die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeige, daß Deutschland immer tiefer in einen „Staatsgötzendienst“ hineingeraten sei, so wundert man sich, daß der Autor nicht bemerkt, daß er in einem Land des Sozialabbaus und der Privatisierungen lebt, daß wir immer mehr einem Marktgötzendienst anheimfallen.
Der Hauptstrom der vorgefertigten öffentlichen Meinung ist heute die Marktgläubigkeit; mit seinen Warnungen vor staatlichem Handeln zeigt der Autor, daß er viel mehr einer modischen Ersatzreligion verfallen ist als die, gegen die er aneifert.

Montag, 16. Juni 2008

EU und Mugabe – der Unterschied

Am Samstag, dem 14. Juni, zwei auffallend ähnliche Meldungen:
1. Die EU-Gewaltigen wollen das Nein des irischen Volkes zum Grundlagenvertrag nicht akzeptieren; als erstes wollen sie den irischen Premierminister zur Rechenschaft ziehen, weil er seine Aufsichtspflicht über sein Volk nicht ausreichend wahrgenommen hat.
2. Zimbabwes Präsident Mugabe will einen Sieg des Oppositionskandidaten bei der Stichwahl zur Präsidentschaft nicht dulden.

EU-Gewaltige und Mugabe – ist das das gleiche?
In ihrer Haltung zur Demokratie durchaus – man erinnere sich, das den im wesentlichen gleichen Vertrag unter dem Namen «Verfassung» schon zuvor das französische und das niederländische Volk verworfen hatten –,
nicht aber in ihrer Haltung zu den Menschenrechten. Während Mugabe harte Menschenrechtsverletzungen offenbar bewußt gezielt für sein Ziel einsetzt, gibt es in der EU demgegenüber nur weiche Menschenrechtsverletzungen.
Weiche Menschenrechtsverletzungen: damit ist gemeint, daß Verletzungen der Menschenrechte zwar in Kauf genommen werden, aber man hofft, daß sie möglichst nicht geschehen. Was etwa den Vertrag betrifft: freilich nimmt man durch ein Mehr an Markt weiteren Abbau des Sozialstaates in Kauf, freilich nimmt man durch den vorgesehenen Ausbau der Atomenergie Unfälle in Kauf, aber das ist es nicht, was man beabsichtigt. Lieber wäre es der Kommission und den Regierungen, wenn keine der neuen Atomkraftwerke in die Luft flögen und möglichst wenig Menschen in Europa, vor allem möglichst wenig Kinder (denn gerade das macht einen schlechten Eindruck) hungerten – so wie es ihnen lieber wäre, wenn bei den von ihnen nun doch noch mitzutragenden Streubombeneinsätzen möglichst keine Zivilisten verstümmelt würden, wenn möglichst wenig Menschen, die durch die Bahnreform von der Schiene auf die Straße gedrängt werden, dort Unfällen zum Opfer fallen.
Insofern gilt: EU-Gewaltige und Mugabe – das ist nicht das gleiche!

Informieren Sie sich: EU-Verfassungsentwurf - Diktatur der Konzerne?
Hintergrundpapier zur Verfassungsbeschwerde zum Vertrag von Lissabon
Eine Gefahr für die Bürgerrechte!
Engagieren Sie sich: Eine EU-Verfassung?!
Lesen Sie auch: Meneteqel!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Von der Notwendigkeit der Soutane...

....weiß der Dilettant.

Eßbarer Unernst

Unter diesem wunderlichen Titel finden sich in der tageszeitung (!) sehr abendländische Gedanken von Till Ehrlich über das moderne Essen.
Einige Kostproben:
«Der ganze Kram ist selbstverständlich "to go" verfügbar. Ob Suppe, Saft oder Latte macchiato, ob in der S-Bahn, der Tram oder im Auto, überall nuckeln und saugen erwachsene Menschen wie Kleinkinder an Pappbechern herum. ...
Es erinnert daran, dass Essen mal etwas mit fester Textur zu tun hatte. Doch es ist nur nostalgisches Zitat, mehr nicht. Schmeckt alles gleich und verwandelt sich beim Kauen sofort in süße Pampe. ...
Man könnte auch von einer Verachtung leiblicher Genüsse sprechen, die natürlich im Protestantischen - vorherrschend im XXXX-Futter-Heimatland - schon immer zu Hause war. Zudem waltet der genussfeindliche Ungeist der kantischen Moralethik, wonach der Geschmack bei den niederen Sinnen bleibt ...»

Dienstag, 10. Juni 2008

Vielleicht ein Bild von der ältesten Kirche (besser vielleicht: einer der vielen ältesten Kirchen) der Welt in Rihab/Jordanien.
In der Jordantimes von heute.

Montag, 2. Juni 2008

Von Gott ins Land geschickt ...

Wie ein mitteldeutscher Bischof über den Islam in Deutschland denkt: hier!

Freitag, 30. Mai 2008

Steuerehrlichkeit

Ein recht bekanntes Antiquariat; drei Taschenbücher zu je 3,50 suche ich mir aus: zwei Fachbücher und ein anderes interessantes. Bitte eine Quittung über diese zwei Bücher! «Aber ich kann dann doch den Gesamtbetrag, 10,50, daraufschreiben?» Nein, nur 7,--!
Wenn ich vom Staat mehr Steuerehrlichkeit fordere, damals darum die Abschaffung der Absetzbarkeit der doppelten Haushaltsführung abgelehnt habe, heute die der Pendlerpauschale, so muß ich das gleiche von meinen Mitmenschen und besonders von den Geschäftsleuten fordern.

Samstag, 24. Mai 2008

Gewissen ist «vergabefremd»

Der Chronist hat wieder einmal in der tageszeitung gelesen und sah sich daraufhin zu diesem sonderbaren Titel veranlaßt. Lesen Sie selbst!

Donnerstag, 22. Mai 2008

Privatisieren

Anhand eines Artikels in der tageszeitung entdeckt der Chronist hinter dem Banner der Freien Marktwirtschaft den diskreten Charme des Funktionärssozialismus wieder. Lesen sie selbst!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Der Koptische Bischof für Deutschland erklärt den Altar

und die Taufe

gehaltvoll - schlicht - sehenswert!

Freitag, 16. Mai 2008

Geburtenrate und Kinderbetreuung

«Cloppenburg hat mit 1,9 Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate Deutschlands» - «In Cloppenburg wurden 2007 ganze 2,2 Prozent der Kleinkinder in einer Einrichtung betreut, das sind 115 Kinder von gut 5.200» - « Ganze 59 Kinder besuchten 2006 eine Krippe» - so lese ich in der tageszeitung (9. Mai).

Donnerstag, 15. Mai 2008

Religionsfreiheit

Soll man die Religionsfreiheit für Muslime auf kaltem Wege abschaffen? Der Chronist plaidiert dagegen.

Samstag, 10. Mai 2008

Mit diesem Bild des Yorker Münsters der Hinweis auf ein Bild-Blog, das in keiner Randleiste fehlen sollte:
The Roving Medievalist

Mittwoch, 7. Mai 2008

Er hat sich nicht geändert

Öfters war in den letzten Jahren zu hören, der Internationale Währungsfonds habe sich geändert, sei nicht mehr so unsozial wie früher. Und nun lese ich in der tageszeitung:
«Unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds und sich verschlechternder Wirtschaftsdaten hatte die Regierung von Ministerpräsident ... ... erst vor wenigen Wochen gegen den massiven Widerstand der Gewerkschaften eine so genannte Sozialreform durchgesetzt, die Arbeitnehmer in wesentlichen Punkten schlechter stellt. Das Rentenalter wurde deutlich heraufgesetzt und der Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung stark verringert.»
Er hat sich also nicht geändert; würde er in der Bundesrepublik tätig, müßte man den Internationalen Währungsfonds auch heute noch als verfassungsfeindlich (weil gegen das Sozialstaatsgebot gerichtet) bezeichnen.

Bildungsmisere

Über Bildungsmisere, Politiker und die (nicht vorhandene) steuerliche Abzugsfähigkeit von Schulgeld meditiert das Diesellog.

Dienstag, 6. Mai 2008

Muttertag

«Nun stellte der Floristenverband klar: Muttertag ist am 11. Mai, der dieses Jahr gleichzeitig Pfingstsonntag ist. Fast alle Länder gestatteten Sonderöffnungszeiten am Feiertag. Damit stehe dem Geschenkekauf nichts mehr im Wege. (epd)» lese ich in der tageszeitung.
Somit ist es klar: Mutter wird am Muttertag im Laden stehen und Blumen oder was sonst auch immer verkaufen.