Samstag, 17. März 2018

Nützlichkeit und Ästhetik

Kleine Felder sind sehr viel günstiger für die Artenvielfalt und für das Leben von Insekten als große, haben neue Forschungsergebnisse gezeigt; die Größe der Felder dafür ist bedeutsamer als die Vielfalt der Feldfrüchte und als die Bewirtschaftungsform.
Neue Forschungsergebnisse – hätte man das auch vorher schon wissen können?
«Videbam in ipsis corporibus aliud esse quasi totum et ideo pulchrum, aliud autem quod ideo deceret, quoniam apte adcommodaretur alicui», schieb Augustinus (Conf. IV, 13, 20).
Wenn etwas geeignet ist zu dem, wozu es gehört, ist es demnach auch schön; wenn Felder also geeignet sind für die Artenvielfalt und für das Leben von Insekten, dann sind sie schön.
Nun vergleiche man die „grüne Idylle“ mit der Agrarlandschaft in North York Moors!

Freitag, 16. März 2018

Gibt es ein Asylrecht für religiös Verfolgte?

«Politisch Verfolgte genießen Asylrecht» – doch über religiös Verfolgte sagt das Grundgesetz nichts. Gilt nun das Asylrecht auch für sie?
Durch seine gegenwärtige Praxis zeigt das Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, daß es das anders sieht.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Mittwoch, 14. März 2018

Das Rechtschreibprogramm von Libre Office

Einstmals hieß es, Rechtschreibprogramme hätten vor allem Unterhaltungswert. Das hat sich seither sehr geändert, doch das von Libre Office bleibt dem alten Ruf treu:
„Tabernakel“ kennt es nicht – es schlägt „Belabern“ vor.
„Ziborium“ kennt es nicht – es schlägt „Brimborium“ vor.

Kleine Schnitzer, die Wellen schlagen

Laetare – doch liturgische Unachtsamkeiten beim Sonntagshochamt schmälerten die Freude des Chronisten von Orietur Occidens.

Freihandel und Lohnquote

Binnen weniger Tage gab es verschiedene Nachrichten, vom Freihandel bis hin zur Lohnquote, deren Höhe Anlaß gibt, von „Lohnraub“ zu sprechen, Nachrichten, die alle verbunden sind durch die gleiche Stoßrichtung.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Dienstag, 6. März 2018

Die 21 koptischen Märtyrer

21 koptische Christen sind am 15. Februar 2015 vom „IS“ ermordet worden; bis zuletzt haben sie ihren Glauben bekannt. Nun ist – veranlaßt vom Erscheinen eines Buches von Martin Mosebach über seine Reise auf den Spuren dieser Märtyrer – vom Institut St. Philipp Neri zu erfahren, daß diese katholische Gemeinschaft bereits seit 2016 eine Kopie einer Ikone dieser koptisch-orthodoxen Märtyrer besitzt.

Montag, 5. März 2018

Die Lehren der Ernährungswissenschaft

Nein, ich faste, weil Fastenzeit ist, nicht, weil ich „entschlacken“ möchte. Aber wenn mich auch das Thema der „Entschlackung“ nie interessiert hat, so interessiert mich doch um so mehr die Selbstgewißheit der medizinischen Forschung. Jahrelang war zu lesen, daß es so etwas wie „Entschlackung“ aus wissenschaftlicher Sicht gar nicht gebe; nun lese ich in einem Interview (noch von der letzten Fastenzeit), daß 2016 Ôsumi Yoshinori den Nobelpreis bekommen hat für den Nachweis, daß es sie unter dem Etikett Autophagie nicht nur gibt, sondern sie auch nützlich ist.
Und im selben Interview ist zu erfahren, daß die ebenfalls viele Jahre lang von der Ernährungswissenschaft vertretene – und von mir nie geglaubte – Behauptung, fünf kleine Mahlzeiten, über den ganzen Tag verteilt, seien das Gesündeste, ebenfalls überholt ist.
Ich werde mich bei meiner Ernährung weiterhin nach meinem Körpergefühl richten.

Rassismus?

Die Essener Tafel will nur noch Menschen mit deutschem Personalausweis neu zulassen. Das heißt, Ausländern, die noch nicht zugelassen sind, wird dieser kostenlose Zugang zu Lebensmitteln versperrt.
Das hat den Verantwortlichen den Vorwurf des Rassismus eingetragen.
Aber das Problem liegt tiefer. Der Chronist von Orietur Occidens schreibt darüber.

Ein ganz besonderes „Hungertuch“

Anstelle des Kreuzes steht über dem Tabernakel der Propsteikirche eine gewaltige weißgraue Statue des Auferstandenen, mit erhobenen Armen (ein Kreuz gibt es doch, an der rechten Wand des Chorraums). In der Fastenzeit ist es verhüllt mit einem ebenso gewaltigen violetten Velum.
Am strahlend schönen (wenn auch fastenzeitlich kalten) Vormittag scheint die Sonne herein. Welch ein Anblick! Sie läßt die Statue durchscheinen durch das Tuch, wie ein heller Schatten weißgrau auf dem violetten Hintergrund, nur Kopf und rechter Arm sind nicht zu sehen, sie erreicht das Licht nicht.
Welch eine Vorahnung von Ostern!

Samstag, 17. Februar 2018

Schönheit für die Armen

Josyp Kardinal Slipyj, Patriarch der ukraïnischen griechisch-katholischen Kirche, bei einem Vortrag bei der Bischofssynode 1971:
«Wenn ihr von den Armen reden wollt: hier drinnen kann ich als einziger von ihnen reden, denn ich bin 25 Jahre im Elend in einer kommunistischen Galeere gewesen.
Aber wollt ihr den Armen, die schon wenig Brot haben, auch noch das nehmen, was die Kunst bietet, die Musik, die Schönheit? Auch das noch? Wißt ihr nicht, daß sie danach ein größeres Bedürfnis haben als jene, denen es wohl ergeht?»
Contro i pauperisti ed i falsi amanti dei poveri un aforisma del Cardinale Josyp Slipyj

Freitag, 16. Februar 2018

Bedeutung des christlichen Gottesdienstes


Unser Herr, das Wort Gottes, hat zuerst die Knechte zu Gott hin gezogen. Danach hat er alle befreit, die sich ihm unterwarfen, wie er selbst zu seinen Jüngern sagt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe." 

Die Freundschaft Gottes ist es, die uns Unsterblichkeit schenkt, wenn wir uns um sie bemühen. Am Anfang hat Gott den Adam erschaffen, nicht etwa, weil er den Menschen brauchte. Er tat es, um jemand zu haben, den er mit seinen Wohltaten überhäufen konnte. Denn das Wort verherrlichte den Vater schon vor Adam, ja vor der Erschaffung der ganzen Welt. Es war im Vater und wurde von seinem Vater verherrlicht, wie er selbst sagt: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war." 

Jesus verlangte auch unsere Nachfolge nicht deshalb, weil er unseren Dienst etwa brauchte, sondern um uns das Heil zu schenken. Denn dem Herrn folgen heißt am Heil teilhaben, und dem Licht folgen heißt Licht empfangen. Die im Licht sind, machen nicht das Licht leuchten, sondern werden selbst vom Licht erleuchtet und erhellt. Sie geben dem Licht nichts, sondern sind nur Empfänger, wenn das Licht ihnen die Wohltat der Erleuchtung spendet. 

So bietet auch der Gottesdienst Gott nichts; Gott braucht den Dienst der Menschen nicht, sondern schenkt allen, die ihm folgen und dienen, das Leben, die Unvergänglichkeit und die ewige Herrlichkeit. Allen, die ihm dienen, erweist er Wohltaten dafür, daß sie ihm dienen, und denen, die ihm folgen, tut er wohl dafür, daß sie ihm nachfolgen. Er selbst empfängt jedoch keine Wohltaten von ihnen. Er ist reich und vollkommen, er kennt keinen Mangel. 

Gott verlangt von den Menschen Dienst, weil er gütig und barmherzig ist und denen gut sein will, die in seinem Dienst ausharren. Gott bedarf nichts, doch der Mensch bedarf der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist der Ruhm des Menschen, im Dienst Gottes zu bleiben und auszuharren. Deshalb sagte der Herr zu seinen Jüngern: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt." Damit wies er darauf hin, daß nicht sie ihn verherrlichen, wenn sie ihm folgen, sondern daß der Sohn Gottes sie verherrlicht, wenn sie ihm folgen. Und wiederum: "Ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen."


Irenäus von Lyon (um 202)

Montag, 12. Februar 2018

Kleine Schritte – und sie tun gut

Da er nichts ungewöhnliches, auffälliges findet, hat der Chronist von Orietur Occidens sich daran gemacht, Kleinigkeiten zu beschreiben. Und siehe: sie sind mehr als nur Kleinigkeiten.

Samstag, 10. Februar 2018

Marktliberaler Kampf gegen das Gemeinwohl

Wie Freihandelsabkommen das Gemeinwohl zu beschädigen drohen, wie hohl die mit diesen Abkommen verknüpften Versprechen sind, haben wir schon wiederholt (1.2.3.) erörtert. Nun, da TTIP dank einem US-Präsidenten, dem zu danken es sonst nicht allzu oft einen Grund gibt, vorläufig vom Tisch ist, wird der Kampf um das Vorrecht des Freihandels gegenüber der regulierenden Macht des Staates an anderen Stellen engagiert weitergeführt: nicht nur CETA droht endgültig in Kraft zu treten, sondern mit dem südamerikanischen Mercosur und mit vielen anderen Ländern drohen ähnliche Verträge.

Samstag, 3. Februar 2018

Rechte und Pflichten des Eigentümers – Rechte und Pflichten des Mieters

Das Grundgesetz stellt die Pflichten des Eigentümers und die Rechte des Mieters heraus. Die Rechtswirklichkeit zeigt sich sehr anders.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Wie lange dauert die Weihnachtszeit? (III.)

Einen versöhnlichen Abschluß der Frage erlebte der Chronist von Orietur Occidens zu Mariä Lichtmeß in der Propstei.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Moderne Theologie und Logik

[Da ich es nun gerade geschafft habe, dieses Zitat zu ergugeln, nutze ich sogleich die Chance, darüber zu posten.]

« Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht. »
(Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie. Beiträge zur Evangelischen Theologie, Bd. 7, 1941, S. 18)

Die Logik dahinter: Wenn der Mensch soviel mit Technik vermag, kann demnach Gott nicht allmächtig sein.
Was daran wäre stringent oder theologisch?

Samstag, 27. Januar 2018

Die mangelnde Achtsamkeit für die liturgischen Formen

«L’insouciance pour les formes liturgiques, qui est l’indice le plus sensible de l’affaiblissement de la foi dans une chrétienté, et qui règne si universellement autour de nous ... – die mangelnde Achtsamkeit für die liturgischen Formen, die das sensibelste Merkmal ist für die Schwächung des Glaubens einer Christenheit und die so allgemein um uns herum herrscht ...» (Dom Prosper Guéranger in L’Année Liturgique, zitiert vom Maître-Chat Lully)

Septuagesima

Heute abend beginnt dem extraordinärem Usus zufolge sowie nach lutherischer Agende die Vorfastenzeit. Ebenso ist es in der orthodoxen Kirche; sie begeht heute den Sonntag des Zöllners und des Pharisäers.
Allerdings kennt der byzantinische Ritus vier Sonntage der Vorfastenzeit. Da aber dieses Jahr nach julianischer Osterberechnung Ostern erst eine Woche später ist als nach gregorianischer, fällt der Beginn der Vorfastenzeit zusammen.
Jedoch ist die eigentliche Übereinstimmung viel älter: nur die letzten drei der vier Sonntage der byzantinischen Vorfastenzeit (die also unseren Sonntagen von Septuagesima bis Quinquagesima entsprechen) kennen im Orthros zum Abschluß des Polyeleos den 136. [137.] Psalm: An den Flüssen Babylons – das zeigt, daß diese letzteren drei Sonntage eine ältere Tradition der Vorfastenzeit verkörpern.

Nach alter Tradition mag Septuagesima auch der Beginn des Kirchenjahrs gewesen sein: in den ältesten Ordines Romani beginnt mit diesem Tag die Leseordnung; und wenn die Quatember der Pfingstwoche, des Septembers und des Advent in den älteren Schriften mit dem Fasten des vierten, des fünften, des siebten und des zehnten Monats nach Zach. 8, 19 begründet werden, so setzt das einen Jahresbeginn mit dem März voraus, wie er aber nach Cäsar selten war, oder eben mit Septuagesima.

Mehr über Septuagesima zu lesen ist in Il rito di sepoltura dell'Alleluja all'inizio del periodo di settuagesima (ein Irrtum des Autors im Détail: im überlieferten römischen Ritus hört der Gesang des Alleluja bereits mit der Vesper von Septuagesima auf, nicht erst am Aschermittwoch – siehe auch: Les adieux à l’Alléluia).

Die „Islamisierung Europas“ ist abgesagt

– das ist zu erfahren aus einem Gespräch mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume im Deutschlandfunk (im Gespräch mit Andreas Main).
Mancherlei ist in diesem Gespräch darüber hinaus noch interessant:
So die Bedeutung der Religion für die Demographie: «Wir haben immer wieder den Befund, wenn sich die Religion auflöst, lösen sich auch Gemeinschaften auf und schrumpfen die Familien.»
So die Bemerkungen zu Thilo Sarrazin, der sich in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ auf die religionsdemographischen Überlegungen Michael Blumes bezogen hat. Dieser nun – also Sarrazins Quelle – merkt an, wie Sarrazin «mit Daten spielt und sie auch manipuliert, damit sie passen.»
So der Zwang, der von der sich verändernden Gesellschaft ausgeübt wird: «Also beispielsweise können sie mit einer Alleinverdiener-Ehe, wo nur der Mann verdient und die Frau zuhause bleibt, in einer Großstadt nicht einmal mehr die Miete bezahlen. Das bedeutet, Familienstrukturen müssen sich auch immer wieder ändern.Wenn sie das nicht tun, entsteht die sogenannte Traditionalismusfalle.» Was er nicht sagt – das ist ja nicht das eigentliche Thema des Gesprächs –, das ist, das diese Falle aufgestellt worden ist vom freien Markt, der heute das unterbindet, was vor einigen Jahrzehnten noch normal war.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Politik gegen Einsamkeit

Einsamkeit macht krank – und wird hierzulande endemisch.
Ein komplexes Problem – doch steht der Politik eine einfache wirksame Maßnahme zur Verfügung.
Der Chronist von Orietur Occidens nennt sie.

Wie lange dauert die Weihnachtszeit? (II.)

Dieses Thema bedurfte doch einer grundsätzlichen Überlegung; der Chronist von Orietur Occidens hat es in Angriff genommen, ihnen eine längere Anmerkung zu widmen:
Rechtspositivismus und Kirche.

Sonntag, 14. Januar 2018

Wie lange dauert die Weihnachtszeit?

Es ist nicht gerade eine vertrauenserweckende Quelle, aus der der Chronist von Orietur Occidens die Antwort findet; nur: es ist die richtige Antwort.

Freitag, 12. Januar 2018

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze gegen die Krise der Kirche

Es gibt hierzulande zwei Ansätze, gegen die Krise der Kirche anzugehen; der eine: Mehr Christus, die Welt ihm untergeordnet – der andere: Weniger Christus, mehr Welt.
Nun wurde, verbunden mit der ökumenischen Konferenz MEHR ein „Mission Manifest“ mit zehn „Thesen für das Comeback der Kirche“ veröffentlicht. Trotz etwas holpriger Sprache und teilweise unklarer Formulierungen ist es offensichtlich, daß der Ansatz diese Manifests der erstere ist: Mehr Christus.
Und da zu den Erstunterzeichnern einige Bischöfe gehören, darunter ein Kardinal, sah sich auch katholisch.de veranlaßt, darüber zu schreiben. Der Artikel ist bemerkenswert: bei oberflächlicher Anerkennung schimmert immer wieder Abstand durch, beginnend schon mit dem Titel: «Nur mal schnell die Kirche retten». Im weiteren Text wird der Grund für diesen Abstand deutlich, dort liest man: «Trotzdem gibt es in der Kirche doch auch andere große Aufbrüche und Versuche zur Veränderung: Was ist etwa mit der Diskussion um Wiederverheiratete oder den Umgang mit Homosexuellen? ... Kann nicht auch das ein authentisches Zeugnis sein, dass die Menschen vom Glauben überzeugt?» – offenkundig bevorzugt die Autorin von katholisch.de den zweiten Ansatz: Weniger Christus, mehr Welt.

Bemerkenswert auch eine Meinung, die einige Zeilen zuvor auftaucht: es gebe «Christen, ... die persönlich den Glauben bei den Pfadfindern genauso oder besser erfassen als bei der Ewigen Anbetung oder ...». Klickt man bei der Ewigen Anbetung weiter, so findet man mit einem zweiten Klick eine prächtige Satire auf verquaste, pastoral gemeinte Sprache – nur leider ist zu fürchten, daß der professorale Autor nicht bemerkt hat, daß er eine Satire schreibt.

Montag, 8. Januar 2018

Was sind Schwestern und Brüder?

Epiphanie: Die Ostertermine sind veröffentlicht; nun zur Festmesse vorm Dreikönigsschrein.
Was sind Schwestern und Brüder? Der Erzbischof läßt es wissen: nach dem Einzug begrüßt er zuerst „die Schwestern und Brüder aus den Gemeinden und Gemeinschaften des Erzbistums“, dann auch noch „die Gläubigen“ aus den anderen Diözesen.
Glanz und Elend der Festfeier im Kölner Dom, liturgische Qualität und Printophoren, hat der Chronist von Orietur Occidens beobachtet.

Freitag, 29. Dezember 2017

Weihnachten, das Fest für Predigtfreunde

Die Messe zur Mitternacht und die Messe am Weihnachtstag: zwei Messen (die dritte, die Hirtenmesse, ist ja nahezu ausgestorben), die sich durch ihre unterschiedlichen Texte und besonders die Evangelien markant unterscheiden und zugleich ergänzen.
Und, welche Freude für Predigtfreunde, die Predigt können sie zweimal hören, sie ist die gleiche in beiden Messen.

Samstag, 16. Dezember 2017

Wann ist Weihnachten?

Daß Weihnachtsmärkte und Kaufhäusern darüber besondere Vorstellungen haben, wundert niemanden mehr. Aber die Kirche?
Der Chronist von Orietur Occidens sieht sich genötigt, zu berichten,
und er kann etwas nachtragen.

Samstag, 9. Dezember 2017

Festmesse am staatlichen Werktag

Abendmessen an solchen Festtagen mag der Chronist von Orietur Occidens sehr.
An diesem Festtag der Unbefleckten Empfängnis fällt ihm noch etwas besonderes auf.

Recht des Unternehmers — Recht des Angestellten

Recht gleichförmig wiederholt sich, was wir vor Jahren zu monieren hatte: Ein Unternehmer gefährdet mit rechtswidrigen Maßnahmen die Gesundheit von Kunden, ein Mitarbeiter deckt es auf – und hat das Nachsehen.
Wieder referiert der Chronist von Orietur Occidens.

Politisch korrekte Sprache

kommentiert in drei Bildern.

Was tun gegen Keime im Weihwasser?

Untersuchungen haben ergeben – und nicht zum erstenmal –, daß Weihwasser in Kirchen keimbelastet sind.
Was hilft dagegen? Eine einfache Antwort (die auch betreffenden die Studien kennen) weiß der Chronist von Orietur Occidens.

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Drei schöne Früchte der ersten Adventswoche

In dieser Woche haben mich drei Worte "getroffen": 

1. Der Kommunionvers am Dienstag der ersten Adventswoche:

"Corónam iustítiæ reddet iustus iudex iis qui díligunt advéntum eius." (nach 2 Tim 4, 8)
("Die Krone der Gerechtigkeit wird der gerechte Richter denen geben, die seine Ankunft lieben.")


2. In der Lesehore (Vigil) des Hochfestes der Unbefleckten Empfängnis heißt es in der Zweiten Lesung (von Anselm von Canterbury, Aus einer Rede):

"Gott hat Maria seinen einzigen wesensgleichen Sohn gegeben, den er aus seinem Herzen zeugt, den er liebt wie sich selbst. Aus Maria schuf er sich den Sohn, nicht einen andern, sondern ebendiesen. So ist der eine und gleiche Jesus wesenhaft der gemeinsame Sohn Gottes und Marias.
Alle Geschöpfe sind von Gott gemacht, und Gott ist aus Maria geboren. Gott hat alles geschaffen, und Maria hat Gott geboren. Gott hat alles gemacht, und sich selbst hat er aus Maria gebildet. So hat er alles, was er schuf, neu geschaffen. 
Der die Macht hat, alles aus  dem Nichts zu schaffen, wollte die verwundete Schöpfung nicht ohne Maria wiederherstellen."


3. In der Nachbetrachtung einer Adventsfeier ein herrlich niederrheinischer Satz über den Verzehr von Walnuß-Buttercreme-Torte:

"Kannze mit hinter de Hecke liegen gehn."

Mittwoch, 29. November 2017

Zur Wurzel der Allergie dem Heiligen gegenüber

« Der Glaube beginnt mit dem Hören, aber auch mit der Art, in der die Offenbarung vorgelegt wird.
Traditionell wird die Bibel in der Kirche gelesen. Nich zufällig ist der Locus princeps, der erstrangige Ort solcher Lesung die Liturgie. Dies, weil die Heilige Schrift der Tradition entspringt und es die Tradition ist, die die Mittel bietet, sie lesen und verstehen zu können. Die Tradition ist für die Schrift das, was die Fassung für den Diamanten ist.
Die Heilige Schrift losgelöst von der Traditiom und von der Kirche wird zu einem Buch wie jegliches andere, somit freien Interpretationen unterworfen.
Die Revolution Martin Luthers ist gerade die gewesen, die Bibel abzulösen von der Tradition und sie so unmittelbar zu verbinden mit der freien Interpretation allein dessen, der sie liest. »
(aus: Pietro C.: Alla radice dell'allergia per il Sacro)

Dienstag, 28. November 2017

Calvinistische Sparsamkeit – oder?

Die calvinistischen Länder, in denen der Kapitalismus entstanden sei, weil in ihnen Reichtum als Zeichen der Erwählung gilt, üppiger Lebenswandel aber verpönt sei: seit Max Weber ein Gemeinplatz.
Nun aber sagt es ein Historiker etwas anders (Jan Pfaff, Interview mit Frank Trentmann: „Wir sind von Dingen umzingelt“. taz vom 25. 11. 2017):
«Schon im 15. Jahrhundert beginnt der Konsum, Gesellschaften stark zu prägen. Hier kann man drei Regionen unterscheiden, die unterschiedlich damit umgehen: das Italien der Renaissance, China sowie zusammengefasst die Vereinigten Niederlande und England. Die Niederlande und England ziehen konsumtechnisch dann bald davon.»
Das katholische Italien:
«Im Italien der Renaissance ist Privatkonsum sehr suspekt, Konsum soll dort nach außen gerichtet sein als etwas, das dem Gemeinwohl dient. Ein reicher Mann kann eine schöne Kapelle bauen lassen oder die ganze Stadt zum Essen einladen. Aber die Vorstellung, dass er sich in sein Eigenheim zurückzieht und dort schön lebt, ist gesellschaftlich nicht akzeptiert.»
Und die calvinistischen Länder, die Niederlande und England:
«[Prägend für unseren Konsum bis heute wird die Entwicklung in den Niederlanden und England.] Diese Länder unterscheidet, dass privater Konsum hier positiv gesehen wird. Und es gibt einen Kult um Neues, den wir bis heute kennen.»
Bis heute!

Nachtrag: «Und was ist jetzt mit China?»
«Dort gelten im 15. Jahrhundert vor allem antike Sachen als wertvoll. Der Konsum wächst auch in dieser Gesellschaft, aber der Schwerpunkt liegt auf alten Gegenständen aus der eigenen Geschichte. Das ist für die europäischen Händler ein großes Problem. Sie wollen gern chinesisches Porzellan importieren und versuchen, dafür europäische Produkte anzubieten, die ganz neu sind – was im europäi­schen Kontext ja positiv ist. Die chinesischen Händler antworten: „Was, das ist ganz neu? Das hat ja gar keinen Wert.“»

Mittwoch, 22. November 2017

Sachsen – Land der Musik

Aus Sachsen kommen viele der großen deutschen Komponisten, in Sachsen lebt die Musiktradition. Und heuer ist hier das Fest der hlg. Caecilia sogar staatlicher Feiertag.

Ein engagiertes Plaidoyer fürs Abendland

in einer als links geltenden Zeitung, dem deutschen Monde diplomatique:
Mythos Europa von Régis Debray.

Dienstag, 21. November 2017

Ein EU-Generalanwalt gegen das Grundgesetz

Wo die grundgesetzliche Ordnung der Bundesrepublik eindeutig ist, stellt das Bundesarbeitsgericht Fragen an den Europäischen Gerichtshof; und der Generalanwalt zeigt sich mehr an Antiklerikalismus als am deutschen Gesetz orientiert.
Der Chronist von Orietur Occcidens referiert.

Montag, 20. November 2017

Psalmi Cursus Romani per hebdomada dispositi

Was wäre im Stundengebet des älteren römischen Ritus selbstverständlicher als die (von Pius X. überschriebene) Verteilung der Psalmen auf die Gebetsstunden der Woche? Und doch mußten wir erfahren, daß sie nirgends im Netz zu finden sei.
Darum ist sie nun bei Orietur Occidens veröffentlicht.

Montag, 13. November 2017

Messe und Meßkomposition

Zum Gedenken an die Scho’a abends ein Konzert in der Kirche.
Die Musik war großartig. Und die Werke entfalteten ihren geistlichen Gehalt in der Kirche sehr viel mehr, als sie es in einem Konzertsaal vermocht hätten.
Dennoch: schade! Dafür mußte die Abendmesse ausfallen.
Mußte sie eigentlich? Der Chronist von Orietur Occidens bedenkt diese Frage.

Samstag, 11. November 2017

«Wir sind alle Kinder Gottes»

«Hier im Saal ist keiner, der mehr ist als ich oder weniger ist als ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott einen Katholiken mehr liebt als einen Protestanten.» (Mons. Wilfried Theising). Und darum wünscht Er allen Protestanten, daß auch sie katholisch werden.
(Gratias RegiUrso!)

Der Ausdruck des Schweigens

Wenn in der Werktagsmesse alles fehlt, weder Ministranten da sind noch Kantor noch Organist: wie schlimm ist das?
Auf ein Immerhin verweist der Chronist von Orietur Occidens.

Montag, 30. Oktober 2017

Das Rätsel der „Reformation“ ( III. )

Der dritte Teil der Trilogie: wir haben uns nun an des Rätsels Lösung gewagt – man prüfe, auch wenn sie allzu verblüffend erscheinen mag.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Das Rätsel der „Reformation“ ( II./4-7 )

Der II. Teil der Trilogie ist nun abgeschlossen. Worum es den Reformatoren ging, ist nun weitgehend gesagt; die Frage allerdings, was sie zu solchen Vorstellungen brachte, stellt sich nun noch verwirrender.

Samstag, 28. Oktober 2017

Das Rätsel der „Reformation“ ( II./1-3 )

Worum ging es in der „Reformation“ wirklich? – mit dieser Frage geht die Trilogie weiter. Hier finden sich nun die ersten Punkte des II. Teils.

Freitag, 27. Oktober 2017

Das Rätsel der „Reformation“

500 Jahre „Reformation“ – Bundesdeutschland nimmt das als Anlaß für einen Feiertag; doch es ist wahrlich kein Grund zu feiern. Für uns aber ist es Anlaß zu einer Trilogie zu der Frage: Worum ging es eigentlich bei dieser „Reformation“?
Heute der erste Teil: Ein nebensächliches Vorspiel: 95 Thesen.
Der Bedeutung des Themas wegen erscheint die Trilogie doppelt: unter Notabene bei Orietur Occidens und im Blog 1517.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Ver.di und Wirklichkeit

Ver.di ruft heute auf zur «Demo: Tür auf für Tarifverträge in der Diakonie am 12.10.17» nach Berlin.
Ver.di meint: «Der sogenannte dritte Weg mit seinen Arbeitsvertragsrichtlinien kann weder Lohnabsenkungen verhindern noch Aufwertung und Entlastung für den Sozial- und Gesundheitsbereich regeln.»
Die Wirklichkeit: in Einrichtungen der Diakonie werden wir tariflich bezahlt. Das heißt praktisch (in einem mir bekannten Fall): eine Angestellte im Verwaltungsbereich hat mit einer halben Stelle das gleiche verdient wie eine Angestellte gleicher Funktion bei einem privaten Träger mit voller Stelle.

Montag, 9. Oktober 2017

Die Wahlerfolge der Rechten in Deutschlands Fernem Osten

Es ist die Stellvertretende Chefredakteurin einer wenig kirchenfreundlichen Zeitung, die (wenn auch selber nicht recht überzeugt) eine bemerkenswerte Sicht dieser Wahlergebnisse bietet:
«In den Neunzigern, als die Skinheads Sächsische Schweiz die netten Jungs von nebenan gaben und ehrenamtliche Jugendarbeit leisteten. So besetzten Rechtsradikale eine Lücke, die die Politik zurück gelassen hatte. Den Mangel an Staat gleichen andernorts zivilgesellschaftliche Vereine oder die Kirche aus – wie etwa in der Flüchtlingshilfe. In Ostdeutschland fehlen diese Strukturen häufig.
Aufgrund der DDR-Geschichte fehlt im Osten ein starkes Netz kirchlicher Träger. Insgesamt engagieren sich in Ostdeutschland weniger Menschen ehrenamtlich. Frauen übernehmen eher ein Ehrenamt als Männer. In Ostdeutschland arbeiten mehr Frauen als in Westdeutschland, doppelt so viele Mütter in Vollzeit. Da ist wenig Zeit für Ehrenamt.»
(aus: Ist der Ruf erst ruiniert. Kommentar von Katrin Gottschalk. taz vom 2. 10. 2017)

Alles paßt zusammen – leider

Die Liturgie: Eine Liederauswahl von erlesener Langweiligkeit.
Die Theologie: In der Predigt wird das Gleichnis von den bösen Winzern allein dem Evangelisten Matthäus und der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems zugeschrieben (diese späte Datierung des Evangeliums ist nicht Stand der Wissenschaft).
Die Liturgie: Die Kommunion wird von Diakon und Laiin ausgeteilt, während der Propst versunken an seinem Sitz steht.
Die Liturgie: Der Auszug geht nur bis zur ersten Bank; dort läßt man sich nieder, das Orgelnachspiel zu hören (immerhin, der Organist ist ja wirklich gut).

Montag, 18. September 2017

Inspiration und Liturgie

Unter diesem Titel will Pietro C. «zu den Wurzeln der Verwüstung der abendländischen Liturgie» finden. Zwei extreme Texte – allerdings scheint es, daß Pietro C. im wesentlichen Recht hat. Die Quintessenz: Die Redaktion der Liturgie der Alten Kirche war ein Werk von Heiligen, Frucht religiöser Erfahrung, Frucht einer Theophanie – ganz ähnlich wie die der Heiligen Schrift.
Wenn jemand kein Italienisch versteht: schon die Blögger von Pietro C(hiaranz) und Sandro Magister (Settimo Cielo) sind es wert, es zu lernen (und es ist nicht schwer, da es unserer geistlichen Muttersprache verwandt ist).

Dienstag, 12. September 2017

Das Fest des Kaffees

«Mariae Namen» wird das heutige Fest genannt. Was aber in Wirklichkeit gefeiert wird, ist die Befreiung Wiens von der (zweiten und letzten) osmanischen Belagerung am 12. September 1683 und die Erbeutung etlicher Kaffeesäcke, die die Eröffnung des ersten Wiener Kaffeehauses ermöglichten, von wo sich der Kaffee über das Land ausbreitete. Dafür dankt die Christenheit mit der Feier dieses Festes Maria, der Schutzmantelmadonna, unter deren Fahne die christlichen Heere unter dem polnischen König Jan III. Sobieski diesen Sieg errungen haben.

Mittwoch, 30. August 2017

Fürbitte für Verstorbene

Üblicherweise finden sie sich heutzutage an einer denkbar unpassenden Stelle: in den Vermeldungen.
Eine kleine Lösung für diese Schwierigkeit hat jetzt der Chronist von Orietur Occidens erlebt

Montag, 28. August 2017

Menschenleben auf dem Freien Markt

Durch Schlangenbisse kommen jedes Jahr etwa 100.000 Menschen ums Leben, viele weitere werden schwer versehrt. Daß Hilfe noch schwieriger wird, dafür sorgt der Freie Markt.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Samstag, 19. August 2017

«No tinc por»

– «ich habe keine Angst» ist der Ruf der Menschenmengen in Barcelona angesichts des Terrors. Ist es Zufall, daß dieser (freilich sehr kurze) Ruf der Schluß eines sehr bekannten katalanischen Kirchenliedes ist? Das aus Taizé bekannte «El Senyor és la meva força» endet mit «En Ell confio i no tinc por – auf Ihn vertraue ich, und ich habe keine Angst.»

Freitag, 18. August 2017

Eine Laienspielschar gegen die Himmelskönigin

Der Anfang der Messe zum Fest der Aufnahme Marias in den Himmel macht Hoffnung: der polnische Kaplan erscheint in einem weitwallenden blauen Meßgewand. Doch dann ...
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 5. August 2017

Das Fest der Verklärung des Herrn

Gedanken zum Festgeheimnis dieses Tages bietet unser letztjähriges Heft zu Ehren der heiligen Ewald & Ewald:
Die Verklärung Christi. E&E 21 (2016), S. 9-14

Der sogenannte Gemeinsame Markt

Die EU-Kommission weigert sich, den EU-Binnenmarkt durchzusetzen, wo es Sinn hätte; wo es sich gegen die Interessen der Staaten richtet, fordert er dessen Regeln ein.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Dienstag, 1. August 2017

Kircheneintritte und muslimische Flüchtlinge

Im Jahre 2016 sind in die katholische Kirche 9.100 Menschen eingetreten, in die protestantischen kirchlichen Gemeinschaften 25.000. Eine blamabel geringe Zahl im Vergleich zu den Austritten: aus der katholische Kirche 182.000, bei den Protestanten 210.000.
Die Bilanz ist demnach für die katholische Kirche günstiger; doch das ist ein sehr schwacher Trost.
Es treten eben doch viel mehr Menschen bei den Protestanten ein als in die katholische Kirche. Natürlich können bei ihnen mehr wiedereintreten, weil mehr ausgetreten sind; aber das ist nur eine sehr unzureichende Erklärung der Zahlen. Vielmehr höre ich angesichts der Scharen von Muslimîn, die zur Zeit sich nach Deutschland flüchten, ständig von den vielen, die sich in protestantischen Landes- und Freikirchen zum christlichen Glauben bekehren; daß solches in der katholischen Kirche geschieht, davon höre ich nicht.
Wo bleiben wir, wo bleibt die Kirche mit ihrem missionarischen Einsatz?

Bedrohte Feste

Unter all den Märtyrerfesten der Kirche ist seit ältester Zeit auch ein Fest, das vorchristlicher jüdischer Märtyrer gedenkt. Im modernen Kirchenkalender allerdings ist es verschwunden.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Der Kalender der Äthiopischen Kirche


Wer das Abendland retten will, darf das Morgenland nicht gering schätzen.


Samstag, 29. Juli 2017

Totalitärer Laïzismus

Ein Verbot der „Ganzkörperverschleierung“, wie es der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte jetzt gebilligt hat, braucht Christen nicht zu stören – wohl aber die Urteilsbegründung.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Montag, 17. Juli 2017

Fest soll mein Taufbund ...

Vorfreude und Enttäuschung erlebte der Chronist von Orietur Occidens, als er zur Taufe dieses Lied angezeigt gesehen hatte.

Samstag, 8. Juli 2017

Eine Bahnfahrt bei angenehmer Temperatur

Bei sommerlichen Temperaturen im Zug von Bremen bis Köln. Man braucht in der Regel ja im Sommer in Schnellzügen Winterkleidung; heute aber ist die Temperatur sehr angenehm. Wie kommt das?
Des Rätsels Lösung finden wir, als wir aussteigen – am Ende des Wagens hängt ein Schild:
«Klimaanlage defekt. Bitte benutzen sie einen anderen Wagen!»

Freitag, 7. Juli 2017

Gottesdienst um des Gottesdienstes willen

Nein, es gibt nicht nur Abträgliches vom Alltag in den Kirchen zu berichten: der Chronist von Orietur Occidens ist einmal Orthodoxe Nachtwache mitgerissen, einmal Sonntagsmesse im Altenheim schlicht angetan.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kardinal Meisner: R.I.P.

«Ich werde jedem Paten bei der Firmung einmal in die Augen schauen, und ich möchte, daß er mir dann in die Augen schaut zum Zeichen, daß er seine Pflichten als Pate entschieden annimmt.»

Dienstag, 27. Juni 2017

Verschärfte Leitkultur und strenge Denkabstinenz

Vor neun Monaten gab es von CDU- und CSU-Politikern einen „Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur“, der für heftige und auch teilweise unsinnige Kritik aus dem anderen Lager sorgte. Nun aber hat Terre des femmes diese Forderungen im Namen der Leitkultur bei weitem übertroffen.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Montag, 26. Juni 2017

Ein kleiner Junge an der Stelle des Zelebranten

Das krampfhafte Bemühen, Kinder in den Gottesdienst zu integrieren, zeitigt sonderbare Früchte.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 24. Juni 2017

«Arme soll es bei euch gar nicht geben»

(Deut. 15,4).
Schon wieder gilt es, aus einer sehr unchristlichen Zeitschrift zu zitieren, denn sie gibt jetzt einem Priester, Paul Schobel, das Wort.
Er analysiert kundig; und er zitiert den Pentateuch, er zitiert Kirchenväter – wichtige Worte:
«Der Überfluss der Reichen ist das Eigentum der Armen.» (Augustinus)
«Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen ... Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen.» (Johannes Chrysostomus)

Und liberale und „konservative“ Politiker klagen über „Umverteilung“.

Wider die Natur

Bekommen wirtschaftliche Interessen industrieller Landwirtschaft Vorrang vor Menschenleben?
Der soeben begrüßte, vom Bundesrat gebilligte Gesetzentwurf hat auch eine andere Seite.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Freitag, 23. Juni 2017

Was Kindern verwehrt bleibt, wird wenigstens Kälbern zugestanden

Einsatz fürs ungeborene Leben von unerwarteter Seite und sogar ein neues Gesetz, was nur leider ungeborenen Kindern nicht zugute kommt.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Christ sein und Politiker?

Der Parteichef der britischen Liberalen, Tim Farron, gläubiger Christ, ist zurückgetreten. Nachdem er lange versucht hatte, sich bedeckt zu halten, hatte er schließlich dem Druck nachgegeben und sich zu politisch korrekten Positionen bekannt, die seinem christlichen Gewissen widersprachen.
Das genügte den Magnaten der Partei nicht: er wurde, weil ihnen seine „Ansichten zu verschiedenen Fragen“ mißfielen, zum Rücktritt gedrängt.
Seine Bilanz: «Ein politischer Führer zu sein – vor allem von einer progressiven und liberalen Partei – und als bekennender Christ zu leben und sich pflichtgetreu an die Lehren der Bibel zu halten, war nach meinem Gefühl unmöglich» (taz).

Dienstag, 20. Juni 2017

Fronleichnam: eine neue Konzeption
– eine pastorale Bruchlandung

Der Chronist von Orietur Occidens ist hineingeraten, hat es durchgestanden und berichtet nun.

Samstag, 17. Juni 2017

Die Unesco ernennt Hebammenwesen zum Kulturerbe

– so titelt die HNA. Das heißt: was vom bundesdeutschen Haftungsrecht in der Existenz gefährdet wird, erhält von der Unesco eine solche Auszeichnung.

Christliche Worte zu Europa und Griechenland

Daß ich einem bundesdeutschen Politiker Beifall spende, ist ungewöhnlich; aber was Erhard Eppler bei der Veranstaltung „Pulse of Europe“ gesagt hat, ist es wert, ihm das Wort zu geben (auch wenn ich dafür christliche Worte aus einer sehr unchristlichen Zeitschrift zitieren muß:
«Aber eine Gemeinschaft baut man auf durch Solidarität, nicht durch Wettbewerb. Solidarität führt zusammen, weil sie den jeweils Schwächeren gilt. Wettbewerb trennt in Gewinner und Verlierer.»
«Und Europa wird ein solidarischer Kontinent sein oder ein heillos zerstrittener.»
«Der Internationale Währungsfonds, ein strenger, harter Kreditgeber unter dem Einfluss der USA, will im Fall Griechenland nicht mehr mitspielen, wenn die Schulden des Landes nicht „geschnitten“, also reduziert werden durch die Gläubiger, zu denen auch die Europäische Union gehört. Alle sind dafür, außer Wolfgang Schäuble. ... Wenn die Europäische Union wirklich, wie alle Parteien sagen, eine Wertegemeinschaft ist, dann ist dies eine Schande, die niemand außer uns Deutschen bereinigen kann.»

Platz nehmen zum Büßen

Eine Festmesse, festlich vom Chor gestaltet. Doch die Verbindung von Bußakt und mehrstimmigem Gesang zeigt eine sehr besondere Art der Participatio actuosa.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 3. Juni 2017

„Ehe für alle“

Unsinn auf verschiedenen Ebenen erkennt der Chronist von Orietur Occidens bei diesem Begriff und der damit vorgebrachten Forderung.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Hennes AT – Eine besondere Bibelübersetzung in besonderer Zeit

Das NT von P. Konstantin Rösch, das AT von P. Eugen Henne, letzteres allerdings bald durch die von P. Osmund Gräff gekürzte Fassung ersetzt: das war seit den dreißiger bis hoch in die sechziger Jahre die Bibel für den katholischen Unterricht in Mittel- und Oberstufe. Ich habe sie (wie sicher viele andere) im Bücherschrank stehen und sehe der guten Kommentare nach wie vor gerne hinein.
In Joel 2, 20 heißt es: «V’eth-hass’phoni arhiq me‘alechem – Et eum qui ab aquilone est procul faciam a vobis – Und den von Norden / den Nördlichen werde ich von euch entfernen». «Und will den von Mitternacht fern von euch treiben» übersetzt Luther.
Nun las ich bei Henne: «Den nordischen Feind will ich von euch vertreiben». «Den nordischen Feind» – wie kam P. Eugen auf solch sonderbare Übersetzung?
Den Schlüssel liefert die Geschichte: Dieser Teil seines AT wurde 1936 veröffentlicht, zu einer Zeit, da in Deutschland ein Regime herrschte, das den „nordischen Menschen“ verherrlichte.

Montag, 22. Mai 2017

Ein Priester aus Brasilien

Heute feiert hier ein Priester sein Goldenes Priesterjubiläum, der die zweite Hälfte seiner Jahre im Priesteramt als Missionar in Brasilien verbracht hat.
Seine ersten fünf Jahre im Amt hat er in unserer Pfarrei als Kaplan gewirkt, er war damals auch Jugendseelsorger. Und so singt heute der Jugendchor. Zum Vater Unser wird eine Paraphrase von Herrn Zehnender (oder so ähnlich) gesungen. Doch soll das Vater Unser selbst nicht fehlen: nach dem Ende des Chorgesangs spricht es der Priester auf Portugiesisch (brasilianisches Portugiesisch ist ja so verständlich, das man dem Text folgen kann); darauf schließt er den Embolismus auf Deutsch an.
Die „Vermeldungen“ werden noch ausgeweitet dadurch, daß der Priester etwas über sein Leben in Brasilien redet. Doch er spricht auch von der Bedeutung der Marienverehrung in Brasilien, spricht von der Wallfahrt nach Aparecida, und dann fordert er die Gemeinde auf, gemeinsam das Ave Maria zu beten. Nach der Messe steht auf der Brüstung der Kanzel noch eine Marienstatue. Ich sehe eine junge Christin aus dem Süden betend davor stehen; schließlich streckt sie die Hand aus, und es gelingt ihr, die Statue zu berühren.

Nachher erzählt er noch von den Sekten in Brasilien, was etwas anders klingt als das, was sonst alltäglich zu hören ist: täglich werde da eine neue „Kirche“ gegründet; wer es sich leisten kann, ernennt eine Garage zur Kirche, zum Sitz seiner kleinen Sekte. Dann werden die Menschen angelockt mit Versprechungen: «Brauchst du Geld? Komm zu uns, wir helfen dir»; «Bist du krank? Komm zu uns, wir helfen dir»; «Hast du Liebeskummer? Komm zu uns, wir helfen dir». Und die Leute kommen; und natürlich werden die Versprechungen nicht eingehalten, und die Leute ziehen weiter zur nächsten Sekte. Und schließlich kommen sie auch wieder zurück zur katholischen Kirche.

Dienstag, 16. Mai 2017

Protektionismus wird weiter denunziert

Kurz nach unserer Reflexion über Protektionismus: aus Paris ein recht sinnvoller Vorschlag, aus Brüssel und Bonn darauf eine neuerliche Orgie der Protektionismusdenunziation.
Der Chronist von Orietur Occidens referiert.

Freitag, 12. Mai 2017

Nahe der Bundesregierung – fern der Verfassung

Zwei Konferenzen in Berlin verbreiten ihre Sicht vom Welthandel: bemerkenswert, welche unter der Ägide der Bundesregierung steht.
Der Chronist von Orietur Occidens wertet aus.

Samstag, 6. Mai 2017

Sozialabbau und Wasserprivatisierung

Heute waren wir in einem Gartenlokal griechisch essen: köstlich! – eine Freude, die sich in Griechenland nur noch wenige leisten können.

Wasserprivatisierung – das bedeutet, wie es von der Sache her einleuchtet und von der Erfahrung (unter anderem von Jakarta) bestätigt wird: Wasser wird teurer, die Versorgung wird schlechter; nur die „Investoren“ haben davon Nutzen.
Und so stimmten in Thessaloniki bei einem Referendum am 19. Mai 2014 98 % der Abstimmenden (bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent) gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft in der Stadt.
Durch die neueste Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern (unter nicht unwesentlich bundesdeutscher Beteiligung) wird der griechischen Regierung nicht nur weiterer Sozialabbau (gravierende Rentenkürzungen etwa) abgenötigt, sondern auch die Privatisierung der Wasserwerke von Thessaloniki – zum Schaden für die Menschen im Lande, für die griechische Wirtschaft im günstigsten Fall ohne Nutzen.
Dagegen gibt es eine Petition, gerichtet an den EU-Kommissionspräsidenten und an den Bundesfinanzminister.

Donnerstag, 27. April 2017

Eine Bahn für Antisemitismus durch die Hintertür

Der Gedenktag der Scho’a, der 28. Nisan, fällt in diesem Jahr auf den 24. April, den Gedenktag des Aghet, des Völkermordes an den Armeniern. Dieser Tag wird durch eine Einladung zu einer Fachtagung im Universitätsklinikum Düsseldorf in sehr besonderer Weise begangen.
Der Chronist von Orietur Occidens berichtet.

Samstag, 22. April 2017

Gegen Sympathien zur AfD bin ich immun

– zuviel (1.2.3.4.) habe ich bereits von dieser Partei erfahren. Aber nun ist es wichtig, auf all das wieder hinzuweisen, damit nicht doch solche Sympathien entstehen angesichts dessen, was von den Gegendemonstrationen zu deren Parteitag hören ist, von den Gewaltaufrufen, die von der Polizei im Netz gefunden wurden («Willkommen in der Hölle von Köln»), bis zum realen Holzlatteneinsatz.

Dienstag, 18. April 2017

Benedikt XVI. über die Liturgie

Unter diesem Titel veröffentlicht Acción Litúrgica die Übersetzung eines Auszugs aus dem Vorwort der russischen Ausgabe der Opera omnia des früheren Papstes.
Ich übersetze:

In den Jahren, die dem II. Vatikanischen Konzil folgten, kam mir wieder der Vorrang Gottes und der göttlichen Liturgie ins Bewußtsein. Das Mißverständnis der liturgischen Reform, das sich in der katholischen Kirche weit ausgebreitet hatte, hatte mit sich gebracht, immer mehr an die erste Stelle den Aspekt der Belehrung und der eigenen Aktivität und Kreativität zu stellen. Das Handeln der Menschen führte gleichsam dazu, die Gegenwart Gottes zu vergessen. In solcher Situation wird es immer klarer, daß das Dasein der Kirche von der richtigen Zelebration der Liturgie lebt und daß die Kirche in Gefahr ist, wenn der Primat Gottes nicht mehr in der Liturgie und dadurch im ganzen Leben sichtbar wird.

Montag, 17. April 2017

Prediger-Alchimie

Ein um 1970 umlaufender Kalauer, von Lothar Zenetti formuliert: «Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden antworten: „Die Messe.“ Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe. Sie werden antworten: „Die Wandlung.“ Sag hundert Katholiken, daß das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein und sagen: „Nein, alles soll bleiben wie es ist“!»
Damit, etwas umformuliert, beginnt der (am Ort bisher unbekannte) Priester am Ostersonntag seine Predigt. Aber als man schon die Hoffnung auf Sinnvolles aufzugeben begonnen hat, weiß er aus dem Ausschuß Gold zu machen: er spricht nun nicht im Sinne der damaligen Kirchengewaltigen von der Wandlung der Kirche zur Welt hin, sondern umgekehrt von der der Gläubigen zum Herrn hin.

Samstag, 15. April 2017

Vor fast 2000 Jahren:
Die Ereignisse auf Capri, in Rom und Jerusalem

Wie Kaiser Tiberius auf Capri lebte, weiß man nicht, wieviel der antike Klatsch auch meint darüber berichten zu können. Jedenfalls hatte er A.D. 26 Rom verlassen, die Regierung übernahm der Prätorianerpräfekt L. Aelius Sejanus. Dessen Regierung wurde zu drückender Tyrannei, doch der Kaiser vertraute ihm. Erst als ihm aus dem Kaiserhaus hingebracht wurde, Sejanus wolle sich selbst zum Kaiser machen, schritt Tiberius ein; er ließ Sejanus vor dem Senat verklagen, welcher ihn noch am selben Tag, am 18. X. 31, hinrichten ließ.
Und es folgte eine mörderische Verfolgungswelle gegen Angehörige und Anhänger des Sejanus.
Eine Kreatur des Sejanus, Pontius Pilatus, seit 26 Procurator von Judaea, durchstand diese Verfolgungswelle. In dieser kritischen Zeit wurde in der Nacht zum Freitag, den 3. IV. 33, den 14. Nisan nach jüdischem Kalender, Jesus Christus vom Hohenpriester vor seinen Richtstuhl gebracht. Pilatus versuchte, das Verfahren von sich abzuschütteln: «Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz» (Joh. 18, 31). Die Beschuldigungen klangen in den Ohren des Römers haltlos: «Ich finde keinerlei Schuld an ihm» (Joh. 18, 38; 19, 4. 6). Doch er wußte um seine Situation Rom gegenüber; und der Hohepriester und seine Leute wußten darum: «Wenn du diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund nicht» (Joh. 19, 12). Jesus selber zeigte Verständnis für die Situation des Pilatus; daher die beiden Sätze, die ohne diesen Hintergrund zusammenhanglos erschienen: «Du hättest keinerlei Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde» (Joh. 19, 11) – der in dieser Zeit ganz fragile Zustand der Macht, die Pilatus von Rom gegeben war, gab denen Macht, die ihm Jesus überlieferten.
Und so entschied sich Pilatus, lieber als den eigenen Kopf zu wagen, den Unschuldigen hinrichten zu lassen: «Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm» (Joh. 19, 6).
(Evangelientexte nach der Elberfelder Übersetzung)

Freitag, 14. April 2017

Karfreitagsliturgie in der Propstei

Die Improperien vom Kantor auf Deutsch, das Popule meus und das Hagios ho theos aber vom Chor (es klang nach Palestrina) auf Latein (und Griechisch [recht hat er]) - ein gelungener Kompromiß.
Und als der Gesang beendet ist, hat auch das Volk die Kreuzverehrung fast abgeschlossen. Doch es folgt noch ein strophenreiches Lied des Volkes: die Zeit wird gebraucht, da nun der Chor zur Kreuzverehrung schreitet.

Donnerstag, 13. April 2017

Ein „Osterritterturnier“

bietet „Neuland – Zeitreisen“ an, unter anderem ein Ritterturnier.
Wann nun werden da die Ritter turnieren?
Unter anderem dreimal am Karfreitag.
Es scheint, Neuland hätte eine Zeitreise bitter nötig.

Montag, 3. April 2017

Sonntagsmesse in einer „Pfarrgruppe“ mit liturgischem Anspruch

Eine kleinstädtische Pfarrkirche in einer „Pfarrgruppe“, in der unter der Woche auch vier Gregorianische Messen angezeigt sind: ich darf gespannt sein, was mich erwartet.
Nun: solide Liturgie, natürlich mit den allgemeinverbindlichen Schnitzern, andererseits aber Weihrauch, Meßdiener in ansehnlicher Zahl. Die Predigt wäre gut gewesen, wäre sie kürzer gewesen.
Was mich beeindruckt: Als die Kommunionhelferin bereits nur noch zuschauen kann, treten noch etliche Kommunikanten zum Priester, um knieend die Mundkommunion zu empfangen.

Mittwoch, 29. März 2017

Ein Lied wäre alleine schon das neue Gotteslob wert

Eine Sonntagsmesse, an der ich auf einer Reise teilnehmen kann, wird von einem Priester zelebriert, der bei der Liederauswahl Geschmack zeigt.
So nehme ich es jetzt bewußt wahr: das Lied «Du hast, o Herr, Dein Leben», das im alten GL (468) schwer mißhandelt war – Anfang und Ende gestrichen, im Rest der Ausdruck verwässert (Streifzüge durch EÜ und GL. E&E 14/2009, S. 37) – findet sich im neuen (185) in alter Schönheit wieder.
Doch damit es nicht zu schön wird: es folgt (186; a.GL 490) das unsägliche „Was uns die Erde Gutes spendet“:
Was uns die Erde Gutes spendet,
was unsrer Hände Fleiß vollbracht,
was wir begonnen und vollendet,
sei, Gott und Herr, zu Dir gebracht.

Natürlich folgt es nur im neuen GL, nicht in dieser Messe. Diese bietet noch eine besondere Schönheit: im „Lamm Gottes“, dem aus der „Leopold-Messe“ (139; a.GL 435) verweigert die Gemeinde das Dur, singt, schön phrygisch, a als Schlußton.

Samstag, 25. März 2017

Sonntagshochamt in einer kleinen Kirche

Nach langer Zeit endlich wieder Gelegenheit, an der Messe in St. Maria de Perpetuo Succursu in der Kölner Südstadt teilzunehmen.
Und ich erlebe, was auch in einer kleinen Kirche möglich ist: Proprium und Ordinarium vollständig im Choral untadelig gesungen, dazu eine beträchtliche Zahl von Ministranten, Weihrauch auch an diesem schlichten Sonntag der Fastenzeit.
Daß die Liturgie wirklicher Gottesdienst war, braucht eigentlich nicht gesagt zu werden; es ist ja eine Kirche der Petrusbruderschaft. Bemerkenswert bei einer Messe im außerordentlichen Usus ist, daß die Epistel von einem Lektor gesungen wird – was im Ordo servandus ja ausdrücklich erlaubt, aber ziemlich ungebräuchlich ist.

Freitag, 24. März 2017

In dubio pro veneno?

Pestizide sind eigentlich nicht unser Thema; doch die Art, wie die Wiederzulassung von Glyphosath von der EU in die Wege geleitet wurde, fordert, in die Moralia von Orietur Occidens gestellt zu werden.

Dienstag, 21. März 2017

CANTATE DOMINO CANTICUM NOVUM

Eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Lage der Kirchenmusik, unterzeichnet von Kirchenmusikern, Seelsorgern, Wissenschaftlern und Freunden der Kirchenmusik, ist zu lesen:
«Oft meinen Pädagogen ohne musikalische Ausbildung, dass Kinder die Schönheit der wahren Kunst nicht zu schätzen wissen.
Dies ist weit von der Wahrheit entfernt. Mit einer Pädagogik, die ihnen hilft, sich der Schönheit der Liturgie zu nähern, werden die Kinder in einer Art und Weise gebildet werden, die ihre Kraft stärken wird, weil sie nahrhaftes geistiges Brot und nicht das scheinbar leckere, aber ungesunde Essen aus industrieller Fertigung angeboten bekommen (wie bei den „Kindermessen“, die von der Popkultur inspirierte Musik aufweisen).»
Ich stimme zu.

Montag, 20. März 2017

Der Europäische Gerichtshof urteilt gegen Musliminnen

Sonderbar: wir sind ja durchaus gegen eine Islamisierung des Abendlandes; nichtsdestoweniger sehen wir immer wieder Anlaß, für die Muslimîn hierzulande einzutreten.
Denn das geeignete Mittel, solch eine Islamisierung zu verhindern, ist nicht, Muslimîn schlecht zu behandeln – das fördert nur deren Radikalisierung (siehe: Lob der Grauzone) –, sondern sie zum christlichen Glauben zu bekehren; und das heißt zunächst, ihnen gegenüber selber sich christlich zu verhalten.
Daher moniert der Chronist von Orietur Occidens wieder ein gegen Musliminnen gerichtetes Urteil.

Was ist eigentlich abendländisch?

Nachdem das neue Heft der „Niederrheinischen Blätter für Weisheit und Kunst“ zu Ehren der heiligen Ewald & Ewald erschienen ist, wurde nun das vorjährige, von dem soeben ja einzelne Texte angezeigt wurden, im Ganzen ins Netz gestellt.
„Sodalitas faventium Occidenti“ – was ist eigentlich das Abendländische, für das wir uns einsetzen? Eine wichtige Frage in einer Zeit, in der Pegida & Co. versuchen, das Wort „Abendland“ in Beschlag zu nehmen. Hier wird einmal beantwortet, was jenseits von Kirche, Philosophie und Kunst „abendländisch“ bedeutet.
Aber außerdem auch: Was ist «Felix culpa»? Wen redet das «Kyrie eleïson» an? Was ist die Vorgeschichte des Neuen Geistlichen Liedguts?
Orietur Occidens lädt ein, Ewald & Ewald zu lesen.

Mittwoch, 15. März 2017

Eine Meßfeier und bedeutsame Texte neu im Netz

Natürlich ist die Meßfeier das Wichtigste der Jahreshauptversammlung von Orietur Occidens; dankenswerterweise hat der Cappellanus der Sodalitas bereits berichtet.
Keineswegs unwichtig ist aber auch das neue Heft der „Niederrheinischen Blätter für Weisheit und Kunst“ zu Ehren der heiligen Ewald & Ewald, das dort, wie man zu sagen pflegt, entkorkt wurde.
Das war aber auch Anlaß, zwei Texte des vorherigen ins Netz zu stellen. Zwei verwandte Themata: einerseits Allgemeines, Grundsätzliches – Miscellanea – über Glauben und Wissen, Natur und Bewußtsein, andererseits aus priesterlicher Feder Theologisches und Geschichtliches über ein zur Zeit zu Unrecht an den Rand der Aufmerksamkeit geratenes Thema, über Wunder – Wahrheit – Wirklichkeit.
Viel Freude beim Lesen wünscht Orietur Occidens.

Samstag, 25. Februar 2017

Predigt zu Karneval - 8. Sonntag im Jahreskreis A

Zwei Herren dienen woll’n wir nicht.
Das soll nun klären dies Gedicht.
Wir dienen miteinander Gott.
Das hält die Welt in Maß und Lot.

Der Herr uns heute deutlich sagt:

„Daß ihr euch keine Sorgen macht
um euch, um Kleidung oder Geld!
Denn darum geht es ja der Welt.

Ihr aber seid von Gott geliebt,

der alles Nötige euch gibt.
Dienet nicht dem schnöden Mammon,
was dabei rauskommt, wird man sehn schon.“

Wir sollen also uns nicht sorgen,

denn Gott gibt heute, Gott gibt morgen.
Doch ach! Ich denk, ihr merkt es schon:
So leicht ist’s nicht mit Gottes Lohn.

Denn wenn wir uns um uns nicht sorgen,

nicht daran denken: Was gibt’s morgen?,
dann wissen wir: So kann’s nichts werden.
So überlebt man nicht auf Erden.

Essen, Trinken, Geld und Kleidung,

dienen ja der Tod-Vermeidung.
Menschliche Erfahrung lehrt:
Das zu tun nicht ist verkehrt.

Gott scheint zu geben solches nicht.

Zwar schenkt er Leben, Leib und Licht.
Den Alltag doch organisieren
tut er nicht. – Wir reagieren,

und wir fangen an zu machen,

regeln unsre Erdensachen,
kümmern uns um dies und das,
organisier’n sogar den Spaß.

Wie ist das Wort des Herrn gemeint,

das an diesem Sonntag scheint
in unser Leben, Tun und Denken?
Wohin will er die Sinne lenken?

Er sagt: „Schaut hin auf Blumen, Tiere,

seht ihre wunderbare Zierde,
die sie von Gott erhalten haben.
Sie sind ein Zeichen seiner Gaben.“

Er nennt, wenn ich es sehe recht,

damit die Welt ja gar nicht schlecht.
Im Gegenteil: Wir soll’n sie sehen
erkennend durch dies Leben gehen.

Der Tulpensonntagszug geht heute,

und wir sehen viele Leute,
die sich um Kleidung, Trinken sorgen,
und wohl auch ums Wohlsein morgen.

Der Herr wird seine Freude haben,

wenn wir uns an den Gaben laben,
die er uns schenkt: die Kleider, Leute,
Speis und Trank, Kamellen-Beute,

wenn wir nach Freud’ und Leben suchen,

auch, wenn wir einen Urlaub buchen.
All das ist gut, und doch nicht Fülle.
Das ist doch höchstens eine Hülle.

„Der Vater weiß, daß ihr das braucht.“

Aber daß uns die Birne raucht
vor lauter Sorg’ um vielerlei,
davon will er uns machen frei.

Er will uns wirklich fröhlich machen,

will, daß wir ehrlich können lachen
darüber, daß die Welt vergeht
und seine Herrschaft nur besteht.

Wie geht das nun konkret, ihr Christen?

Wie lassen wir von falschen Listen,
mit denen wir uns wollen retten,
dabei doch binden uns in Ketten?

Ich glaub, daß es ums Dienen geht:

daß wir bedenken, was besteht
und bleibt und trägt das Menschenleben:
daß wir uns nur dem Ew’gen geben.

Wovor beugen wir das Haupt?

Woran denn im tiefsten glaubt
der Mensch mit seiner Lebenskraft,
wenn er feiert, hofft und schafft?

Gott rät uns, hier zu unterscheiden:

Was vergeht und was wird bleiben?
Diene nur dem Bleibenden!
Sei sorglos mit dem Scheidenden!

Wir werden sehn, wie frei das macht,

wie unsre Seele fröhlich lacht.
Denn, ins Vergängliche gestellt,
sucht sie doch die andre Welt.

Und für diese Suche ist

– des darf sich freuen jeder Christ –
als Weg gekommen Gottes Sohn,
durch den wir ja erfahren schon:

Gott ist da, er tröstet, stärkt,

hilft dem Menschen, daß er merkt,
worin besteht des Lebens Sinn,
wohin will all sein Streben hin.

Wir bleiben fremd in dieser Zeit,

sehnen uns nach Ewigkeit.
Dem Mammon dienen bringt es nicht.
Gott ist unsrer Seele Licht!

Gottlob ist Karneval vergänglich,

denn sonst wär er echt verfänglich.
Tusch, Helau und Narrenlieder
verstummen Aschermittwoch wieder.

Diese Freude, diesen Glanz,

Gemeinschaft, Küssen und den Tanz
hat Gott uns nur zum Bild gegeben
für das wirklich sel’ge Leben.

Laßt den Tulpensonntagszug

uns darum sehen nicht als Trug,
vielmehr als Zeichen unsrer Mühen,
hin zur Ewigkeit zu ziehen.

So wünsch ich, liebe Christenleut’,

euch in dieser Narrenzeit,
daß jeder stets auf Christus bau,
und so sag „Amen“ und „Helau“.

Von Pfarrer Ulrich Terlinden, St. Johannes Bedburg-Hau 2017

Samstag, 18. Februar 2017

Der neue Bundespräsident ruft auf –
Nachlese zur Bundespräsidentenwahl

Der neue Bundespräsident ruft auf, so ist in den Zeitungen zu lesen, nur weniges leider im wörtlichen Zitat.
Er ruft auf zu Mut und Zuversicht: „Lasst uns mutig sein!“ So ist zu wünschen, daß er auf der anderen Seite die verantwortlichen Politiker aufruft, das abzubauen, was den Menschen den Mut nimmt – so die „Agenda 2010“.
Jene „Agenda 2010“ ist es ja, die Menschen zwingt, bei Arbeitslosigkeit sich mit Arbeitsstellen zufriedenzugeben, die weit unter ihrer Qualifikation liegen, diese Qualifikation so allmählich zu verlieren (und so herrscht dann plötzlich Fachkräftemangel). Sie zwingt Menschen, um eines Arbeitsplatzes willen bundesweit umzuziehen und so ihre soziale Einbindung aufzugeben, die Schullaufbahn ihrer Kinder durch Schulwechsel auch in andere Bundesländer mit anderem Lehrplan beschädigen zu lassen, für hilfsbedürftige Angehörige, die am Ort bleiben, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Sie zwingt Menschen, sobald sie für etwas längere Zeit arbeitslos werden, Alterssicherungen außerhalb der mehr und mehr unzureichenden Rentenversicherungen aufzugeben. Sie zwingt Menschen in diesem Fall, weitgehend auf eigene Kosten (doppelte Mietzahlung für die Übergangszeit, Fachkräfte für den Umzug) in Wohnungen zu ziehen, die oft weitab von ihrem sozialen Umfeld liegen.
Seinerzeit war der neue Präsident an der Durchsetzung dieser armutsproduzierenden „Agenda“ nicht unbeteiligt; nun, da er die Wahl gegen einen angesehenen Armutsforscher gewonnen hat, für ihn Gelegenheit, sich dieser Wahl würdig zu erweisen, sich von den damaligen Irrwegen abzusetzen.
Er fordert, die Demokratie zu verteidigen. So ist zu wünschen, daß er auch die verantwortlichen Politiker aufruft, gegen das einzutreten, was zur Zeit die Demokratie am meisten gefährdet: gegen Abkommen wie CETA, die durch Klagerechte für Konzerne und die Möglichkeit für diese, in „regulatorischer Kooperation“ sich in die Gesetzgebung einzumischen, eine oligarchische Komponente in der Republik zu institutionalisieren drohen.
Aber ich habe auch im Umfeld der Wahl gehört, wie ein Ministerpräsident, der einer nicht als neoliberal geltenden Partei angehört, erklärt hat, nun sei staatliche Zusammenarbeit international angesagt, darum sei Freihandel, nicht Protektionismus erforderlich. Als wäre Freihandel im Sinne solcher Freihandelsabkommen staatliche Zusammenarbeit und nicht Rückzug der Staaten aus der Wirtschaft. Und als sei es ein Argument für eine schlechte Sache, daß der neue US-Präsident dagegen ist.

Dienstag, 7. Februar 2017

Leitkultur

Es scheint eine Sache zu sein, wenn konservative Bayern solches fordern, eine ganz andere, wenn es der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fordert, freilich das Odium des Begriffs vermeidet, in der Sache allerdings eher noch weiter geht.
Der Chronist von Orietur Occidens (Mor. VI v. 3. 11. 2016, Nachtr. v. 10. 1. 2017) hat dazu Anmerkungen zu machen.

Montag, 6. Februar 2017

Die zehn häufigsten Unwahrheiten über die Abtreibung

Einige Monate, nachdem wir uns dem Thema gewidmet haben, nun eine ähnlich ausführliche Darstellung bei Scuola Ecclesia Mater (auf Italienisch; das spanische Original vom Foro de la Familia habe ich nicht gefunden).

Eine bemerkenswerte Satire – oder?

Eigentlich kann man es nur als auf die Spitze getriebene Satire ansehen, was dem Chronisten von Orietur Occidens (Mor. VI v. 14. 12. 2016) aus dem Reich der Political correctness und ihrer „Safe Spaces“ kürzlich in die Hände gefallen ist. Allerdings gab es offenbar solche, die ...