Samstag, 25. März 2017

Sonntagshochamt in einer kleinen Kirche

Nach langer Zeit endlich wieder Gelegenheit, an der Messe in St. Maria de Perpetuo Succursu in der Kölner Südstadt teilzunehmen.
Und ich erlebe, was auch in einer kleinen Kirche möglich ist: Proprium und Ordinarium vollständig im Choral untadelig gesungen, dazu eine beträchtliche Zahl von Ministranten, Weihrauch auch an diesem schlichten Sonntag der Fastenzeit.
Daß die Liturgie wirklicher Gottesdienst war, braucht eigentlich nicht gesagt zu werden; es ist ja eine Kirche der Petrusbruderschaft. Bemerkenswert bei einer Messe im außerordentlichen Usus ist, daß die Epistel von einem Lektor gesungen wird – was im Ordo servandus ja ausdrücklich erlaubt, aber ziemlich ungebräuchlich ist.

Freitag, 24. März 2017

In dubio pro veneno?

Pestizide sind eigentlich nicht unser Thema; doch die Art, wie die Wiederzulassung von Glyphosath von der EU in die Wege geleitet wurde, fordert, in die Moralia von Orietur Occidens gestellt zu werden.

Dienstag, 21. März 2017

CANTATE DOMINO CANTICUM NOVUM

Eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Lage der Kirchenmusik, unterzeichnet von Kirchenmusikern, Seelsorgern, Wissenschaftlern und Freunden der Kirchenmusik, ist zu lesen:
«Oft meinen Pädagogen ohne musikalische Ausbildung, dass Kinder die Schönheit der wahren Kunst nicht zu schätzen wissen.
Dies ist weit von der Wahrheit entfernt. Mit einer Pädagogik, die ihnen hilft, sich der Schönheit der Liturgie zu nähern, werden die Kinder in einer Art und Weise gebildet werden, die ihre Kraft stärken wird, weil sie nahrhaftes geistiges Brot und nicht das scheinbar leckere, aber ungesunde Essen aus industrieller Fertigung angeboten bekommen (wie bei den „Kindermessen“, die von der Popkultur inspirierte Musik aufweisen).»
Ich stimme zu.

Montag, 20. März 2017

Der Europäische Gerichtshof urteilt gegen Musliminnen

Sonderbar: wir sind ja durchaus gegen eine Islamisierung des Abendlandes; nichtsdestoweniger sehen wir immer wieder Anlaß, für die Muslimîn hierzulande einzutreten.
Denn das geeignete Mittel, solch eine Islamisierung zu verhindern, ist nicht, Muslimîn schlecht zu behandeln – das fördert nur deren Radikalisierung (siehe: Lob der Grauzone) –, sondern sie zum christlichen Glauben zu bekehren; und das heißt zunächst, ihnen gegenüber selber sich christlich zu verhalten.
Daher moniert der Chronist von Orietur Occidens wieder ein gegen Musliminnen gerichtetes Urteil.

Was ist eigentlich abendländisch?

Nachdem das neue Heft der „Niederrheinischen Blätter für Weisheit und Kunst“ zu Ehren der heiligen Ewald & Ewald erschienen ist, wurde nun das vorjährige, von dem soeben ja einzelne Texte angezeigt wurden, im Ganzen ins Netz gestellt.
„Sodalitas faventium Occidenti“ – was ist eigentlich das Abendländische, für das wir uns einsetzen? Eine wichtige Frage in einer Zeit, in der Pegida & Co. versuchen, das Wort „Abendland“ in Beschlag zu nehmen. Hier wird einmal beantwortet, was jenseits von Kirche, Philosophie und Kunst „abendländisch“ bedeutet.
Aber außerdem auch: Was ist «Felix culpa»? Wen redet das «Kyrie eleïson» an? Was ist die Vorgeschichte des Neuen Geistlichen Liedguts?
Orietur Occidens lädt ein, Ewald & Ewald zu lesen.

Mittwoch, 15. März 2017

Eine Meßfeier und bedeutsame Texte neu im Netz

Natürlich ist die Meßfeier das Wichtigste der Jahreshauptversammlung von Orietur Occidens; dankenswerterweise hat der Cappellanus der Sodalitas bereits berichtet.
Keineswegs unwichtig ist aber auch das neue Heft der „Niederrheinischen Blätter für Weisheit und Kunst“ zu Ehren der heiligen Ewald & Ewald, das dort, wie man zu sagen pflegt, entkorkt wurde.
Das war aber auch Anlaß, zwei Texte des vorherigen ins Netz zu stellen. Zwei verwandte Themata: einerseits Allgemeines, Grundsätzliches – Miscellanea – über Glauben und Wissen, Natur und Bewußtsein, andererseits aus priesterlicher Feder Theologisches und Geschichtliches über ein zur Zeit zu Unrecht an den Rand der Aufmerksamkeit geratenes Thema, über Wunder – Wahrheit – Wirklichkeit.
Viel Freude beim Lesen wünscht Orietur Occidens.

Samstag, 25. Februar 2017

Predigt zu Karneval - 8. Sonntag im Jahreskreis A

Zwei Herren dienen woll’n wir nicht.
Das soll nun klären dies Gedicht.
Wir dienen miteinander Gott.
Das hält die Welt in Maß und Lot.

Der Herr uns heute deutlich sagt:

„Daß ihr euch keine Sorgen macht
um euch, um Kleidung oder Geld!
Denn darum geht es ja der Welt.

Ihr aber seid von Gott geliebt,

der alles Nötige euch gibt.
Dienet nicht dem schnöden Mammon,
was dabei rauskommt, wird man sehn schon.“

Wir sollen also uns nicht sorgen,

denn Gott gibt heute, Gott gibt morgen.
Doch ach! Ich denk, ihr merkt es schon:
So leicht ist’s nicht mit Gottes Lohn.

Denn wenn wir uns um uns nicht sorgen,

nicht daran denken: Was gibt’s morgen?,
dann wissen wir: So kann’s nichts werden.
So überlebt man nicht auf Erden.

Essen, Trinken, Geld und Kleidung,

dienen ja der Tod-Vermeidung.
Menschliche Erfahrung lehrt:
Das zu tun nicht ist verkehrt.

Gott scheint zu geben solches nicht.

Zwar schenkt er Leben, Leib und Licht.
Den Alltag doch organisieren
tut er nicht. – Wir reagieren,

und wir fangen an zu machen,

regeln unsre Erdensachen,
kümmern uns um dies und das,
organisier’n sogar den Spaß.

Wie ist das Wort des Herrn gemeint,

das an diesem Sonntag scheint
in unser Leben, Tun und Denken?
Wohin will er die Sinne lenken?

Er sagt: „Schaut hin auf Blumen, Tiere,

seht ihre wunderbare Zierde,
die sie von Gott erhalten haben.
Sie sind ein Zeichen seiner Gaben.“

Er nennt, wenn ich es sehe recht,

damit die Welt ja gar nicht schlecht.
Im Gegenteil: Wir soll’n sie sehen
erkennend durch dies Leben gehen.

Der Tulpensonntagszug geht heute,

und wir sehen viele Leute,
die sich um Kleidung, Trinken sorgen,
und wohl auch ums Wohlsein morgen.

Der Herr wird seine Freude haben,

wenn wir uns an den Gaben laben,
die er uns schenkt: die Kleider, Leute,
Speis und Trank, Kamellen-Beute,

wenn wir nach Freud’ und Leben suchen,

auch, wenn wir einen Urlaub buchen.
All das ist gut, und doch nicht Fülle.
Das ist doch höchstens eine Hülle.

„Der Vater weiß, daß ihr das braucht.“

Aber daß uns die Birne raucht
vor lauter Sorg’ um vielerlei,
davon will er uns machen frei.

Er will uns wirklich fröhlich machen,

will, daß wir ehrlich können lachen
darüber, daß die Welt vergeht
und seine Herrschaft nur besteht.

Wie geht das nun konkret, ihr Christen?

Wie lassen wir von falschen Listen,
mit denen wir uns wollen retten,
dabei doch binden uns in Ketten?

Ich glaub, daß es ums Dienen geht:

daß wir bedenken, was besteht
und bleibt und trägt das Menschenleben:
daß wir uns nur dem Ew’gen geben.

Wovor beugen wir das Haupt?

Woran denn im tiefsten glaubt
der Mensch mit seiner Lebenskraft,
wenn er feiert, hofft und schafft?

Gott rät uns, hier zu unterscheiden:

Was vergeht und was wird bleiben?
Diene nur dem Bleibenden!
Sei sorglos mit dem Scheidenden!

Wir werden sehn, wie frei das macht,

wie unsre Seele fröhlich lacht.
Denn, ins Vergängliche gestellt,
sucht sie doch die andre Welt.

Und für diese Suche ist

– des darf sich freuen jeder Christ –
als Weg gekommen Gottes Sohn,
durch den wir ja erfahren schon:

Gott ist da, er tröstet, stärkt,

hilft dem Menschen, daß er merkt,
worin besteht des Lebens Sinn,
wohin will all sein Streben hin.

Wir bleiben fremd in dieser Zeit,

sehnen uns nach Ewigkeit.
Dem Mammon dienen bringt es nicht.
Gott ist unsrer Seele Licht!

Gottlob ist Karneval vergänglich,

denn sonst wär er echt verfänglich.
Tusch, Helau und Narrenlieder
verstummen Aschermittwoch wieder.

Diese Freude, diesen Glanz,

Gemeinschaft, Küssen und den Tanz
hat Gott uns nur zum Bild gegeben
für das wirklich sel’ge Leben.

Laßt den Tulpensonntagszug

uns darum sehen nicht als Trug,
vielmehr als Zeichen unsrer Mühen,
hin zur Ewigkeit zu ziehen.

So wünsch ich, liebe Christenleut’,

euch in dieser Narrenzeit,
daß jeder stets auf Christus bau,
und so sag „Amen“ und „Helau“.

Samstag, 18. Februar 2017

Der neue Bundespräsident ruft auf –
Nachlese zur Bundespräsidentenwahl

Der neue Bundespräsident ruft auf, so ist in den Zeitungen zu lesen, nur weniges leider im wörtlichen Zitat.
Er ruft auf zu Mut und Zuversicht: „Lasst uns mutig sein!“ So ist zu wünschen, daß er auf der anderen Seite die verantwortlichen Politiker aufruft, das abzubauen, was den Menschen den Mut nimmt – so die „Agenda 2010“.
Jene „Agenda 2010“ ist es ja, die Menschen zwingt, bei Arbeitslosigkeit sich mit Arbeitsstellen zufriedenzugeben, die weit unter ihrer Qualifikation liegen, diese Qualifikation so allmählich zu verlieren (und so herrscht dann plötzlich Fachkräftemangel). Sie zwingt Menschen, um eines Arbeitsplatzes willen bundesweit umzuziehen und so ihre soziale Einbindung aufzugeben, die Schullaufbahn ihrer Kinder durch Schulwechsel auch in andere Bundesländer mit anderem Lehrplan beschädigen zu lassen, für hilfsbedürftige Angehörige, die am Ort bleiben, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Sie zwingt Menschen, sobald sie für etwas längere Zeit arbeitslos werden, Alterssicherungen außerhalb der mehr und mehr unzureichenden Rentenversicherungen aufzugeben. Sie zwingt Menschen in diesem Fall, weitgehend auf eigene Kosten (doppelte Mietzahlung für die Übergangszeit, Fachkräfte für den Umzug) in Wohnungen zu ziehen, die oft weitab von ihrem sozialen Umfeld liegen.
Seinerzeit war der neue Präsident an der Durchsetzung dieser armutsproduzierenden „Agenda“ nicht unbeteiligt; nun, da er die Wahl gegen einen angesehenen Armutsforscher gewonnen hat, für ihn Gelegenheit, sich dieser Wahl würdig zu erweisen, sich von den damaligen Irrwegen abzusetzen.
Er fordert, die Demokratie zu verteidigen. So ist zu wünschen, daß er auch die verantwortlichen Politiker aufruft, gegen das einzutreten, was zur Zeit die Demokratie am meisten gefährdet: gegen Abkommen wie CETA, die durch Klagerechte für Konzerne und die Möglichkeit für diese, in „regulatorischer Kooperation“ sich in die Gesetzgebung einzumischen, eine oligarchische Komponente in der Republik zu institutionalisieren drohen.
Aber ich habe auch im Umfeld der Wahl gehört, wie ein Ministerpräsident, der einer nicht als neoliberal geltenden Partei angehört, erklärt hat, nun sei staatliche Zusammenarbeit international angesagt, darum sei Freihandel, nicht Protektionismus erforderlich. Als wäre Freihandel im Sinne solcher Freihandelsabkommen staatliche Zusammenarbeit und nicht Rückzug der Staaten aus der Wirtschaft. Und als sei es ein Argument für eine schlechte Sache, daß der neue US-Präsident dagegen ist.

Dienstag, 7. Februar 2017

Leitkultur

Es scheint eine Sache zu sein, wenn konservative Bayern solches fordern, eine ganz andere, wenn es der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fordert, freilich das Odium des Begriffs vermeidet, in der Sache allerdings eher noch weiter geht.
Der Chronist von Orietur Occidens (Mor. VI v. 3. 11. 2016, Nachtr. v. 10. 1. 2017) hat dazu Anmerkungen zu machen.

Montag, 6. Februar 2017

Die zehn häufigsten Unwahrheiten über die Abtreibung

Einige Monate, nachdem wir uns dem Thema gewidmet haben, nun eine ähnlich ausführliche Darstellung bei Scuola Ecclesia Mater (auf Italienisch; das spanische Original vom Foro de la Familia habe ich nicht gefunden).

Eine bemerkenswerte Satire – oder?

Eigentlich kann man es nur als auf die Spitze getriebene Satire ansehen, was dem Chronisten von Orietur Occidens (Mor. VI v. 14. 12. 2016) aus dem Reich der Political correctness und ihrer „Safe Spaces“ kürzlich in die Hände gefallen ist. Allerdings gab es offenbar solche, die ...

Sonntag, 15. Januar 2017

"Eine gute Häresie hält 500 Jahre"...

... sagte mal ein Priester.

Die folgende "Predigt" auf der Kreissynode (Kirchenkreis Lübbecke) am 27. Juni in Bad Holzhausen legt es nahe, für die Westfälische Landeskirche schon mal die Herz-Lungen-Maschine zu ölen:

Hilke sitzt auf der Bank, trinkt Kaffee, liest Zeitzeichen 
Steffen kommt dazu 
Ach, jetzt noch die Synode, und dann wird es aber endlich Zeit, dass es mal etwas ruhiger wird. Wir haben ja schon einiges geschafft in diesem Jahr in Holzhausen und Börninghausen. Zwei Vorstellungsgottesdienste, drei Konfirmationsgottesdienste, vier Jubelkonfirmationen. Kinderbibelwoche. Konfifreizeit, die erste Seniorenfeier in Börninghausen. Ich finde, jetzt ist es erstmal genug. Aber jetzt trinke ich erstmal einen Kaffee. Was liest du denn da? 

Hilke
Ach, ich lese gerade das Interview mit Thies Gundlach, dem EKD-Vizepräsidenten. Zehn Jahre Kirche der Freiheit, dieses EKD Impulspapier. Zehn Jahre ist das schon her. Ich erinnere mich vor allem an die Zahlen und Quoten, die da drin standen. Wir, also vor allem die Pfarrer, sollten dafür sorgen, dass in allen Bereichen die Zahlen steigen und nicht schrumpfen. Na ja, die Zahlen sind ja gestiegen in der Zeit, nämlich die Gemeindegrößen für die einzelnen Pfarrer. 

Steffen 
Ach ja, Kirche der Freiheit. Das fand ich ja echt schrecklich, damals und auch heute noch, diese Papier von Huber und Konsorten. Und ich finde es immer noch falsch, was da drin steht. Ich finde, da sind so richtige Sozialingenieure am Werk gewesen. Passt schon, dass der Huber entweder Bischof oder SPD-Abgeordneter werden wollte, als er keine Lust mehr hatte, Professor zu sein. Man ja meinte (sic!) offenbar bei der EKD und auch in Bielefeld, man müsste nur hier ein bisschen die Stellschrauben drehen und da ein bisschen Qualitätsmanagement betreiben. Und dann kann man sich die Welt nach seinen Wünschen formen. So machen es ja auch viele Politiker. Bisschen mehr Kinderbetreuung hier, ein bisschen mehr Geld für Familien da, Institute für die Qualitätssicherung der Schulen einrichten - und zack, alles wird gut und die Leute kriegen wieder mehr Kinder. So als wäre das ganze Leben wie ne Gummibärchenmaschine. Rezeptur erneuern, Maschine verbessern - und dann stimmen Umsatz und Gewinn wieder. Das mag ja in einem Unternehmen manchmal funktionieren. Nur in Kirche und Gesellschaft geht das sicher nicht. Deshalb sind ja auch, finde ich die Reformprozesse von EKD und Landeskirche auf der ganzen Linie gescheitert. Das war dann doch vor allem heiße Luft, finde ich. Gut das (sic!) das vorbei ist.

Hilke 
Na, du bist ja genau in der richtigen Stimmung für die Synode heute. Thies Gundlach meint, dass es aber doch ein Erfolg war, z.B. hat die Kampagnenfähigkeit der Kirche zugenommen. Damit sind diese Themenjahre gemeint. ja, da gab’s ein paar Themen, die ich ganz gut fand, Kirche und Bibel, Kirche und Musik u.s. w. Der größte Misserfolg waren diese Zahlen und Quoten. Das war ja damals sehr trocken und betriebswirtschaftlich formuliert, da musste man als Kirchenmensch eher schlucken. Die Quoten sind dann ja auch recht bald wieder begraben worden. 

Steffen 
Ach ja, dieses schielen auf Zahlen und Wachstumsraten, Manche sind davon ja ganz besessen. Und wenn die Zahlen nicht mehr stimmen, werden sie entweder zurechtgedreht, gefälscht oder 
schöngeredet.

Hilke 
Das hat ja gerade Thomas de Maziere (sic!) geschafft. Er hat im Interview im Ernst gesagt, dass 70% aller unter 40jährigen Flüchtlinge von den Ärzten vor der Abschiebung krank geschrieben werden. Das fand wenig Anklang bei den Ärzten und sein eigenes Ministerium musste zugeben, dass es diese Zahlen überhaupt nicht gibt. 

Steffen 
In der Bibel gibt es ja auch manchmal beeindruckende Zahlen. Nach der Apostelgeschichte sollen ja an einem Tag 3000 Leute der Gemeinde hinzugetan worden sein. Und eben haben wir ja das Evangelium gehört. Jesus predigt vor so vielen Leuten, dass er schon aufs Wasser schippern muss, damit ihn die Leute sehen und hören. Und dann soll Petrus Fische fangen, am helllichten Tag. Sagt Jesus. Und er fängt so viele Fische, dass der Kahn fast untergeht. Nur, das ist alles nicht von Menschen inszeniert und gemacht worden. Nicht durch Qualitätssteigerung, Hyperaktivität oder trendige Themenjahre. Die Fülle, die sich manchmal auch bei Menschen zeigt, ist jedenfalls in der Geschichte aus dem Lukasevangelium allein bei Jesus und bei dem, was Jesus sagt und tut.

Hilke
Und bei den Menschen, die einfach auf dieses Wort vertrauen. Das ist doch komisch Petrus ist ein sehr erfahrener Fischer. Wahrscheinlich war schon sein Vater Fischer und sein Großvater u.s.w. Und kein Mensch ist je auf die Idee gekommen, am Morgen zu fischen. Das ist wie bei den Schweden die unsere Jungs immer milde belächeln wenn wir im Sommer am Tag die Angel ins Wasser halten. Und Petrus macht gegen alle Erfahrung das, was Jesus sagt. Vielleicht hat er auch gedacht: Weniger als keinen Fisch kann man ja gar nicht fangen. Jetzt zeige ich Jesus mal, dass da einfach keine Fische ins Netz gehen, nachts nicht und am Tag auch nicht. Wer immer nur Pech hat, der glaubt gar nicht mehr daran, Glück zu haben. 

Steffen 
Naja, mit dem Glück kann man ja leider nicht rechnen. Wir müssen uns im Leben schon auf unsere Erfahrung verlassen. Das ist ja auch das, was wir bei allem Planen und Entscheiden meistens tun, und ja auch nicht drum herum kommen. Auch wenn es auf der Synode heute um eine Konzeption geht. Das ist ja am Ende auf Papier geschriebenes Erfahrungswissen. Wir denken uns, wenn wir dieses und jenes tun oder lassen, dann ist das nach unserer menschlichen Erfahrung wohl das. richtige für die Zukunft. Hätte Jesus Petrus nach einem Konzept für die Zukunft seiner Fischerei gefragt, dann hätte er wahrscheinlich auch das aufgeschrieben, was nach seiner Lebenserfahrung gut und zu tun ist. Das ist ja auch gut so. Nur, das ist eben nicht alles. Man muss ja auch mit Überraschungen leben. 

Hilke
Das war ja dann auch ne echte Überraschung: Fische über Fische. Die Netze reißen, die Boote kentern fast. Alle müssen mit anpacken, damit sie die Fische überhaupt an Land bekommen, ohne unterzugehen. Petrus (sic!) Konzept: Jetzt zeigen wir dem Zimmermann mal, dass man am Tag keinen einzigen Fisch fängt, geht nicht auf. Solch eine Fülle, auf das eine Wort hin, davon kann man doch nur träumen. Nach all den Misserfolgen muss Petrus der glücklichste Fischer am See Genezareth gewesen sein. Allerdings hat er dann ja die Fischerei an den Nagel gehängt, zumindest das Fische fischen. Er lässt alles stehn und liegen und geht mit Jesus, um Menschen zu fischen. 

Steffen 
Auf dein Wort hin will ich noch mal raus fahren, sagt Petrus. Am helllichten Tag. Gegen alle Erfahrung. Erfahrung, Planungen, Konzepte - alles schön und gut. Aber wir müssen, finde ich, gerade in der Kirche, aber auch im Leben, auch offen sein für Gottes Wort. Offen für das.was Gott uns in der jeweiligen Situation sagen will. Da muss man genau hinhören. Und das kann man nicht planen. Das Leben ist voller Überraschungen - und Gottes Wort ist es auch, glaube ich. Vielleicht heißt Glauben ja auch, sich auf Überraschungen einstellen. Und sich auf das Neue einlassen. Manchmal denke ich.jungen Leuten fällt das einfacher. Das Neue, die Chancen im Neuen sehen. Sich einlassen auf das, was nun so ist, wie es ist. Sich nicht zurückträumen in alte Zeiten und immer von der Erfahrung reden.
Die Botschaft der Geschichte aus dem Evangelium ist für mich jedenfalls: Hört genau auf das, was Gott uns heute sagen will. Seid eurer Erfahrung gegenüber skeptisch. Lasst euch ein auf das, was heute passiert und was Gott heute von euch will. Vielleicht werdet ihr dann ein übervolles Boot voller Fische fangen.

Hilke 
So bleibt es jedenfalls spannend. Petrus wäre ewig am See Genezareth geblieben, wenn er sich nicht auf dieses Wort und diesen Jesus eingelassen hätte. Und wir haben uns auch auf ihn eingelassen. Also heißt es: Immer neu hören auf sein Wort. Und dann ihm nachfolgen, so gut wir es können. Vielleicht bekommen wir nicht immer so ein Boot randvoll, aber ab und zu gibt es doch auch für uns. Fülle, genau da, wo wir es nicht erwarten. 

Steffen 
Naja, manchmal lamentiere ich ja darüber, dass wir viel zu viel machen. Aber dafür machen wir ja all unseren kirchlichen Zauber von Kinderbibelwoche über Freizeiten bis zur Gnadenkonfirmation. Wir machen's, damit Gottes Wort unter uns lebendig bleibt, und manchmal passiert's dann ja: dass die Boote voll werden. Dann kann man sich nur wundern, wie Petrus, über den Fang am hellen Tag. 

Amen. 

Aber keine katholische Überheblichkeit! Zum Weltfriedenstag 2017 legt "Kaffee für Deutschland" allen ernstes "Gedanken zur Lesung" vor, in denen Gott nicht vorkommt und die ein atheistischer Kommunist so hätte vortragen können.

Quo vadis, Christianitas teutonica soluta?

Dienstag, 10. Januar 2017

Eines nur stört an der Befreiungstheologie

– und einer ihrer Protagonisten demonstriert das so deutlich, daß der Chronist von Orietur Occidens (Mor. VI v. 25. 12. 2016) fast nur zu zitieren braucht.
Aber es gibt auch den ganz anderen Ansatz – es ist der Bruder, der ihn zeigt.

Samstag, 7. Januar 2017

Was Traditionalisten und Charismatiker verbindet

Was Menschen wie mich zu den Gottesdiensten des extraordinären und des byzantinischen Ritus hinzieht, ist (nicht nur, aber ganz besonders), daß dort sich der Mensch zu Gott wendet, zu Ihm spricht, während im ordinären römischen Usus mehr über Ihn gesprochen wird.
Ebendies nennt nun ein wohlbekannter Blogger als Motiv seines Weges zu den Charismatikern.

Die Magoi

Ein medischer Priesterstamm – ähnlich Israels Leviten oder auch Aaroniden –, der, als sich Zarathuštras Religion ausgebreitet hatte, über den ganzen Iran hin priesterlichen Rang hatte.
Zarathuštras Religion war außer der Religion Israels (und abgesehen von der ägyptischen Episode unter Echnaton) die einzige monotheistische Religion des Nahen Ostens. War etwa, wie Walther Hinz (Zarathustra. Stuttgart 1961) es meinte, Zarathuštra ein wirklicher Prophet? Allerdings schon in der späten Achämenidenzeit war seine Religion polytheistisch korrumpiert.
So konnten die Magoi in ihrer Heimat ein wohlsituiertes, friedliches und auf ihre Weise frommes Leben führen. Und dann entdeckten einige von ihnen einen besonderen Stern, den sie als Zeichen des neugeborenen Königs der Juden zu deuten wußten. König der Juden: für Meder eigentlich bedeutungslos, aber ...
Für die Juden war das Perserreich wichtig gewesen: die großen Achämeniden Kyros und Dareios hatten sie aus der babylonischen Gefangenschaft befreit, den Tempel wiederzuerrichten angeordnet, Kyros wurde von Isaias (5, 1) sogar als der Gesalbte des Herrn bezeichnet. Doch für Meder und Perser waren die Juden nur eines der unzähligen Völker, die unter den Achämeniden zum Reich gehört hatten, das jetzt aber zu irgendeinem Vasallenkönigtum der anderen Supermacht jener Zeit gehörte.
König der Juden: für Meder eigentlich bedeutungslos, aber einige wenige Magoi erkannten in Seinem Stern den Einbruch einer ganz anderen Welt in ihr alltägliches Leben. Und diese ließen daraufhin ihr beschauliches Leben für lange Zeit zurück und machten sich auf eine weite Reise, um das ganz andere zu suchen, um den König, von dem sie zuvor nichts geahnt hatten, zu finden und Ihn anzubeten.
Und so wurde der «Anbetung des Feuers», wie der Akathistos (I) es nennt, ihrer Bindung an die schon korrumpierte Religion Zarathuštras, ein Ende gesetzt.

Freitag, 6. Januar 2017

Pontifikalamt in Köln

Ein sonderbarer Anblick: Kardinal Meisner, der ja nach wie vor etwas zu sagen weiß, neben seinem Nachfolger, der statt seiner nun ein Pallium trägt – da zeigt sich die Abwegigkeit des Motu Proprio «Ecclesiae Sanctae» Pauls VI.
Doch andererseits: hätte Kardinal Meisner, wäre er noch Ordinarius, die Freiheit gehabt, sich so mutig zu äußern?

Epiphanie in Köln

Um 20 nach 9 kommen wir an: es sind sogar hinten im Mittelschiff noch einige Sitzplätze frei.
Über zwei Schichten Hemd zwei einfache Wollpullover, darüber noch ein dicker, dann Jacke, Schal, Mantel, und im übrigen durchweg drei Schichten unter der Oberbekleidung (oder -beschuhung): nicht daß ich so gar nicht fröre, aber es läßt sich aushalten. Und nachdem um 10 das Pontifikalamt begonnen hat, steht man so dicht beieinander, das es spürbar wärmer wird. Doch: Epiphanie im Kölner Dom läßt sich physisch überstehen.
Und der Mädchenchor ist besser, als das Wort «Mädchenchor» erwarten läßt. Nun gut, im übrigen ist die liturgische und musikalische Gestaltung nicht überwältigend, aber so feiern wir doch das Fest in nächster Nähe der Heiligen Drei Könige.
Und der Schlußsegen ist bereits erteilt, als der Kardinal gar nicht aufhören kann, den kleinen Königen immer mehr Botschaft noch mit auf den Weg zu geben – so können wir am Ende ohne geistlichen Verlust das Weite suchen.

Klassen und Lektüre

Jahrzehnte ist es her – ich war damals Schüler –, daß jemand, der gelegentlich I. Klasse fuhr, erzählte, wie er verwundert beobachtet hatte, wie viele Menschen in der I. Klasse Bild-Zeitung lasen.
Und als ich nun den Zug auf der Suche nach einem Platz durchwandere, sehe ich das wieder: etliche Bild-Zeitungen, die in der I. Klasse gelesen werden. In der II. Klasse angelangt, sehe ich keine mehr.

Zu Epiphanie 2017: Der Ostertermin

Dieses Jahr ist es derselbe Termin in Ost und West, und der Ostersonntag liegt in der Festwoche des Festes der Ungesäuerten Brote.
Die Einzelheiten referiert der Chronist von Orietur Occidens.

Samstag, 26. November 2016

Nachrichten, auf die ich binnen einer Woche gestoßen bin

– Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, verhindert, um CETA schnell durchzudrücken, eine Parlamentsdebatte über den geplanten Investitionsschutz-Gerichtshof, beschneidet die Beteiligung von Parlamentariern der einzelnen Mitgliedsstaaten und schließt Stellungnahmen der zuständigen Ausschüsse von der entscheidenden Parlamentssitzung aus (CETA vermag, da nun TTIP in der Krise ist, die Verbindung zu amerikanischen Konzernen über den Umweg kanadischen „Töchter“ herzustellen);
– Martin Schulz will in die Bundespolitik oder die nordrhein-westfälische Landespolitik wechseln, wird als SPD-Kanzlerkandidat in Betracht gezogen;
– eine der SPD zugehörige Werbeagentur (die Recherche eines ZDF-Magazins hat es offengelegt) vermittelt SPD-Politiker bis hinauf zu Ministern zu „Vorwärts-Gesprächen“ für 7.000 €.
7.000 € – welch lächerlicher Betrag verglichen mit dem, was Frau Clinton für Vorträge (Mor. VI, 8.8.2016), und zwar für sich ganz persönlich, erhält!

Dienstag, 22. November 2016

Das Zentralkomitee hat gewählt


Unter anderem ist Barbara Hendricks (SPD, Bundesumweltministerin) dabei, die für Katholisches und den Wallfahrtsort Kevelaer offen ist und manches bewirkt hat. 

Doch fragt man sich: Wählt die staatstragende „Tempelhierarchie“ sich selbst?

Samstag, 19. November 2016

Leitkultur

Ein Begriff und eine inhaltsleere Debatte, analysiert vom Chronisten von Orietur Occidens (3.11.2016).

Freitag, 18. November 2016

Eine Kapriole politischer Korrektheit

– harmlos, aber eben kapriziös – ist dem Chronisten von Orietur Occidens (19.10.2016) ins Auge gefallen.

Dienstag, 15. November 2016

Papst Franziskus, die evangelische Freiheit und die Tradition

Ein Priester hatte geschrieben:

„Der Heilige Vater hat entschieden, nicht zu antworten.“ (Seit September)
Damit begründen vier Kardinäle die Veröffentlichung ihres Briefes an Papst Franziskus:
Tatsächlich glaube ich, daß wir als Kirche gerade in eine neue Epoche eintreten und die alte „kasuistische“ Sichtweise der Dinge einer „weiteren“, geistlichen weicht. Den Epochenwechsel spricht Papst Benedikt ja auch in seinen „Letzten Gesprächen“ mit Peter Seewald an. Und es könnte wirklich sein, daß dazu Papst Franziskus das von Gott erwählte Werkzeug ist. Aber daß er nicht antwortet, ist doch etwas ruppig, oder?

Darauf hat er diese Antwort erhalten:

"die Unterscheidung in „Kasuistische“ und „weitere, geistliche“ Sichtweise könnte aus dem Vokabular von Kardinal Kasper und Genossen stammen. Ihnen hätte ich sie nicht zugetraut. Mal sehen, wessen Werkzeug der „ruppige“ „Papst“ Franziskus ist! An den Frücht(ch)en werdet Ihr sie erkennen."

Die Reaktion des Priesters:

Im Laufe von ... Jahren Leben und ... Jahren Seelsorge habe ich Erfahrungen gemacht, die mich geprägt und meine Sicht verändert haben. Ein Kasperianer bin ich darum aber bestimmt nicht. Die - um das Gegenwort des von Ihnen kritisierten zu gebrauchen - „Enge“ mancher traditionalistischer Kreise habe ich zum einen nie geteilt und zum anderen ist sie mir immer fremder geworden. Gerade in ... habe ich manche tragischen Psychosen beobachtet, die in Sühnenächten u.ä. prächtig gedeihen. „Enge“ ist nicht nur sprachlich die Wurzel der „Angst“.

Mir geht es - auch in meinem Eintreten für die Tradition der Kirche - um die Freiheit des Evangeliums, und das nicht „nur“ zum ewigen Heil der Menschen. Sie sollen Christus als ihren Heiland erkennen und mit ihm in lebensspendenen Kontakt kommen. (Das meine ich mit „geistlicher Weite“). 

Ich bin Katholiken begegnet, die nicht nach den „kasuistischen“ Regeln leben - wiederverheiratet Geschiedenen, Homosexuellen… - und die teilweise nach langer Irrfahrt zur Kirche zurückgefunden haben. Ich habe Respekt vor deren Leben und Lieben, vor deren Geschichte, die sie ja zur Kirche zurückgeführt hat. (Der Heilige Geist schreibt auf krummen Linien gerade…) Sie leben aus dem Wort Gottes und seinen Sakramenten - letzteres gegen das Kirchenrecht. Immer habe ich das ihnen auch gesagt, wenn ich denn mit ihnen im Gespräch war - nicht als „Verbot“, aber um der Klarheit willen. Die meisten haben sich dann nach ihrem Gewissen entschieden, mit dem Herrn auch in den Sakramenten verbunden sein zu wollen. Es gibt auch andere Fälle; hier habe ich nie versucht, sie zu „überreden“, doch zur Kommunion zu gehen, sondern auch diese Haltung im geistlichen Gespräch geachtet.

Wenn Papst Benedikt zu Beginn seines Pontifikats gesagt hat, daß es soviele Wege zum Himmel gebe, wie es Menschen gibt, verstehe ich das als einen Schritt in diese „katholische Liberalität“. Wenn ich es biblisch ausdrücken darf, ist die Erkenntnis meines bisherigen seelsorglichen Wirkens tatsächlich: „Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.“

Auch wenn ich es im Augenblick nicht erkennen kann, glaube ich, daß eben dieser Geist in der Kirche wirkt und uns diesen Papst geschenkt hat. Mir paßt vieles an ihm nicht - und da wären auch objektive Kriterien ins Feld zu führen, wie es jüngst die vier Kardinäle getan haben. Dennoch will und kann ich als zutiefst kirchlicher Mensch nicht davon ablassen, daß „die Mächte der Finsternis“ diese Kirche nicht überwältigen. Trotz oder vielleicht sogar gerade durch die Schwächen dieses Papstes führt Christus seine Kirche - nicht durch jedes Wort, was er sagt, nicht durch jede Platitüde, aber eben doch im Ganzen (geistlich und sozusagen „weit“…). So will ich es immer noch glauben.

Montag, 14. November 2016

Eine Phalanx mit dem Rücken zum Herrn

Wieder einmal hat der Chronist von Orietur Occidens (6.11.2016) es gewagt: des Sonntags (! – werktags ist es eher unbedenklich) eine Expedition in die eigene Pfarrkirche. Er berichtet darüber; wann er wieder den Mut dazu gesammelt haben wird, weiß er noch nicht.

Montag, 7. November 2016

Eigentlich sollte es eine Segnung sein

Die Erlebnisse bei einer Gräbersegnung veranlassen den Chronisten von Orietur Occidens (5.11.2016) zu einem Kommentar.

Samstag, 5. November 2016

Schlimmes ist in Rom geschehen – aber was bedeutet das?

Una furia, un folle, forse drogato“, ein „offenbar geistig verwirrter Mann“ hat in Sta. Prassede und drei weiteren römischen Kirchen schwere Schäden an Statuen angerichtet.
Als Motiv äußerte er nur: „L'uso di queste immagini non va bene – der Gebrauch dieser Bilder ist nicht in Ordnung“. Demnach anscheinend religiöse Gründe. Ist er Muslim? Möglich: er ist Ghanese, dort gibt es im Norden des Landes eine muslimische Minderheit. Aber irgendeiner terroistischen Organisation gehört er offenbar nicht an. Und Bilderstürmer gab es auch unter den Calvinisten – kommt er vielleicht aus einer „christlich“-fundamentalistischen Sekte? Der Mann erschien geistig verwirrt – da ist vieles denkbar.

Was auch immer das bedeutet: jedenfalls nicht eine drohende Islamisierung des Abendlandes. Mich freut es, daß so viele muslimische Flüchtlinge in Deutschland sich zum christlichen Glauben bekehren, und mich schmerzt, daß die katholische Kirche daran so wenig beteiligt ist.

Was aber unser christliches Abendland betrifft, so gelten die umformulierten Worte des Fürsten v. Metternich: «Verschwindet das Abendland, so geschieht es, weil es sich selbst aufgibt.»

Welch eine Konfrontation! Welche Koalitionen!

In Münster stimmt morgen das Volk ab: die Stadtregierung will mehr verkaufsoffene Sonntage, das Bündnis „Freier Sonntag Münster“ wendet sich dagegen, hat die Volksabstimmung durchgesetzt.
Die Ratskoalition, für verkaufsoffene Sonntage: CDU und Grüne.
Das Bündnis „Freier Sonntag Münster“: getragen von Gewerkschaft (DGB, Ver.di), KAB und dem evangelischen KDA; dahinter stehen Kirche, SPD, ÖDP, Die Linke und die örtliche Grüne Jugend.

Mittwoch, 2. November 2016

Wie ein Widerhall der apokalyptischen Reiter

Im Nahen Osten ist eine Christenverfolgung im Gang – nein, nicht nur dort, nicht erst jetzt, und nicht nur Christen werden gemordet; aber dort hat sie seit dem Auftreten der großen Sektenarmeen ein besonders zerstörerisches Ausmaß angenommen.
Und das ehemals christliche Abendland sucht sich derweil selber abzuschaffen:
Während christliche Hilfswerke seit Jahrzehnten sich bemühen, den Menschen in der Dritten Welt Erleichterung zu verschaffen, arbeiten die EU, die USA und andere Staaten daran, durch TiSA das alles in vielen Staaten zunichte zu machen und dabei auch das Abendland schwer zu beschädigen.
Bischof Mario Oliveri von Albenga-Imperia ist, bevor er die angeordnete Altersgrenze erreicht hat, grundlos abgesetzt und durch einen Nachfolger ersetzt worden, der sein Werk beschädigt.
Abt Josef Vollberg, der das Kloster Mariawald vor dem Niedergang bewahrt hat, wurde von Visitatoren zum Rücktritt gedrängt und zum Prior degradiert.
Die Wallonie wurde gedrängt, CETA doch hinzunehmen. Und es entsteht der Eindruck, daß die Art, wie der Abt zum Rücktritt gezwungen wurde, der Art, wie der Wallonie die Zustimmung abgezwungen wurde, recht ähnlich ist.
Und der Papst, der nicht weiß, wer der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre ist, sagt wahre Worte über Ehe und „gender“, um gleich darauf das Gegenteil davon gutzuheißen.
Hierüber berichtet der Chronist von Orietur Occidens (31.10.2016).

Nachtrag vom 6. November 2016: Kardinal Sarah wird entmachtet, Pietro Marini, der „falsche Marini“, kehrt zurück in die Gottesdienstkongregation.

Innereien vom Lamm

Damals, in der westlichen Großstadt, gab es türkische Metzgereien in der Umgebung, die alles vom Lamm zu bieten haben.
Im Fernen Osten Deutschlands gab es so etwas nicht; und überhaupt sind Innereien (wenn man nicht die Landesspezialität Rinderzunge dazuzählt) kaum vorhanden.
Den Orientalen sei Dank: nun hat ein Perser ein orientalisches Geschäft eröffnet mit einer Fleischtheke; nach langer Zeit konnten wir wieder Lammherzen essen.

Teilnahme des Volkes und „Ausdeutende Zeichen“

Bei einer Kindertaufe gibt der Blick ins neue GL dem Chronisten von Orietur Occidens (23.10.2016) Anlaß zu bedenklichen Anmerkungen.

Montag, 10. Oktober 2016

Haben auch Flüchtlinge Menschenrechte?

Über den Umgang mit Flüchtlingen zu sprechen fällt mir schwer, weil ich sehe, daß hierbei nicht alle Fragen mit moralischen Kategorien zu klären sind. Aber wenn einfache Menschenrechte verletzt werden, wenn Menschen strafrechtlich verfolgt werden sollen, weil sie das ermöglichen, was Naturrecht und Grundgesetz fordern ...
Der Chronist von Orietur Occidens (als Nachtrag zum 11. 2. 2016) referiert.

Freiberuflicher Arbeit wird ein Ende gesetzt

Wirtschaftliche Eigenverantwortung wird in der neoliberalen Wirtschaftsordnung angepriesen, «Ich-AGs» wurden propagiert.
Die Wirklichkeit ist anders: Wirtschaftliche Eigenständigkeit wird unterbunden, ohne Rücksicht auf die Menschen, die es gewagt haben.
Der Chronist von Orietur Occidens (unter dem 17. 9. 2016) referiert.

Ein äußerst schönes Gebet der Kirche

«Und da gibt es ein äußerst schönes Gebet der Kirche (una preghiera bellissima della Chiesa), das wir vergangene Woche gebetet haben. Da heißt es so: „Gott, der Du so wunderbar die Welt geschaffen und noch wunderbarer sie erneuert hast“, das heißt mit der Erlösung und der Barmherzigkeit, ...» – so sagte der Papst in einem Interview bei seiner Rückkehr aus Georgien zum Thema von Ehe und Scheidung.
«Deus, qui tam mirabiliter mundum creasti ...» – der Papst zitierte aus dem Gedächtnis; mir scheint, er meinte das Gebet: «Deus, qui humanae substantiae dignitatem mirabiliter condidisti et mirabilius reformasti ...». Er hätte hinzufügen können, daß im außerordentlichen Usus dieses Gebet in jeder Messe zur Opferung gebetet wird.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Kolonialismus und Missionare

In seinem Artikel An der fernsten Grenze über das Buch Skandal in Togo von Rebekka Habermas scheibt Micha Brumlik:
«...
Im Dezember 1906 debattierte das Parlament des deutschen Kaiserreichs einen Skandal, der sich in der deutschen Kolonie Togo zugetragen hatte: Ein Kolonialbeamter soll mit minderjährigen schwarzen Mädchen zusammengelebt und sie regelmäßig missbraucht haben und schließlich einen Fürsprecher der Mädchen, einen Stammesältesten, so hart ob seines Aufbegehrens bestraft haben, dass dieser kurz darauf starb. Ruchbar wurde dieser gar nicht so seltene, aber typische Fall durch ebenfalls in Togo tätige katholische Missionare, Angehörige der Steyler Mission, die die Vorfälle der Berliner Kolonialabteilung gemeldet hatten; eine Meldung, die freilich ohne Folgen blieb.
Modern und erfolgreich
Im deutschen Reichstag waren es vor allem die Partei des katholischen Zentrums in Gestalt der Abgeordneten Matthias Erzberger sowie des Sozialdemokraten August Bebel, die sich immer wieder kritisch und anklagend zu den rassistischen und gewalttätigen Auswüchsen der deutschen Kolonialpolitik äußerten, ohne indes grundsätzlich gegen die Kolonialpolitik zu sein. Denn: Kolonialismus galt allgemein als Ausdruck gesellschaftlicher Modernität sowie politischen und ökonomischen Erfolgs.
...
Deutscher Kolonialismus: Das war ein In-, Mit- und Gegeneinander eines rassistischen Sexualregimes weniger deutscher weißer Männer über schwarze Frauen, einer bitteren Konkurrenz zwischen gebildeten, humanitär gesinnten Missionaren oft kleinbürgerlicher Herkunft hier und karrieristisch gesinnten Beamten dort; ...» (taz vom 1. Oktober 2016)

Auf die Missionare dürfen wir ein wenig stolz sein und ebenso auf das Zentrum, das die Gemeinsamkeit mit den damals antiklerikalen Sozialdemokraten nicht scheute.
Und wir werden darin bestätigt, allen «Ausdruck gesellschaftlicher Modernität» zu meiden.

Samstag, 1. Oktober 2016

Neue Moschee in Konstantinopel

Wie dieser Tage in den Medien vermeldet wurde, geht der vom heutigen Präsidenten der Türkei initiierte Bau der neuen Groß-Moschee in Konstantinopel der Fertigstellung entgegen.

Vier Minarette sind 1071 cm hoch. Dieses Maß weist auf das Jahr 1071 hin, in dem die Seldschuken bei Manzikert die Byzantiner besiegten und die Eroberung des oströmischen Reiches begannen.

Zwei Anmerkungen:

1. Das Jahr 1071 ist nach islamischer Zählung das Jahr 449.

2. „Zentimeter“ ist eine griechisch-lateinisch-abendländische Maßeinheit.

Sonntag, 25. September 2016

Versus populum

Ein Pontifikalamt zur Feier der Heiligsprechung Mutter Theresas: eine würdige Feier.
Eine Kuriosität aber drängt den Chronisten von Orietur Occidens, doch darüber zu berichten.

Freitag, 23. September 2016

Samstag, 17. September 2016

Demonstrieren? Und wo?

Nein, ich habe keine Neigung zu Demonstrationen. Aber jetzt gibt es starken Grund dazu, und gleich an zwei Stellen: da ist der Marsch für das Leben; und da sind die Demonstrationen gegen TTIP und CETA.
Ich habe letztere vorgezogen, obwohl mir auch erstere am Herzen liegt; und ich habe das nicht nur getan, weil ich dazu nicht ins ferne Berlin zu reisen brauchte. Bei letzterer nämlich stehen bedeutende Entscheidungen unmittelbar bevor, während erstere nur langfristige Ziele haben. Und ich wünsche nicht, daß danach linke Gruppierungen mit laïzistischer Schlagseite vorgeben können, sie setzten sich am meisten fürs Allgemeinwohl ein.
Und wer sagt, daß das Lebensrecht einfach wichtiger ist als alles andere, bedenke die leider sehr reale Möglichkeit, daß bei erfolgter Verabschiedung von CETA nach einer künftigen Verbesserung des gesetzlichen Lebensschutzes für ungeborene Kinder ein Konzern von jenseits des Atlantiks, der hierzulande eine Abtreibungsklinik betreibt, Schadensersatz in großer Höhe für entgangene Gewinne einklagt.
Und darum jener Ausdruck der Solidarität (s.u.) mit der ersteren, der eben nicht nur für diese geschrieben ist.

Freitag, 16. September 2016

Solidarität mit dem Marsch für das Leben

Da ich selber nicht dabei sein werde, ein Zeichen der Solidarität von Orietur Occidens: eine Erörterung des Themas der Abtreibung.

Montag, 22. August 2016